2.2. Software

2.2.1. Software installieren oder löschen

Mit diesem Modul können Sie Software auf Ihrem Rechner installieren, deinstallieren und aktualisieren. Unter Linux ist Software in Form von Paketen verfügbar. Ein Paket enthält normalerweise alles, was zu einem bestimmten Programm gehört, die Programmdateien selbst, zugehörige Konfigurationsdateien und Dokumentation. Meist gibt es auch ein entsprechendes Paket mit den Quelldateien für das Programm. Diese Quellen werden zum Betrieb eines Programmes zwar nicht benötigt, jedoch kann deren Installation sinnvoll sein, wenn man aus bestimmten Gründen eine individuelle, angepasste Version des Programmes erzeugen möchte.

Einige Pakete stehen in Abhängigkeit zu anderen Paketen. Dies bedeutet, dass die Software eines Paketes nur dann zufriedenstellend funktionieren kann, wenn gleichzeitig auch ein anderes Paket installiert ist. Darüber hinaus müssen bei manchen Paketen schon für die Installation andere Pakete installiert sein, etwa weil die Installationsroutine Gebrauch von bestimmten Tools machen möchte. Wenn solche Pakete installiert werden sollen, muss daher eine gegebene Reihenfolge beachtet werden. Weiterhin gibt es für manchen Zweck auch mehrere Pakete, die Gleiches oder Ähnliches leisten. Wenn solche Pakete dieselbe Systemressource verwenden, dürfen sie natürlich nicht gleichzeitig installiert werden (Paket-Konflikt). Abhängigkeiten und Konflikte können dabei zwischen zwei Paketen oder einer mehr oder minder großen Anzahl davon bestehen und dabei gelegentlich unüberschauber sein. Hinzu kommt noch, dass oft auch die jeweilige Version der Pakete für eine reibungslose Zusammenarbeit entscheidend ist.

All diese Bedingungen müssen beim Installieren, Deinstallieren und Aktualisieren von Software berücksichtigt werden. YaST stellt jedoch ein überaus leistungsfähiges Werkzeug für diesen Zweck bereit: das Software-Installationsmodul, das hier meist als Paket-Manager bezeichnet wird. Der Paket-Manager verschafft sich beim Start ein aktuelles Bild vom System und zeigt die bereits installierten Pakete an. Wenn Sie nun weitere Pakete zur Installation auswählen, verfolgt der Paket-Manager automatisch die oben erwähnten Abhängigkeiten und selektiert gegebenenfalls weitere Pakete dazu (Auflösung von Abhängigkeiten). Auch wenn Sie konkurrierende Pakete auswählen, weist Sie der Paket-Manager auf diesen Umstand hin, und bietet gleichzeitig Vorschläge an, um das Problem zu lösen (Auflösung von Konflikten). Wenn Sie ein Paket zum Löschen auswählen, das von anderen bereits installierten Paketen benötigt wird, erhalten Sie auch hier einen entsprechenden Hinweis mit Detailinformationen und Lösungsvorschlägen.

Über diese rein technischen Aspekte hinaus bietet der Paket-Manager eine übersichtliche Darstellung des gesamten Umfangs der Pakete von SUSE LINUX. Erreicht wird dies durch thematische Gruppierung der Pakete und eine sinnvoll reduzierte Darstellung dieser Gruppen mittels geeigneter Filter.

2.2.1.1. Der Paket-Manager

Wenn Sie mit dem Paket-Manager den Software-Bestand auf Ihrem System ändern wollen, wählen Sie bitte im YaST-Kontrollzentrum Software installieren oder löschen. Es erscheint dann das Dialogfenster des Paket-Managers (vgl. Abb.Abbildung 2.2, „YaST: Der Paket-Manager“). Das Fenster ist in verschiedene Bereiche (Teilfenster) aufgeteilt. Deren Größe kann verändert werden, indem man die Trennlinien zwischen den Bereichen mit der Maus anklickt und verschiebt. Die Inhalte der Teilbereiche und deren Verwendung werden nachfolgend beschrieben.

