Die Atomic-Aktualisierung basiert auf Tools, die zwei Kopien des Systems verwalten und nach einem Aktualisierungsfehler eine einfache Wiederherstellung des Systems ermöglichen. Für die bereitgestellten Tools ist ein spezielles Festplattenpartitions-Setup erforderlich. Jede Kopie des Systems befindet sich auf einer eigenen primären Partition. Falls eine Aktualisierung fehlschlägt, können Sie jederzeit zum vorherigen Zustand des Systems auf der anderen Partition zurückwechseln.
![]() | Strenge Partitionierungsanforderungen |
|---|---|
Die Implementierung stellt strenge Anforderungen an die Festplattenpartitionierung: Die erste Root-Partition lautet
Die Größe der Festplatte minus der Größe von | |
Installieren Sie das System mit /dev/sda1 als einzige Root-Partition, wobei diese Partition weniger als die Hälfte der Gesamtfestplattengröße einnehmen darf.
Passen Sie das installierte System nach Bedarf an. Vergewissern Sie sich, dass das Paket multi-update-tools installiert ist.
Führen Sie multi-update-setup --partition aus. Dadurch wird die zweite Root-Partition des Systems (/dev/sda2) mit gleicher Größe erstellt.
Partitionieren Sie den Rest der Festplatte nach Bedarf und fahren Sie mit den erforderlichen Anpassungen fort(*).
Führen Sie multi-update-setup --clone aus, um das System auf die andere Partition zu kopieren. Mit diesem Kommando ändern Sie auch den Root-Eintrag (/) auf dem Zielsystem in /etc/fstab.
Nehmen Sie bei Bedarf weitere Anpassungen vor(*).
Führen Sie multi-update-setup --bootloader aus, um das Bootloader-Setup zu starten. Durch dieses Kommando wird dem Bootloader-Menü ein Eintrag zum Booten des anderen Systems hinzugefügt.
![]() | GRUB Bootloader (obligatorisch) |
|---|---|
Die Installation des GRUB Bootloader ist obligatorisch. Die Tools sind nicht mit anderen Bootloadern kompatibel. | |
Wenn an den mit (*) gekennzeichneten Stellen keine Anpassungen vorgenommen werden müssen, führen Sie multi-update-setup --complete aus. Hierdurch werden alle drei Schritte durchgeführt.
Führen Sie multi-update aus. Dieses Kommando führt zypper in einer chroot-Umgebung aus und aktualisiert – unabhängig davon, welches System aktiv ist – das jeweils andere System. Sein Bootmenü wird beim Booten als Standard angeboten.
Falls der Bootloader des aktualisierten Systems bei der Aktualisierung beschädigt wurde, müssen Sie das "Active"-Flag für die Root-Partition des anderen Systems setzen, um dieses System zu booten.
Lässt sich das aktualisierte System gar nicht booten, benötigen Sie Zugriff auf das Bootloader-Menü, um das andere System auswählen zu können.
Weitere Informationen zu GRUB finden Sie unter Kapitel Der Bootloader GRUB (↑Verwaltungshandbuch).