Mit dem Backup-Modul haben Sie die Möglichkeit, mit Hilfe von YaST Backups Ihres Systems durchzuführen. Das Modul führt keine vollständigen Systembackups durch, sondern sichert nur Informationen über geänderte Pakete, systemkritische Bereiche und Konfigurationsdateien.
Bei der Konfiguration können Sie bestimmen, welche Dateien gesichert werden
sollen. Standardmäßig werden Informationen darüber gesichert, welche Pakete
sich seit der letzten Installation geändert haben. Zusätzlich können Sie
Dateien sichern, die zu keinem Paket gehören, z.B. viele
Konfigurationsdateien unter /etc- oder
Heimatverzeichnisse unter /home. Außerdem können
kritische Systembereiche auf der Festplatte wie Partitionierungstabellen
oder der MBR (engl. master boot record) gesichert werden, die bei einer
eventuellen Wiederherstellung des Systems vonnöten sein können.
Mit dem Restore-Modul (Abb.Abbildung 2.10, „YaST: Startfenster des Restore-Moduls“) können Sie Ihr System von einem Backup-Archiv wiederherstellen. Folgen Sie den Anweisungen in YaST. Mit gelangen Sie in die verschiedenen Dialoge. Zu Beginn geben Sie an, wo sich das/die Archiv(e) befinden, also entweder auf Wechselmedien, auf lokalen Platten oder auf Netzwerk-Dateisystemen. Im weiteren Verlauf der Dialoge werden Ihnen zu den Archiven die jeweiligen Beschreibungen und Inhalte angezeigt, und Sie können entscheiden, was aus den Archiven wiederhergestellt werden soll.
Weiterhin können Sie in einem Dialog solche Pakete zum Deinstallieren auswählen, die seit dem letzten Backup neu hinzugekommen sind. Darüber hinaus können Sie solche Pakete, die seit dem letzten Backup gelöscht wurden, erneut zur Installation auswählen. Durch diese beiden zusätzlichen Schritte können Sie exakt den Systemzustand zum Zeitpunkt des letzten Backups wiederherstellen.
![]() | System wiederherstellen |
|---|---|
Da dieses Modul im Normalfall viele Pakete und Dateien installiert, ersetzt oder deinstalliert, sollten Sie es nur benutzen, wenn Sie Erfahrung mit Backups haben, sonst kann Ihnen unter Umständen Datenverlust entstehen. | |
Mit diesem YaST-Modul können Sie auf einfache Weise Boot-Disketten und Rettungsdisketten erstellen. Diese Disketten sind hilfreich, wenn die Boot-Konfiguration in Ihrem System einmal beschädigt sein sollte. Die Rettungsdiskette ist speziell dann nötig, wenn das Datei-System der Root-Partition beschädigt ist.
Die folgenden Optionen sind verfügbar:
Mit dieser Option erstellen Sie Standard-Boot-Disketten, mit der Sie ein bereits installiertes System booten können. Die Anzahl der Boot-Disketten schwankt je nach Rechnerarchitektur. Es sollten dennoch alle vom Vorgang vorgesehenen Disketten erstellt werden, da sie auch alle zum Booten benötigt werden. Sie werden auch zum Starten des Rettungssystems benötigt.
Diese Diskette enthält eine spezielle Umgebung, die es Ihnen ermöglicht, Wartungsarbeiten an Ihrem installierten System durchzuführen, beispielsweise die Prüfung und Instandsetzung von Dateisystemen und die Aktualisierung des Bootloaders. Um das Rettungssystem zu starten, booten Sie zunächst mit den Standard-Boot-Disketten und wählen dann ++. Sie werden dann aufgefordert, die Rettungsdiskette einzulegen.
Mit dieser Option können Sie ein beliebiges Disketten-Image von der Festplatte auf eine Diskette schreiben.
Hier können Sie nach der Eingabe einer URL und der entsprechenden Authentifizierungsdaten ein Disketten-Image aus dem Internet laden.
Um eine der oben genannten Disketten zu erzeugen, wählen Sie bitte die entsprechende Option und klicken Sie auf . Sie werden dann aufgefordert, eine Diskette einzulegen. Nachdem Sie nochmals auf geklickt haben, wird der Inhalt auf die Diskette geschrieben.
Der Logical Volume Manager (LVM) ist ein Werkzeug zur individuellen Aufteilung (Partitionierung) von Festplatten in logische Laufwerke. Nähere Informationen zum Thema LVM finden Sie unter Abschnitt 3.7, „LVM-Konfiguration“.