Abbildung 2.2. YaST: Der Paket-Manager

YaST: Der Paket-Manager

2.2.1.2. Das Filterfenster

Der Paket-Manager bietet verschiedene Filtermethoden an, um die Auflistung von Paketen nach Kategorien zu ordnen bzw. auf einen überschaubaren Teil zu begrenzen. Das Filterfenster ist der Bereich links unter der Menüzeile und dient der Steuerung und Darstellung der verschiedenen Filtermethoden. Oben sehen Sie die Filter-Auswahlbox, deren Inhalt bestimmt, was im unteren Teil des Filterbereichs dargestellt wird. Wenn Sie die Filter-Auswahlbox aufklappen, sehen Sie eine Liste der vorhandenen Filter und können einen davon verwenden.

Der Selektionen-Filter

Beim Start des Paket-Managers ist der Selektionen-Filter aktiviert. Mit einer Selektion gruppieren Sie die Programmpakete nach Anwendungszweck, wie Multimedia oder Büroanwendungen. Unter der Filter-Auswahlbox sehen Sie die verschiedenen Gruppen von Selektionen. Alle bereits installierten Pakete erscheinen hier als ausgewählt. Durch Mausklicks auf die Status-Box am Anfang der Zeile können Sie die verschiedenen Zustände einer Selektion der Reihe nach durchschalten. Alternativ kann der Status auch direkt ausgewählt werden, indem man mit einem rechten Mausklick auf die Zeile einer Selektion das Kontext-Menü öffnet. Im rechten Teil des Fensters werden die einzelnen Pakete aufgelistet, die in der aktuellen Selektion enthalten sind. Dort können Sie einzelne Pakete abwählen und natürlich auch wieder auswählen.

Der Paketgruppen-Filter

Der Paketgruppen-Filter bietet eine eher technische Sicht auf die Pakete und ist gut geeignet für Anwender, die sich in der Paket-Struktur von SUSE LINUX bereits auskennen. Die Programmpakete werden auf der linken Seite in einer Baumstruktur nach Themen wie Applikationen, Entwicklung, Hardware usw. geordnet. Je weiter Sie die Zweige dieses Baums aufklappen, desto enger ist die Begrenzung der Auswahl auf ein bestimmtes Thema. Die Liste der zugehörigen Einzelpakete im rechten Bereich wird dadurch immer kürzer und überschaubarer.

Zusätzlich bietet dieser Filter die Möglichkeit, alle Pakete ohne jede Kategorisierung in alphabetischer Reihenfolge anzuzeigen. Wählen Sie hierzu auf der obersten Ebene den Zweig zzz Alle. Da SUSE LINUX sehr viele Pakete enthält, kann es etwas dauern, bis diese lange Liste aufgebaut ist.

Die Suchfunktion

Die einfachste Methode ist die Suche. Durch Angabe verschiedener Suchkriterien können Sie die Filterung so genau festlegen, dass im rechten Teil eventuell nur ein einziges Paket gelistet wird. Geben Sie hierzu eine Zeichenkette ein und wählen Sie über die Checkboxen, wie danach gesucht werden soll (im Namen, in der Beschreibung oder in den Paket-Abhängigkeiten). Experten können mit Platzhaltern und regulären Ausdrücken spezielle Suchmuster eingeben und in den Feldern „Provides“ und „Requires“ gezielt die Paket-Abhängigkeiten durchsuchen. Diese Funktion erlaubt es, zum Beispiel, festzustellen, in welchem Paket eine bestimmte Bibliothek enthalten ist.

[Tip]Schnellsuche

Zusätzlich zum Filter Suche gibt für alle Listen des Paket-Managers eine Schnellsuche. Hierzu müssen Sie nur den Anfangsbuchstaben eines Paketnamens eingeben, und der Auswahlbalken springt zum ersten Paket in der Liste, dessen Name mit diesem Zeichen beginnt. Der Cursor muss dazu in der Liste stehen (durch Anklicken derselben).

Sprachen

Manche Pakete sind in mehrere Sprachen aufgeteilt, die übersetzte Texte der Benutzeroberflächen, Schriftarten oder Anleitungen enthalten. Dieser Filter zeigt im linken Fenster eine Liste aller Sprachen, die von SUSE LINUX unterstützt werden. Sobald eine dieser Sprachen ausgewählt wird, erscheint im rechten Fenster eine Liste aller Pakete, welche in dieser Sprache zur Verfügung stehen. Innerhalb dieser Liste werden sodann alle Pakete automatisch zur Installation ausgewählt, die Ihrer aktuellen Softwareauswahl entsprechen.

