A.4. Systemkonfiguration und Administration

Muß ich Viren unter Linux befürchten?

Unter Linux wurde bislang keine ernst zu nehmenden Viren entdeckt. Viren können darüberhinaus keinen ernsthaften Schaden ausrichten, wenn sie nicht von root aufgerufen werden. Sämtliche für Linux erhältlichen Virenscanner durchsuchen e-Mail Nachrichten nach Viren für Windows (im Falle, wenn Linux als Router oder Server eingesetzt wird). Sie sollten dennoch wichtige Daten und Einstellungen regelmässig sichern.

Ich kann keine .exe-Dateien entdecken. Wo sind alle Anwendungen hin?

Unter Linux haben ausführbare Dateien normalerweise keine Dateierweiterung. Die meisten Programme befinden sich in /usr/bin und /usr/X11R6/bin.

Woran erkennt man ausführbare Dateien?

Mit dem Befehl ls -l /usr/bin sehen Sie zum Beispiel alle ausführbaren Dateien im Verzeichnis /usr/bin in grüner Farbe. Sie erkennen es auch am x in der ersten Spalte

-rwxr-xr-x   1 root   root     64412 Jul 23 15:23 /usr/bin/ftp
Wie starte ich einen Dienst oder eine Anwendung beim Systemstart?

Um bestimmde Dienste beim Systemstart zu starten, verwenden Sie das YaST Modul Runlevel-Editor. Eine ausführliche Bschreibung dieses Moduls und einige Hintergrundinformationen über den Systemstartvorgang und Runlevel-Konzept unter Linux befindet sich im Administrationshandbuch

Um GNOME so einrichten, dass es beim Start automatisch eine beliebige Anwendung aufruft, öffnen Sie das GNOME Kontrollzentrum und wählen Sie System+Sitzungen. Wählen Sie den Reiter Anwendungen beim Start und geben Sie die Anwendung an, die gestartet werden soll.

In KDE starten Sie den Konqueror und greifen auf das Verzeichnis .kde/Autostart in Ihrem Heimverzeichnis an. Ziehen Sie das Symbol für die Anwendung in das Konqueror fenster und wählen Sie hierhin verknüpfen. Die Anwendung wird das nächste mal gestartet, wenn sie sich bei KDE einbuchen.

Ich habe ein Programm nur im Sourcecode. Wie kann ich es installieren?

Bevor Sie versuchen, eine Anwendung im Quellcode zu kompilieren, schauen Sie nach, ob sie nicht doch als intallierbares RPM vorliegt. Suchen Sie auf Webauftritten, wie http://packman.links2linux.org/ or http://rpmfind.net.

Kurz: Archiv auspacken mit tar xvzf name.tar.gz, die Datei INSTALL oder README lesen und befolgen. Meist sind die folgenden Befehle auszuführen: ./configure; make; make install. Beachten Sie bitte, dass wir für die Schritte der Kompilierung, sowie der selbstkompilierten Programme keinen Installationssupport geben können.

Muss ich mir einen Kernel selbst kompilieren?

Nein, das ist in den allermeisten Fällen nicht notwendig, und ungeübten Benutzern wird dringend von der Neukompilierung des Kernels abgeraten. Wenn Sie es dennoch tun, tun Sie es auf eigenes Risiko – wir können in diesem Fall auch keinen Installationssupport anbieten!

Wie kann ich meine Festplatte defragmentieren?

Linux Dateisysteme lassen von vornherein fast keine Fragmente entstehen. Je voller Ihre Festplatte wird, desto fragmentierter wird die Platte sogar unter Linux werden. Achten Sie nur darauf, dass Ihre Partitionen nicht zu mehr als 80% voll werden. Benutzen Sie hierzu df -h, um Angaben über belegten und freien Plattenplatz einzusehen.

Ich brauche mehr Platz für Linux, wie kann ich noch eine Festplatte dazuhängen?

Sie können unter einem Linux-System jederzeit Festplatten bzw. freie Partitionen von Festplatten einbinden, um mehr Platz zur Verfügung zu haben. Wenn Sie zum Beispiel in /opt mehr Platz benötigen, können Sie dort eine zusätzliche Festplatten-Partition einhängen mount. Die genaue Vorgehensweise:

  1. Festplatte einbauen und Linux starten. Beachten Sie die entsprechende Anleitung der Festplatte.

  2. Als Benutzer root einloggen.

  3. Partitionieren Sie mit fdisk. Schlagen Sie zu mehr informationen hierüber in den Man-Pages mit man fdisk nach.

  4. Formatieren Sie die Partition mit mke2fs /dev/PARTITIONSBEZEICHNER.

  5. Folgende Befehle eingeben:

    cd /opt
    mkdir /opt2
    mount /dev/hdb1 /opt2
    cp -axv . /opt2

    Überprüfen Sie nun sorgfältig, ob alle Daten kopiert wurden. Danach können Sie das alte Verzeichnis verschieben und einen neuen leeren Mountpoint anlegen:

    mv  /opt /opt.old
    mkdir /opt

    Tragen Sie die neue Partition mit einem Editor zusätzlich in die /etc/fstab ein; das könnte aussehen wie in der Datei Beispiel A.1, „Auszug aus /etc/fstab: zusätzliche Partition“.

    Beispiel A.1. Auszug aus /etc/fstab: zusätzliche Partition

    /dev/hdb1       /opt     ext2      defaults   1   2
    

    Jetzt sollten Sie den Rechner herunterfahren und neu booten.

  6. Wenn der Rechner neu gebootet hat, vergewissern Sie sich bitte mit dem Befehl mount, ob /dev/hdb1 auch wirklich unter /opt eingehängt wurde. Wenn alles wunschgemäß funktioniert, können Sie jetzt die alten Daten unter /opt.old entfernen:

    cd /
    rm -fr opt.old
Wie kann ich mir den freien Platz in Linux anzeigen lassen?

Mit dem Befehl df -hT. -h konvertiert die Grössen in für Menschen lesbarere Darstellungen (wie zum Beispiel 1K, 234M oder 2G) und -T gibt den Typ des Dateisystems aus.


SUSE LINUX Benutzerhandbuch 9.3