Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Schritte beschrieben, die zur Vorbereitung der SUSE Linux Enterprise Server-Installation auf x86-, AMD64-, Intel 64- und Itanium-Computern erforderlich sind. Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Schritte für die jeweiligen Installationsmethoden und bekommen zusätzliche hilfreiche Informationen. Die Liste der Hardware-Anforderungen bietet einen Überblick der von SUSE Linux Enterprise Server unterstützten Systeme. Sie erhalten Informationen über verfügbare Installationsmethoden und mehrere bekannte Probleme. Sie lernen, wie Sie die Installation steuern, Installationsmedien zur Verfügung stelln und mit normalen Methoden booten können.
Um den Umfang dieser Richtlinien einzuschränken, wird von bestimmten technischen Voraussetzungen ausgegangen:
Sie verfügen über Erfahrung im Umgang mit Computern und Ihnen sind die gängigen technischen Fachbegriffe bekannt.
Sie sind mit der Dokumentation für Ihr System und mit dem Netzwerk, in dem es ausgeführt wird, vertraut.
Sie verfügen über Grundkenntnisse in Linux-Systemen.
Einen Überblick über die Dokumentation, die für Ihr Produkt verfügbar ist, und die neuesten Dokumentationsupdates finden Sie unter http://www.novell.com/documentation.
Das Betriebssystem SUSE® Linux Enterprise Server kann unter verschiedenen Hardware-Voraussetzungen bereitgestellt werden. An dieser Stelle können nicht alle unterschiedlichen Hardware-Kombinationen angegeben werden, die von SUSE Linux Enterprise Server unterstützt werden. Um Ihnen für die Planungsphase eine Richtlinie zur Verfügung zu stellen, werden hier die Mindestanforderungen dargestellt.
Wenn Sie ganz sichergehen möchten, dass eine bestimmte Computerkonfiguration funktioniert, erkundigen Sie sich, welche Computer von SUSE zertifiziert wurden. Eine Liste dieser Computer finden Sie unter http://developer.novell.com/yessearch/Search.jsp.
Computer, die auf x86 basieren, sind eine kostengünstige Möglichkeit zum Erstellen eines leistungsfähigen Systems. Für den Betrieb von SUSE Linux Enterprise Server auf dieser Plattform gelten folgende Voraussetzungen:
Die Anzahl der unterstützten CPUs hängt davon ab, welcher Kernel verwendet wird. Dabei handelt es sich um Folgendes:
Tabelle 2.1. Vom Kernel unterstützte CPUs
|
Kernel |
Ältester CPU-Typ |
Maximale Anzahl an CPUs |
|---|---|---|
|
Kernel-Standard |
PentiumPro, Athlon |
32 |
|
kernel-pae |
Pentium II, Athlon XP |
128 |
Mindestens 512 MB erforderlich. Es werden 1 GB Arbeitsspeicher empfohlen. Für ein System mit mehreren Prozessoren sind mindestens 256 MB erforderlich. Systeme mit weniger als 1 GB Hauptspeicher benötigen zusätzlichen Auslagerungsspeicher, der den virtuellen Arbeitsspeicher auf 1 GB ausdehnt.
Die Anforderungen an die Festplatte hängen im Wesentlichen von der Installation ab. Gewöhnlich benötigen Sie mehr Speicherplatz als die Installationssoftware alleine, damit ein System ordnungsgemäß arbeitet. Mindestanforderungen für verschiedene Optionen:
|
System |
Anforderungen an die Festplatte |
|---|---|
|
Minimales X Window-System |
1,2 GB |
|
GNOME-Desktop |
3,2 GB |
|
KDE-Desktop |
2,7 GB |
|
Alle Schemata |
10 GB |
Der Computer kann für die Installation von DVD, USB-Festplatte, Diskette oder über das Netzwerk gestartet werden. Zum Starten über das Netzwerk ist ein spezieller Boot-Server erforderlich. Dieser Boot-Server kann mit SUSE Linux Enterprise Server konfiguriert werden. Für die Verwendung von USB-Festplatten muss das BIOS oder die Firmware das Booten von USB-Geräten unterstützen. Verwenden Sie zur Erstellung einer bootfähigen USB-Festplatte mkbootdisk, das sich auf der ersten Installations-DVD im Verzeichnis /boot/i386/ oder /boot/x86_64 befindet. Lesen Sie für weitere Informationen die Dokumentation im Verzeichnis /boot.