[Note]Anmerkung

Da besondere Sprachpakete von anderen Paketen abhängig sein können, wird der Paketmanager in einigen Fällen zusätzliche Pakete zur Installation auswählen.

Zusammenfassung der Installation

Nachdem Sie Pakete für die Installation, für ein Update oder zum Löschen ausgewählt haben, sollten Sie sich über die Filter-Auswahlbox eine Installationszusammenfassung anzeigen lassen. Sie sehen dort genau, was mit welchen Paketen geschehen wird, wenn Sie auf Akzeptieren klicken. Über die Reihe von Checkboxen auf der linken Seite können Sie filtern, welche einzelnen Pakete Sie im rechten Bereich sehen wollen. Wenn Sie zum Beispiel nur überprüfen wollen, welche Pakete bereits installiert sind, deaktivieren Sie gleich nach dem Start des Paket-Managers alle Checkboxen bis auf Behalten.

Der Status einzelner Pakete im rechten Bereich kann selbstverständlich auf die übliche Weise geändert werden. Dies kann in Einzelfällen dazu führen, dass ein Paket die Suchkriterien nicht mehr erfüllt. Wenn Sie solche Pakete anschließend aus der Liste entfernen wollen, können Sie die Liste mit Liste aktualisieren neu erzeugen.

2.2.1.3. Die Auflistung der Einzelpakete

Wie oben erwähnt, wird auf der rechten Seite eine Liste von einzelnen Paketen dargestellt. Der Inhalt dieser Liste wird durch den aktuell ausgewählten Filter beeinflusst. Wenn zum Beispiel der Selektionen-Filter ausgewählt ist, zeigt dieser Bereich alle Pakete der aktuellen Selektion.

Für jedes Paket ist im Paket-Manager ein Zustand festgelegt, der bestimmt, was mit dem Paket geschehen soll, wie „Installieren“ oder „Deinstallieren“. Dieser Zustand wird am Anfang der Zeile in einer Status-Box symbolisch dargestellt. Durch Anklicken der Status-Box können Sie die jeweiligen Zustände der Reihe nach durchschalten. Ebenso können Sie einen Zustand direkt auswählen, indem Sie mit einem Klick der rechten Maustaste auf den Paket-Eintrag das Kontextmenü öffnen. Abhängig von der aktuellen Gesamtsituation kann es sein, dass bestimmte Zustände nicht wählbar sind. Es ist zum Beispiel nicht möglich, ein noch nicht installiertes Paket auf „Deinstallieren“ zu setzen. Welche Zustände und entsprechenden Symbole möglich sind, können Sie unter Hilfe+Symbole erfahren.

Der Paket-Manager kann für Pakete die folgenden Zustände festlegen:

Nicht installieren

Dieses Paket ist nicht installiert und wird auch nicht installiert.

Installieren

Dieses Paket ist noch nicht installiert, wird aber installiert.

Behalten

Dieses Paket ist bereits installiert und bleibt unverändert.

Aktualisieren

Dieses Paket ist bereits installiert und wird durch die Version von der Installationsquelle ersetzt.

Löschen

Dieses Paket ist bereits installiert und wird gelöscht.

Tabu — niemals installieren

Dieses Paket ist nicht installiert und wird unter keinen Umständen installiert. Es wird so behandelt, als existierte es auf keinem der Installationsmedien. Wenn ein Paket zur Auflösung von Abhängigkeiten automatisch zu Installation ausgewählt würde, kann dies mit Tabu verhindert werden. Dadurch können sich jedoch Inkonsistenzen ergeben, die manuell aufgelöst werden müssen (Konsistenzprüfung). Tabu ist deshalb hauptsächlich für Experten gedacht, die genau wissen, was sie tun.

Geschützt

Dieses Paket ist installiert und soll nicht verändert werden. Pakete von Drittanbietern (Pakete ohne SUSE-Signatur) bekommen diesen Status automatisch zugewiesen, damit sie nicht von neueren, auf den Installationsmedien vorhandenen Versionen überschrieben werden. Dies kann Paket-Konflikte verursachen, die manuell aufgelöst werden müssen.

