2.3. Hardware

Neue Hardware muss entsprechend den Vorgaben des Herstellers eingebaut bzw. angeschlossen werden. Schalten Sie externe Geräte wie Drucker oder Modem an und rufen Sie das entsprechende YaST-Modul auf. Ein Großteil der Geräte wird von YaST automatisch erkannt und die technischen Daten angezeigt. Falls die automatische Erkennung fehlschlägt, bietet YaST eine Geräteliste an (zum Beispiel Modell/Hersteller), aus der Sie das passende Gerät auswählen. Konsultieren Sie die Dokumentation zu Ihrer Hardware, wenn die auf Ihrem Gerät aufgedruckte Information nicht ausreicht.

[Important]Modellbezeichnungen

Falls Sie Ihr Modell in der Geräteliste nicht finden, können sie es durchaus mit einer ähnlichen Modellbezeichnung versuchen. In manchen Fällen ist jedoch eine hunderprozentige Übereinstimmung unerlässlich, denn ähnliche Bezeichnungen sind nicht immer kompatibel.

2.3.1. CD- und DVD-Laufwerke

Im Rahmen der Installation werden alle erkannten CD-ROM-Laufwerke in das installierte System eingebunden, d.h. es werden entsprechende Einträge in der Datei /etc/fstab vorgenommen und entsprechende Unterverzeichnisse in /media angelegt. Mit diesem YaST-Modul können Sie auch nachträglich eingebaute Laufwerke in das System integrieren.

Nach dem Start des Moduls wird eine Liste mit allen erkannten Laufwerken präsentiert. Markieren Sie Ihr neues Laufwerk mit der Checkbox am Zeilenanfang und schließen Sie dann mit Beenden ab. Das neue Laufwerk wird nun ins System integriert und ist verwendbar.

2.3.2. Drucker

Detaillierte Informationen zur generellen Funktionsweise des Drucksystems unter Linux finden Sie in Kapitel 12, Druckerbetrieb. YaST konfiguriert Drucker automatisch. Mit Hilfe der entsprechenden Dialoge können Sie einen Drucker auch manuell einrichten. Sie können von der Kommandozeile drucken oder ihre Anwendungen so einstellen, dass diese das bereitgestellte Drucksystem verwenden. Eine genaue Beschreibung der Druckerkonfiguration mittels YaST befindet sich in Abschnitt 12.5.1, „Lokaler Drucker“.

2.3.3. Festplatten-Controller

Normalerweise konfiguriert YaST den Festplatten-Contoller Ihres Systems während der Installation. Wenn Sie zusätzliche Controller einbauen, können Sie deren Einbindung in das System mit diesem YaST-Modul erledigen. Sie können hier auch die bestehende Konfiguration ändern, was aber normalerweise nicht notwendig sein sollte.

Der Dialog zeigt eine Liste von erkannten Festplatten-Controllern und erlaubt eine Zuordnung des passenden Kernel-Moduls mit spezifischen Parametern. Mit Laden des Moduls testen sollten Sie überprüfen, ob die aktuellen Einstellungen funktionieren, bevor sie dauerhaft im System gespeichert werden.

[Warning]Konfiguration des Festplatten-Controllers

Dies ist ein Experten-Werkzeug. Falls Sie hier falsche Einstellungen vornehmen, kann es sein, dass Ihr System nicht mehr startet. Machen Sie in jedem Fall Gebrauch von der Test-Option.

2.3.4. Hardware-Informationen

YaST führt für die Konfiguration von Hardwarekomponenten eine Hardware-Erkennung durch. Die erkannten technischen Daten werden in einem eigenen Dialog angezeigt. Dies ist insbesondere dann nützlich, wenn Sie eine Support-Anfrage stellen wollen. Dafür brauchen Sie Informationen zu Ihrer Hardware.

Abbildung 2.6. Hardwareinformationen anzeigen

Hardwareinformationen anzeigen

2.3.5. IDE DMA-Modus

Dieses Modul ermöglicht Ihnen, bei einem installiertem System den so genannten DMA-Modus für IDE-Festplatten und -CD/DVD-Laufwerke zu aktivieren oder zu deaktivieren. Bei SCSI-Geräten ist dieses Modul funktionslos. DMA-Modi können die Leistungsfähigkeit bzw. die Geschwindigkeit der Datenübertragung in Ihrem System erheblich steigern.

