SFCB CIMOM-Konfiguration

SFCB ist eine Lightweight-Implementierung des CIM-Servers, die aber ebenfalls umfassend konfiguriert werden kann. Ihr Verhalten wird durch verschiedene Optionen gesteuert. Grundlegend können Sie den SFCB-Server mit drei Methoden steuern:

Umgebungsvariablen

Verschiedene Umgebungsvariablen wirken sich direkt auf das Verhalten von SFCB aus. Zur Übernahme dieser Änderungen müssen Sie den SFCB-Daemon mit rcsfcb restart neu starten.

SFCB_PAUSE_PROVIDER

Gibt den Namen des Anbieters an. Der SFCB-Server wird nach dem erstmaligen Laden des Anbieters angehalten. Dies gibt Ihnen die Gelegenheit, an den Prozess des Anbieters einen Laufzeitdebugger für die Fehlersuche anzuhängen.

SFCB_PAUSE_CODEC

Gibt den Namen des SFCB-Codec an. Der SFCB-Server wird nach dem erstmaligen Laden des Codec angehalten. Dies gibt Ihnen die Gelegenheit, an den Prozess einen Laufzeitdebugger anzuhängen.

SFCB_TRACE

Legt die Stufe der Debug-Meldungen für SFCB fest. Gültige Werte sind 0 (keine Debug-Meldungen) bzw. 1 (wichtige Debug-Meldungen) bis 4 (alle Debug-Meldungen). Der Standardwert ist 1.

SFCB_TRACE_FILE

SFCB gibt seine Debug-Meldungen standardmäßig über die Standardfehlerausgabe (STDERR) aus. Mit dieser Variablen können Sie eine andere Datei für die Ausgabe der Debug-Meldungen einstellen.

SBLIM_TRACE

Legt die Stufe der Debug-Meldungen für SBLIM-Anbieter fest. Gültige Werte sind 0 (keine Debug-Meldungen) bzw. 1 (wichtige Debug-Meldungen) bis 4 (alle Debug-Meldungen).

SBLIM_TRACE_FILE

SBLIM-Anbieter geben ihre Debug-Meldungen standardmäßig über STDERR aus. Mit dieser Variablen können Sie eine andere Datei für die Ausgabe der Debug-Meldungen einstellen.

Kommandozeilenoptionen

Der SFCB-Daemon sfcbd bietet verschiedene Kommandozeilenoptionen, mit denen bestimmte Laufzeitfunktionen ein- und ausgeschaltet werden können. Diese Optionen werden beim Start des SFCB-Daemons eingegeben.

-c, --config-file=DATEI

Beim Start des SFCB-Daemons liest der Daemon seine Konfiguration standardmäßig aus der Datei /etc/sfcb/sfcb.cfg ein. Mit dieser Option können Sie eine andere Konfigurationsdatei angeben.

-d, --daemon

Führt sfcbd und seine untergeordneten Prozesse im Hintergrund aus.

-s, --collect-stats

Aktiviert die Statistikerfassung während der Laufzeit. In diesem Fall werden während der Laufzeit verschiedene sfcbd-Statistiken in die Datei sfcbStat im aktuellen Arbeitsverzeichnis geschrieben. Standardmäßig werden keine Statistiken erfasst.

-l, --syslog-level=PROTOKOLLSTUFE

Legt die Ausführlichkeit des Systemprotokolls fest. PROTOKOLLSTUFE kann LOG_INFO, LOG_DEBUG oder LOG_ERR (Standard) sein.