Automatisch installieren

Dieses Paket wurde vom Paket-Manager automatisch zur Installation ausgewählt, da es für ein anderes Paket erforderlich ist (Auflösung von Paket-Abhängigkeiten). Um ein solches Paket abzuwählen, müssen Sie ihm möglicherweise den Zustand „Tabu“ zuweisen.

Automatisch aktualisieren

Dieses Paket ist bereits installiert. Da ein anderes Paket eine neuere Version davon benötigt, wird die installierte Version automatisch aktualisiert.

Automatisch löschen

Dieses Paket ist bereits installiert, aber bestehende Paket-Konflikte erfordern, dass dieses Paket gelöscht wird. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein anderes Paket das aktuelle ersetzt.

Automatisch installieren (nach Auswahl)

Dieses Paket wurde automatisch zur Installation ausgewählt, weil es Bestandteil einer vordefinierten Selektion ist (zum Beispiel „Multimedia“ oder „Entwicklung“).

Automatisch aktualisieren (nach Auswahl)

Dieses Paket ist bereits installiert, aber es existiert eine neuere Version auf den Installationsmedien. Es ist Bestandteil einer vordefinierten, zum Update ausgewählten Selektion (zum Beispiel „Multimedia“ oder „Entwicklung“) und wird automatisch aktualisiert.

Automatisch löschen (nach Auswahl)

Dieses Paket ist bereits installiert, aber eine vordefinierte Selektion (z.B. „Multimedia“ oder „Entwicklung“) macht seine Löschung erforderlich. Dies wird jedoch nur selten der Fall sein.

Zusätzlich können Sie noch bestimmen, ob zu einem Paket die Quellen mit installiert werden sollen oder nicht. Diese Information ergänzt den aktuellen Paket-Zustand und kann deshalb weder mit Mausklick aktiviert noch im Kontext-Menü direkt angewählt werden. Stattdessen gibt es am Ende der Paketzeile eine Checkbox zur Auswahl der Quellpakete. Alternativ finden Sie diese Option im Menü Paket.

Quellen installieren

Der Quellcode wird mit installiert.

Quellen nicht installieren

Der Quellcode wird nicht installiert.

Zusätzliche Informationen liefert die Schriftfarbe, die im rechten Bereich einzelnen Pakete verwendet wird. Bereits installierte Pakete, die auf den Installationsmedien in einer neueren Version verfügbar sind, werden blau angezeigt. Installierte Pakete mit einer höheren Versionsnummer als jene auf den Installationsmedien werden rot dargestellt. Weil die Versionsnummerierung von Paketen nicht immer kontinuierlich fortlaufend ist, kann aber nicht in jedem Fall eine eindeutige Beziehung hergestellt werden. Die Information ist daher nicht absolut verlässlich, sollte aber genügen, um einen Hinweis auf problematische Pakete zu geben. Wenn nötig, können Sie die Versionsnummer im Info-Bereich genauer nachprüfen.

2.2.1.4. Der Info-Bereich

Unter den Reitern im Info-Bereich rechts unten können Sie verschiedene Informationen zu dem jeweils ausgewählten Paket nachsehen. Beim Start ist die Beschreibung des aktuellen Pakets aktiviert. Über die verschiedenen Reiter können Sie umschalten auf die technischen Paketdaten (Größe, Paketgruppe usw.), auf die Liste der Abhängigkeiten zu anderen Paketen und auf die Versionsübersicht.

2.2.1.5. Die Ressourcenanzeige

Bereits bei der Software-Auswahl weist die Ressourcenanzeige links unten auf die voraussichtliche Belegung aller aktuell gemounteten Dateisysteme hin. Für jedes Dateisystem wird die aktuelle Belegung in einem farbigen Balkendiagramm dargestellt. Grün bedeutet „viel Platz“. Je „enger“ es wird, umso mehr wandelt sich die Balkenfarbe zu Rot. Wenn Sie zu viele Pakete für die Installation auswählen, erscheint zusätzlich noch ein Warndialog.

