16.2. Auf die Kamera zugreifen

Es gibt drei Wege des Zurgiffs auf die Bilder in der Kamera. Welcher auf Sie zutrifft, hängt von Ihrer Kamera ab und davon, welches Protokoll sie unterstützt. Für gewöhnlich ist dies USB Massenspeicher, welches vom Hotplug-System unterstützt wird, PTP (Picture Transfer Protocol) und einige von gphoto2 unterstützte proprietäre Protokolle.

Der einfachste Fall tritt ein, wenn Ihre Kamera USB Massenspeicher unterstützt. Lesen Sie die Unterlagen zu Ihrer Kamera, wenn Sie sich nicht sicher darüber sind, ob dies möglich ist. Einige unterstützen zwei Protokolle, wie zum Beispiel PTP, USB Massenspeicher oder beides. Unglücklicherweise gibt es einige Kameras, die mit proprietären Protokollen Daten übertragen, was die Vorhaben umständlicher gestalten kann. Wenn Ihre Kamera USB Massenspeicher oder PTP nicht unterstützen sollte, werden die folgenden Beschreibungen nicht zutreffen. Versuchen Sie dann gphoto2 --list-cameras und die Hinweise bei http://www.gphoto.org/.

Wenn Ihre Kamera auf USB Massenspeicher eingestellt werden kann, wählen sie diese Möglichkeit aus. Nachdem Sie sie mit dem USB-Port Ihres Computers verbunden und eingeschaltet haben, wird es vom Hotplug-System erkannt. Dieses kümmert sich automatisch um das Einhängen des Gerätes, damit einfach darauf zugegriffen werden kann. Die KDE-Arbeitsfläche zeigt ein Kamerasymbol nach einem erfolgreichen Einhängevorgang.

Nachdem die Kamera erfolgreich eingehängt wurde, erscheint ein neues Verzeichnis unter /media, welches mit usb beginnt und sich mit vielen Zahlen fortsetzt. Jeder Hersteller und jedes Produkt hat eine Nummer, so dass es immer den gleichen Namen erhält, wenn Sie das Gerät mit Ihrem Computer verbinden. Abhängig davon, was Sie mit dem USB-Bus verbunden haben, finden Sie verschiedene Einträge vor. Das einzige übriggebliebene Problem ist, den richtigen Eintrag für Ihre Kamera zu finden. Versuchen Sie, eines dieser Verzeichnisse anzuzeigen und beobachten Sie, was geschieht. Jede Kamera hat eine andere Baumstruktur, so dass keine allgemein gültige Regel besteht. Wenn Sie JPEG-Dateien in einem Verzeichnis sehen, sind Sie wahrscheinlich fündig geworden.

Nachdem Sie Ihr richtiges Verzeichnis gefunden haben, können Sie die Dateien in Ihrer Kamera mit dem Dateimanager oder einfachen Shell-Befehlen kopieren, verschieben oderlöschen. Lesen Sie hierzu Abschnitt 19.4, „Wichtige Linux-Befehle im Überblick“ und das Administrationshandbuch.


SUSE LINUX Benutzerhandbuch 9.3