-t, --trace-components=NUMMER

Aktiviert Trace-Meldungen auf Komponentenebene. NUMMER ist dabei ein mit dem logischen Operator OR gebildetes Bitmask-Integer, das festlegt, für welche Komponente ein Trace erstellt werden soll. Mit -t ? können Sie eine Liste sämtlicher Komponenten mit ihren Bitmask-Integern abrufen:

tux@mercury:~> sfcbd -t ?
---   Traceable Components:     Int       Hex
--- 	       providerMgr:          1	0x0000001
--- 	       providerDrv:          2	0x0000002
--- 	        cimxmlProc:          4	0x0000004
--- 	        httpDaemon:          8	0x0000008
--- 	           upCalls:         16	0x0000010
--- 	          encCalls:         32	0x0000020
--- 	   ProviderInstMgr:         64	0x0000040
--- 	  providerAssocMgr:        128	0x0000080
--- 	         providers:        256	0x0000100
--- 	       indProvider:        512	0x0000200
--- 	  internalProvider:       1024	0x0000400
--- 	        objectImpl:       2048	0x0000800
--- 	             xmlIn:       4096	0x0001000
--- 	            xmlOut:       8192	0x0002000
--- 	           sockets:      16384	0x0004000
--- 	         memoryMgr:      32768	0x0008000
--- 	          msgQueue:      65536	0x0010000
--- 	        xmlParsing:     131072	0x0020000
--- 	    responseTiming:     262144	0x0040000
--- 	         dbpdaemon:     524288	0x0080000
--- 	               slp:    1048576	0x0100000

Ein nützlicher Wert, der Aufschluss über die internen Funktionen von sfcbd gibt, aber nicht zu viele Meldungen generiert, ist -t 2019.

SFCB-Konfigurationsdatei

SFCB liest seine Laufzeitkonfiguration nach dem Start aus der Konfigurationsdatei /etc/sfcb/sfcb.cfg ein. Dieses Verhalten kann beim Starten mit der Option -c überschrieben werden.

Die Konfigurationsdatei enthält pro Zeile ein Options-/Wertepaar (Option : Wert). Diese Datei können Sie in jedem Texteditor bearbeiten, der die Datei in einem von der Umgebung unterstützten Format speichert.

Jede Einstellung in dieser Datei, deren Optionen durch ein Nummernzeichen (#) auskommentiert sind, verwendet die Standardeinstellung.

Die folgenden Optionen werden erkannt:

httpPort

Beschreibung

Gibt die Nummer des lokalen Ports an, den SFCB auf nicht sichere HTTP-Anforderungen von CIM-Clients überwacht. Die Standardeinstellung ist 5988.

Syntax

httpPort: portnummer

enableHttp

Beschreibung

Legt fest, ob SFCB HTTP-Clientverbindungen akzeptiert. Die Standardeinstellung ist false.

Syntax

enableHttp: option

Option

Beschreibung

true

Aktiviert HTTP-Verbindungen.

false

Deaktiviert HTTP-Verbindungen.

httpProcs

Beschreibung

Legt die maximale Anzahl gleichzeitiger HTTP-Clientverbindungen fest, ab der neu eingehende HTTP-Anforderungen blockiert werden. Die Standardeinstellung ist 8.

Syntax

httpProcs: max_anzahl_verbindungen

httpsPort

Beschreibung

Gibt die Nummer des lokalen Ports an, den SFCB auf HTTPS-Anforderungen von CIM-Clients überwacht. Die Standardeinstellung ist 5989.

Syntax

httpsPort: portnummer

enableHttps

Beschreibung

Legt fest, ob SFCB HTTPS-Clientverbindungen akzeptiert. Die Standardeinstellung ist true.

Syntax

enableHttps: option

Option

Beschreibung

true

Aktiviert HTTPS-Verbindungen.

false

Deaktiviert HTTPS-Verbindungen.

httpsProcs

Beschreibung

Legt die maximale Anzahl gleichzeitiger HTTPS-Clientverbindungen fest, ab der neu eingehende HTTPS-Anforderungen blockiert werden. Die Standardeinstellung ist 8.

Syntax

httpsProcs: max_anzahl_verbindungen

enableInterOp

Beschreibung

Legt fest, ob SFCB den interop-Namespace für die Unterstützung von Bezeichnungen bereitstellt. Die Standardeinstellung ist true.