Im Experten-Dialog (Abbildung 2.12, „Der YaST Experten-Partitionierer“) können Sie manuell die Partitionierung einer oder mehrerer Festplatten ändern. Sie können Partitionen hinzufügen, löschen oder bearbeiten. Sie können aus diesem YaST-Modul außerdem auf die Konfiguration von Soft RAID und LVM zugreifen.
![]() | Warnung |
|---|---|
Die Änderung von Partitionen im installierten System sollte nur durch Experten vorgenommen werden, da ein Fehler zu Datenverlust führen kann. Falls Sie eine in Gebrauch befindliche Festplatte umpartitionieren, starten Sie das System sofort danach neu. Es ist sicherer, vom Rescue System aus das System neu zu partitionieren, als diese Änderungen im laufenden System vorzunehmen. | |
In der Liste des Experten-Dialogs werden alle schon vorhandenen bzw.
vorgeschlagenen Partitionen auf allen angeschlossenen Festplatten angezeigt.
Ganze Platten sind als Geräte ohne Nummern dargestellt (zum Beispiel
/dev/hda oder /dev/sda), während einzelne Partitionen als
Teile dieser Geräte nummeriert dargestellt sind (zum Beispiel
/dev/hda1 oder /dev/sda1). Größe, Typ, Dateisystem und
Mountpunkt jeder Platte und Partition werden angezeigt. Der Mountpunkt
beschreibt, an welcher Stelle die Partition im Dateibaum von Linux eingehängt
ist.
Falls Sie während der Installation den Experten-Dialog benutzen, wird freier Festplattenplatz angezeigt und automatisch als gewählt gekennzeichnet. Wenn Sie SUSE LINUX weiteren Speicherplatz zur Verfügung stellen wollen, können Sie ihn in der Liste von unten nach oben, das heißt in der Reihenfolge von der letzten bis hin zur ersten Partition einer Festplatte freigeben. Es ist jedoch nicht möglich, zum Beispiel bei drei Partitionen ausschließlich die zweite für SUSE LINUX zu wählen und die dritte und die erste Partition daneben für andere Betriebssysteme zu erhalten.
Wählen Sie . Wenn mehrere Festplatten angeschlossen sind, erscheint zunächst ein Auswahl-Dialog, in dem Sie eine Platte für die neue Partition auswählen können. Danach legen Sie den Typ der Partition (primär oder erweitert) fest. Sie können bis zu vier primäre oder drei primäre und eine erweiterte Partition erstellen. In der erweiterten Partition können Sie wiederum mehrere logische Partitionen erstellen (siehe Abschnitt 1.5.4.1, „Partitionstypen“).
Wählen Sie dann das zu benutzende Dateisystem und, wenn nötig, einen Mountpunkt. YaST schlägt Ihnen zu jeder Partition, die Sie anlegen, einen Mountpunkt vor. Details zu den Parametern finden Sie im nächsten Abschnitt. Wählen Sie , damit die Änderungen wirksam werden. Die neue Partition wird nun in der Partitionstabelle aufgelistet. Wenn Sie auf klicken, werden die aktuellen Werte übernommen. Während der Installation erscheint wieder der Vorschlags-Dialog.
Wenn Sie eine neue Partition erstellen oder eine bestehende Partition ändern, können Sie verschiedene Parameter setzen. Bei neu angelegten Partitionen werden diese Parameter von YaST sinnvoll gesetzt und müssen normalerweise nicht geändert werden. Falls Sie dennoch manuell eingreifen wollen, gehen Sie folgendermaßen vor:
Auswählen der Partition
der Partition und Setzen der Parameter:
Wenn Sie die Partition vorerst nicht formatieren wollen, müssen Sie hier zumindest die Dateisystem-ID angeben, damit die Partition korrekt eingetragen werden kann. Mögliche Werte sind hier zum Beispiel , , und . Details zu LVM und RAID finden Sie in Abschnitt 3.7, „LVM-Konfiguration“ und Abschnitt 3.8, „Konfiguration von Soft-RAID“.
Wenn Sie die Partition gleich im Rahmen der Installation formatieren wollen, können Sie hier angeben, welches Dateisystem die Partition erhalten soll. Mögliche Werte sind hier zum Beispiel , , , und . Details zu den verschiedenen Dateisystemen finden Sie in Kapitel 20, Dateisysteme unter Linux.
