In den folgenden Abschnitten wird aufgelistet, welche Details sich von Version zu Version geändert haben. In dieser Übersicht erscheint beispielsweise, ob grundlegende Einstellungen neu vorgenommen oder ob Konfigurationsdateien an andere Stellen verschoben wurden oder ob bekannte Programme erkennbar modifiziert wurden. Es werden hier die Dinge genannt, die den Benutzer bzw. den Administrator bei der täglichen Arbeit unmittelbar berühren.
Probleme und Besonderheiten der jeweiligen Version werden bei Bekanntwerden auf dem WWW-Server veröffentlicht; vgl. die unten angegebenen Links. Wichtige Updates einzelner Pakete sind über http://www.novell.com/products/linuxprofessional/downloads/ zugänglich und können mit dem YaST Online Update (YOU) installiert werden. Siehe Abschnitt 2.2.3, „YaST-Online-Update“.
Probleme und Besonderheiten: http://sdb.suse.de/sdb/de/html/bugs82.html.
3D-Support für nVidia-basierte Grafikkarten (Änderungen):
Die
RPM-NVIDIA_GLX/NVIDIA_kernel
(einschließlich das switch2nvidia_glx-Skript) sind
nicht mehr enthalten. Bitte laden Sie sich den nVidia-Installer für
Linux IA32 von der nVidia-Webseite (http://www.nvidia.com) herunter, installieren den
Treiber mit diesem, und verwenden dann SaX2 bzw. YaST, um 3D-Support zu
aktivieren.
Bei einer Neuinstallation wird der
xinetd anstelle des
inetd installiert und mit sicheren Vorgaben
konfiguriert; vgl. das Verzeichnis /etc/xinetd.d).
Bei einem Systemupdate bleibt jedoch der inetd
erhalten.
PostgreSQL liegt in Version 7.3 vor. Beim Umstieg von einer Version 7.2.x ist ein dump/restore mit pg_dump erforderlich. Wenn Ihre Applikation die Systemkataloge abfragt, dann sind weitere Anpassungen notwendig, da mit Version 7.3 Schemas eingeführt wurden. Zusätzliche Informationen finden Sie unter http://www.ca.postgresql.org/docs/momjian/upgrade_tips_7.3.
Die Version 4 von stunnel unterstützt
keine Optionen an der Kommandozeile mehr. Es wird jedoch das Skript
/usr/sbin/stunnel3_wrapper mitgeliefert, das in der
Lage ist, die Kommandozeilenoptionen in eine für
stunnel geeignete Konfigurationsdatei zu
konvertieren und diese beim Aufruf zu verwenden (anstelle von
OPTIONS setzen Sie bitte Ihre Optionen ein):
/usr/sbin/stunnel3_wrapper stunnel OPTIONS
Die erzeugte Konfigurationsdatei wird auch auf die Standardausgabe ausgegeben, sodass Sie diese Angaben leicht verwenden können, um eine permanente Konfigurationsdatei für die Zukunft zu erzeugen.
openjade (openjade) ist die
DSSSL-Engine, die anstelle von jade (jade_dsl) zum Einsatz kommt, wenn db2x.sh
(docbook-toys) aufgerufen wird.
Aus Gründen der Kompatibilität stehen die einzelnen Programme auch ohne
das Präfix o zur Verfügung.
Falls eigene Anwendungen von dem Verzeichnis
jade_dsl und den dort bislang installierten Dateien
abhängig sind, müssen entweder die eigenen Anwendungen auf das neue
Verzeichnis /usr/share/sgml/openjade angepasst oder
es kann als root ein Link
angelegt werden:
cd /usr/share/sgml rm jade_dsl ln -s openjade jade_dsl
Um einen Konflikt mit dem rzsz zu vermeiden, heißt das Kommandozeilentool sx weiterhin s2x bzw. sgml2xml oder osx.
Probleme und Besonderheiten: http://sdb.suse.de/sdb/de/html/bugs90.html.
