13.2. Multimedia-Player

13.2.1. amaroK

Der Mediaplayer amaroK spielt verschiedene Audioformate sowie Internet-Radio-Streams ab. Das Programm beherrscht alle Dateitypen, die auch der als Backend verwendete Soundserver unterstützt (zur Zeit aRts oder GStreamer).

Beim ersten Aufruf von amaroK startet der Einrichtungsassistent, der bei der Einrichtung von amaroK hilft. Im ersten Schritt wählen Sie das gewünschte Erscheinungsbild von amaroK. Sie können den Player und die Wiedergabeliste in getrennten Fenstern anzeigen lassen (siehe Abbildung 13.4, „Der Mediaplayer amaroK“) oder beide Funktionalitäten in einem Fenster kombinieren. Im zweiten Schritt geben Sie an, wo amaroK nach Ihrer Musiksammlung suchen soll. amaroK durchsucht die angegebenen Ordner nach unterstützten Dateien. amaroK ist standardmäßig so konfiguriert, dass die ausgewählten Ordner rekursiv (einschließlich aller Unterverzeichnisse) durchsucht, Änderungen in den ausgewählten Verzeichnissen mitverfolgt und in diesen Verzeichnissen enthaltene Wiedergabelisten importiert werden. Die mit dem Einrichtungsassistenten gemachten Einstellungen können nachträglich geändert werden, indem der Einrichtungsassistent erneut mit Extras+Einrichtungsassistent gestartet wird.

Abbildung 13.4. Der Mediaplayer amaroK

Der Mediaplayer amaroK

13.2.1.1. Verwaltung von Wiedergabelisten

Beim Start durchsucht amaroK das Dateisystem nach Multimedia-Dateien. Der rechte Teil des Fensters zeigt gefundene Wiedergabelisten an. Angezeigte Titel können in beliebiger Reihenfolge abgespielt werden. Wird keine Wiedergabeliste gefunden, können Sie auch eine solche Liste erstellen. Hierfür verwenden Sie die Sidebar im linken Teil des Fensters verwenden. Ganz am linken Rand sehen Sie mehrere Tabs, die verschiedene Ansichten öffnen. In jeder Ansicht können einzelne Titel oder ganze Verzeichnisse mit der Maus in die Wiedergabeliste gezogen werden. Die Funktionen der einzelnen Tabs werden nachfolgend beschrieben.

Kontext

Dieser Tab zeigt Informationen über Ihre Sammlung und den Interpreten, dessen Titel gerade spielt. Sie sehen hier, welche Titel am häufigsten gespielt wurden, welche Titel zuletzt in Ihre Sammlung aufgenommen wurden und andere Einzelheiten. Die Ansicht Übersicht zeigt Statistiken über Ihre Hörgewohnheiten und führt die meistgehörten, die neuesten und die am wenigsten gespielten Titel auf. Aktuelles Stück liefert Daten zu dem Titel, der gerade abgespielt wird, wie den Cover des Albums (siehe Abschnitt 13.2.1.2, „Die Cover-Verwaltung“), die Hörstatistiken für diesen Titel und andere Informationen. Der Text des Titels kann mit dem Text-Tab angezeigt werden.

Sammlung

Diese Ansicht erlaubt die komfortable Verwaltung und Anzeige selbst zusammengestellten Sammlungen von Titeln. Die in der Sammlung angezeigten Dateien können in verschiedenen Verzeichnissen liegen. Legen Sie mit dem Schraubenschlüsselsymbol in der Werkzeugleiste die Verzeichnisse fest, die nach Musikdateien durchsucht werden sollen. Sobald Sie die Verzeichnisse ausgewählt haben, startet der Suchlauf automatisch. Das Ergebnis wird in Form einer Baumstruktur angezeigt. Mit Erste Ebene, Zweite Ebene und Dritte Ebene können Sie die Anordnung der ersten beiden Ebenen im Baum bestimmen. Als Ordnungskriterien stehen Album, Interpret, Genre und Jahr zur Verfügung. Wenn die Baumstruktur einmal aufgebaut ist, lassen sich bestimmte Titel mit dem Eingabefeld einfach aufsuchen. Die Baumanzeige verschiebt sich dabei automatisch mit jedem getippten Zeichen zum ersten Eintrag, der dieser Eingabe entspricht. Um Ihre Sammlungsdaten zu aktualisieren, starten Sie mit Extras+Sammlung neu erfassen einen erneuten Suchlauf über das Dateisystem.

Wiedergabelisten

Der Browser für die Wiedergabelisten ist zweigeteilt. Der obere Teil führt Ihre Wiedergabelisten auf. Sie können Wiedergabelisten erstellen, indem Sie Stücke in das Fenster mit den Wiedergabelisten ziehen und auf Wiedergabeliste speichern unter klicken. Um den Inhalt einer Wiedergabeliste zu betrachten, klicken Sie auf das + neben dem Namen der Wiedergabeliste. Sie können diese Wiedergabelisten mit Drag & Drop ändern. Ein Doppelklick lädt die Wiedergabeliste.

[Important]Austausch der Wiedergabelisten mit anderen Playern

Speichern Sie Wiedergabelisten im m3u- oder pls-Format, um sie mit anderen Playern auszutauschen, welche diese Formate benutzen.

amaroK kann sinnvolle Wiedergabelisten („intelligente Wiedergabelisten“) erzeugen. Benutzen Sie den unteren Teil des Browsers für die Wiedergabelisten oder klicken Sie auf Neu erstellen, um Ihre eigene intelligente Wiedergabeliste zu definieren. Bestimmen Sie einen Namen, Suchkriterien, Ordnungskriterien und eventuell die maximale Anzahl der Stücke.