Swap ist ein spezielles Format, das die Partition zum virtuellen Speicher macht. Als Standard für die Linux-Partitionen wird ReiserFS benutzt. ReiserFS ist ebenso wie JFS und Ext3 ein Journaling Dateisystem. Ein solches Dateisystem stellt Ihr System nach einem eventuellen Systemabsturz sehr schnell wieder her, weil Schreibvorgänge im laufenden Betrieb protokolliert werden. ReiserFS ist außerdem sehr schnell beim Umgang mit großen Mengen kleinerer Dateien. Ext2 ist kein Journaling Dateisystem, jedoch ist es sehr stabil und gut für kleinere Partitionen geeignet, da es wenig Plattenplatz für seine Verwaltung benötigt.
Hier können Sie verschiedene Arbeitsparameter des gewählten Dateisystems einstellen. Je nach verwendetem Dateisystem werden hier Einstellungsmöglichkeiten für Experten angeboten.
Wenn Sie die Verschlüsselung aktivieren, werden alle Daten verschlüsselt auf die Festplatte geschrieben. Dies erhöht die Sicherheit von sensiblen Daten, jedoch wird dadurch die Geschwindigkeit des Systems etwas verringert, weil die Verschlüsselung natürlich Zeit kostet. Mehr Informationen zur Verschlüsselung von Dateisystemen finden Sie in Abschnitt 34.3, „Partitionen und Dateien verschlüsseln“.
Hier können Sie verschiedene Parameter für die Verwaltungsdatei der
Dateisysteme (/etc/fstab) angeben.
Gibt das Verzeichnis an, in dem die Partition in den Dateisystembaum eingehängt werden soll. Benutzen Sie einen der YaST-Vorschläge oder geben Sie einen beliebigen Namen an.
Wählen Sie , um die Partition zu aktivieren.
Wenn Sie manuell partitionieren, müssen Sie eine Swap-Partition anlegen, deren Größe mindestens 256 MB betragen sollte. Der Swap-Bereich dient dazu, momentan nicht benötigte Daten aus dem Hauptspeicher auszulagern, um den Arbeitsspeicher immer für die wichtigsten, gegenwärtig am häufigsten gebrauchten Daten frei zu halten.
Unter wird ein Menü mit den folgenden Befehlen angezeigt:
Liest die Partitionstabelle von der Festplatte neu ein. Diese Funktion wird beispielsweise nach einer manuellen Partitionierung von der Textkonsole benötigt.
Überschreibt die alte Partitionstabelle vollständig. Dies kann nützlich sein, falls Sie Probleme mit eigenartigen Disk-Labels haben. Bei dieser Funktion gehen sämtliche Daten auf der Festplatte verloren.
Wenn YaST automatisch die Partitionierung vornimmt und dabei erkennt, dass
sich andere Partitionen im System befinden, werden diese auch in der Datei
/etc/fstab
eingetragen, um später im installierten System einen einfachen
Zugriff auf diese Daten zu ermöglichen. In dieser Datei stehen alle im
System befindlichen Partitionen mit ihren zugehörigen Eigenschaften wie
Dateisystem, Mountpunkt und Nutzerrechte.
Beispiel 2.1. /etc/fstab: data-Partitionen
/dev/sda1 /data1 auto noauto,user 0 0 /dev/sda5 /data2 auto noauto,user 0 0 /dev/sda6 /data3 auto noauto,user 0 0
Die Partitionen, egal ob Linux- oder FAT-Partitionen, werden mit den
Optionen noauto und user eingetragen.
So kann jeder Benutzer diese Partitionen bei Bedarf ein- oder aushängen. Aus
Gründen der Sicherheit wird von YaST hier nicht die Option
exec eingetragen, die notwendig ist, damit Programme von
dort ausgeführt werden können. Falls Sie hier dennoch Programme oder
Skripten ausführen wollen, tragen Sie diese Option bitte manuell nach.
Diese Maßnahme ist spätestens dann notwendig, wenn Sie Meldungen
wie bad interpreter oder Permission
denied zu sehen bekommen.
Aus dem Experten-Dialog gelangen Sie mit dem Menüpunkt (siehe Abschnitt 3.7, „LVM-Konfiguration“) in den LVM-Konfigurationsdialog. Falls sich auf Ihrem System bereits eine funktionsfähige LVM-Konfiguration befindet, wird diese automatisch aktiviert, sobald Sie zum ersten Mal während einer Sitzung auf die LVM-Konfiguration zugreifen. In diesem Fall können Festplatten, die eine Partition enthalten, die einer aktivierten Volume Group angehört, nicht umpartitioniert werden, da der Linux-Kernel die geänderte Partitionstabelle einer Festplatte nicht neu einlesen kann, solange irgendeine Partition dieser Festplatte in Gebrauch ist. Falls Sie auf Ihrem System bereits eine funktionsfähige LVM-Konfiguration haben, sollte jedoch eine physische Umpartitionierung nicht notwendig sein. Ändern Sie stattdessen die Konfiguration der Logical Volumes.