Die regelmäßigen Wartungsdienste in /etc/cron.daily,
/etc/cron.weekly und
/etc/cron.monthly werden um 4:00 Uhr
ausgeführt, Diese Zeiten gelten nur für Neuinstallationen; nach einem
Update ist /etc/crontab gegebenenfalls
anzupassen.
Der RPM-Paketmanager steht in Version 4 zur Verfügung. Die Funktionalität zum Paketebauen ist in das eigenständige Programm rpmbuild überführt worden; rpm wird weiterhin zum Installieren, Aktualisieren und zu Datenbankabfragen verwendet; vgl. Abschnitt 4.3, „RPM – Der Paket-Manager“.
Im Bereich Drucken es gibt das Paket
foomatic-filters. Der Inhalt wurde aus dem
cups-drivers abgesplittet, da sich gezeigt hat,
dass man damit auch dann drucken kann, wenn CUPS nicht installiert ist.
So kann man Konfigurationen mit YaST einstellen, die vom Drucksystem
(CUPS, LPRng) unabhängig sind.
Als Konfigurationsdatei enthält dies Paket die Datei
/etc/foomatic/filter.conf.
Auch bei dem Einsatz von LPRng/lpdfilter werden die Pakete
foomatic-filters und
cups-drivers benötigt.
Die XML-Ressourcen der mitgelieferten Softwarepakete werden über Einträge
in /etc/xml/suse-catalog.xml zugänglich gemacht.
Diese Datei darf nicht mit xmlcatalog bearbeitet
werden werden, weil sonst gliedernde Kommentare verschwinden, die
benötigt werden, um ein ordnungsgemäßes Update zu gewährleisten.
/etc/xml/suse-catalog.xml wird über ein
nextCatalog-Statement in
/etc/xml/catalog zugänglich gemacht, sodass
XML-Tools wie xmllint oder xsltproc
die lokalen Ressourcen automatisch finden können.
Beachten Sie den Artikel „Bekannte Probleme und Besonderheiten in SUSE LINUX 9.1“ in der SUSE Supportdatenbank unter http://portal.suse.de, zu finden mit dem Stichwort Besonderheiten. Diese Artikel werden für jede Version von SUSE LINUX bereitgestellt.
SUSE LINUX wurde komplett auf die Kernelversion 2.6 umgestellt; die Vorgängerversion 2.4 kann nicht mehr verwendet werden, da die mitgelieferten Programme mit Kernel 2.4 nicht funktionieren. Weiterhin sind folgende Einzelheiten zu beachten:
Das Laden der Module wird über die Datei
/etc/modprobe.conf konfiguriert; die Datei
/etc/modules.conf ist obsolet. YaST
versucht, die Datei zu konvertieren (vgl. auch das Skript
/sbin/generate-modprobe.conf).
Module haben das Suffix .ko.
Das Modul ide-scsi wird beim Brennen von CDs
nicht mehr benötigt.
Bei den Optionen der ALSA-Soundmodule ist das Prefix
snd_ entfernt worden.
sysfs ergänzt nun
/proc-Dateisystem.
Das Power-Management (speziell ACPI) wurde verbessert und kann über ein YaST-Modul eingestellt werden.
Beim Mounten von VFAT-Partitionen muss der Parameter
code= in codepage= geändert werden. Falls
das Mounten einer VFAT-Partition Probleme bereitet, prüfen Sie, ob die Datei
/etc/fstab den alten Parameternamen enthält.
Mit dem neuen Kernel 2.6 wird nun Standby/Suspend mit ACPI
unterstützt. Beachten Sie, dass sich diese Funktion noch im
experimentellen Status befindet und nicht von jeder Hardware unterstützt
wird. Zum Einsatz der Funktion benötigen Sie das Paket
powersave. Weitere Informationen zu diesem Paket
finden Sie unter /usr/share/doc/packages/powersave.
Ein grafisches Frontend findet sich im Paket
kpowersave.
Zu den Änderungen bei den Eingabegeräten (Input Devices) vgl. den oben genannten Portalartikel „Bekannte Probleme und Besonderheiten in SuSE Linux 9.1“ in der Support-Datenbank unter http://portal.suse.de; zu finden mit dem Stichwort Besonderheiten.
