SUSE LINUX enthält ein Rettungssystem, mit dessen Hilfe Sie in Notfällen von außen auf Ihre Linux-Partitionen zugreifen können: Sie können das Rescue–System von CD, Netzwerk oder vom SUSE-FTP-Server laden. Zum Rettungssystem gehören verschiedene Hilfsprogramme, mit denen Sie Probleme mit unzugänglich gewordenen Festplatten, fehlerhaften Konfigurationsdateien usw. beheben können.
Teil des Rettungssystems ist auch Parted (parted) zum Verändern der Partitionsgrößen. Es kann bei Bedarf aus dem Rettungssystem heraus manuell aufgerufen werden, falls Sie nicht auf den in YaST integrierten Resizer zurückgreifen wollen. Informationen zu Parted finden Sie unter http://www.gnu.org/software/parted/
Booten Sie Ihr System, wie Sie es zur Installation tun würden. Wählen Sie aus dem Bootmenü . Das Rettungssystem wird dekomprimiert, als neues Root-Dateisystem in eine RAM-Disk geladen, gemountet und gestartet.
Das Rettungssystem stellt Ihnen unter Alt + F1 bis Alt
+ F3 drei virtuelle Konsolen zur Verfügung, an
denen Sie sich als Benutzer root ohne Passwort einloggen können. Mit
Alt + F10 kommen Sie zur Systemkonsole mit den Meldungen
von Kernel und syslog.
In dem Verzeichnis /bin finden Sie die Shell und
Utilities (zum Beispiel mount). Wichtige Datei- und
Netz-Utilities, zum Beispiel zum Überprüfen und Reparieren von Dateisystemen
(reiserfsck, e2fsck
etc.), liegen im Verzeichnis
/sbin. Des Weiteren finden Sie in diesem Verzeichnis
auch die wichtigsten Binaries für die Systemverwaltung wie
fdisk, mkfs,
mkswap, init,
shutdown, sowie für den Netzwerkbetrieb
ifconfig, route und
netstat. Als Editor ist der
vi unter /usr/bin verfügbar;
hier sind auch weitere Tools (grep,
find, less etc.) wie
auch das Programm telnet zu finden.
Zum Mounten Ihres SUSE LINUX-Systems auf der Platte ist der Mountpoint
/mnt gedacht. Sie können für eigene Zwecke weitere
Verzeichnisse erzeugen und als Mount-Punkte verwenden.
Nehmen wir als Beispiel einmal an, Ihr normales System setzt sich laut
/etc/fstab wie in Beispiel 5.1, „Beispiel /etc/fstab“
beschrieben zusammen.
Beispiel 5.1. Beispiel /etc/fstab
/dev/sdb5 swap swap defaults 0 0 /dev/sdb3 / ext2 defaults 1 1 /dev/sdb6 /usr ext2 defaults 1 2
![]() | Warnung |
|---|---|
Beachten Sie im folgendem Abschnitt die Reihenfolge, in welcher die einzelnen Geräte zu mounten sind. | |
Um Zugriff auf Ihr gesamtes System zu haben, mounten Sie es Schritt für
Schritt unter /mnt mit den folgenden Befehlen:
mount /dev/sdb3 /mnt mount /dev/sdb6 /mnt/usr
Nun haben Sie Zugriff auf Ihr ganzes System und können zum Beispiel Fehler in
Konfigurationsdateien wie /etc/fstab,
/etc/passwd, /etc/inittab
beheben. Die Konfigurationsdateien befinden sich statt im Verzeichnis
/etc jetzt im Verzeichnis
/mnt/etc.
Um selbst komplett verloren gegangene
Partitionen mit dem Programm fdisk einfach
wieder durch Neu-Anlegen zurückzugewinnen, sollten Sie sich
vorher einen Ausdruck (Hardcopy) von dem Verzeichnis
/etc/fstab und dem Output des Befehls
fdisk -l machen.
Beschädigte Dateisysteme sind ein besonders ernster Anlass für den Griff
zum Rettungssystem. Dateisysteme lassen sich grundsätzlich nicht im
laufenden Betrieb reparieren. Bei schwereren Schäden lässt sich unter
Umständen nicht einmal mehr das Root-Dateisystem mounten und der
Systemstart endet in einer
kernel panic.
Dann bleibt nur noch der Weg, die Reparatur
von außen unter einem Rettungssystem zu versuchen.
Im SUSE LINUX-Rettungssystem sind die Utilities reiserfsck, e2fsck und dumpe2fs (zur Diagnose) enthalten. Damit beheben Sie die meisten Probleme. Und da auch im Notfall oft die Manualpage von reiserfsck oder e2fsck nicht mehr zugänglich ist, sind sie in diesem Handbuch unter Abschnitt B.1, „Manualpage von reiserfsck“ bzw. Abschnitt B.2, „Manualpage von e2fsck“ ausgedruckt.
Wenn sich ein ext2-Dateisystem wegen
eines ungültigen Superblocks nicht mehr mounten lässt,
wird das Programm e2fsck vermutlich zunächst ebenfalls
scheitern. Die Lösung ist, die im Dateisystem alle 8192 Blöcke (8193,
16385…) angelegt und gepflegten Superblock-Backups zu
verwenden. Dies leistet zum Beispiel der Befehl
e2fsck -f -b 8193 /dev/defekte_Partition.
Die Option -f erzwingt den Dateisystem-Check und kommt
damit dem möglichen Irrtum von e2fsck zuvor, es sei
– angesichts der intakten Superblock-Kopie – alles in
Ordnung.