Syntax

enableInterOp: option

Option

Beschreibung

true

Aktiviert den interop-Namespace.

false

Deaktiviert den interop-Namespace.

provProcs

Beschreibung

Legt die maximale Anzahl gleichzeitiger Anbieterprozesse fest. Wenn nach Erreichen dieser Anzahl eine neu eingehende Anforderung das Laden eines neuen Anbieters erfordert, wird zunächst automatisch einer der vorhandenen Anbieter entladen. Die Standardeinstellung ist 32.

Syntax

provProcs: max_anzahl_prozesse

doBasicAuth

Beschreibung

Legt fest, ob vor dem Akzeptieren einer Anforderung eine Basisauthentifizierung an der Benutzer-ID des Clients durchgeführt wird. Die Standardeinstellung ist true, d. h. die Clientauthentifizierung wird nicht durchgeführt.

Syntax

doBasicAuth: option

Option

Beschreibung

true

Aktiviert die Basisauthentifizierung.

false

Deaktiviert die Basisauthentifizierung.

basicAuthLib

Beschreibung

Gibt den Namen der lokalen Bibliothek an. Der SFCB-Server lädt die Bibliothek zur Authentifizierung der Benutzer-ID des Clients. Die Standardeinstellung ist sfcBasicPAMAuthentication.

Syntax

provProcs: max_anzahl_prozesse

useChunking

Beschreibung

Diese Option aktiviert bzw. deaktiviert die Verwendung von HTTP/HTTPS-"Chunking". Wenn aktiviert, gibt der Server große Mengen an Antwortdaten an den Client in kleineren "Chunks" zurück, statt sie im Puffer zu sammeln und auf einmal zurückzusenden. Die Standardeinstellung ist true.

Syntax

useChunking: option

Option

Beschreibung

true

Aktiviert HTTP/HTTPS-Daten-Chunking.

false

Deaktiviert HTTP/HTTPS-Daten-Chunking.

keepaliveTimeout

Beschreibung

Legt die maximale Zeit in Sekunden fest, die der SFCB-HTTP-Prozess innerhalb einer Verbindung auf die nächste Anforderung wartet, bevor er beendet wird. Bei der Einstellung 0 wird HTTP-Keep-Alive deaktiviert. Die Standardeinstellung ist 0.

Syntax

keepaliveTimeout: sekunden

keepaliveMaxRequest

Beschreibung

Legt die maximale Anzahl aufeinanderfolgender Anforderungen innerhalb einer Verbindung fest. Bei der Einstellung 0 wird HTTP-Keep-Alive deaktiviert. Die Standardeinstellung ist 10.

Syntax

keepaliveMaxRequest: anzahl_verbindungen

registrationDir

Beschreibung

Gibt das Registrierungsverzeichnis an, das die Registrierungsdaten der Anbieter, den Staging-Bereich und das statische Repository enthält. Die Standardeinstellung ist /var/lib/sfcb/registration.

Syntax

registrationDir: verzeichnis

providerDirs

Beschreibung

Gibt eine durch Leerzeichen getrennte Liste mit Verzeichnissen an, die SFCB nach Anbieterbibliotheken durchsucht. Die Standardeinstellung ist /usr/lib64 /usr/lib64 /usr/lib64/cmpi.

Syntax

providerDirs: verzeichnis

providerSampleInterval

Beschreibung

Legt das Intervall in Sekunden fest, in dem der Anbietermanager nach unbeschäftigten Anbietern sucht. Die Standardeinstellung ist 30.

Syntax

providerSampleInterval: sekunden

providerTimeoutInterval

Beschreibung

Legt die Zeit in Sekunden fest, nach der ein unbeschäftigter Anbieter vom Anbietermanager entladen wird. Die Standardeinstellung ist 60.