Programme, die gegen NGPT (Next Generation POSIX Threading) gelinkt sind, laufen nicht mit glibc 2.3.x. Alle davon betroffenen Programme, die nicht mit SUSE LINUX mitgeliefert werden, müssen entweder mit linuxthreads oder NPTL (Native POSIX Thread Library) neu kompiliert werden. Bei der Portierung ist NPTL zu bevorzugen, da das der in die Zukunft weisende Standard ist.
Bei Schwierigkeiten mit NPTL kann auf die älteren
linuxthreads-Implementierung durch das Setzen der folgenden
Umgebungsvariablen ausgewichen werden (dabei muss
kernel-version durch die Versionsnummer des
entsprechenden Kernels ersetzt werden):
LD_ASSUME_KERNEL=kernel-version
Dabei sind folgende Versionsnummern möglich:
linuxthreads ohne Floating Stacks
linuxthread mit Floating Stacks
Hinweise zum Kernel und linuxthreads mit Floating Stacks:
Programme, die errno, h_errno und
_res verwenden, müssen die einschlägigen
Header-Dateien (errno.h,
netdb.h und resolv.h) mit
#include einbinden. C++-Programme mit
Multithread-Unterstützung, die Thread Cancellation
verwenden, müssen mit der Umgebungsvariablen
LD_ASSUME_KERNEL=2.4.1 dazu gebracht werden, die
Bibliothek linuxthreads zu verwenden.
NPTL ist bei
SUSE LINUX 9.1 als Thread-Paket dabei.
NPTL wurde binärkompatibel zu der älteren
Bibliothek linuxthreads entwickelt. An den
Stellen jedoch, an denen linuxthreads gegen
den POSIX-Standard verstößt, erfordert NPTL Anpassungen; im Einzelnen
sind zu nennen: Signal-Behandlung; getpid liefert in
allen Threads denselben Wert zurück; Threads-Handlers, die mit
pthread_atfork registriert sind, laufen nicht, wenn
vfork verwendet wird.
Die Konfiguration der Netzwerkschnittstelle hat sich geändert. Bisher wurde nach der Konfiguration einer nicht vorhandenen Schnittstelle die Initialisierung der Hardware gestartet. Nun wird nach neuer Hardware gesucht und diese sogleich initialisiert, woraufhin die neue Netzwerkschnittstelle konfiguriert werden kann.
Zusätzlich wurden für die Konfigurationsdateien neue Namen eingeführt. Da
der Name einer Netzwerkschnittstelle dynamisch erzeugt wird und der
Einsatz von Hotplug-Geräten beständig zunimmt, ist ein Name wie
eth0, eth1 usw. nicht
mehr für Konfigurationszwecke geeignet. Deshalb verwenden wir nun
eindeutige Beschreibungen wie die MAC-Adresse oder den PCI-Slot für die
Benennung der Schnittstellenkonfigurationen.
Hinweis: Sie können Schnittstellennamen natürlich verwenden, sobald Sie erscheinen. Befehle wie ifup eth0 bzw. ifdown eth0 sind immer noch möglich.
Die Gerätekonfigurationen finden Sie in
/etc/sysconfig/hardware. Die von diesen Geräten
bereitgestellten Schnittstellen finden sich üblicherweise (nur mit
unterschiedlichen Namen) in /etc/sysconfig/network.
Vgl. die detaillierte Beschreibung unter
/usr/share/doc/packages/sysconfig/README.
Nach einem Update müssen die Soundkarten erneut konfiguriert werden. Dies
kann mit Hilfe des Sound-Moduls von YaST durchgeführt werden; geben Sie
dazu als root den Befehl yast2
sound ein.
Die Resolver-Bibliothek behandelt die Top-Level-Domain
.local als „link-local“-Domain und
sendet Multicast-DNS-Anfragen an die Multicast-Adresse
224.0.0.251 Port 5353
anstelle normaler DNS-Anfragen; dies ist eine inkompatible Änderung. Falls
bereits die Domain .local in der
Nameserver-Konfiguration verwendet wird, muss auf einen anderer
Domainnamen ausgewichen werden. Weitere Informationen zu Multicast-DNS
finden Sie unter http://www.multicastdns.org.
