Der Installationsvorgang kann durch Angabe der wesentlichen Parameter in der Datei parmfile teilweise automatisiert werden. Die parmfile enthält alle für die Netzwerkeinrichtung und die DASD-Konfiguration erforderlichen Daten. Darüber hinaus kann sie zum Einrichten der Verbindungsmethode für das SUSE Linux Enterprise Server-Installationssystem und die dort ausgeführte YaST-Instanz verwendet werden. Die Benutzerinteraktion wird so auf die eigentliche über YaST-Dialogfelder gesteuerte YaST-Installation begrenzt.
Folgende Parameter können an die Installationsroutine weitergegeben und so als Standardwerte für die Installation verwendet werden. Bei allen hier angegebenen IP-Adressen, Servernamen und numerischen Werten handelt es sich lediglich um Beispiele. Ersetzen Sie diese Werte mit denen, die Sie für Ihr Installationsszenario benötigen.
Die Anzahl der Zeilen in der Datei parmfile ist auf 10 begrenzt. Geben Sie mehrere Parameter pro Zeile ein. Bei Parameternamen muss die Groß- und Kleinschreibung nicht beachtet werden. Trennen Sie die Parameter durch Leerzeichen. Die Parameter können in beliebiger Reihenfolge angegeben werden. Achten Sie darauf, dass die Zeichenfolge PARAMETER=value immer zusammen in einer Zeile steht. Beispiele:
Hostname=s390zvm01.suse.de HostIP=10.11.134.65
![]() | Verwenden von IPv6 während der Installation |
|---|---|
Standardmäßig können Sie Ihrem Computer nur IPv4-Netzwerkadressen zuweisen. Geben Sie zur Aktivierung von IPv6 während der Installation einen der folgenden Parameter an der Bootaufforderung ein: | |
einige der folgenden Parameter sind erforderlich. Wenn sie fehlen, wird der automatische Prozess angehalten und Sie werden interaktiv zur Eingabe des entsprechenden Werts aufgefordert.
<URL> Manual=0
Der Parameter AutoYaST gibt den Speicherort der Steuerungsdatei autoinst.xml für die automatische Installation an. Mit dem Parameter Manual wird gesteuert, ob die anderen Parameter nur Standardwerte sind, die vom Benutzer noch akzeptiert werden müssen. Setzen Sie diesen Parameter auf 0, wenn alle Werte ohne Nachfrage übernommen werden sollen. Wenn Sie AutoYaST einstellen, bedeutet dies, dass Manual auf 0 gesetzt wird.
<URL>Gibt den Speicherort einer Datei an, aus der weitere Optionen eingelesen werden sollen. Damit kann die Beschränkung auf 10 Zeilen mit 80 Zeichen pro Zeile für die Parmfile aufgehoben werden.
![]() | Erstellen einer Datei mit Informationen für automatische Installation |
|---|---|
Ganz am Ende der Installation eines Systems können Sie markieren. Dadurch wird ein verwendbares Profil erstellt, wie | |
![]() | Konfigurieren der Netzwerkschnittstelle |
|---|---|
Alle hier behandelten Einstellungen betreffen nur die bei der Installation verwendete Netzwerkschnittstelle. Konfigurieren Sie zusätzliche Netzwerkschnittstellen im installierten System, indem Sie die Anleitungen in Abschnitt „Manuelle Netzwerkkonfiguration“ (Kapitel 18, Grundlegendes zu Netzwerken, ↑Verwaltungshandbuch) befolgen. | |
Geben Sie den vollständig qualifizierten Hostnamen ein.
Domänensuchpfad für DNS. Ermöglicht Ihnen, kurze anstelle von vollständig qualifizierten Hostnamen zu verwenden.
Geben Sie die IP-Adresse der zu konfigurierenden Schnittstelle ein.
Geben Sie den gewünschten Gateway an.
Geben Sie den beteiligten DNS-Server an.
Geben Sie den zu konfigurierenden Schnittstellentyp ein. Mögliche Werte sind osa, hsi. ctc, escon und iucv. (CTC, ESCON und IUCV werden offiziell nicht mehr unterstützt).
Geben Sie für die Schnittstellen vom Typ hsi und osa eine geeignete Netzmaske und eine optionale Broadcast-Adresse an:
Netmask=255.255.255.0 Broadcast=192.168.255.255
Geben Sie für Schnittstellen vom Typ ctc, escon und iucv (CTC, ESCON und IUCV werden offiziell nicht mehr unterstützt) die IP-Adresse des Peer ein:
Pointopoint=192.168.55.20
Geben Sie für osa-Netzwerkgeräte die Host-Schnittstelle (qdio oder lcs) und das physische Medium (eth für Ethernet oder tr für Token-Ring) an.
Geben Sie für osa-QDIO-Ethernet-Geräte an, ob die Unterstützung von OSI-Schicht 2 aktiviert werden soll.
Geben Sie für osa-Netzwerkgeräte die Portnummer an (sofern das Gerät diese Funktion unterstützt). Wenn nicht angegeben, wird der Standardwert 0 verwendet.
Für die einzelnen Schnittstellen sind bestimmte Setup-Optionen erforderlich:
Schnittstellen ctc und escon (CTC und ESCON werden offiziell nicht mehr unterstützt):
ReadChannel=0.0.0424 WriteChannel=0.0.0425
Mit ReadChannel wird der zu verwendende READ-Kanal angegeben. WriteChannel ist der WRITE-Kanal.
