Web Based Enterprise Management mit SFCB

Inhaltsverzeichnis

30.1. Einführung und grundlegendes Konzept
30.2. Einrichten des SFCB
30.3. SFCB CIMOM-Konfiguration
30.4. Erweiterte SFCB-Tasks
30.5. Weitere Informationen

Einführung und grundlegendes Konzept

SUSE® Linux Enterprise Server (SLES) stellt eine Sammlung verschiedener, auf offenen Standards beruhender Tools für die einheitliche Verwaltung unterschiedlicher Computersysteme und -umgebungen bereit. In unseren Unternehmenslösungen sind die von der Distributed Management Task Force vorgeschlagenen Standards implementiert. Deren grundlegenden Komponenten werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Die Distributed Management Task Force, Inc (DMTF) ist eine industrieführende Organisation, die sich maßgeblich mit der Entwicklung von Verwaltungsstandards für Unternehmens- und Internetumgebungen befasst. Ihr Ziel ist die Vereinheitlichung von Verwaltungsstandards und Verwaltungsinitiativen und damit die Ermöglichung von integrierten, kostengünstigen und auf verschiedenen Systemen einsetzbaren Lösungen. Die DMTF-Standards umfassen allgemeine Systemverwaltungskomponenten für die Steuerung und Kommunikation. Ihre Lösungen sind unabhängig von Plattformen und Technologien. Zu ihren Schlüsseltechnologien gehören unter anderem Web Based Enterprise Management und Common Information Model.

Web Based Enterprise Management (WBEM) umfasst eine Reihe von Verwaltungs- und Internet-Standardtechnologien. WBEM wurde zur Vereinheitlichung der Verwaltung von Computerumgebungen in Unternehmen entwickelt. Dieser Standard bietet der Industrie die Möglichkeit, eine gut integrierte Sammlung von Verwaltungstools auf Basis von Web-Technologien bereitzustellen. WBEM besteht aus den folgenden Standards:

  • Ein Datenmodell: der Common Information Model-Standard (CIM-Standard)

  • Eine Kodierungsspezifikation: CIM-XML-Kodierungsspezifikation

  • Ein Transportmechanismus: CIM-Vorgänge über HTTP

Common Information Model ist ein konzeptuelles Informationsmodell, das die Systemverwaltung beschreibt. Es ist nicht an eine bestimmte Implementierung gebunden und ermöglicht den Austausch von Verwaltungsdaten zwischen Verwaltungssystemen, Netzwerken, Diensten und Anwendungen. CIM umfasst zwei Teile: die CIM-Spezifikation und das CIM-Schema:

  • Die CIM-Spezifikation beschreibt die Sprache, die Namenskonventionen und das Metaschema. Das Metaschema legt die formelle Definition des Modells fest. Es definiert die Begriffe zur Beschreibung des Modells sowie deren Verwendung und Semantik. Die Elemente des Metaschemas sind Klassen, Eigenschaften und Methoden. Das Metaschema unterstützt außerdem Bezeichnungen und Verknüpfungen als Klassentypen und Verweise als Eigenschaftstypen.

  • Das CIM-Schema enthält die eigentlichen Modellbeschreibungen. Es legt einen Klassensatz mit Eigenschaften und Verknüpfungen fest, die ein verständliches konzeptuelles Rahmenwerk bilden, innerhalb dem die verfügbaren Informationen zur verwalteten Umgebung organisiert werden können.

Der Common Information Model Object Manager (CIMOM) ist ein CIM-Objektmanager bzw. eine Anwendung, die Objekte entsprechend den CIM-Standards verwaltet. CIMOM verwaltet die Kommunikation zwischen CIMOM-Anbietern und dem CIM-Client, auf dem der Administrator das System verwaltet.

CIMOM-Anbieter sind Programme, die bestimmte, von den Clientanwendungen angeforderte Aufgaben innerhalb des CIMOM ausführen. Jeder Anbieter stellt ein oder mehrere Aspekte des CIMOM-Schemas bereit. Diese Anbieter interagieren direkt mit der Hardware.

Standards Based Linux Instrumentation for Manageability (SBLIM) ist eine Sammlung von Tools, die zur Unterstützung von Web-Based Enterprise Management (WBEM) entwickelt wurden. SUSE® Linux Enterprise Server nutzt den Open Source-CIMOM (bzw. CIM-Server) des SBLIM-Projekts, den Small Footprint CIM Broker.

Der Small Footprint CIM Broker ist ein CIM-Server für integrierte Umgebungen bzw. für Umgebungen mit eingeschränkten Ressourcen. Bei seiner Entwicklung wurde insbesondere auf einen modulartigen Charakter und eine Lightweight-Struktur geachtet. Er basiert auf offenen Standards und unterstützt CMPI-Anbieter, CIM-XML-Verschlüsselung und das Managed Object Format (MOF). Er lässt sich sehr genau konfigurieren und bietet selbst bei einem Ausfall des Anbieters Stabilität. Außerdem ist er problemlos zugänglich, da er verschiedene Übertragungsprotokolle wie HTTP, HTTPS, Unix Domain Sockets, Service Location Protocol (SLP) und Java Database Connectivity (JDBC) unterstützt.