Als Kodierung für das System ist UTF-8
voreingestellt. Bei einer Standardinstallation wird also eine Locale mit
UTF-8 als Kodierungsangabe
(Encoding) festgelegt
(z.B. de_DE.UTF-8). Mehr Informationen unter http://www.suse.de/~mfabian/suse-cjk/locales.html.
Dateien in Dateisystemen, die früher erstellt wurden, verwenden (sofern nicht anders angegeben) keine UTF-8-Kodierung für die Dateinamen. Sollten diese Dateien andere als ASCII-Zeichen enthalten, werden sie nun verstümmelt angezeigt. Zur Berichtigung kann das Skript convmv verwendet werden, welches die Kodierung der Dateinamen nach UTF-8 umwandelt.
Shell-Tools aus dem coreutils wie
tail, chown,
head, sort etc. folgen in der
Vorgabeeinstellung nun dem POSIX-Standard von 2001 (Single UNIX
Specification, version 3 == IEEE Std 1003.1-2001 == ISO/IEC
9945:2002) und nicht mehr dem Standard von 1992. Das alte
Verhalten kann man mit einer Umgebungsvariablen erzwingen:
_POSIX2_VERSION=199209
Der neue Wert ist 200112 und wird als Vorgabe für
_POSIX2_VERSION angenommen. Den SUS-Standard kann man
unter http://www.unix.org nachlesen (kostenlos, aber eine
Registrierung ist erforderlich):
Hier eine kurze Gegenüberstellung:
Tabelle 4.1. Gegenüberstellung POSIX 1992/POSIX 2001
POSIX 1992 | POSIX 2001 |
|---|---|
chown tux.users | chown tux:users |
tail +3 | tail -n 3 |
head -1 | head -n 1 |
sort +3 | sort -k 4 |
nice -10 | nice -n 10 |
split -10 | split -l 10 |
![]() | Tipp |
|---|---|
Software von Drittanbietern folgt möglicherweise noch nicht dem neuen Standard; in einem solchen Fall ist es ratsam, die Umgebungsvariable wie oben beschrieben zu setzen. | |
/etc/gshadow wurde aufgegeben und entfernt, da die
Datei überflüssig ist; die Gründe dafür sind:
Seitens der glibc gibt es keine Unterstützung.
Es gibt keine offizielle Schnittstelle für diese Datei; sogar in der shadow-Suite gibt es keine solche Schnittstelle.
Die meisten Tools, die das Gruppenpasswort überprüfen, unterstützen die Datei nicht und ignorieren sie aus den eben genannten beiden Gründen.
Da sich das Datenbankformat geändert hat, müssen die Datenbanken neu erstellt werden. Beim Update wird versucht, diese Konvertierung automatisch durchzuführen; es wird aber bestimmt Fälle geben, in denen die Konvertierung scheitert.
Die Schema-Überprüfung wurde wesentlich verbessert. Dadurch werde einige (nicht standardkonforme) Operationen, die mit dem frühren LDAP-Server möglich waren, nun nicht mehr möglich sein.
Die Syntax der config-Datei hat sich teilweise in Hinblick auf
ACLs geändert.
Weitere Informationen zum Update finden Sie nach der Installation
in der Datei
/usr/share/doc/packages/openldap2/README.update
Der Apache-Webserver (Version 1.3) wurde ersetzt
durch Apache 2. Eine ausführliche Dokumentation zur Version 2.0
befindet sich auf der Webseite http://httpd.apache.org/docs-2.0/de/. Ein Update von auf einem
System mit einer Installation eines HTTP-Servers wird das Apache Paket
löschen und Apache 2 installieren. Das System muss dann durch YaST
oder manuell angepasst werden. Konfigurationsdateien unter
/etc/httpd sind nun in
/etc/apache2.