[Note]Anmerkung

DMA (=Direct Memory Access) bedeutet „direkter Speicherzugriff“, das heißt Laufwerke können Ihre Daten direkt in den Arbeitsspeicher übertragen, ohne den Umweg über die Prozessorsteuerung.

Der aktuelle Kernel von SUSE LINUX aktiviert DMA bei der Systeminstallation automatisch für Festplatten, aber lässt ihn für CD-Laufwerke deaktiviert. In der Vergangenheit sind nach einer standardmäßigen DMA-Aktivierung für alle Laufwerke öfters Probleme mit CD-Laufwerken aufgetreten. Sie können nachträglich mit dem DMA-Modul für Ihre Laufwerke entscheiden, ob Sie DMA aktivieren oder nicht. Falls Ihr Laufwerk DMA ohne Probleme unterstützt, können Sie diesen aktivieren und dann im Allgemeinen mit einer höheren Datenübertragungsrate rechnen.

2.3.6. Scanner

Wenn Sie Ihren Scanner angeschlossen und eingeschaltet haben, sollte beim Start dieses YaST-Moduls Ihr Scanner automatisch erkannt werden. In diesem Fall erscheint der Dialog zur Installation des Scanners. Falls kein Scanner erkannt wird, müssen Sie manuell konfigurieren. Wenn Sie bereits einen oder mehrere installiert haben, erscheint zunächst eine Übersichtstabelle mit einer Liste vorhandener Scanner, die bearbeitet oder gelöscht werden können. Mit Hinzufügen richten Sie ein neues Gerät ein.

Als Nächstes wird eine Installation mit Standardeinstellungen durchgeführt. Wenn die Installation erfolgreich war, erscheint eine entsprechende Meldung. Nun können Sie Ihren Scanner testen, indem Sie eine Vorlage darauf legen und dann auf Test klicken.

2.3.6.1. Scanner wurde nicht erkannt

Beachten Sie, dass nur unterstützte Scanner automatisch erkannt werden können. Scanner, die an einer anderen Maschine im Netzwerk betrieben werden, können grundsätzlich nicht automatisch erkannt werden. Bei einer manuellen Konfiguration wird zwischen USB-, SCSI- und Netzwerkscannern unterschieden.

USB-Scanner

Hier müssen der Hersteller und das Modell eingegeben werden. YaST versucht, entsprechende USB-Module nachzuladen. Falls Ihr Scanner sehr neu ist, kann es sein, dass die Module nicht automatisch geladen werden können. In diesem Fall gelangen Sie weiter in einen Dialog, in dem Sie die Möglichkeit haben, das USB-Modul per Hand nachzuladen. Lesen Sie hierzu den YaST-Hilfetext.

SCSI-Scanner

Geben Sie die Gerätedatei an (zum Beispiel /dev/sg0). Hinweis: Ein SCSI-Scanner darf nicht an ein laufendes System angeschlossen bzw. davon getrennt werden. Fahren Sie zuerst das System herunter.

Netzwerk-Scanner

Hier benötigen Sie die IP-Adresse bzw. den Hostnamen. Lesen Sie zur Konfiguration eines Netzwerk-Scanners den Supportdatenbank-Artikel Scanner unter Linux (http://portal.suse.com/sdb/de/index.html; Suchbegriff: Scanner).

Wenn Ihr Scanner nicht erkannt wurde, wird das Gerät wahrscheinlich nicht unterstützt. Manchmal werden jedoch auch unterstützte Scanner nicht erkannt. Hier hilft Ihnen gegebenenfalls die manuelle Scanner-Auswahl weiter. Wenn Sie in der Hersteller- und Modell-Liste Ihren Scanner finden können, wählen Sie ihn einfach an; falls nicht, gehen Sie lieber auf Abbrechen. Informationen zu Scannern, die mit Linux funktionieren, finden Sie unter http://cdb.suse.de und http://www.sane-project.org/ .

[Warning]Manuelle Zuordnung des Scanners

Die manuelle Zuordnung des Scanners sollten Sie nur dann vornehmen, wenn Sie sich sicher sind. Bei einer falschen Auswahl kann Ihre Hardware Schaden nehmen.