Geben Sie für die Schnittstelle ctc (wird offiziell nicht mehr unterstützt) das Protokoll an, das für diese Schnittstelle verwendet werden soll:
CTCProtocol=<0/1/2>
Gültige Einträge:
|
|
Kompatibilitätsmodus, auch für Nicht-Linux-Peers mit Ausnahme von OS/390 und z/OS (dies ist der Standardmodus) |
|
|
Erweiterter Modus |
|
|
Kompatibilitätsmodus mit OS/390 und z/OS |
Netzwerkgerättyp osa mit Schnittstelle lcs:
ReadChannel=0.0.0124 Portname=1
ReadChannel steht für die in dieser Einrichtung verwendete Kanalnummer. Die zweite Portnummer kann hiervon abgeleitet werden, indem Sie ReadChannel den Wert 1 hinzufügen. Mit Portnumber wird der relative Port angegeben.
Schnittstelle iucv:
IUCVPeer=PARTNER
Geben Sie den Namen des Peer-Computers ein.
Netzwerkgerätetyp osa mit Schnittstelle qdio für OSA-Express Gigabit Ethernet und OSA-Express High-Speed-Token-Ring:
ReadChannel=0.0.0524 WriteChannel=0.0.0525 DataChannel=0.0.0526 Portname=FEF400
Geben Sie für ReadChannel die Nummer des READ-Kanals ein. Geben Sie für WriteChannel die Nummer des WRITE-Kanals ein. Mit DataChannel wird der DATA-Kanal angegeben. Geben Sie für Portname einen geeigneten Portnamen ein. Stellen Sie sicher, dass für den READ-Kanal eine gerade Gerätenummer festgelegt ist.
Schnittstelle hsi für HiperSockets und VM-Gast-LANs:
ReadChannel=0.0.0624 WriteChannel=0.0.0625 DataChannel=0.0.0626
Geben Sie für ReadChannel die entsprechende Nummer des READ-Kanals ein. Geben Sie für WriteChannel und DataChannel die Nummern des WRITE- bzw. des DATA-Kanals ein.
Geben Sie den Speicherort der zu verwendenden Installationsquelle an. Mögliche Protokolle sind nfs, smb (Samba/CIFS), ftp und http.
Wenn eine ftp- oder smb-URL angegeben wird, geben Sie mit der URL den Benutzernamen und das Passwort an. Diese Parameter sind optional und wenn sie nicht angegeben sind, wird von einer anonymen Anmeldung oder einer Gastanmeldung ausgegangen.
Install=ftp://password@server/directory/DVD1/
Bei einer Samba- oder CIFS-Installation können Sie zudem die Domäne angeben, die verwendet werden soll:
Install=smb://workdomain;password@server/directory/DVD1/
Je nachdem, welchen Parameter Sie angeben, wird ein Remote X-Server, SSH oder VNC für die Installation verwendet. Mit UseSSH wird die SSH-Installation aktiviert, mit UseVNC wird ein VNC-Server auf dem Installationscomputer gestartet und mit Display_IP versucht das Installationssystem, eine Verbindung zu einem X-Server an der angegebenen Adresse herzustellen. Es sollte jeweils nur einer dieser Parameter festgelegt werden.
![]() | X-Authentifizierungsmechanismus |
|---|---|
Die direkte Installation über das X Window System beruht auf einem einfachen auf Hostnamen basierenden Authentifizierungsmechanismus. Dieser Mechanismus ist in aktuellen SUSE Linux Enterprise Server-Versionen deaktiviert. Die Installation mit SSH oder VNC wird bevorzugt. | |
Um eine Verbindung zwischen dem YaST- und dem Remote-X-Server zu ermöglichen, führen Sie das Kommando xhost<IP-Adresse> mit der Adresse des Installationscomputers auf dem Remote-Computer aus.
Geben Sie für VNC ein aus 6 bis 8 Zeichen bestehendes Passwort für die Installation ein:
VNCPassword=<a password>
Geben Sie für SSH ein aus 6 bis 8 Zeichen bestehendes Passwort für die Installation ein:
SSHPassword=<a password>
Für eine automatische Installation mit AutoYaST in einer LPAR wird bevorzugt, dass die Parmdatei nur eine lange Zeile enthält. Wenn zur besseren Lesbarkeit mehrere Zeilen gewünscht werden, verweenden Sie Leerzeichen am Beginn und Ende jeder Zeile. Die maximale Anzahl an Zeilen in einer Parmfile beträgt 10.
Für den Empfang etwaiger Fehlermeldungen an der Konsole verwenden Sie
linuxrcstderr=/dev/console
Beispiel 4.15. Parmfile zur Installation mit NFS, VNC und IUCV sowie AutoYaST mit HTTP
ramdisk_size=131072 root=/dev/ram1 ro init=/linuxrc TERM=dumb instnetdev=iucv iucvpeer=ROUTER01 pointopoint=192.168.0.1 hostip=192.168.0.2 nameserver=192.168.0.3 install=nfs://192.168.0.4/SLES/SLES-11-s390x/DVD1 autoyast=http://192.168.0.5/autoinst.xml linuxrcstderr=/dev/console usevnc=1 vncpassword=testin
Beispiel 4.16. Parmfile zur Installation mit NFS, SSH und HSI sowie AutoYaST mit NFS
ramdisk_size=131072 root=/dev/ram1 ro init=/linuxrc TERM=dumb AutoYast=nfs://192.168.1.1/autoinst/s390.xml Hostname=zseries.example.com HostIP=192.168.1.2 Gateway=192.168.1.3 Nameserver=192.168.1.4 InstNetDev=hsi layer2=0 Netmask=255.255.255.128 Broadcast=192.168.1.255 readchannel=0.0.702c writechannel=0.0.702d datachannel=0.0.702e install=nfs://192.168.1.5/SLES-11-s390x/DVD1/ UseSSH=1 SSHPassword=testing linuxrcstderr=/dev/console