Jeder Rechner hat spezielle BIOS-Routinen, die beim Start des Systems ausgeführt werden und die Hardware initialisieren. Beim eigentlichen Bootvorgang laden diese Routinen ein Image, das vom Rechner ausgeführt wird und den nachfolgenden Bootvorgang steuert. Dieses Image ist normalerweise ein Bootmanager, der dem Benutzer ermöglicht, ein installiertes System oder ein Installationssystem zu wählen. Bei der Installation von SUSE LINUX wird ein Bootimage geladen, das einen Kernel und ein Programm namens linuxrc enthält.
linuxrc analysiert und initialisiert das System für den eigentlichen Installationsvorgang. Standardmäßig läuft es ohne Zutun des Benutzers und startet schließlich YaST. Falls Sie spezielle Modulparameter übergeben möchten oder die Hardwareerkennung fehlgeschlagen ist, können Sie linuxrc auch interaktiv verwenden, indem Sie die manuelle Installation starten.
Sie können linuxrc nicht nur bei der Installation verwenden, sondern auch als Boot-Tool für ein installiertes System und sogar für ein autonomes (Ramdisk-basiertes) Rettungssystem. Näheres finden Sie unter Abschnitt 5.4, „Das SUSE Rettungssystem“.
Falls das System eine Initial Ramdisk (initrd) verwendet, steuert ein
Shellskript, das auch linuxrc heißt, das Laden der Module beim Booten. Dieses
Skript wird dynamisch vom Skript /sbin/mkinitrd
generiert. Es unterscheidet sich vollständig vom Programm linuxrc, das für
die Installation verwendet wird, und sollte mit diesem nicht verwechselt
werden.
Parameter, die das Startverhalten ändern, können
an linuxrc übergeben werden. linuxrc sucht nach einer
Info-Datei, entweder auf Diskette oder in der initrd
unter /info. Erst danach liest linuxrc die Parameter am
Kernel-Prompt ein. Die voreingestellten Werte können in der Datei
/linuxrc.config verändert werden. Diese wird zuerst
eingelesen. Allerdings empfiehlt es sich, Änderungen vorzugsweise in der
Info-Datei festzulegen.
linuxrc kann in einem manuellen Modus betrieben werden. Um diesen Modus zu nutzen, geben Sie am Bootprompt den Parameter "manual=1" ein.
Eine Info-Datei besteht aus Schlüsselwörtern und zugehörigen Werten der
Form: key: value. Diese Schlüssel-Wert-Paare können in der
Form key=value auch am Boot-Prompt des Installationsmediums
übergeben werden. Eine Liste aller Schlüssel finden Sie in der Datei
/usr/share/doc/packages/linuxrc/linuxrc.html. Einige
der wichtigsten werden im Folgenden mit Beispielwerten aufgeführt:
Die Installationsquelle mit Hilfe einer URL
definieren. Zulässige Protokolle sind cd,
hd, nfs, smb,
ftp, http und
tftp. Die Syntax enstpricht der gängigen Syntax, wie
sie auch in Browsern verwendet werden kann, beispielsweise:
nfs://<Server>/<Verzeichnis>
ftp://[Benutzer[:Passwort]@]<Server>/<Verzeichnis>
Wenn Sie mehrere Ethernet-Devices verfügbar haben, können Sie mit dem
Parameter Netdevice: das Interface auswählen, das von
linuxrc verwendet werden soll.
Hiermit wird die IP-Adresse des Rechners festgelegt.
Wenn der Installationsserver nicht im gleichen Subnetz wie der Rechner liegt, kann er über den Standardgateway erreicht werden.
Sie können für die Verbindungstypen ftp und
http auch einen Proxy verwenden. Dieser muss über den
Parameter Proxy: festgelegt werden.
Wenn der Proxy nicht den Standard-Port verwendet, kann mit dieser Option der benötigte Port festgelegt werden.
Verwenden Sie diesen Parameter, um YaST im Textmodus zu starten.
Um Rechner, die keine grafische Konsole besitzen, komfortabel
installieren zu können, steht Ihnen die Möglichkeit offen, den
Installationsprozess per VNC zu kontrollieren. Der Parameter
VNC aktiviert diesen Dienst auf dem
Installationssystem. Vergleichen Sie auch den Parameter
VNCPassword.
Setzt das Passwort, um bei einer VNC Installation die Zugriffsberechtigung zu regeln.
Stellt einen Zugriff zu linuxrc per SSH bereit. Dies ermöglicht eine Installation mithilfe des textbasierten YaST.
Setzt das Passwort für den Benutzer root in linuxrc.
Das angegebene Modul in den Kernel laden. Benötigte Parameter zum Laden des Moduls werden durch Leerzeichen getrennt übergeben.
Bei 0 wird nie swap angefordert, bei einer positiven
Zahl wird die Partition dieser Nummer aktiviert. Alternativ geben Sie den
Namen der Partition an.