13.4. Harddisk-Recording mit Audacity

Mit Audacity (Paket audacity) können Sie Audiodateien aufnehmen und editieren. Man spricht hier von Harddisk-Recording. Nach dem ersten Start des Programms kann man zunächst die Sprache auswählen. Sie können die Spracheinstellung jederzeit unter Datei+Einstellungen+Interface ändern. Die Änderung der Sprache wird allerdings erst nach dem Neustart des Programms wirksam.

Abbildung 13.10. Spektrale Darstellung der Audiodaten

Spektrale Darstellung der Audiodaten

13.4.1. Aufnahme von WAV-Dateien und Dateiimport

Normalerweise genügt ein einfacher Knopfdruck auf den roten Aufnahme-Button, um eine leere Stereo-Spur zu erzeugen und die Aufnahme zu starten. Nur wenn die Standardparameter geändert werden sollen, müssen Einstellungen unter Datei+Einstellungen vorgenommen werden. Für die Aufnahme sind die Punkte Audio E/A und Qualität wichtig. Bitte beachten Sie, dass bei Betätigung des Aufnahmeknopfes auch dann neue Tracks erzeugt werden, wenn bereits Tracks existieren. Dies kann besonders deswegen zunächst verwirrend sein, weil man diese Tracks in der Standardgröße des Programmfensters nicht sieht.

Mit Projekt+Audio importieren können Sie Audiodateien importieren. Das Programm unterstützt das WAV-Format und das komprimierte Ogg Vorbis-Format. Zu Informationen über dieses Format siehe Abschnitt 13.3.3, „Audiodaten komprimieren“.

13.4.2. Bearbeiten von Audiodateien

Das Menü Tonspur links neben der Tonspur enthält verschiedene Ansichten und grundlegende Editiermöglichkeiten. Um die Tonspur umzubenennen, wählen Sie Name und geben einen neuen Namen an. Audacity bietet Ansichten wie Wellenform, Wellenform (dB), Spektrum und Tonhöhe (EAC). Wählen Sie die Ansicht, die Ihren Bedürfnissen entspricht. Um jeden Kanal einer Stereo-Tonspur separat zu bearbeiten, wählen Sie Stereotunspur aufteilen. Jeder Kanal kann so als gesonderte Tonspur bearbeitet werden. Setzen Sie das Sampleformat (in Bit) und die Samplerate (in Hz) für jede Tonspur.

Die meisten Werkzeuge unter Bearbeiten sind erst nach Auswahl des Kanals und des Bereichs der zu bearbeitenden Tonspur verfügbar. Nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen haben, können Sie Änderungen vornehmen und Effekte anwenden.

Je nach Dateityp können Sie unter Ansicht+Auswahlformat einstellen unterschiedliche Anzeigeformate für Bereichsselektionen wählen. Die Bereichsgrenzen können automatisch an bestimmte Größen des gewählten Anzeigeformats angepasst werden. Wenn Sie zum Beispiel PAL Frames als Anzeigeformat wählen und Bearbeiten+Einrasten an aktivieren, werden Bereichsgrenzen immer in Vielfachen von Frames selektiert.

Alle Editierwerkzeuge sind mit Tooltips versehen und sind daher einfach zu verwenden. Die Funktion Rückgängig (Verlauf) unter Ansicht+Verlauf kann benutzt werden, um die letzten Bearbeitungsschritte anzuschauen und bei Bedarf durch Mausklick in der Liste rückgängig zu machen. Vorsicht ist beim Button Verwerfen geboten. Dieser löscht Bearbeitungsschritte aus der Liste. Diese Schritte können danach nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Abbildung 13.11. Das Spektrum

Das Spektrum

Mit der eingebauten Spektralanalyse kommen Sie etwaigen Störgeräuschen schnell auf die Spur. Mit Ansicht+Spektrum (Frequenzanalyse) können Sie sich das Spektrum des gerade selektierten Bereichs anzeigen lassen. Hier kann mit Logfrequenz auch eine logarithmische Frequenzskala in Oktaven gewählt werden. Wenn Sie den Mauszeiger im Spektrum bewegen, werden automatisch die Frequenzen der Maxima zusammen mit den entsprechenden Noten angezeigt.

Störende Frequenzen entfernen Sie mit dem FFT-Filter aus dem Menü Effekt. Nicht nur im Zusammenhang mit der Filterung kann es notwendig sein, den Signalpegel mit Verstärken neu zu justieren. Verstärken ist auch nützlich, um die Aussteuerung zu überprüfen. Standardmäßig wird unter Neue Spitzenamplitude (dB) immer 0,0 dB angezeigt. Dies entspricht der maximal möglichen Amplitude im gewählten Audioformat. Unter Verstärkung wird die Verstärkung angezeigt, die notwendig wäre, um den selektierten Bereich auf diese maximale Aussteuerung zu verstärken. Wenn diese Zahl negativ ist, liegt eine Übersteuerung vor.

13.4.3. Speicherung und Export

Mit Datei+Projekt speichern bzw. Projekt speichern unter speichern Sie das gesamte Projekt ab. Dabei wird eine XML-Datei mit Endung .aup erzeugt, die das Projekt beschreibt. Die eigentlichen Audiodaten werden in einem Verzeichnis gespeichert, das den Namen des Projekts trägt, wobei hier noch der Zusatz _data angefügt ist.

Es ist auch möglich, das gesamte Projekt oder den selektierten Bereich als Stereo WAV-Datei zu exportieren. Zum Export im Ogg Vorbis-Format lesen Sie bitte die Hinweise in Abschnitt 13.3.3, „Audiodaten komprimieren“.


SUSE LINUX Benutzerhandbuch 9.3