Die 64-bit-Architektur von Itanium ermöglicht den Betrieb größerer Server.
Pentium II (ältere Itanium-CPUs werden nicht mehr unterstützt). Dual-Core-CPUs und Hyperthreading werden ebenfalls unterstützt.
Es werden höchstens 4096 CPUs unterstützt. Für die Berechnung der CPU-Anzahl zählt eine Dual-Core-CPU als zwei CPUs, und eine Hyperthread-CPU mit zwei gleichgestellten Objekten zählt ebenfalls als zwei CPUs. 1024 CPUs würden also 512 Dual-Cores, 512 Single-Cores mit Hyperthreading oder 256 Dual-Cores mit Hyperthreading bedeuten.
Ein Minimum von 1 GB RAM pro CPU-Socket wird empfohlen.
Die Festplattenanforderungen hängen vor allem von der gewählten Installation ab. Gewöhnlich benötigen Sie mehr Speicherplatz als die installierte Software alleine, damit ein System ordnungsgemäß arbeitet. Mindestanforderungen für verschiedene Optionen:
|
System |
Anforderungen an die Festplatte |
|---|---|
|
Minimalinstallation |
4 GB |
|
Empfohlen |
10 GB |
Optionen zum Booten des Computers hängen von der verfügbaren Hardware ab. Alle auf dem Computer verfügbaren Boot-Methoden sollten funktionieren. Für PXE-Boot über das Netzwerk ist ein spezieller Boot-Server erforderlich. Dieser kann auch mit SUSE Linux Enterprise Server eingerichtet werden.
Die AMD64- und Intel 64-Architekturen unterstützen die einfache Migration von x86-Software auf 64 Bit. Wie die x86-Architektur stellen auch sie eine kostengünstige Alternative dar.
Alle aktuell erhältlichen CPUs werden unterstützt. Hierzu gehören auch Dual-Core-CPUs.
AMD64 und Intel 64 unterstützen jeweils maximal 128 CPUs.
Mindestens 512 MB erforderlich. Die Anforderungen sind von den Anwendungen abhängig. Es werden jedoch mindestens 1024 MB bzw. 512 MB pro CPU auf Multiprozessorcomputern empfohlen. Die theoretische obere Grenze für den vom Kernel unterstützten Arbeitsspeicher beträgt 512 GB.
Die Festplattenanforderungen hängen vor allem von der gewählten Installation ab. Der für diese Architektur erforderliche Speicherplatz ist ähnlich dem für x86, Sie sollten aber auch Speicherplatz für die Kompatibilitätsbibliotheken freihalten. Mindestanforderungen für verschiedene Optionen:
|
System |
Anforderungen an die Festplatte |
|---|---|
|
Minimales X Window-System |
1,4 GB |
|
GNOME-Desktop |
3,5 GB |
|
KDE-Desktop |
3 GB |
|
Alle Schemata |
8,5 GB |
Der Computer kann von einer CD oder über das Netzwerk gestartet werden. Zum Starten über das Netzwerk ist ein spezieller Boot-Server erforderlich. Dieser kann mit SUSE Linux Enterprise Server eingerichtet werden.
In diesem Abschnitt werden viele Aspekte zusammengefasst, die Sie vor der Installation von SUSE Linux Enterprise Server auf x86-, AMD64-, Intel 64- und Itanium-Hardware berücksichtigen müssen.
SUSE Linux Enterprise Server wird in der Regel als eigenständiges Betriebssystem installiert. Seit der Einführung von Xen ist es auch möglich, mehrere Instanzen von SUSE Linux Enterprise Server auf derselben Hardware auszuführen. Die steuernde Domäne-0-Installation für Xen erfolgt jedoch wie eine typische Installation mit einigen zusätzlichen Paketen. Die Installation von Xen-Gästen wird in Kapitel Setting Up Virtual Machines (↑Virtualization Guide) beschrieben.
