Kapitel 22. Automatisches Upgrade von SUSE Linux Enterprise 11 SP1 auf 11 SP2

Inhaltsverzeichnis

22.1. Vorbereitung des AutoYaST-Profils
22.2. Ausführen des automatischen Upgrades
22.3. GRUB- Menübereich für das Booten in das Upgrade
22.4. Zweite Phase des Upgrades
22.5. Einschränkungen und Tipps

Mit dem folgenden Verfahren führen Sie ein unbeaufsichtigtes Massen-Upgrade von SUSE Linux Enterprise 11 SP1 auf SUSE Linux Enterprise 11 SP2 durch. Hierzu sind einige Vorbereitungen erforderlich, um ein geeignetes AutoYaST-Profil zu erstellen. Der Upgradeprozess wird dann von AutoYaST durchgeführt.

22.1. Vorbereitung des AutoYaST-Profils

Das AutoYaST-Profil für das automatische Upgrade verwendet dasselbe Dateiformat wie die AutoYaST-Installation. Weitere Informationen zu AutoYaST, finden Sie unter Kapitel 21, Automatisierte Installation und in der externen AutoYaST-Dokumentation unter http://www.suse.de/~ug/autoyast_doc/index.html.

Aus naheliegenden Gründen ist es jedoch für einige Teile des Systems (z. B. die Partitionierung) nicht sinnvoll, diese während des Upgrades zu konfigurieren. Andererseits ist es nützlich, upgrade-spezifische Optionen mithilfe des AutoYaST-Profils festzulegen.

22.1.1. Aufrüstung

Die Upgradeoptionen definieren das Verhalten bei der Auflösung von Abhängigkeiten:

<upgrade>
  <only_installed_packages
    config:type="boolean">false</only_installed_packages>
  <stop_on_solver_conflict
    config:type="boolean">true</stop_on_solver_conflict>
</upgrade>
only_installed_packages

Legen Sie für paketbasierte Upgrades true fest, (für ein Upgrade auf das nächste Service Pack desselben Produkts empfohlen) oder false für schemabasierte Upgrades (für ein Upgrade zwischen Versionen eines Produkts empfohlen, z. B. von SLES10 auf SLES11).

stop_on_solver_conflict

Legt fest, ob bei einem Fehler ein Vorschlag angezeigt wird, um Paketabhängigkeiten interaktiv aufzulösen. (Es empfiehlt sich, diese Einstellung auf true zu setzen. Dies kann jedoch einen interaktiven Prozess einleiten, bei dem der Benutzer die Konflikte manuell auflösen muss.)

22.1.2. Software-Auswahl

Die Softwareauswahloptionen definieren, welche Komponenten zusätzlich zu den Ergebnissen des Resolvers ausgewählt werden oder deren Auswahl aufgehoben wird:

<software>
  <packages config:type="list">
    <package>autoyast2-installation</package>
    <package>apparmor-profile-editor</package>
  </packages>
  <patterns config:type="list">
    <pattern>base</pattern>
  </patterns>
  <remove-packages config:type="list"/>
  <remove-patterns config:type="list"/>
</software>

Es ist sehr wichtig, Pakete oder Schemata festzulegen, die ausgewählt werden oder deren Auswahl aufgehoben wird, damit Paketkonflikte aufgelöst und keine interaktiven Aktionen erforderlich werden. Sobald das Upgrade abgeschlossen ist, enthält die neu erstellte Datei autoupg_updated.xml diese Pakete und Schemata zusammen mit denen, die ausgewählt oder deren Auswahl aufgehoben wurde.

22.1.3. Sicherung vor dem Upgrade

Die Optionen für die Sicherung vor dem Upgrade entsprechen den Funktionen im Upgradevorschlag.

<backup>
  <sysconfig config:type="boolean">true</sysconfig>
  <modified config:type="boolean">true</modified>
  <remove_old config:type="boolean">false</remove_old>
</backup>
sysconfig

definiert, ob sysconfig vor dem Upgrade gesichert wird.

modified

definiert, ob die geänderten Konfigurationsdateien vor dem Upgrade gesichert werden.

remove_old

definiert, ob alte Sicherungen vorheriger Upgrades entfernt werden.

22.2. Ausführen des automatischen Upgrades

Booten Sie zum Starten des automatischen Upgrades vom Installationsmedium und übergeben Sie ihm das AutoYaST-Profil. Das Profil kann auf zwei Weisen an das System übergeben werden:

  • Übergeben Sie das Profil in der Kernel-Kommandozeile wie bei der AutoYaST-Installation (verwenden Sie den Parameter autoupgrade=1 autoyast=http://host/path/profile.xml. Für System z ist dies die einzige Möglichkeit.

  • Übergeben Sie den Parameter autoupgrade=1 in der Kernel-Kommandozeile. Kopieren Sie, bevor Sie das Upgrade starten, das Profil in /root/autoupg.xml. Es sind keine weiteren Kernel-Parameter erforderlich.

