GNOME bietet eine Anzahl von Anwendungen, um körperlich beeinträchtigte Anwender zu unterstützen. Diese Anwendungen schliessen eine Bildschirmtastatur (GNOME On-Screen Keyboard - GOK), ein Bildschirmlesewerkzeug mit Lupe (Gnopernicus), Sprachausgabe und Unterstützung für Braille-Terminals, sowie ein Texteingabewerkzeug (Dasher). Die Unterstützung für behindertengerechten Zugang wird über das GNOME Kontrollzentrum eingeschaltet, welches mit + aufgerufen wird.
Die Bildschirmtastatur „GNOME On Screen Keyboard (GOK)“ blendet eine virtuelle Tastatur auf der Arbeitsoberfläche als Eingabehilfe für diejenigen Anwender, welche die übliche Maus und Tastatur nicht zur Bedienung Ihrer Computer nutzen können. Mit der entsprechenden Hardwareunterstützung kann man einen Joystick oder ein beliebiges Zeigergerät als Eingabegerät verwenden.
Das folgende Beispiel der Bedienung einer Textverarbeitung über GOK sollte darstellen, wie GOK arbeitet.
Prozedur 3.2. Eine Textdatei über GOK Bearbeiten
Klicken Sie auf im Hauptmenü. Siehe Abbildung 3.6, „GOK im Einsatz“
Wählen Sie , um einen GNOME Text-Editor aufzurufen, und klicken Sie auf , um zum Hauptmenü zurückzukehren.
Klicken Sie auf um die eigentliche Bildschirmtastatur aufzurufen und beginnen Sie, ihren Text einzugeben. Wenn Sie fortgeschrittene Bearbeitungsvorgänge ausführen wollen, wie markieren, kopieren, einfügen oder Buchstaben, Wörter, Sätze oder Zeilen zu überspringen, klicken Sie auf . Um zur Tastaturansicht zurückzukehren, klicken Sie auf .
Um den von Ihnen vefassten Text abzuspeichern, klicken Sie auf , um zum Hauptfenster zurückzukehren. Wählen Sie dann , um ein Fenster mit Schaltflächen aufzurufen, welches alle Punkte der Menüleiste Texteditors abbildet.
Wählen Sie +, um den Dateidialog des Texteditors zu öffnen.
Wählen sie , um den Dateinamen über die virtuelle Tastatur einzugeben und wählen Sie auf der virtuellen Tastatur.
Um den Texteditor zu schliessen, kehren Sie zum Hauptmenü zurück und wählen Sie ++.
Um das Verhalten von GOK einzustellen, klicken Sie auf + im Hauptfenster und passen Sie das , die , die , die und die an.
Mehr Informationen über GOK befinden sich bei http://www.gok.ca/, wo auch eine umfassende Online-Hilfe zu diesem Werkzeug bereit steht.
Gnopernicus ist eine Werkzeugsammlung für blinde und sehbehinderte Anwender. Es enthält die folgenden Funktionen:
Eine Sprach-Synthesizer-Software übersetzt die Vorgänge auf dem Bildschirm in das gesprochene Wort. Wenn Ihr Computer eine Soundkarte hat, können Sie Gnopernicus so einstellen, dass es alles beschreibt was auf dem Bildschirm geschieht.
Wenn ein Braille-Gerät an Ihr System angeschlossen ist, kann Gnopernicus den Bildschirm direkt an dieses Gerät übersetzen. Wenn Sie zusätzlich noch eingeschaltet haben, wird die Braille-Ausgabe auch auf dem Bildschirm dargestellt. Diese Möglichkeit könnte sich für Beispielzwecke als nützlich erweisen.
Dieses Modul unterstützt sehbehinderte Anwender durch die Vergrösserung eines Bildschirmaussschnittes um ein einstellbares Vergrösserungsverhältnis.
Wird Gnopernicus gestartet, erscheint sein Hauptmenü am oberen linken Rand des Bildschirmes, wie in Abbildung 3.7, „Gnopernicus Einrichten“ abgebildet. Legen Sie im Dialogfenster fest, welche Funktionen beim Start Ihrer Arbeitsumgebung zur Verfügung stehen sollen. Jedes aktive Modul kann im Dialogfenster eingerichtet werden.
Mehr Informationen über das Gnopernicus-Projekt befindet sich bei http://www.baum.ro/gnopernicus.html.
Dasher ist eine kleine Anwendung, die es ermöglicht, Texte einzugeben, ohne eine Tastatur zu verwenden. Es kann auf jedem Gerät eingesetzt werden, welches ohne eine Tastatur ausgestattet ist (Handhelds oder Wearable-Computer), oder auf einem handelsüblichen Computer, der anstatt über eine Tastatur und eine Maus über einen Joystick, ein Touchpad, einer Helm-Maus oder einen Blickverfolger bedient wird.
Dasher wird durch durchgängige Zeigerbewegungen betrieben. Beginnen Sie bei einem Buchstaben und ziehen Sie den Zeiger zum nächsten, bis Ihre Eingabe vollständig ist. Dasher unterstützt in seiner Grundausstattung verschiedene Sprachen (Englisch und weitere europäische Sprachen, Japanisch und einige afrikanische Sprachen) und kann auf einfache Weise trainiert werden, weitere Sprachen zu unterstützen. Mehr Information über das Dasher-Projekt befindet sich bei http://www.inference.phy.cam.ac.uk/dasher/.