Ein zentraler Bestandteil Ihrer Arbeitsumgebung ist eine Anwendung zur Verwaltung von Dateien, die Ihnen ermöglicht, auf einfache Weise Dateien auf Ihrem System zu erstellen, auf sie zuzugreifen und sie zu verwalten. Die traditionelle Dateiverwaltung unter Linux müsste sonst über die Kommandozeile erfolgen, was die ausführlichere Kenntnis gleich mehrerer Befehle zur Auflistung, Erzeugung, Löschung oder Bearbeitung von Dateien voraussetzt. Ein Dateimanager bietet einen grafischen und eingängigeren Weg zur Handhabung dieser Aufgaben. Mehr über die Dateimanager von GNOME und KDE erfahren Sie in Abschnitt 3.3, „Dateimanagement mit Nautilus“ und Abschnitt 4.3, „Konqueror als Dateimanager“.
Linux verwendet keine Laufwerksbuchstaben, wie es bei Windows der Fall
ist. Unter Windows würden Sie das Diskettenlaufwerk als
A:\ ansprechen, die Systemdaten von Windows befinden
sich unter C:\ und so weiter. Bei Linux sind alle
Dateien und Verzeichnisse in eine Baumstruktur eingeordnet. Das
Ursprungsverzeichnis wird auch als Root (engl. für „Wurzel“
oder einfach nur mit dem vorwärtigen Schrägstrich /
bezeichnet. Alle weiteren Verzeichnisse können von dort aus erreicht
werden.
Es folgt eine kurze Führung durch den Dateisystembaum von Linux mit einer Erläuterung der wichtigsten Verzeichnisse:
/home/<benutzername>
/home enthält die persönlichen Dateien jedes
Benutzers, der auf Ihrem System ein Konto hat. Die hier befindlichen
Dateien können nur von ihren Besitzern oder dem Systemverwalter
verändert werden. Zum Beispiel befindet sich Ihr E-Mail-Verzeichnis
hier.
/media
/media enthält für gewöhnlich jedes Gerät mit
Ausnahme der Festplatte Ihres Rechners. Ihr USB-Flash-Speicher
erscheint unter /media, nachdem Sie ihn
angeschlossen haben. Dasselbe gilt für Ihre Digitalkamera (sofern Sie
über USB angeschlossen wird) oder für Ihr DVD oder CD Laufwerk. Sobald
die Datenquelle entfernt wird, verschwindet das entsprechende
Verzeichnis unter media ebenfalls.
/usr/share/doc
Unter /usr/share/doc befindet sich viel
Dokumentation über Ihr Linux-System und die installierten Pakete. Das
Unterverzeichnis manual enthält eine digitale
Kopie dieses Handbuches, sowie das Administrationshandbuch und die Release-Notes der
installierten Version von SUSE LINUX. Das Verzeichnis
packages enthält die in den Softwarepaketen
enthaltene Dokumentation.
/windowsWenn Sie sowohl MS Windows als auch Linux auf Ihrem System installiert haben, finden Sie hier Ihre Daten von MS Windows.
Sie erfahren mehr über das Prinzip des Linux-Dateisystems und finden eine umfassendere Verzeichnisliste in Abschnitt 19.2.2, „Dateien und Verzeichnisse“.
Außer zur Verwaltung Ihrer Daten und zur Vorschau fast jeden Dateityps, kann Ihr Dateimanager als Schnellfinder für Ihre persönlichen Daten, Systeminformationen und Netzwerkdienste eingesetzt werden. Diese Module sind Teil Ihrer Standardarbeitsfläche.
Verwenden Sie das Symbol auf der Arbeitsfläche in GNOME oder das Symbol mit dem kleinen Haus in KDE, um Ihren Dateimanager aufzurufen (Nautilus in GNOME, Konqueror in KDE), der den Inhalt Ihres Benutzerverzeichnisses anzeigt. Dieser Weg ermöglicht Ihnen, rasch auf Ihre persönlichen Daten in ihrem Benutzerverzeichnis zuzugreifen.