Dateien

Dieser Tab öffnet einen Dateibrowser, der dem normalen KDE-Dateiauswahldialog entspricht und die gleichen Bedienelemente für die Navigation im Dateisystem enthält. URLs oder Verzeichnisse können direkt im Texteingabefeld eingegeben werden. Von den angezeigten Inhalten können Elemente direkt in die Wiedergabeliste hinübergezogen werden. Von hier aus können Sie auch rekursiv nach einer Datei in einer angegebenen Datei suchen. Geben Sie den Titelnamen und den Ort der Suche ein und klicken Sie Suche. Die Suchergebnisse erscheinen im unteren Fensterteil.

13.2.1.2. Die Cover-Verwaltung

amaroK verfügt über eine Cover-Verwaltung zur Zuordnung von Musik- und Bilddaten zu den abgespielten Alben. Starten Sie die Cover-Verwaltung über Extras+Cover-Verwaltung. Eine Baumansicht im linken Teil des Fensters zeigt alle Alben Ihrer Sammlung an. Die von Amazon geholten Covers werden im rechten Teil des Fensters angezeigt. Mit Ansicht bestimmen Sie, was in der Cover-Listenansicht angezeigt wird. Alle Alben führt alle Alben Ihrer Sammlung auf, ungeachtet dessen, ob Sie ein Cover-Bild haben oder nicht. Alben mit Cover führt nur Alben mit einem Cover auf, und Alben ohne Cover führt diejenigen auf, denen ein Cover fehlt. Um die Cover-Daten zu holen, wählen Sie Ihre Amazon-Lokalisierung und klicken dann auf Fehlende Cover holen. amaroK versucht dann, die Covers für alle Alben in Ihrer Sammlung zu holen.

13.2.1.3. Effekte

Durch einen Klick auf FX im Player-Fenster oder über das amaroK-Menü erreichen Sie einen Dialog zur Auswahl und Einstellung verschiedener Soundeffekte wie Equalizer, Stereo-Balance und Hall. Wählen Sie die verfügbaren Effekte und nehmen Sie die Einstellungen für jeden der Effekte vor.

13.2.1.4. Visualisierung

amaroK unterstützt eine Reihe von Visualisierungen, die den gerade gespielten Titel grafisch anzeigen. Im Player-Fenster werden die amaroK-eigenen Visualisierungen angezeigt. Klicken Sie auf die Animation, um die verschiedenen verfügbaren Anzeigemodi zu betrachten.

Zusätzlich unterstützt amaroK die Visualisierungs-Plugins des Mediaplayers XMMS. Sie müssen dazu das Paket xmms-plugins installieren und können dann im amaroK-Menü mit Visualisierungs-Plugins ein Auswahlfenster für alle verfügbaren Plugins aufrufen. Die Anzeigen der XMMS-Plugins werden immer in einem gesonderten Fenster dargestellt. Einige dieser Plugins erfordern zur flüssigen Anzeige der visuellen Effekte eine Grafikkarte mit 3D-Beschleunigung.

13.2.2. XMMS

XMMS ist ein weiterer und sehr robuster Mediaplayer. Die Bedienung der Anwendung ist einfach. Den Button zum Öffnen des Menüs finden Sie in der linken oberen Ecke des Programmfensters. Für diejenigen, die das Erscheinungsbild von GNOME bevorzugen, gibt es eine GTK2-Version von XMMS. Installieren Sie dazu das Paket bmp. Es werden jedoch nicht alle XMMS-Plugins von dieser portierten Version unterstützt.

Abbildung 13.5. XMMS mit Equalizer, OpenGL Spectrum-Analyzer und Infinity-Plugins

XMMS mit Equalizer, OpenGL Spectrum-Analyzer und Infinity-Plugins

Unter dem Menüpunkt Optionen+Einstellungen+Audio-I/O-Plugins kann das Ausgabe-Plugin eingestellt werden. Falls Sie das Paket xmms-kde installiert haben, können Sie hier den aRts-Soundserver konfigurieren.

[Important]Benutzung des Disk-Writer-Plugins

Wenn XMMS keine konfigurierte Soundkarte findet, wird die Ausgabe automatisch auf den Disk-Writer-Plugin umgestellt. In diesem Fall werden die wiedergegebenen Dateien als WAV-Datei auf die Festplatte geschrieben. Die Zeitanzeige läuft dann schneller als bei der Wiedergabe über eine Soundkarte.

Unter Optionen+Einstellungen+Visualisierungs-Plugins können Sie verschiedene Visualisierungs-Plugins starten. Wenn Sie eine Grafikkarte mit aktivierter 3D-Beschleunigung haben, können Sie hier z. B. den OpenGL Spectrum-Analyzer auswählen. Wenn Sie das Paket xmms-plugins installiert haben, sollten Sie das Infinity-Plugin ausprobieren.

Links unterhalb des Menü-Buttons befinden sich fünf Buttons mit verschiedenen Buchstaben. Mit diesen Buttons können Sie weitere Menüs und Dialogboxen öffnen und Konfigurationen vornehmen. Die Wiedergabeliste können Sie mit dem Button PL öffnen. Der Equalizer wird durch Klick auf EQ aktiviert.


SUSE LINUX Benutzerhandbuch 9.3