Bei der Art und Weise, wie mehrere Anfragen gleichzeitig ausgeführt
werden, hat man die Wahl zwischen Threads und Prozessen. Die
Prozessverwaltung ist in ein eigenes Modul, das Multi-Processing-Modul
(MPM) ausgelagert worden. Apache 2 benötigt also eines der Pakete
apache2-prefork (empfohlen für Stabilität) oder
apache2-worker. Je nach MPM reagiert
Apache 2 verschieden auf Anfragen. Das hat vor allem Auswirkungen auf
die Performance und auf die Verwendung von Modulen. Diese Merkmale werden
unter Abschnitt 30.4, „Threads“
ausführlicher besprochen.
Apache 2 beherrscht nun das kommende Internetprotokoll IPv6.
Es gibt jetzt einen Mechanismus, mit dem die Hersteller von Modulen selbst Angaben über die gewünschte Ladereihenfolge der Module machen können, so dass sich der Anwender nicht mehr selbst darum kümmern muss. Die Reihenfolge, in der Module ausgeführt werden, ist oft wichtig und wurde früher über die Ladereihenfolge festgelegt. So muss ein Modul, das nur authentifizierten Benutzern Zugriff auf bestimmte Ressourcen erlaubt, als erstes aufgerufen werden, damit Benutzer, die keine Zugriffsrechte haben, die Seiten erst gar nicht zu sehen bekommen können.
Anfragen an und Antworten von Apache können durch Filter bearbeitet werden.
Mit dem Update von samba~2.x auf samba~3.x steht die
winbind-Authentifizierung nicht mehr zur Verfügung; die
anderen Methoden sind weiterhin möglich. Aus diesem Grund wurden die
folgenden Programme entfernt:
/usr/sbin/wb_auth /usr/sbin/wb_ntlmauth /usr/sbin/wb_info_group.pl
Siehe http://www.squid-cache.org/Doc/FAQ/FAQ-23.html#ss23.5.
Die gssapi-Unterstützung wurde durch
gssapi-with-mic ersetzt, um mögliche MITM-Angriffe zu
beheben. Diese beiden Versionen sind nicht kompatibel. Das bedeutet, dass
Sie sich nicht von älteren Distributionen mit Kerberos-Tickets
authentifizieren können, da andere Methoden zur Authentifizierung
verwendet werden.
Bei Zugriff von einem entfernten Rechner (vor allem SSH, telnet und RSH) zwischen der Version 9 (in der Standardkonfiguration mit aktiviertem UTF-8) und älteren Systemen (SUSE LINUX 9.0 und früher, wobei UTF-8 nicht standardmäßig aktiviert oder unterstützt ist), können Terminal-Applikationen fehlerhafte Zeichen ausgeben.
Dies liegt daran, dass OpenSSH keine lokalen Einstellungen weiterleitet,
sodass System-Standardeinstellungen verwendet werden, die möglicherweise
nicht mit den entfernten Terminal-Einstellungen übereinstimmen. Dies
betrifft YaST im Textmodus sowie Applikationen, die von einem entfernten
Rechner als normaler Benutzer (nicht root) ausgeführt werden. Die von
root ausgeführten Applikationen
sind nur dann betroffen, wenn der Benutzer die Standard-Locales für
root ändert (nur
LC_CTYPE wird standardmäßig gesetzt).
Anwender von FreeRADIUS müssen nun gegen unixODBC linken, da libiodbc verworfen wurde.
Der FHS (siehe Abschnitt A.4, „Standards und Spezifikationen“) sieht nun
vor, dass XML-Ressourcen (DTDs, Stylesheets etc.) unter
/usr/share/xml installiert werden. Aus diesem Grund
sind einige Verzeichnisse nun nicht mehr unter
/usr/share/sgml zu finden. Bei Problemen müssen
entweder die eigenen Skripten und Makefiles angepasst bzw. die offiziellen
Kataloge (insbesondere /etc/xml/catalog bzw.
/etc/sgml/catalog) verwendet werden.
Beachten Sie den Artikel „Bekannte Probleme und Besonderheiten in SUSE LINUX 9.2“ in der SUSE Supportdatenbank unter http://portal.suse.de; zu finden mit dem Stichwort Besonderheiten.
