Kapitel 15. Sound unter Linux

Inhaltsverzeichnis

15.1. Die ALSA PCM-Typen
15.2. Mixer
15.3. Player
15.4. Buffering und Latenzen
15.5. Das JACK Audio Connection Kit
15.6. Harddisk-Recording mit Audacity
15.7. WAV-Dateien direkt aufnehmen und wiedergeben
15.8. Audiodaten komprimieren
15.9. ALSA und Midi
15.10. MIDI ohne WaveTable-Karte
15.11. AlsaModularSynth - Synthesizer und Effektprozessor
15.12. NoteEdit und MIDI Sequenzer

Zusammenfassung

Linux bietet eine weite Bandbreite an Sound-Applikationen, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Sie erhalten im Folgenden eine Übersicht über eine breite Palette von Applikationen für die verschiedenen Aufgaben im Multimedia-Bereich und gegebenenfalls Informationen zum entsprechenden technischen Hintergrund. Einige dieser Applikationen sind nicht Bestandteil der Standardinstallation. Verwenden Sie bitte YaST zum Installieren der zugehörigen Pakete.

15.1. Die ALSA PCM-Typen

Mit der Version 0.9 der Advanced Linux Sound Architecture (ALSA) wurde das Konzept für die PCM-Devices grundlegend geändert und erweitert. PCM steht für „Pulse Code Modulation“ und bezeichnet bei Sound-Karten die Wiedergabeschnittstellen für digitale Audiodaten. Der Anwender kann durch die Auswahl eines bestimmten PCM-Typs beeinflussen, wie ALSA auf die Soundkarte zugreift. Die wichtigsten PCM-Typen tragen die Namen hw und plughw.

Um den Unterschied zwischen den beiden Typen zu beleuchten, werden kurz die Vorgänge beim Öffnen eines PCM-Device betrachtet. Für jedes PCM-Device müssen beim Öffnen einige Einstellungen bekannt sein. Dies sind zumindest: Sample-Format, Sample-Frequenz, Anzahl der Kanäle, Anzahl der Perioden (früher Fragments genannt) und Größe einer Periode. Nun kann es passieren, dass eine Applikation zum Beispiel eine WAV-Datei mit einer Sample-Frequenz von 44,1 kHz abspielen möchte, die Soundkarte aber diese Frequenz nicht unterstützt. In diesem Fall kann ALSA mit Hilfe des Plugin-Layer eine automatische Konvertierung der Daten in ein Format vornehmen, das von der Soundkarte unterstützt wird. Die Konvertierung betrifft die Parameter Sample-Format, Sample-Frequenz und Anzahl der Kanäle.

Die Zuschaltung des Plugin-Layers wird durch die Auswahl des PCM-Typs plughw aktiviert. Mit dem PCM-Typ hw versucht ALSA dagegen direkt, die PCM-Devices mit den von der Applikation benötigten Parametern zu öffnen. Die Angabe der gewünschten Soundkarten- und Device-Nummer folgt nach einem Doppelpunkt auf den PCM-Typ. Dabei wird zuerst die Karten- und dann die Device-Nummer angegeben. Der komplette Bezeichner für ein PCM-Device sieht also zum Beispiel so aus: plughw:0,0

Als neuer PCM-Typ ist das dmix Ausgabe-Plugin hinzugekommen. Bei Soundkarten, die kein mehrfaches Öffnen eines PCM-Device erlauben, können sich mehrere Applikationen per dmix ein solches Device teilen. Der komplette Bezeichner lautet in diesem Fall plug:dmix. Weitere Informationen über dmix finden Sie unter http://alsa.opensrc.org/index.php?page=DmixPlugin.


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