Am Anfang der Physical Volumes (PVs) wird Information über den Volume
in die Partition geschrieben. So „weiß“ ein PV, welcher
Volume Group es angehört. Um eine solche Partition für andere
Zwecke außer LVM zu benutzen, sollte man den Anfang dieses Volumes
löschen. Für die VG system und das PV
/dev/sda2 kann dies beispielsweise mit dem Befehl
dd if=/dev/zero of=/dev/sda2 bs=512
count=1 geschehen.
![]() | Dateisystem für den Systemstart |
|---|---|
Das Dateisystem, das für den Systemstart benutzt wird (das Root-Dateisystem
oder | |
Das Modul für den Profilmanager (engl. System Configuration Profile Management SCPM) erlaubt Ihnen, komplette Systemkonfigurationen anzulegen, zu verwalten und bei Bedarf zwischen ihnen zu wechseln. Dies ist besonders bei mobilen Computern hilfreich, die an verschiedenen Standorten (in verschiedenen Netzwerken) und von verschiedenen Personen verwendet werden. Aber auch bei stationären Rechnern können auf diese Weise unterschiedliche Hardwarekomponenten bzw. verschiedene Testkonfigurationen zum Einsatz kommen. Wenn Sie weiterführende Informationen über die Grundlagen und die Bedienung des SCPM erfahren möchten, lesen Sie bitte das Kapitel 15, System Configuration Profile Management.
SUSE LINUX können Sie in verschiedenen Runleveln betreiben. Standardmäßig startet das System in Runlevel 5. Das bedeutet, Sie haben dann Mehrbenutzerbetrieb, Netzwerkzugang und die grafische Oberfläche (X Window System). Als weitere Runlevel haben Sie Mehrbenutzerbetrieb mit Netzwerk ohne X (Runlevel 3), Mehrbenutzerbetrieb ohne Netzwerk (Runlevel 2), Einzelnutzerbetrieb (Runlevel 1 und S), System herunterfahren (Runlevel 0) und System neu starten (Runlevel 6).
Die verschiedenen Runlevel sind hilfreich, wenn in einem höheren Runlevel Probleme mit dem jeweiligen Dienst auftreten (X oder Netzwerk). Dann kann das System in einem niedrigeren Runlevel wechseln, um den jeweiligen Dienst zu reparieren. Außerdem laufen viele Server ohne grafische Oberfläche. Deshalb müssen solche Rechner z.B. in den Runlevel 3 gebootet werden.
In der Regel benötigen Sie nur den Standardrunlevel (5). Wenn allerdings Ihre grafische Oberfläche einmal hängen bleiben sollte, können Sie zum Neustart des X Window Systems mit der Tastenkombination Strg-Alt-F1 auf eine Textkonsole umschalten, sich dort als Root anmelden. Danach können Sie in den Runlevel 3 schalten mit dem Befehl init 3. Damit wird Ihr X Window System heruntergefahren und Ihnen steht ausschließlich eine reine Textkonsole zur Verfügung. Um das X Window System von hier aus neu zu starten, geben Sie die Befehl init 5 ein.
Weitere Informationen zu Runlevels unter SUSE LINUX und eine Beschreibung des Runlevel-Editors von YaST finden Sie im Kapitel 7, Ein Linux-System booten und konfigurieren.
Im Verzeichnis /etc/sysconfig sind die
Dateien mit den wichtigsten Einstellungen für SUSE LINUX hinterlegt. Der
Sysconfig-Editor stellt alle Einstellmöglichkeiten übersichtlich dar. Die
Werte können geändert und in die einzelnen Konfigurationsdateien übernommen
werden. Im Allgemeinen ist das manuelle Bearbeiten von Dateien allerdings
nicht notwendig, da diese bei der Installation eines Paketes oder beim
Einrichten eines Dienstes etc. automatisch angepasst werden. Weitere
Informationen zu /etc/sysconfig und zum
Sysconfig-Editor von YaST finden Sie im Kapitel 7, Ein Linux-System booten und konfigurieren.
Die Zeitzone wurde bereits während der Installation festgelegt, doch haben Sie hier die Möglichkeit, eine nachträgliche Änderung vorzunehmen. Klicken Sie in der Liste einfach auf Ihr Land bzw. Ihre Region und wählen Sie oder (engl. Coordinated Universal Time). Bei einem Linux-System ist es üblich, zu verwenden. Rechner mit weiteren Betriebssystemen wie z.B. Microsoft Windows verwenden meistens die Ortszeit.