Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
SUSE® Linux Enterprise bietet die Möglichkeit, ein vorhandenes System ohne komplette Neuinstallation auf die neue Version zu aktualisieren. Es ist keine neue Installation erforderlich. Alte Daten, wie Home-Verzeichnisse und Systemkonfigurationen, bleiben erhalten. Während der Lebensdauer des Produkts können Sie Service Packs installieren, um die Systemsicherheit zu gewährleisten und Softwarefehler zu beheben. Führen Sie die Installation von einem lokalen DVD-Laufwerk oder von einer zentralen Netzwerkinstallationsquelle durch.
Befolgen Sie zur Aktualisierung von SUSE Linux Enterprise Desktop 10 SP3 oder 11 GA auf SUSE Linux Enterprise Desktop 11 SP1 die in diesem Abschnitt aufgeführten Schritte. Stellen Sie zunächst sicher, dass das alte System auf das aktuellste Patch-Level aktualisiert wurde.
![]() | Anforderungen hinsichtlich der Systemversion |
|---|---|
Die genauen Anforderungen hinsichtlich der Systemversion, von der Sie auf diese Version aktualisieren können, finden Sie in den Versionshinweisen zum jeweiligen Update. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Aktualisierungsverfahren. | |
Software weist normalerweise von Version zu Version mehr "Umfang" auf. Folglich sollten Sie vor dem Aktualisieren mit df den verfügbaren Partitionsspeicher überprüfen. Wenn Sie befürchten, dass demnächst kein Speicherplatz mehr zur Verfügung steht, sichern Sie die Daten, bevor Sie Ihr System aktualisieren und neu partitionieren. Es gibt keine Faustregel hinsichtlich des Speicherplatzes einzelner Partitionen. Die Speicherplatzanforderungen werden durch Ihr jeweiliges Partitionierungsprofil, die ausgewählte Software sowie die Versionsnummer des Systems bestimmt.
Kopieren Sie vor der Aktualisierung die alten Konfigurationsdateien auf ein separates Medium, beispielsweise ein Bandlaufwerk, eine Wechselfestplatte oder ein USB-Flash-Drive, um die Daten zu sichern. Dies gilt hauptsächlich für die in /etc gespeicherten Dateien sowie einige der Verzeichnisse und Dateien in /var. Zudem empfiehlt es sich, die Benutzerdaten in /home (den HOME-Verzeichnissen) auf ein Sicherungsmedium zu schreiben. Melden Sie sich zur Sicherung dieser Daten als root an. Nur Benutzer root verfügt über die Leseberechtigung für alle lokalen Dateien.
Notieren Sie sich vor der Aktualisierung die Root-Partition. Mit dem Befehl df / können Sie den Gerätenamen der Root-Partition anzeigen. In Beispiel 4.1, „Über df -h angezeigte Liste“ ist /dev/sda3 die Root-Partition, die Sie sich notieren sollten (eingehängt als /).
Beispiel 4.1. Über df -h angezeigte Liste
Filesystem Size Used Avail Use% Mounted on /dev/sda3 74G 22G 53G 29% / tmpfs 506M 0 506M 0% /dev/shm /dev/sda5 116G 5.8G 111G 5% /home /dev/sda1 39G 1.6G 37G 4% /windows/C /dev/sda2 4.6G 2.6G 2.1G 57% /windows/D
Wenn Sie ein standardmäßiges System von der Vorgängerversion auf diese Version aktualisieren, ermittelt YaST die erforderlichen Änderungen und nimmt sie vor. Abhängig von den individuellen Anpassungen, die Sie vorgenommen haben, kann es bei einigen Schritten (oder auch bei der Aktualisierung insgesamt) zu Problemen kommen. In diesem Fall bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als Ihre Sicherungsdaten zurückzukopieren. Überprüfen Sie die folgenden Aspekte, bevor Sie das Systemupdate starten.
Im Anschluss an die in Abschnitt 4.1.1, „Vorbereitung“ erläuterte Vorbereitung kann Ihr System nun aktualisiert werden:
Bereiten Sie einen optionalen Installationsserver vor. Hintergrundinformationen erhalten Sie unter Abschnitt 11.2.1, „Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST“.