2.2.1.6. Die Menüzeile

Die Menü-Zeile links oben im Fenster erlaubt einen alternativen Zugang zu den meisten der bereits beschriebenen Funktionen und enthält vier Menüs:

Datei

Wählen Sie Datei+Exportieren, um eine Liste aller installierten Pakete in einer Textdatei abzuspeichern. Dies ist sinnvoll, wenn Sie einen bestimmten Installationsumfang zu einem späteren Zeitpunkt oder auf einem anderen System exakt nachbilden wollen. Eine derart erzeugte Datei kann dann mit Importieren wieder eingelesen werden und erzeugt dabei genau die Paketauswahl, die beim Abspeichern vorlag. In beiden Fällen können Sie den Speicherort der Datei selbst bestimmen oder den angebotenen Vorschlag übernehmen.

Über den Menüpunkt Beenden — Änderungen verwerfen verlassen Sie den Paket-Manager, wobei alle Veränderungen an der Paketauswahl seit dem Start verloren gehen. Wenn Sie Ihre Änderungen speichern wollen, wählen Sie Beenden — Änderungen speichern. Es werden dann alle Änderungen durchgeführt und das Programm anschließend beendet.

Paket

Die Punkte im unter Paket beziehen sich immer auf das gerade ausgewählte Paket in der Liste von Einzelpaketen. Das Menu enthält alle existierenden Zustandsarten, aber es können jeweils nur jene aktiviert werden, welche beim aktuellen Paket möglich und sinnvoll sind. Mit den Checkboxen können Sie bestimmen, ob die zum Paket gehörenden Quellen mit installiert werden sollen. Der Punkt Alle in dieser Liste öffnet ein Untermenü, das nochmals alle Zustandsarten enthält. Eine Auswahl hier betrifft jedoch nicht nur das aktuelle Paket, sondern alle Pakete in der dargestellten Liste.

Extras

Das Menü Extras bietet Optionen zur Handhabung von Paket-Abhängigkeiten und -Konflikten. Wenn Sie manuell Pakete zur Installation ausgewählt haben, erhalten Sie mit Automatische Paketänderungen anzeigen eine Liste jener Pakete, die der Paket-Manager zur Auflösung von Abhängigkeiten automatisch hinzugewählt hat. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch unaufgelöste Paket-Konflikte existieren, kommt vorher ein entsprechender Hinweis mit Lösungsvorschlägen.

Wenn Sie Paket-Konflikte auf Ignorieren setzen, wird diese Information permanent im System gespeichert. Andernfalls müssten Sie bei jedem Start des Paket-Managers immer wieder die gleichen Pakete auf Ignorieren setzen. Für den Fall, dass Sie solche ignorierten Ahängigkeiten wieder zurücksetzen möchten, können Sie dies mit Ignorierte Abhängigkeitskonflikte zurücksetzen tun.

Hilfe

Mittels Hilfe+Überblick können Sie sich eine kurze Erklärung der Funktionen des Paket-Managers anzeigen lassen. Eine genaue Erläuterung der verschiedenen Paket-Zustände mit den zugehörigen Symbolen finden Sie unter Symbole. Falls Sie Programme lieber ohne Verwendung der Maus bedienen, können Sie mit dem Menüpunkt Tasten eine Erläuterung der Tastenkürzel aufrufen.

2.2.1.7. Konsistenzprüfung

Unterhalb des Info-Bereichs finden Sie den Button Konsistenzprüfung und die Checkbox Automatische Überprüfung. Wenn Sie auf Konsistenzprüfung klicken, überprüft der Paket-Manager, ob sich bei der aktuellen Paketauswahl unaufgelöste Paket-Abhängigkeiten oder -Konflikte ergeben. Bei unaufgelösten Abhängigkeiten werden automatisch die zusätzlich zu Ihrer Auswahl benötigten Pakete angewählt. Bei Paket-Konflikten öffnet der Paket-Manager ein Fenster zur Darstellung des Konflikts und bietet verschiedene Lösungsmöglichkeiten an.