Beim letzten Ansatz können Sie eine einzelnen Kernel-Kommandozeile für die Installation auf unterschiedlichen Computern verwenden – kopieren Sie einfach das entsprechende Profil in das Dateisystem.

Solange Sie nur das SUSE Linux Enterprise-System auf Ihrem Computer installiert haben, gibt es keine Paketkonflikte. Sofern Sie im Profil nicht festgelegt haben, beim Upgrade-Vorschlag anzuhalten, verläuft der komplette Prozess ohne Interaktion. Sofern Sie den Upgrade-Vorschlag öffnen, können Sie die Einstellungen für das Upgrade ändern.

Nach Abschluss des Upgrades schreibt YaST die Datei /root/autoupg-updated.xml, die das Profil und die im Vorschlag vorgenommenen Änderungen der Softwareauswahl enthält. Dies ist insbesondere bei Massen-Upgrades von Computern mit derselben Paketauswahl sehr nützlich. Auf diese Weise kann eine Konfliktauflösung auf einem Computer problemlos auf andere Computer angewendet werden, wodurch diese Konflikte automatisch aufgelöst werden und das Upgrade ohne Interaktion verläuft.

Wenn auf dem Computer mehr SUSE Linux Enterprise-Systeme installiert sind, werden Sie immer gefragt, für welches das Upgrade durchgeführt werden soll – es gibt keine Möglichkeit dies im Vorfeld festzulegen.

22.3. GRUB- Menübereich für das Booten in das Upgrade

Ein alternatives Verfahren für das Booten des Systems besteht darin, im GRUB-Menü einen zusätzlichen Abschnitt zu erstellen, der die Installation startet. (Dies gilt auch für andere Bootloader und andere Architekturen.) Im folgenden Beispiel existiert eine separate /boot-Partition, die in GRUB als (hd0,0) referenziert wird:

title Upgrade
    root (hd0,0)
    kernel /upgrade/vmlinuz
    install=inst_source_url autoupgrade=1
    autoyast=autoyast_profile_url vga=0x314
    initrd /upgrade/initrd
  

Der Installationskernel und die Installation initrd befinden sich im Verzeichnis /boot/upgrade.

Für System z müssen Sie die Parameter zur Datei PARM hinzufügen – verfahren Sie genau wie bei einer AutoYaST-gesteuerten Installation.

22.4. Zweite Phase des Upgrades

Das automatische Upgrade führt während der zweiten Upgradephase standardmäßig keine Konfigurationsänderungen durch. Die einzige Ausnahme bildet die Netzwerkkonfiguration, für die im AutoYaST-Upgradeprofil festgelegt werden muss, dass sie erhalten wird.

Sofern für einige Systembereiche nach dem Upgrade Anpassungen der Konfiguration erforderlich sind (z. B. die Konfiguration eines neuen Dienstes), dann fügen Sie die entsprechenden Abschnitte zum AutoYaST-Profil für das Upgrade hinzu, damit die Konfiguration der ausgewählten Systembereiche während des Upgrades gespeichert wird.

[Warning]Die mit AutoYaST übergebene Konfiguration ersetzt die vorhandene Konfiguration

Beachten Sie, dass die vorhandene Konfiguration des betroffenen Systembereichs durch die AutoYaST-Konfiguration ersetzt und somit gelöscht wird.

Normalerweise ist die einzige Konfigurationsänderung, die sich im AutoYaST-Profil befinden sollte, die Registrierung des Systems im Subscription Management Tool (SMT) oder Novell Customer Center (NCC). Wenn diese nicht vorhanden ist, kann das System nicht auf das Update-Repository zugreifen und es sind keine Aktualisierungen möglich – erst wenn sie später erneut konfiguriert werden.

22.5. Einschränkungen und Tipps

22.5.1. NetworkManager und Registrierung

Wenn Sie NetworkManager für die Verwaltung von Netzwerkgeräten und Netzwerkverbindungen nutzen, ist während der zweiten Upgradephase keine Netzwerkverbindung verfügbar. Das System kann daher keine Registrierung durchführen.

22.5.2. Bereinigung der Upgrade-Einstellung

Sofern Sie Änderungen an Ihrem System durchführen, um den Upgradevorgang zu starten (z. B., indem Sie einen neuen Abschnitt zum Bootloader-Menü hinzufügen), möchten Sie diese nach dem Upgrade wahrscheinlich wieder entfernen.

Dies können Sie mit einem Post-Installationsskript automatisch durchführen. Beispiele finden Sie in der AutoYaST-Dokumentation unter http://www.suse.de/~ug/autoyast_doc/createprofile.scripts.html. Ein Beispielskript für die Bereinigung der menu.lst für GRUB finden Sie in der Beispieldatei autoupg.xml. Stellen Sie sicher, dass das Skript zu Ihren Einstellungen passt und nicht mehr entfernt, als Sie tatsächlich entfernen möchten!

22.5.3. Weiterführende Informationen