Je nachdem, welche Hardware Sie verwenden, sind folgende Boot-Methoden für den ersten Boot-Vorgang vor der Installation von SUSE Linux Enterprise Server verfügbar:
Tabelle 2.2. Bootoptionen
|
Boot-Option |
Verwenden Sie |
|---|---|
|
CD- oder DVD-Laufwerk |
Die einfachste Boot-Methode. Hierfür benötigt das System ein lokal verfügbares CD-ROM- oder DVD-ROM-Laufwerk. |
|
Diskette oder USB-Datenträger |
Suchen Sie die für die Erstellung von Boot-Disketten erforderlichen Images auf der ersten CD oder DVD im Verzeichnis |
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PXE oder bootp |
Muss vom BIOS oder von der Firmware des verwendeten Systems unterstützt werden. Für diese Option ist ein Boot-Server im Netzwerk erforderlich. Diese Aufgabe kann von einem separaten SUSE Linux Enterprise Server ausgeführt werden;. |
|
Festplatte |
Die SUSE Linux Enterprise Server- lässt sich auch von der Festplatte booten. Kopieren Sie hierfür den Kernel ( |
Bei der Installation von SUSE Linux Enterprise Server müssen die tatsächlichen Installationsdaten im Netzwerk, auf einer Festplattenpartition oder auf einer lokalen DVD verfügbar sein. Zur Ausführung der Installation über das Netzwerk benötigen Sie einen Installationsserver. Richten Sie einen Computer in einer Unix- oder Linux-Umgebung als NFS-, HTTP-, SMB- oder FTP-Server ein, um die Installationsdaten zur Verfügung zu stellen. Um die Installationsdaten über einen Windows-Computer bereitzustellen, geben Sie die Daten mit SMB frei.
Die Installationsquelle kann besonders leicht ausgewählt werden, wenn Sie einen SLP-Server im lokalen Netzwerk konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“.
Die meisten Installationen erfolgen auf der lokalen Festplatte. Daher müssen die Festplatten-Controller für das Installationssystem nicht zur Verfügung stehen. Wenn ein bestimmter Controller (z. B. ein RAID-Controller) ein zusätzliches Kernel-Modul benötigt, stellen Sie für das Installationssystem eine Aktualisierungsdiskette für das Kernel-Modul bereit.
Sonstige Installationsziele können verschiedene Arten von Block-Geräten sein, die ausreichenden Speicherplatz und eine entsprechende Geschwindigkeit zum Ausführen eines Betriebssystems bieten. Dies beinhaltet auch Netzwerk-Block-Geräte, wie iSCSI oder SAN. Die Installation kann auch auf Netzwerk-Dateisystemen mit den standardmäßigen Unix-Berechtigungen ausgeführt werden. Beim Starten dieser Systeme können jedoch Probleme auftreten, da sie von initramfs unterstützt werden müssen, damit das eigentliche System gestartet werden kann. Solche Installationen sind sinnvoll, wenn dasselbe System an unterschiedlichen Standorten gestartet werden muss oder wenn Sie Xen-Funktionen, wie die Domänenmigration, nutzen möchten.
SUSE Linux Enterprise Server bietet verschiedene Methoden zur Steuerung der Installation:
Installation über die Konsole
Installation über die serielle Konsole
Installation mit AutoYaST
Installation mit KIWI-Images
Installation über SSH
Installation mit VNC
Standardmäßig wird die grafische Konsole verwendet. Wenn die Installation auf mehreren Computern mit ähnlichen Voraussetzungen installiert werden soll, ist es ratsam, eine AutoYaST-Konfigurationsdatei oder ein KIWI-Preload-Image zu erstellen und diese(s) für den Installationsprozess bereitzustellen. Siehe auch die Dokumentation zu autoyast2 in Kapitel 21, Automatisierte Installation und KIWI in Kapitel 17, KIWI.
Beim Installieren des Systems können sich die Medien für das Booten und die Systeminstallation unterscheiden. Alle Kombinationen unterstützter Medien für Booten und Installieren können verwendet werden.
Das Booten eines Computers hängt von den Möglichkeiten der verwendeten Hardware und der Verfügbarkeit von Medien für die entsprechende Boot-Option ab.
Dies ist die häufigste Möglichkeit zum Booten eines Systems. Sie ist für die meisten Computerbenutzer einfach, erfordert aber eine Menge von Interaktion für jeden Installationsvorgang.