Wenn Sie die Automatische Überprüfung aktivieren, erfolgt die Konsistenzprüfung jedes Mal nach der Änderung eines Paket-Status. Dies ist einerseits praktisch, weil so die Konsistenz der Paketauswahl permanent überwacht wird. Andererseits kostet diese Prüfung Rechenleistung und kann die Bedienung des Paket-Managers träge machen. Aus diesem Grund ist die automatische Prüfung zunächst nicht aktiviert. Entscheiden Sie selbst, was praktischer für Sie ist. In jedem Fall erfolgt eine Konsistenzprüfung, wenn Sie Ihre Auswahl mit Akzeptieren übernehmen.

Im folgenden Beispiel dürfen sendmail und postfix nicht gleichzeitig installiert sein. In Abbildung 2.3, „Konflikt-Management durch den Paket-Managers“ sehen Sie die Konfliktmeldung, die eine Entscheidung verlangt. postfix ist bereits installiert, also können Sie entweder auf die Installation von sendmail verzichten, postfix entfernen lassen oder das Risiko eingehen und den Konflikt ignorieren.

[Warning]Umgang mit Paket-Konflikten

Folgen Sie bei der Bearbeitung von Paket-Konflikten möglichst den Vorschlägen des YaST-Paket-Managers, da andernfalls die Stabilität und Funktionsfähigkeit Ihres Systems durch den bestehenden Konflikt gefährdet ist.

Abbildung 2.3. Konflikt-Management durch den Paket-Managers

Konflikt-Management durch den Paket-Managers

2.2.2. Installationsquelle wechseln

YaST kann eine ganze Reihe von Installationsquellen verwalten und erlaubt deren gezielte Auswahl für Installation oder Update. Nach dem Start des Moduls wird eine Liste angezeigt, die alle bisher registrierten Quellen enthält. Nach einer normalen CD-Installation ist dort üblicherweise nur die Installations-CD gelistet. Mit Hinzufügen können Sie aber weitere Quellen in diese Liste aufnehmen, wobei neben Wechselmedien wie CDs und DVDs auch übers Netzwerk erreichbare Quellen wie NFS- und FTP-Server möglich sind. Sogar Verzeichnisse auf der lokalen Festplatte können als Installationsmedium verwendet werden. Lesen Sie dazu bitte den ausführlichen YaST-Hilfetext.

Alle hier registrierten Quellen haben einen Aktivierungszustand, der in der ersten Spalte der Liste angegeben ist. Mit Aktivieren oder Deaktivieren können Sie einzelne Quellen ein- oder ausschalten. Bei der Installation von Software-Paketen oder bei einem Update sucht YaST dann aus allen aktivierten Installationsquellen den passenden Eintrag aus. Wenn Sie das Modul mit Schließen verlassen, werden die aktuellen Einstellungen gespeichert und gelten dann für die Konfigurationsmodule Software installieren oder löschen und System-Update.

Abbildung 2.4. Installationsquelle wechseln

Installationsquelle wechseln

2.2.3. YaST-Online-Update

Das YaST-Online-Update (YOU) ermöglicht die Installation von wichtigen Updates und Verbesserungen. Auf dem SUSE-FTP-Server und verschiedenen Mirror-Servern werden die entsprechenden Patches zum Herunterladen bereitgelegt.

Über das Auswahlfeld Installationsquelle können Sie sich zwischen verschiedenen Servern entscheiden. Wenn Sie dort einen Server auswählen, wird die zugehörige URL in das Eingabefeld darunter kopiert und kann dort editiert werden. Sie können hier auch lokale URLs wie file:/mein/pfad (oder nur /mein/pfad) angeben. Die bereits vorhandene Liste kann mit Neuer Server um zusätzliche Server erweitert werden. Mit Server editieren lassen sich die Einstellungen des aktuell gewählten Servers ändern.

Die Option Manuelle Auswahl von Patches ist beim Start des Moduls aktiviert, damit Sie für jeden einzelnen Patch bestimmen können, ob er geladen werden soll. Wollen Sie unbesehen alle verfügbaren Update-Pakete anwenden, dann deaktivieren Sie bitte diese Option. Dies kann aber je nach Bandbreite der Verbindung und der zu übertragenden Datenmenge zu langen Ladezeiten führen.