Booten Sie das System wie zu Installationszwecken (siehe Beschreibung in Abschnitt 3.3, „Systemstart für die Installation“). Wählen Sie in YaST eine Sprache aus und klicken Sie im Dialogfeld auf Wählen Sie nicht die Option . Fügen Sie außerdem Repositorys hinzu, um sicherzustellen, dass die gesamte verfügbare Software aktualisiert wird, sobald Updates zur Verfügung stehen. Informationen zur Installation von Repositorys finden Sie unter Abschnitt 3.7.1, „Add-on-Produkte“.
YaST ermittelt, ob mehrere Stammpartitionen vorhanden sind. Wenn nur eine vorhanden ist, fahren Sie mit dem nächsten Schritt fort. Wenn mehrere vorhanden sind, wählen Sie die richtige Partition aus und bestätigen Sie mit (im Beispiel in Abschnitt 4.1.1, „Vorbereitung“ wurde /dev/sda3 ausgewählt). YaST liest die alte fstab auf dieser Partition, um die hier aufgeführten Dateisysteme zu analysieren und einzuhängen.
![]() | Persistente Gerätenamen |
|---|---|
Alle Einträge in | |
Überprüfen Sie die früheren Repositorys, sofern welche eingerichtet waren. Aktivieren Sie alle Repositorys, die Sie noch verwenden und von denen aus Sie Software anderer Hersteller aktualisieren möchten. Klicken Sie für jedes Element der Liste, dessen Status Sie wechseln möchten, auf .
Falls Sie während des Upgrades, wie oben empfohlen, Repositorys hinzugefügt haben, können Sie nun diejenigen aktivieren, an denen Sie tatsächlich Interesse haben.
Passen Sie im Dialogfeld die Einstellungen gemäß Ihren Anforderungen an. Die meisten Standardeinstellungen können in der Regel übernommen werden. Unter empfiehlt sich jedoch eventuell die Auswahl von . Falls Sie Ihr System noch mehr erweitern möchten, markieren Sie auch die in den Untermenüs von angebotene Software oder fügen Sie Unterstützung für zusätzliche Sprachen hinzu. Diese Anpassungen können Sie aber auch später mit YaST vornehmen.
Sie haben zudem die Möglichkeit, verschiedene Systemkomponenten zu sichern. Durch Sicherungen wird der Upgrade-Vorgang verlangsamt. Verwenden Sie diese Option, wenn Sie über keine aktuelle Systemsicherung verfügen.
Klicken Sie zur Bestätigung auf .
Führen Sie nach der grundlegenden Installation des Upgrades den von YaST angebotenen Test der Internetverbindung aus. Zuletzt aktualisiert YaST die übrige Software und zeigt die Versionshinweise an. Klicken Sie auf , um die YaST-Konfiguration zu speichern.
Mit dem Kommandozeilenprogramm zypper können Sie ein Upgrade zur nächsten Version Ihrer Distribution durchführen. Dabei ist am wichtigsten, dass Sie das System-Upgrade aus dem laufenden System heraus initiieren können.
Diese Funktion ist nützlich für fortgeschrittene Benutzer, die Remote-Upgrades oder Upgrades auf vielen ähnlich konfigurierten Systemen ausführen möchten. Für unerfahrene Benutzer wird das Upgrade mit YaST empfohlen (siehe Abschnitt 4.1.3, „Aktualisieren mit YaST“).
Zur Vermeidung von unerwarteten Fehlern beim Upgrade-Vorgang mit zypper minimieren Sie riskante Konstellationen.
Führen Sie das Upgrade von der letzten Version (SUSE Linux Enterprise 11) auf diese Version (SUSE Linux Enterprise 11 SP1) durch – einzelne Service Pack-Versionen dazwischen dürfen nicht ausgelassen werden. Das heißt, dass weder das Upgrade von SUSE Linux Enterprise 10 SP3 oder einer früheren Version auf dieses Service Pack (SUSE Linux Enterprise 11 SP1) noch das Upgrade von SUSE Linux Enterprise 11 auf SUSE Linux Enterprise 11 SP2 (sobald verfügbar) in einem Schritt möglich ist. Stellen Sie vor Beginn des System-Upgrades sicher, dass alle verfügbaren Online-Aktualisierungen erfolgreich durchgeführt wurden.
Schließen Sie möglichst viele Anwendungen und nicht benötigte Services und melden Sie alle regulären Benutzer ab.