Abhängig von der verwendeten Hardware ist es möglich, von einer USB-Festplatte oder einer Diskette zu booten. Die jeweiligen Medien müssen mit dem Dienstprogramm mkbootdisk erstellt werden, das sich samt seiner Dokumentation auf der ersten CD bzw. DVD im Verzeichnis /boot/<architecture> befindet.
Sie können einen Computer nur direkt vom Netzwerk aus starten, wenn dies in der Firmware oder im BIOS des Computers unterstützt wird. Diese Bootmethode erfordert einen Boot-Server, der die erforderlichen Boot-Images über das Netzwerk bereitstellt. Das exakte Protokoll hängt von Ihrer Hardware ab. In der Regel benötigen Sie mehrere Dienste, wie tftp und dhcp oder pxeboot. Wenn Sie einen Boot-Server benötigen, lesen Sie auch Abschnitt 14.1.3, „Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN“.
Die Installationsmedien enthalten alle erforderlichen Pakete und Metadaten für die Installation von SUSE Linux Enterprise Server. Diese müssen dem Installationssystem nach dem Booten für die Installation zur Verfügung stehen. Die Installationsmedien für SUSE Linux Enterprise Server können dem System mit verschiedenen Methoden zur Verfügung gestellt werden.
Alle erforderlichen Daten werden auf den Bootmedien geliefert. Abhängig von der gewählten Installation können eine Netzwerkverbindung oder Add-On-Medien erforderlich sein.
Wenn Sie die Installation von mehreren Systemen planen, vereinfacht die Bereitstellung der Installationsmedien über das Netzwerk vieles. Die Installation von vielen gängigen Protokollen ist möglich, z. B. NFS, HTTP, FTP oder SMB. Weitere Informationen zur Ausführung einer solchen Installation finden Sie unter Kapitel 14, Installation mit entferntem Zugriff.
In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick über die für den Abschluss der SUSE® Linux Enterprise Server-Installation erforderlichen Schritte im entsprechenden Modus. Teil II, „Manuelle Bereitstellung“ enthält eine vollständige Beschreibung der Installation und Konfiguration des Systems mit YaST.
CD-ROMs, Disketten und USB-Memory-Sticks können für Installationszwecke verwendet werden. Passen Sie den Computer an Ihre Anforderungen an:
Vergewissern Sie sich, dass das Laufwerk als bootfähiges Laufwerk im BIOS eingegeben ist.
Legen Sie das Boot-Medium in das Laufwerk ein und starten Sie den Boot-Vorgang.
Das Boot-Menü der CD, DVD, Diskette oder des USB-Datenträgers ermöglich die Übertragung verschiedener Parameter an das Installationssystem. Siehe auch Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“. Wenn die Installation über das Netzwerk ausgeführt werden soll, geben Sie hier die Installationsquelle an.
Falls während der Installation unerwartete Probleme auftreten, starten Sie im abgesicherten Modus.
Zum Durchführen der Installation über eine Netzwerkquelle ist ein Installationsserver erforderlich. Der Installationsvorgang für diesen Server wird in Abschnitt 14.2, „Einrichten des Servers, auf dem sich die Installationsquellen befinden“ beschrieben.
Wenn Sie über einen SLP-Server verfügen, wählen Sie im ersten Boot-Bildschirm SLP als Installationsquelle aus. Wählen Sie während des Boot-Vorgangs aus, welche der verfügbaren Installationsquellen verwendet werden soll.
Wenn die DVD im Netzwerk verfügbar ist, verwenden Sie sie als Installationsquelle. Geben Sie in diesem Fall an der Boot-Eingabeaufforderung den Parameter install=<URL> mit den entsprechenden Werten ein. Eine detailliertere Beschreibung dieses Parameters finden Sie in Abschnitt 14.4.2, „Benutzerdefinierte Boot-Optionen“.
Die Installation lässt sich auf verschiedene Arten steuern. Am häufigsten wird SUSE Linux Enterprise Server über die Konsole des Computers installiert. Für andere Situationen stehen weitere Optionen zur Verfügung. Weitere Informationen über die verfügbaren Installationsmethoden finden Sie unter Kapitel 5, Installationsstrategien.