Wenn Sie wissen müssen, welche Festplatten oder Wechselmedien an Ihren Rechner angeschlossen sind, betätigen Sie die Arbeitsflächensymbole (GNOME) oder (KDE). Die Dateimanager bieten einen Überblick über alle an Ihren Rechner angeschlossenen Laufwerke, einschließlich der Festplatten. Wenn Sie eines der dort aufgeführten Laufwerke wählen, zeigt der Dateimanager die sich dort befindlichen Datein und Verzeichnisse an. Diese Funktion ermöglicht es Ihnen, Daten auf beliebigen an den Rechner angeschlossenen Wechselmedien zu suchen. Eine Digitalkamera erscheint in dieser Liste genauso wie ein USB-Flash-Speicher oder eine Festplatte.
Verwenden Sie das Menu in der oberen Kontrollleiste von GNOME, um auf Netzwerkordner zuzugreifen. In KDE wählen Sie das Arbeitsflächensymbol an, um alle in Ihrem Netzwerk bereitgestellten Dienste einzuholen. Verwenden Sie diese Funktion, um auf alle verfügbaren Netzwerkressourcen und Windows Netzwerke, FTP-Server oder beliebige andere Dienste zuzugreifen, die in Ihrem Netzwerk verfügbar gemacht wurden.
Wenn Sie eine bestimmte Datei in einem gesamten Dateisystem suchen
müssen, verwenden Sie die grafischen Suchanwendungen, die Ihre
Arbeitsumgebungen bieten. Wählen Sie in GNOME
+, um das Suchwerkzeug
aufzurufen. Das erste Dialogfenster dient der Eingabe des Dateinamens
oder wenigstens eines Teils davon. Wenn Sie sich sicher sind, dass sich
die Datei in Ihrem Benutzerverzeichnis befindet, nehmen Sie den
automatisch vorgegebenen Pfad /home/<username>
an. Um die Suche auf das gesamte Dateisystem auszuweiten, wählen Sie den
Ursprung des Dateisystems durch Eingabe von
/. Verfeinern Sie Ihre Suche durch die Angabe weiterer
Suchkriterien. Wählen Sie und
wählen Sie aus den dort angebotenen Kriterien aus. Es ist sogar möglich,
Reguläre Ausdrücke oder Jokerzeichen zu verwenden. Wählen Sie
, um die Suche zu beginnen und beobachten Sie
die Liste der Ergebnisse im unteren Teil des Fensters. Abhängig vom
Ausmass Ihrer Suche kann der gesamte Vorgang erheblich viel Zeit in
Anspruch nehmen.
KDE enthält die Anwendung KFind, die vom Hauptmenü mit aufgerufen wird. Das Suchfenster enthält die Reiter
, und
. Im Reiter
können Sie den Namen der Datei nach Bedarf mit Jokerzeichen (Sternchen
oder Fragezeichen) eingeben. Geben Sie den Suchpfad an und bestimmen sie,
ob sich Ihre Suche auf Unterverzeichnisse erstrecken soll, oder die
Gross- und Kleinschreibung beachtet werden soll. Der Reiter
wird genutzt, um den Inhalt von Dateien nach
bestimmten Ausdrücken zu durchsuchen. Diese Art der Suche wird nur für
eine begrenzte Anzahl von Dateien unterstützt, wie zum Beispiel
OpenOffice.org- oder KWord-Formate. Sie können sogar Reguläre Ausdrücke
verwenden, wenn KRegExpEditor installiert ist (Paket kdeutils3-extra). Um den Umfang der Suche
durch Angabe des Dateibesitzers, Dateigrösse oder Änderungsdatum zu
beschränken, nutzen Sie den Reiter .
![]() | Mehr Informationen über Suchmuster |
|---|---|
Mehr über Suchmuster und die Verwendung von Jokerzeichen oder Regulären Ausdrücken erfahren Sie in Abschnitt 19.2, „Einführung in die Bash“. | |