Deaktivieren Sie Repositorys von anderen Herstellern, bevor Sie mit dem Upgrade beginnen, oder verringern Sie die Priorität dieser Repositorys, um sicherzustellen, dass Pakete der Standard-System-Repositorys Vorrang erhalten. Aktivieren Sie sie nach dem Upgrade erneut und bearbeiten Sie ihre Versionsangabe mit der Versionsnummer der Distribution des aufgerüsteten laufenden Systems.
![]() | Prüfen der Systemsicherung |
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Prüfen Sie vor dem Upgrade, ob Ihre Systemsicherung auf dem neuesten Stand und wiederherstellbar ist. Dies ist besonders wichtig, da viele der folgenden Schritte manuell durchgeführt werden müssen. | |
Führen Sie das Online-Update aus, um sicherzustellen, dass der Softwaremanagement-Stapel auf dem neuesten Stand ist. Weitere Informationen finden Sie unter Kapitel YaST-Online-Update (↑Verwaltungshandbuch).
Konfigurieren Sie die Repositorys, die Sie als Aktualisierungsquelle verwenden möchten. Hier müssen Sie unbedingt auf eine richtige Konfiguration achten. Verwenden Sie YaST (siehe Abschnitt 6.4, „Verwalten von Software-Repositorys und -Diensten“) oder zypper (siehe Abschnitt „Verwenden von zypper“ (Kapitel 5, Verwalten von Software mit Kommandozeilen-Tools, ↑Verwaltungshandbuch)).
![]() | Repository-Namen |
|---|---|
Je nach den von Ihnen vorgenommenen Anpassungen können die in den folgenden Schritten verwendeten Repository-Namen geringfügig abweichen. | |
Eventuell empfiehlt es sich auch, Ihren eigenen Installationsserver vorzubereiten (bzw. ihn zu aktualisieren). Hintergrundinformationen erhalten Sie unter Abschnitt 11.2.1, „Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST“.
Geben Sie zur Anzeige Ihrer aktuellen Repositorys das Folgende ein:
zypper lr -u
Erhöhen Sie die Versionsnummer der System-Repositorys von 11 auf 11-SP1; fügen Sie die neuen 11_SP1-Repositorys mit Kommandos wie den folgenden hinzu:
server=http://download.example.org
zypper ar $server/distribution/11-SP1/repo/oss/ SLE-11-SP1
zypper ar $server/update/11-SP1/ SLE-11-SP1-Update
Und entfernen Sie die alten Repositorys:
zypper rrSLE-11zypper rrSLE-11-Update
Deaktivieren Sie die Repositorys anderer Hersteller oder andere openSUSE Build Service-Repositorys, da zypper dup nur mit den Standard-Repositorys zuverlässig arbeitet:
zypper mr -d repo-alias
Sie können aber auch die Priorität dieser Repositorys verringern.
![]() | Umgang mit nicht aufgelösten Abhängigkeiten |
|---|---|
zypper dup entfernt alle Pakete mit ungelösten Abhängigkeiten, behält aber Pakete von deaktivierten Repositorys, solange deren Abhängigkeiten erfüllt sind. | |
zypper dup stellt sicher, dass alle installierten Pakete aus einem der verfügbaren Repositorys stammen. Version, Architektur oder Hersteller der installierten Pakete werden dabei nicht berücksichtigt, daher wird eine Neuinstallation emuliert. Pakete, die in den Repositorys nicht mehr verfügbar sind, werden als "verwaist" betrachtet. Solche Pakete werden deinstalliert, wenn ihre Abhängigkeiten nicht erfüllt werden können. Wenn sie erfüllt werden können, bleiben solche Pakete installiert.
Prüfen Sie anschließend Ihre Repository-Konfiguration wie folgt:
zypper lr -d
Aktualisieren Sie lokale Metadaten und Repository-Inhalte mit zypper ref.
Übernehmen Sie zypper mit zypper in zypper aus dem 11 SP1-Repository.
Führen Sie das eigentliche Distributions-Upgrade mit zypper dup durch. Sie werden aufgefordert, die Lizenz von SUSE Linux Enterprise und abhängig vom installierten Paketsatz auch die Lizenzen anderer Pakete zu bestätigen.
Führen Sie die grundlegende Systemkonfiguration mit SuSEconfig durch.
Booten Sie das System mit shutdown -r now neu.