Am einfachsten lässt sich SUSE Linux Enterprise Server über die Konsole des Computers installieren. Bei dieser Methode werden Sie von einem grafischen Installationsprogramm durch den Installationsvorgang geführt. Diese Installationsmethode wird ausführlich in Kapitel 6, Installation mit YaST behandelt.
Die Installation kann auch ohne Grafikmodus über die Konsole ausgeführt werden. Im textbasierten Installationsprogramm stehen dieselben Funktionen zur Verfügung wie in der grafischen Version. Einige Tipps zur Navigation in diesem Modus erhalten Sie in Abschnitt „Navigation in Modulen“ (Kapitel 3, YaST im Textmodus, ↑Verwaltungshandbuch).
Für diese Installationsmethode ist ein zweiter Computer erforderlich, der über ein Null-Modem-Kabel mit dem Computer verbunden ist, auf dem SUSE Linux Enterprise Server installiert werden soll. Je nach Hardware kann sogar die Firmware oder das BIOS des Computers für die serielle Konsole zugreifbar sein. Wenn dies möglich ist, können Sie die gesamte Installation mit dieser Methode ausführen. Um die Installation mit der seriellen Konsole zu aktivieren, geben Sie im Anschluss an den Bootvorgang und vor dem Start des Installationssystems an der Bootaufforderung zusätzlich den Parameter console=ttyS0 ein.
Die meisten Computer verfügen über zwei serielle Schnittstellen, ttyS0 und ttyS1. Für die Installation benötigen Sie ein Terminalprogramm, wie minicom oder screen. Initiieren Sie die serielle Verbindung, indem Sie das screen-Programm in einer lokalen Konsole durch die Eingabe des folgenden Kommandos starten:
screen /dev/ttyS0 9600
Das bedeutet, dass screen den ersten seriellen Port mit einer Baudrate von 9600 überwacht. Von nun an fährt die Installation ähnlich der textbasierten Installation über dieses Terminal fort.
Wenn Sie keinen direkten Zugriff auf die Computer-Hardware haben, sollte die Installation über eine Verwaltungskonsole gestartet werden, sodass der ganze Installationsvorgang über das Netzwerk gesteuert werden kann. Geben Sie hierzu am Bootprompt die Parameter UseSSH=1 und SSHPassword=<secret> ein. Anschließend wird ein SSH-Dämon im System gestartet und Sie können sich als Benutzer root mit dem Passwort "secret" beim System anmelden. Stellen Sie die Verbindung mit dem Kommando ssh-X root@<ipaddr> her.
Wenn in Ihrem lokalen Netzwerk kein DHCP-Server verfügbar ist, weisen Sie dem Installationssystem manuell eine IP-Adresse zu. Geben Sie hierzu am Bootprompt die Option HostIP=<ipaddr> ein.
Sobald Sie beim Installationssystem angemeldet sind, starten Sie die eigentliche Installation mit dem Kommando yast für eine textbasierte Installation oder yast2, um mit der grafischen Installation fortzufahren. Anschließend werden Sie durch den Installationsvorgang geführt. Eine genauere Erläuterung dieser Prozedur finden Sie unter Abschnitt 14.1.5, „Einfache Installation mit entferntem Zugriff über SSH – Dynamische Netzwerkkonfiguration“.
Wenn Sie über keinen direkten Zugriff auf das System verfügen, aber eine grafische Installation wünschen, installieren Sie SUSE Linux Enterprise Server über VNC. Diese Methode wird ausführlich in Abschnitt 14.5.1, „VNC-Installation“ beschrieben.
Da geeignete VNC-Clients auch für andere Betriebssysteme, wie Microsoft Windows und MacOS, verfügbar sind, kann die Installation auch von Computern aus gesteuert werden, auf denen diese Betriebssysteme ausgeführt werden.
Wenn SUSE Linux Enterprise Server auf mehreren Computern mit ähnlichen Hardware-Voraussetzungen installiert werden muss, empfiehlt es sich, die Installationen mithilfe von AutoYaST auszuführen. Installieren Sie in diesem Fall zuerst eine Instanz von SUSE Linux Enterprise Server und erstellen Sie hierüber die erforderlichen AutoYaST-Konfigurationsdateien.