Syntax

providerTimeoutInterval: sekunden

providerAutoGroup

Beschreibung

Sofern in der Registrierungsdatei des Anbieters keine andere Gruppe angegeben ist und diese Option auf true gesetzt ist, werden alle Anbieter der gleichen gemeinsam genutzten Bibliothek im gleichen Prozess ausgeführt.

Syntax

providerAutoGroup: option

Option

Beschreibung

true

Aktiviert die Gruppierung von Anbietern.

false

Deaktiviert die Gruppierung von Anbietern.

sslCertificateFilePath

Beschreibung

Gibt den Namen der Datei an, die das Serverzertifikat enthält. Die Datei muss im PEM-Format vorliegen (Privacy Enhanced Mail, RFC 1421 und RFC 1424). Diese Datei ist nur erforderlich, wenn enableHttps auf true gesetzt ist. Die Standardeinstellung ist /etc/sfcb/server.pem.

Syntax

sslCertificateFilePath: pfad

sslKeyFilePath

Beschreibung

Gibt den Namen der Datei an, die den privaten Schlüssel für das Serverzertifikat enthält. Die Datei muss im PEM-Format vorliegen und darf nicht durch einen Passwortsatz geschützt sein. Diese Datei wird nur benötigt, wenn enableHttps auf true gesetzt ist. Die Standardeinstellung ist /etc/sfcb/file.pem.

Syntax

sslKeyFilePath: pfad

sslClientTrustStore

Beschreibung

Gibt den Namen der Datei an, die die von der Zertifizierungsstelle ausgegebenen oder eigensignierten Zertifikate der Clients enthält. Die Datei muss im PEM-Format vorliegen, ist aber nur erforderlich, wenn sslClientCertificate auf accept oder require gesetzt ist. Die Standardeinstellung ist /etc/sfcb/client.pem.

Syntax

sslClientTrustStore: pfad

sslClientCertificate

Beschreibung

Legt fest, wie SFCB die Authentifizierung auf Basis von Clientzertifikaten handhabt. Bei ignore wird kein Zertifikat vom Client angefordert. Bei accept wird zwar ein Zertifikat vom Client angefordert, die Authentifizierung schlägt jedoch nicht fehl, wenn der Client keines bereitstellt. Bei require wird die Clientverbindung abgelehnt, wenn der Client kein gültiges Zertifikat bereitstellt. Die Standardeinstellung ist ignore.

Syntax

sslClientCertificate: option

Option

Beschreibung

ignore

Deaktiviert die Anforderung eines Clientzertifikats.

accept

Aktiviert die Anforderung eines Clientzertifikats.

Schlägt jedoch nicht fehl, wenn kein Zertifikat bereitgestellt wird.

require

Lehnt die Clientverbindung ab, wenn kein gültiges Zertifikat bereitgestellt wird.

certificateAuthLib

Beschreibung

Gibt den Namen der lokalen Bibliothek an, mit deren Hilfe die Benutzerauthentifizierung auf Basis des Clientzertifikats durchgeführt wird. Die Benutzerauthentifizierung findet nur statt, wenn sslClientCertificate nicht auf ignore gesetzt ist. Die Standardeinstellung ist sfcCertificateAuthentication.

Syntax

certificateAuthLib: datei

traceLevel

Beschreibung

Legt die Trace-Stufe für SFCB fest. Diese Einstellung kann durch die Umgebungsvariable SFCB_TRACE_LEVEL überschrieben werden. Die Standardeinstellung ist 0.

Syntax

traceLevel: nummer_der_stufe

traceMask

Beschreibung

Legt die Trace-Maske für SFCB fest. Diese Einstellung kann durch die Kommandozeilenoption --trace-components überschrieben werden. Die Standardeinstellung ist 0.

Syntax

traceMask: maske

traceFile

Beschreibung

Legt die Trace-Datei für SFCB fest. Diese Einstellung kann durch die Umgebungsvariable SFCB_TRACE_FILE überschrieben werden. Die Standardeinstellung ist stderr (Standardfehlerausgabe).

Syntax

traceFile: ausgabe