SuSEFirewall2, die mitgelieferte Firewall-Lösung, wird beim Vorschlags-Dialog am Ende der Installation aktiviert, um die Sicherheit zu erhöhen. Das bedeutet also, dass zunächst alle Ports geschlossen sind und auf Wunsch zu Beginn des Dialog-Vorschlags geöffnet werden können.
Standardmäßig können Sie sich nicht von entfernten Systemen einloggen. Auch Netzwerk-Browsing und Multicast-Anwendungen wie SLP, Samba ("Netzwerkumgebung") und einige Spiele werden behindert. Die Firewall-Einstellungen können mit YaST angepasst werden.
Wenn also während der Installation bzw. Konfiguration eines Dienstes ein Netzwerkzugriff benötigt wird, öffnet das entsprechende YaST-Modul die notwendigen TCP- und UDP-Ports aller internen und externen Interfaces. Wenn dies nicht gewollt ist, kann der Benutzer in dem YaST-Modul die Ports schließen bzw. anderweitig detailliertere Firewall-Einstellungen vornehmen.
Tabelle 4.2. Von wichtigen Diensten benötigte Ports
Dienst | Ports |
|---|---|
HTTP-Server | Firewall wird anhand der „Listen“-Statements eingerichtet (nur TCP) |
Mail (postfix) | smtp 25/TCP |
samba-server | netbios-ns 137/TCP; netbios-dgm 138/TCP; netbios-ssn 139/TCP; microsoft-ds 445/TCP |
dhcp-server | bootpc 68/TCP |
dns-server | domain 53/TCP; domain 53/UDP |
dns-server | plus besonderer Support für portmapper in SuSEFirewall2 |
portmapper | sunrpc 111/TCP; sunrpc 111/UDP |
nfs-server | nfs 2049/TCP |
nfs-server | plus portmapper |
nis-server | aktiviert portmap |
tftp | tftp 69/TCP |
CUPS (IPP) | ipp 631/TCP; ipp 631/UDP |
Standardmäßig ist die IPv6-Unterstützung für KDE nicht aktiviert. Sie
können die Unterstützung gegebenenfalls mit dem
/etc/sysconfig Editor in YaST aktivieren. Diese
Eigenschaft wurde deaktiviert, weil IPv6-Adressen nicht von allen ISPs
richtig unterstützt werden. Dies würde zu Fehlermeldungen beim Surfen im
Internet und zu Verzögerungen beim Anzeigen von Internetseiten führen.
Das YaST Online Update unterstützt jetzt eine besondere Art von
RPM-Paketen, die nur die binären Unterschiede zum betreffenden Basispaket
speichern. Diese Technik reduziert die Paketgröße und Übertragungszeit
wesentlich, generiert jedoch zur Zusammenstellung des endgültigen Paketes
eine größere CPU-Last. In /etc/sysconfig/onlineupdate
können Sie konfigurieren, ob YOU diese Delta-Pakete benutzen soll.
Technische Einzelheiten sind unter file:///usr/share/doc/packages/deltarpm/README verfügbar.
Am Ende der Installation (Vorschlags-Dialog) ist bei der Konfiguration der Firewall darauf zu achten, dass die für das Drucksystem notwendigen Ports offen sind. TCP Port 631/TCP und Port 631/UDP sind für CUPS erforderlich und dürfen für den Normalbetrieb nicht dichtgemacht werden. Auch Port 515/TCP (für das alte LPD-Protokoll) oder die Ports, die Samba braucht, müssen zugänglich sein, wenn via LPD oder SMB gedruckt werden soll.
Der Umstieg von XFree86 auf X.Org wird durch Kompatibilitätslinks erleichtert, so dass die wesentlichen Dateien und Befehle auch noch über die alten Namen erreicht werden können.
Tabelle 4.4. Protokolldateien in /var/log
XFree86 | X.Org |
|---|---|
|
|
|
|
Zudem wurden beim Umstieg auf X.Org die Pakete von
XFree86* auf xorg-x11*
umbenannt.