Wenn Sie die Checkbox Alle Patches vom Server neu laden aktivieren, werden alle verfügbaren Patches, installierbaren Pakete und Beschreibungen vom Server geholt. Ist diese Option nicht aktiviert (Standardeinstellung), erhalten Sie nur jene Patches, die noch nicht auf Ihrem System installiert sind.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Ihr System automatisch immer auf dem neuesten Stand zu halten. Mit Vollautomatisches Update konfigurieren kann ein Prozess eingerichtet werden, der regelmäßig selbstständig nach neuen Updates sucht und diese installiert. Dieser Vorgang läuft dann vollautomatisch ab. Es muss zum gegebenen Zeitpunkt eine Verbindung zum Update-Server hergestellt werden können.

Um das Update durchzuführen, wählen Sie Weiter. Bei einem manuellen Update wird hierdurch eine Liste aller vorhandenen Patches heruntergeladen und der Paketmanager gestartet, der in Abschnitt 2.2.1, „Software installieren oder löschen“ beschrieben wird. Im Paketmanager wird automatisch ein Filter für YOU-Patches aktiviert, und Sie können auswählen, welche Updates installiert werden sollen. Die verfügbaren Security und Recommended Patches (Sicherheits- und andere empfohlene Patches) sind nach dem Start schon angewählt, sofern die entsprechend betroffenen Pakete im System installiert sind. Diesen Vorschlag sollten Sie übernehmen.

Wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie im Paket-Manager auf Akzeptieren. Es werden dann alle gewählten Updates vom Server heruntergeladen und anschließend auf Ihrem Rechner installiert. Beides kann je nach Verbindungsqualität und Rechenleistung eine gewisse Zeit dauern. Fehler werden in einem zusätzlichen Fenster angezeigt und Sie können das entsprechende Paket überspringen. Manche Patches öffnen vor der Installation noch ein Fenster zur Darstellung von Detailinformationen.

Während die Updates geladen und installiert werden, können Sie im Protokollfenster alle Aktionen verfolgen. Nach der erfolgreichen Installation aller Patches verlassen Sie mit Beenden den YOU-Dialog. Falls Sie die geladenen Update-Dateien nach der Installation nicht noch anderweitig verwenden wollen, sollten Sie mit Quellpakete nach dem Update entfernen die spätere Löschung dieser Dateien veranlassen. Abschließend wird noch das Programm SuSEconfig ausgeführt, um die Konfiguration Ihres Systems den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Abbildung 2.5. YaST: Online-Update

YaST: Online-Update

2.2.4. Patch-CD-Update

Im Gegensatz zum Online-Update werden hier die Patches nicht vom FTP-Server geholt, sondern von CD eingespielt. Der Vorteil ist, dass das Update mit der CD viel schneller geht. Wenn die Patch-CD eingelegt ist, werden alle darauf befindlichen Patches eingelesen und im Dialog dieses YaST-Moduls angezeigt. Aus der Patch-Liste können Sie auswählen, welche Pakete installiert werden sollen. Falls Sie vergessen haben sollten, die CD in das Laufwerk zu legen, erscheint eine entsprechende Meldung. Legen Sie dann die CD ein und starten Sie das Patch-CD-Update neu.

2.2.5. System-Update

Dieses Modul ermöglicht es, Ihr aktuelles System auf einen neueren Versionenstand zu bringen. Im laufenden Betrieb kann damit allerdings nur Anwendungs-Software erneuert werden, nicht aber das SUSE LINUX-Basissystem. Hierfür muss vom Installationsmedium gebootet werden. Bei der Auswahl des Installationsmodus in YaST wählen Sie dann bitte Update des bestehenden Systems statt Neuinstallation.

Die Vorgehensweise beim Update des Systems ähnelt stark dem Ablauf einer Neuinstallation. YaST ermittelt zunächst den aktuellen Zustand Ihres Systems, bestimmt eine günstige Update-Strategie und präsentiert dann die Ergebnisse in einem Vorschlags-Dialog. In diesem Dialog können Sie die einzelnen Punkte mit der Maus anklicken, um detaillierte Änderungen vorzunehmen. Einige dieser Punkte, wie Sprache und Tastaturbelegung, werden schon im Zusammenhang mit der Installation erklärt (siehe Abschnitt 1.3, „Sprachauswahl“). Im Folgenden werden daher nur Update-spezifische Einstellungen erläutert.