2.3.6.2. Fehlerbehebung

Wenn Ihr Scanner nicht erkannt wurde, sind folgende Ursachen möglich:

  • Der Scanner wird nicht unterstützt. Unter http://cdb.suse.de/ finden Sie eine Liste der Geräte, die mit Linux kompatibel sind.

  • Der SCSI-Controller ist nicht korrekt installiert.

  • Es gibt Terminierungs-Probleme mit Ihrer SCSI-Schnittstelle.

  • Das SCSI-Kabel überschreitet die zulässige Länge.

  • Der Scanner hat einen SCSI-Light-Controller, der von Linux nicht unterstützt wird.

  • Der Scanner könnte defekt sein.

[Warning]Warnung

Bei einem SCSI-Scanner darf das Gerät auf keinen Fall an ein laufendes System angeschlossen bzw. davon getrennt werden. Fahren Sie bitte zuerst Ihren Rechner herunter.

Weitere Informationen zum Scannen finden Sie im Benutzerhandbuch im Kapitel über Kooka.

2.3.7. Sound

YaST versucht beim Start des Sound-Konfigurationsmoduls, Ihre Soundkarte automatisch zu erkennen. Sie können eine oder mehrere Soundkarten einrichten. Falls man mehrere Soundkarten verwenden möchte, wählt man zuerst eine der zu konfigurierenden Karten aus. Mit dem Button Konfigurieren gelangen Sie weiter zum Setup-Dialog. Über den Button Bearbeiten können Sie die Konfiguration bereits eingerichteter Karten verändern. Beenden speichert die momentanen Einstellungen und schließt die Soundkonfiguration ab.

Sollte YaST Ihre Soundkarte nicht automatisch erkennen, können Sie unter Soundkonfiguration mittels Soundkarte hinzufügen einen Dialog öffnen, wo die Soundkarte und das zugehörige Treibermodul auszuwählen sind. Beachten Sie hierzu auch die Dokumentation Ihrer Soundkarte. Eine Referenzliste mit den von ALSA unterstützten Soundkarten und den entsprechenden Treibermodule finden Sie unter /usr/share/doc/packages/alsa/cards.txt sowie http://www.alsa-project.org/~goemon/. Nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen haben, gelangen Sie mit einem Klick auf Weiter zurück in denSetup-Dialog.

2.3.7.1. Setup

Im ersten Setup-Dialog können Sie die zu verwendende Konfigurationsmethode auswählen. Dabei bedeutet Schnelles automatisches Setup, dass Sie die Einzelschritte der Konfiguration nicht weiter zu beachten haben, und dass kein Testsound abgespielt wird. Mit dieser Methode wird also die Karte automatisch eingerichtet. Die Methode Normales Setup erlaubt es Ihnen, die Ausgangslautstärke einzustellen und einen Testsound abzuspielen. Schließlich können Sie mit Erweitertes Setup die einzelnen Optionen für die Soundkarte manuell nach Ihren Wünschen anpassen.

Von diesem Dialog aus können Sie auch Ihren Joystick einrichten, indem Sie auf die entsprechende Checkbox klicken. Es erscheint dann ein Dialog, in dem Sie den Typ Ihres Joysticks auswählen und dann auf Weiter klicken.

2.3.7.2. Lautstärke der Soundkarte

In diesem Dialog können Sie Ihre Soundkonfiguration testen. Mit den Buttons + und stellen Sie die Lautstärke ein. Beginnen Sie bitte bei etwa 10%, um weder Ihre Lautsprecher noch Ihr Gehör zu schädigen. Bei einen Klick auf den Button Test sollte ein Testsound zu hören sein. Falls nicht, erhöhen Sie die Lautstärke. Mit Weiter schließen Sie die Soundkonfiguration ab und die Lautstärke wird gespeichert.

2.3.7.3. Soundkonfiguration

Mit der Option Löschen kann man die Konfiguration einer Soundkarte entfernen. Dabei werden in der Datei /etc/modprobe.d/sound die entsprechenden Einträge für konfigurierte Soundkarten deaktiviert. Mittels Optionen gelangen Sie in einen Dialog zur manuellen Anpassung einzelner Optionen für das Treibermodul. Mittels Soundkarte hinzufügen... können Sie weitere Karten einrichten. Findet YaST automatisch eine weitere Soundkarte, fahren Sie mit Konfigurieren Sie eine Soundkarte fort. Findet YaST keine Soundkarte, geht es direkt zu Manuelle Auswahl der Soundkarte.