Für AutoYaST finden Sie eine umfangreiche Dokumentation in Kapitel 21, Automatisierte Installation.
Vor der Zustellung wird SUSE® Linux Enterprise Server einem umfassenden Programmtest unterzogen. Dennoch treten gelegentlich Probleme beim Start oder bei der Installation auf.
Startprobleme können das YaST-Installationsprogramm daran hindern, Ihr System zu starten. Ein weiteres Symptom ist, dass Ihr System nicht startet, nachdem die Installation abgeschlossen wurde.
Ändern Sie die Firmware oder das BIOS Ihres Computers, sodass die richtige Startsequenz eingestellt ist. Ziehen Sie hierzu die Dokumentation zu Ihrer Hardware zurate.
Ändern Sie die Konsole auf Ihrem Computer, sodass die Kernel-Ausgabe sichtbar wird. Überprüfen Sie die letzten Ausgaben. Dies erfolgt gewöhnlich durch Drücken der Tasten Strg+Alt+F10. Wenn Sie das Problem nicht lösen können, wenden Sie sich an den technischen Support von SUSE Linux Enterprise Server. Um alle Systemmeldungen zum Startzeitpunkt zu protokollieren, verwenden Sie eine serielle Verbindung, wie in Abschnitt 2.6, „Steuern der Installation“ beschrieben.
Falls Sie den Kernel oder initrd auf Ihrem System manuell geändert haben, führen Sie den Befehl /sbin/elilo aus, bevor Sie den Computer herunterfahren. Wenn Sie diesen Schritt auslassen, kann das System möglicherweise nicht gestartet werden.
Die Bootdiskette ist eine nützliche Übergangslösung, falls Probleme bei der Festlegung der anderen Konfigurationen auftreten oder Sie die Entscheidung bezüglich des endgültigen Startmechanismus noch aufschieben möchten. Eine Bootdiskette kann auch in Verbindung mit OS/2 oder Windows NT eine sinnvolle Lösung darstellen. Weitere Informationen über das Erstellen von Bootdisketten finden Sie unter Abschnitt „Erstellen von Boot-CDs“ (Kapitel 8, Der Bootloader GRUB, ↑Verwaltungshandbuch).
In einigen BIOS-Varianten wird die Struktur des Bootsektors (MBR) überprüft und nach der Installation von GRUB oder LILO fälschlicherweise eine Virenwarnung angezeigt. Dieses Problem lässt sich lösen, indem Sie das BIOS aufrufen, nach den entsprechenden Einstellungen suchen und diese bearbeiten. Deaktivieren Sie beispielsweise . Sie können diese Option später wieder aktivieren. Wenn als einziges Betriebssystem Linux verwendet wird, ist dies jedoch nicht erforderlich.
Wenn während der Installation ein unerwartetes Problem auftritt, sind Informationen zum Ermitteln der Ursache erforderlich. Die folgenden Anweisungen helfen Ihnen bei der Fehlersuche:
Überprüfen Sie die Ausgaben der verschiedenen Konsolen. Sie können die Konsole mit der Tastenkombination Strg+Alt+Fn wechseln. Rufen Sie beispielsweise eine Shell zum Ausführen verschiedener Kommandos auf, indem Sie Strg+Alt+F2 drücken.
Versuchen Sie, die Installation im abgesicherten Modus zu starten. Wenn die Installation in diesem Fall problemlos funktioniert, besteht eine Inkompatibilität, die zu einem Fehler in ACPI oder APIC führt. In einigen Fällen kann eine BIOS- oder Firmware-Aktualisierung dieses Problem beheben.
Überprüfen Sie die Systemmeldungen in der Konsole des Installationssystems durch Eingabe des Befehls dmesg.
Um den Installationsprozess zu erleichtern und Installationsfehler zu vermeiden, wird das System gemäß der Standardeinstellung der SUSE Linux Enterprise Server-Installations-DVD von der ersten Festplatte gestartet. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt in der Regel ein installierter Bootloader die Steuerung des Systems. Das bedeutet, dass die Start-DVD während einer Installation im Laufwerk bleiben kann. Wählen Sie zum Start der Installation eine der Installationsmöglichkeiten im Bootmenü des Mediums aus.