Wir haben eine Reihe von Terminalemulatoren entfernt, da sie entweder nicht mehr gepflegt werden oder in der Standardumgebung nicht funktionieren (besonders weil sie UTF-8 nicht unterstützen). SUSE LINUX bietet Standardterminals wie xterm, die KDE- und GNOME-Terminals und mlterm (Multilingual Terminal Emulator für X), welche als Ersatz für aterm und eterm eingesetzt werden können.
Die Konfigurationsdateien in /etc/sysconfig/powersave haben sich
geändert:
Tabelle 4.5. Aufgeteile Konfigurationsdateien in /etc/sysconfig/powersave
Alt | jetzt aufgeteilt in |
|---|---|
|
|
| |
| |
| |
| |
|
/etc/powersave.conf gibt es nicht mehr
und existierende Variablen wurden in die in Tabelle 4.5, „Aufgeteile Konfigurationsdateien in /etc/sysconfig/powersave“
aufgeführten Dateien übernommen. Falls Sie Änderungen an den
„event“-Variablen in /etc/powersave.conf
vorgenommen hatten, sind diesen nun in
/etc/sysconfig/powersave/events entsprechend
anzupassen.
Weiterhin ist zu beachten, dass sich die Namensgebung von „Schlafzuständen“ (engl. Sleep Status) geändert hat; früher gab es:
suspend (ACPI S4, APM suspend)
standby (ACPI S3, APM standby)
Nun gibt es:
suspend to disk (ACPI S4, APM suspend)
suspend to ram (ACPI S3, APM suspend)
standby (ACPI S1, APM standby)
OOo wird nun in /usr/lib/ooo-1.1
anstelle von /opt/OpenOffice.org
installiert. Das Standardverzeichnis für Benutzereinstellungen ist nun
~/.ooo-1.1 anstelle von
~/OpenOffice.org1.1.
Es gibt einige neue Wrapper zum Starten der OOo-Komponenten. Die neuen Namen werden in Tabelle 4.6, „Wrapper“ gezeigt.
Tabelle 4.6. Wrapper
Alt | Neu |
|---|---|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| - |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Neu wird von dem Wrapper nun die Option --icons-set
unterstützt, um zwischen KDE- und GNOME-Icons umzuschalten. Nicht mehr
unterstützt werden die folgenden Optionen
--default-configuration, --gui,
--java-path, --skip-check,
--lang (die Sprache wird nun über Lokale (engl.
locales) festgestellt), --messages-in-window und
--quiet.
Erweiterungen zu KDE und GNOME werden in den separaten Paketen
OpenOffice_org-kde und
OpenOffice_org-gnome angeboten.
Der Soundmixer kmix ist als Standard voreingestellt. Für High-End-Hardware stehen weiterhin alternative Mixer wie QAMix/KAMix, envy24control (nur ICE1712) oder hdspmixer (nur RME Hammerfall).
In der Vergangenheit wurde der Binärdatei
cdrecord ein Patch aus dem Paket
cdrecord hinzugefügt, um das Brennen von DVDs zu
ermöglichen. Stattdessen wird nun die neue Binärdatei
cdrecord-dvd installiert, welche diesen Patch bereits
beinhaltet.
Das Programm growisofs aus dem Paket
dvd+rw-tools kann nun alle DVD-Medien brennen
(DVD+R, DVD-R, DVD+RW, DVD-RW, DVD+RL). Wir empfehlen, anstelle des
gepatchten cdrecord-dvd dieses Programm zu verwenden.
Es ist möglich, verschiedene Kernel nebeneinander zu installieren.
Diese Eigenschaft ermöglicht Administratoren, einen Kernel zu
aktualisieren, indem sie den neuen Kernel installieren, prüfen, ob der
neue Kernel wie erwartet funktioniert, und erst dann den alten Kernel
entfernen. YaST unterstützt dieses Feature zwar noch nicht, Kernel
können jedoch sehr einfach von der Shell mit dem Befehl
rpm -i Paket.rpm
installiert und entfernt werden. Weitere Informationen zur Verwaltung von
Paketen von der Kommandozeile sind
unter Abschnitt 4.3, „RPM – Der Paket-Manager“ verfügbar.