Wenn Sie eine Creative Soundblaster Live oder AWE verwenden, können Sie über die Option Soundfonts installieren die SF2-Soundfonts auf Ihre Festplatte kopieren, welche sich auf der Treiber-CD von Soundblaster befinden. Die Fonts werden im Verzeichnis /usr/share/sfbank/creative/ abgelegt.

Zur Wiedergabe von Midi-Dateien sollten Sie die Checkbox Sequenzer starten aktiviert haben. Damit werden beim Laden der Soundmodule zusätzlich die benötigten Module für den Sequenzer geladen.

Um die Lautstärke und die Konfiguration aller bis dahin eingerichteten Soundkarten zu speichern, wählen Sie Beenden. Die Mixereinstellungen werden in der Datei /etc/asound.conf gespeichert, und die Konfigurationsdaten von ALSA werden am Ende der Datei /etc/modprobe.conf eingetragen.

2.3.8. TV- und Radio-Karten

Nach dem Start und der Initialisierung dieses YaST-Moduls erscheint der Dialog TV- und Radio-Karten einrichten. Wenn Ihre Karte automatisch erkannt wurde, wird sie in der oberen Liste angezeigt. Markieren Sie in diesem Fall die Zeile per Mausklick und wählen Sie dann Konfigurieren. Falls Ihre Karte nicht erkannt wurde, wählen Sie bitte Andere (nicht erkannte). Mittels Konfigurieren gelangen Sie zur manuellen Auswahl und können dort Ihre Karte aus einer Liste von Herstellern und Modellen auswählen.

Wenn Sie bereits TV- oder Radio-Karten konfiguriert haben, können Sie mit Ändern bestehende Konfigurationen bearbeiten. Sie sehen dann einen Dialog, der alle bereits eingerichteten Karten auflistet. Wählen Sie eine Karte aus und starten Sie mit Bearbeiten die manuelle Konfiguration.

YaST versucht bei der automatischen Hardware-Erkennung, Ihrer Karte den richtigen Tuner zuzuweisen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie die Einstellungen auf Standard (erkannt) belassen und testen, ob es funktioniert. Falls sich nicht alle Sender einstellen lassen, könnte das beispielsweise daran liegen, dass die automatische Erkennung des Tuner-Typs misslungen ist. In diesem Fall klicken Sie bitte auf den Button Tuner wählen und markieren dann in der Auswahl-Liste den zutreffenden Tuner-Typ.

Wenn Sie mit den technischen Einzelheiten sehr gut vertraut sind, können Sie im Experten-Dialog gezielt Einstellungen für die Ansteuerung einer TV- oder Radio-Karte vornehmen. Sie können dort speziell das Kernel-Modul und dessen Parameter auswählen. Auch lassen sich alle Parameter Ihres TV-Karten-Treibers kontrollieren. Wählen Sie hierfür den entsprechenden Parameter aus und geben Sie den neuen Wert in die Parameter-Zeile ein. Mit Anwenden werden die neuen Werte übernommen, mit Zurücksetzen werden die Standardwerte wiederhergestellt.

Im Dialog TV- und Radio-Karte, Audio können Sie Ihre TV- oder Radio-Karte mit der installierten Soundkarte verbinden. Zusätzlich zur Konfiguration der beteiligten Karten müssen Sie diese noch mit einem Kabel verbinden, das den Ausgang der TV- oder Radio-Karte mit dem externen Audio-Eingang der Soundkarte verbindet. Dazu muss die Soundkarte bereits eingerichtet und der externe Eingang aktiviert sein. Wenn Sie Ihre Soundkarte noch nicht konfiguriert haben, können Sie mit Soundkarten konfigurieren in den entsprechenden Dialog gelangen (vgl. Abschnitt 2.3.7, „Sound“).

Falls Ihre TV- oder Radio-Karte Lautsprecher-Anschlüsse bereitstellt, können Sie die Lautsprecherboxen auch direkt anschließen, eine Konfiguration der Soundkarte erübrigt sich dann. Es gibt auch TV-Karten ganz ohne Sound-Funktion (beispielsweise für CCD-Kameras), die ebenfalls keine Audio-Konfiguration erforderlich machen.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3