2.2.5.1. Ausgewählt für Update

Falls auf Ihrem System mehrere Versionen von SUSE LINUX installiert sind, können Sie anhand dieser Liste auswählen, auf welcher Partition das Update stattfinden soll.

2.2.5.2. Update-Optionen

Stellen Sie ein, auf welche Weise Ihr System aktualisiert werden soll. Zwei Möglichkeiten stehen zur Auswahl.

Update mit Installation neuer Software

Falls das System komplett auf den neuen Softwarestand gebracht werden soll, kann eine der vordefinierten Selektionen ausgewählt werden. Diese Selektionen sind die gleichen, die auch bei der Installation angeboten werden und sorgen dafür, dass auch bisher nicht vorhandene Pakete installiert werden.

Nur installierte Pakete aktualisieren

Mit dieser Option werden nur jene Pakete erneuert, die auf dem aktuellen System schon vorhanden sind. Es werden keine neuen Features installiert.

Zusätzlich können Sie noch mit Nicht gepflegte Pakete löschen bestimmen, ob jene Pakete gelöscht werden sollen, die in der neuen Version nicht mehr vorhanden sind. Diese Option ist beim Start angewählt, um zu verhindern, dass veraltete Pakete unnötig Plattenplatz verbrauchen.

2.2.5.3. Pakete

Mit Pakete starten Sie den Paket-Manager und können dort gezielt einzelne Pakete zum Update an- oder abwählen. Auch Paket-Konflikte, die hier vielleicht angezeigt werden, sollten dort mit der Konsistenzprüfung gelöst werden. Die Bedienung des Paket-Managers wird ausführlich im Abschnitt 2.2.1, „Software installieren oder löschen“ erklärt.

2.2.5.4. Backup

Beim Update werden eventuell die Konfigurationsdateien einzelner Pakete durch jene der neuen Version ersetzt. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass Sie solche Dateien in Ihrem aktuellen System verändert haben, werden die ersetzten Dateien normalerweise vorher gesichert. In diesem Dialog können Sie bestimmen, ob und in welchem Umfang diese Sicherungen angelegt werden sollen.

[Important]Umfang des Backups

Bitte beachten Sie, dass dieses Backup nicht die gesamte Software umfasst, sondern nur die entsprechenden Konfigurationsdateien.

2.2.5.5. Wichtige Hinweise zum Update

Das Update des Systems ist ein sehr komplexes Verfahren. YaST muss dabei zuerst für jedes Programmpaket prüfen, welche Version sich auf dem Rechner befindet und danach feststellen, was zu tun ist, damit die neue Version die alte korrekt ersetzt. Außerdem wird YaST versuchen, eventuell vorhandene persönliche Einstellungen von installierten Pakete zu übernehmen. Dabei kann es in manchen Fällen passieren, dass nach dem Update bestimmte Konfigurationen Probleme bereiten, weil das neue Programm nicht wie erwartet mit der alten Konfiguration zurechtkommt, oder weil nicht vorhersehbare Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Konfigurationen auftreten.

Ein Update wird um so problematischer, je älter die zugrunde liegende Version ist, die aktualisiert werden soll, und/oder je mehr die bisherige Konfiguration vom Standard abweicht. Bisweilen kann die alte Konfiguration nicht korrekt übernommen werden; in diesem Fall erstellen Sie eine komplett neue. Sichern Sie eine bestehende Konfiguration vor dem Update.

2.2.6. Medienüberprüfung

Sollten während der Benutzung der SUSE LINUX-Installationsmedien Schwierigkeiten auftreten, so können die CDs oder DVDs mit diesem Modul überprüft werden. Manche Geräten haben in seltenen Fällen Probleme beim Auslesen bestimmter Medien. Dies ist wahrscheinlicher mit „selbstgebrannten“ Medien. Um zu überprüfen, ob eine SUSE LINUX-CD oder -DVD fehlerfrei ist, legen Sie sie in das Laufwerk ein und starten Sie dieses Modul. Klicken Sie auf Start, und YaST überprüft die MD5 Prüfsumme des Mediums. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern. Werden Fehler auf diesem Medium entdeckt, verwenden Sie dieses Medium nicht zur Installation.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3