Das Menü des Standardbootloaders enthält einen Kerneleintrag. Bevor
weitere Kernel installiert werden, ist es sinnvoll, einen weiteren Eintrag
für den neuen Kernel zu erstellen, um die Auswahl dieses Kernels zu
vereinfachen. Auf den Kernel, der vor der Installation des neuen Kernels
aktiv war, kann als vmlinuz.previous und
initrd.previous zugegriffen werden. Erstellen Sie
einen dem Standardeintrag ähnlichen Bootloader-Eintrag, der auf
vmlinuz.previous und
initrd.previous zeigt (statt auf
vmlinuz und initrd), um Zugriff
auf den vorher aktiven Kernel zu haben. Alternativ unterstützen GRUB und
LILO Platzhaltereinträge im Bootloader. Einzelheiten sind auf den
Infoseiten von GRUB (info grub) und auf der
Manualpage lilo.conf (5) verfügbar.
Beachten Sie den Artikel „Bekannte Probleme und Besonderheiten in SUSE LINUX 9.3“ in der SUSE Supportdatenbank unter http://portal.suse.de, zu finden mit dem Stichwort Besonderheiten.
Der Eintrag erscheint
im Bootloader-Menü nicht mehr. linuxrc kann jedoch immer noch
im manuellen Modus gestartet werden, indem Sie am
Bootprompt manual=1 eingeben.
Normalerweise ist dies nicht notwendig, da Sie
Installationsoptionen direkt am Kernel-Prompt eingeben
können (z. B. textmode=1 oder
Angabe einer URL als Installationsquelle).
Kerberos ist statt heimdal
der Standard für die Netzwerkauthentifizierung. Die automatische
Konvertierung einer existierenden heimdal-Konfiguration ist nicht
möglich. Während eines System-Updates werden Sicherungskopien
der Konfigurationsdateien erstellt, wie in Tabelle 4.7, „Sicherungsdateien“ gezeigt.
Tabelle 4.7. Sicherungsdateien
Alte Datei | Sicherungsdatei |
|---|---|
|
|
|
|
Die Client-Konfiguration (/etc/krb5.conf) ist
der von heimdal sehr ähnlich. Sofern nichts Spezielles konfiguriert
wurde, ist es ausreichend, den Parameter
kpasswd_server mit admin_server
zu ersetzen.
Es ist nicht möglich, die Serverdaten (kdc/kadmind)
übernehmen. Nach dem System-Update ist die alte heimdal-Datenbank
noch unter /var/heimdal verfügbar.
MIT kerberos führt die Datenbank unter
/var/lib/kerberos/krb5kdc.
Das Konfigurationstool SaX2 schreibt die
X.Org-Einstellungen in die Datei
/etc/X11/xorg.conf.
Bei einer Neuinstallation wird kein
Kompatibilitätslink von XF86Config
nach xorg.conf erzeugt.
Neue Konfigurationsdateien (enthalten Kommentaren mit weiterer Information):
common-authStandard-PAM-Konfiguration für die auth-Section
common-accountStandard-PAM-Konfiguration für account-Section
common-passwordStandard-PAM-Konfiguration für Passwortänderungen
common-sessionStandard-PAM-Konfiguration für Sitzungsmanagement
Sie sollten diese Standardkonfigurationsdateien in Ihrer anwendungsspezifischen Konfigurationsdatei per include miteinbeziehen, da es einfacher ist, eine einzelne Konfigurationsdatei zu modifizieren und zu unterhalten, als ca. 40 Dateien, die es früher auf dem System gab. Wenn Sie später eine Anwendung installieren, erbt sie die bereits vorgenommenen Änderungen, und der Administrator braucht die Konfiguration nicht anzupassen.
Die Änderungen sind einfach. Falls Sie die folgende Konfigurationsdatei haben (Standard bei den meisten Anwendungen):
#%PAM-1.0 auth required pam_unix2.so account required pam_unix2.so password required pam_pwcheck.so password required pam_unix2.so use_first_pass use_authtok #password required pam_make.so /var/yp session required pam_unix2.so
können Sie sie wie folgt ändern:
#%PAM-1.0 auth include common-auth account include common-account password include common-password session include common-session