Planung für SUSE Linux Enterprise Server

Inhaltsverzeichnis

1.1. Überlegungen vor der Implementierung von SUSE Linux Enterprise Server
1.2. Bereitstellung von SUSE Linux Enterprise Server
1.3. Ausführen von SUSE Linux Enterprise Server

Die Bereitstellung eines Betriebssystems muss sowohl in einer bestehenden IT-Umgebung als auch in einer völlig neuen Implementierung sorgfältig vorbereitet werden. Mit SUSE Linux Enterprise Server, 11 SP1 werden Ihnen zahlreiche neue Funktionen zur Verfügung gestellt. die wir an dieser Stelle unmöglich alle beschreiben können. Nachfolgend eine Aufstellung der wichtigsten Verbesserungen, die besonders von Interesse sind.

Xen 4.0-Virtualisierung

Führt mehrere virtuelle Computer auf einem einzigen Server aus, wobei jeder virtuelle Computer über sein eigenes Betriebssystem verfügt. Weitere Informationen finden Sie unter Virtualization Guide (↑Virtualization Guide).

YaST

Für YaST wurden zahlreiche neue Konfigurationsoptionen entwickelt. Diese werden meist in den entsprechenden Kapiteln beschrieben.

SPident

Dieses Verwaltungsprogramm gibt einen Überblick über die installierte Software und zeigt das aktuelle Service Pack-Level des Systems an.

Directory Services

Mehrere LDAP-konforme Verzeichnisdienste stehen zur Verfügung:

  • Microsoft Active Directory

  • OpenLDAP

Novell AppArmor

Stärken Sie Ihr System mit der Novell AppArmor-Technologie. Dieser Dienst wird in Teil „Confining Privileges with Novell AppArmor“ (↑Security Guide) ausführlich beschrieben.

AIDE

Dies ist ein Eindring-Erkennungssystem, das zur Erkennung von nicht autorisierten Änderungen am System eingerichtet werden kann.

iSCSI

iSCSI bietet eine einfache und günstige Lösung für die Verbindung von Linux-Computern mit zentralen Speichersystemen. Weitere Informationen zu iSCSI finden Sie in SLES 11 SP1: Storage Administration Guide (↑SLES 11 SP1: Storage Administration Guide).

Network File System v4

Ab Version 10 unterstützt SUSE Linux Enterprise Server auch Version 4 von NFS. Zu den Vorteilen dieser Version zählen Leistungsverbesserungen, eine überragende Sicherheit und ein "statusbehaftetes" Protokoll.

Oracle Cluster File System 2

OCFS2 ist ein allgemeines Journaling-Dateisystem, das vollständig in den Linux 2.6-Kernel und spätere Versionen integriert ist. Einen Überblick über OCFS2 finden Sie in High Availability Guide.

Absturzabbild des Linux-Kernel

Mit Kexec und Kdump ist das Debuggen von Kernel-Problemen nun wesentlich einfacher. Diese Technologie steht auf x86, AMD64, Intel 64 und POWER- Plattformen zur Verfügung.

Überlegungen vor der Implementierung von SUSE Linux Enterprise Server

Zu Beginn Ihrer Planungen sollten Sie die Projektziele und die benötigten Funktionen festlegen. Diese Überlegungen werden bei jedem Projekt anders aussehen. Immer sollten Sie sich jedoch die folgenden Fragen stellen:

  • Wie viele Installationen sind erforderlich? Von dieser Überlegung hängt die optimale Bereitstellungsmethode ab. Siehe auch Kapitel 5, Installationsstrategien.

  • Wird das System als physischer Host oder als virtueller Computer ausgeführt?

  • Befindet sich das System in einer feindseligen Umgebung? In Kapitel Security and Confidentiality (↑Security Guide) finden Sie einen Überblick über die daraus folgenden Konsequenzen.

  • Wie erhalten Sie reguläre Updates? Alle Patches stehen registrierten Benutzern online zur Verfügung. Die Registrierungs- und Patch-Support-Datenbank finden Sie unter http://www.novell.com/linux/suse/portal/index.html.

  • Benötigen Sie für die lokale Installation Hilfe? Novell bietet Schulungen, Unterstützung und Beratung für alle Themen rund um SUSE Linux Enterprise Server an. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.novell.com/products/server/.

  • Benötigen Sie Produkte von Drittanbietern? Vergewissern Sie sich, dass das benötigte Produkt von der gewünschten Plattform unterstützt wird. Bei Bedarf bietet Novell auch Unterstützung für Software auf anderen Plattformen an.

Bereitstellung von SUSE Linux Enterprise Server

Um sicherzustellen, dass Ihr System fehlerlos läuft, sollten Sie nur zertifizierte Hardware verwenden. Unsere Datenbank der zertifizierten Geräte wird regelmäßig aktualisiert. Ein Suchformular für zertifizierte Hardware finden Sie unter http://developer.novell.com/yessearch/Search.jsp.

Abhängig von der Anzahl der gewünschten Installationen empfehlen sich eventuell Installationsserver oder sogar völlig automatische Installationen. Informationen hierzu finden Sie unter Kapitel 5, Installationsstrategien. Wenn Sie Xen-Virtualisierungstechnologien verwenden möchten, empfehlen sich eventuell Netzwerk-Root-Dateisysteme oder Netzwerkspeicherlösungen, wie iSCSI.

SUSE Linux Enterprise Server bietet eine breite Palette an Diensten an. Einen Überblick über die Dokumentation zu diesen Diensten finden Sie in diesem Handbuch in Allgemeines zu diesem Handbuch (↑Verwaltungshandbuch). Die meisten Konfigurationen lassen sich in YaST, dem Konfigurationsprogramm von SUSE, vornehmen. Darüber hinaus sind aber auch zahlreiche manuelle Konfigurationen möglich, die in den betreffenden Kapiteln beschrieben werden.

Über die Installation der Software hinaus sollten Sie in der Planung auch die Schulung der System-Endbenutzer sowie die Schulung Ihres HelpDesks berücksichtigen.

Ausführen von SUSE Linux Enterprise Server

SUSE Linux Enterprise Server ist ein sorgfältig getestetes und stabiles Betriebssystem. Dennoch lassen sich Hardware-Ausfälle oder andere Ursachen für Ausfallzeiten und Datenverluste nicht gänzlich vermeiden. Sie sollten daher für jede wichtige Arbeit, bei der es zu einem Datenverlust kommen kann, regelmäßig Sicherungskopien anfertigen.

Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz Ihrer Daten sollten Sie alle verwendeten Systeme regelmäßig aktualisieren. Bei einem missionskritischen Server sollten Sie einen zweiten, identischen (Test-)Server einrichten, an dem Sie alle Änderungen vor Beginn der Produktion testen können. Bei Hardware-Ausfällen steht Ihnen so auch ein redundantes System zur Verfügung, zu dem Sie jederzeit wechseln können.