16.6. Das YaST Power-Management Modul

Mit Hilfe des YaST Power-Management Moduls können Sie alle Einstellungen zum Power-Management vornehmen, die in den vorangegangenen Abschnitten erläutert wurden. Nach dem Start des Moduls über das YaST-Kontrollzentrum mit System+Power-Management gelangen Sie in die erste Maske des Moduls (siehe Abbildung 16.1, „Scheme auswählen“).

Abbildung 16.1. Scheme auswählen

Scheme auswählen

In dieser Maske werden Sie zur Auswahl der bei bestimmten Betriebszustände — Akkubetrieb oder Betrieb am Stromnetz — zu verwendenden Schemes aufgefordert.

Sie können sich an dieser Stelle per Drop-Down-Menü für jeweils eines der bereits existierenden Schemes entscheiden, oder aber über den Button Schemes bearbeiten in die in Abbildung 16.2, „Überblick der vorhandenen Schemes“) gezeigte Übersicht der bereits vorhandenen Schemes gelangen.

Abbildung 16.2. Überblick der vorhandenen Schemes

Überblick der vorhandenen Schemes

In der Schemes-Übersicht wählen Sie das Scheme, das Sie ändern möchten und klicken dann auf Ändern, um in den Editierdialog zu gelangen (siehe Abbildung 16.3, „Scheme erstellen“). Alternativ können Sie ein neues Scheme erstellen, indem Sie den Button Hinzufügen drücken. In beiden Fällen ist der in Abbildung 16.3, „Scheme erstellen“ gezeigte Folgedialog identisch.

Abbildung 16.3. Scheme erstellen

Scheme erstellen

Versehen Sie das neue oder zu ändernde Scheme zuerst mit einem (sprechenden) Namen und einer Beschreibung. Zunächst legen Sie fest, wie und ob die CPU-Leistung für dieses Scheme geregelt werden soll. Entscheiden Sie, ob und zu welchem Grad Frequenzskalierung und Throttling eingesetzt werden sollen. Im Folgedialog legen Sie für die Festplatte eine Stand-by-Strategie fest, die entweder auf maximale Performance oder auf Energieersparnis ausgelegt ist. Die Akustik-Strategie regelt den Geräuschpegel der Festplatte (wird leider nur von wenigen IDE Festplatten unterstützt). Die Kühl-Strategie regelt, welche Art der Kühlung angewandt werden soll. Diese Art der Wärmeregulierung wird leider nur selten vom BIOS unterstützt. Bitte lesen Sie in /usr/share/doc/packages/powersave/README.thermal nach, wie Sie Lüfter und passive Kühlmethoden nutzen können. Verlassen Sie diesen Dialog wiederum mit OK, werden Ihre Einstellungen aktiv.

Aus dem Startdialog heraus können Sie neben der Scheme-Auswahl für verschiedene Betriebszustände auch globale Einstellungen zum Power-Management vornehmen. Klicken Sie hierzu auf Batterie-Warnung, ACPI-Einstellungen oder Suspend aktivieren. Um in den in Abbildung 16.4, „Ladezustand der Batterie“ gezeigten Dialog zum Ladezustand der Batterie zu gelangen, klicken Sie Batterie-Warnung.

Abbildung 16.4. Ladezustand der Batterie

Ladezustand der Batterie

Das BIOS Ihres Systems meldet dem Betriebssystem, sobald bestimmte, konfigurierbare Kapazitätsgrenzen unterschritten werden. Daraufhin können bestimmte Aktionen ausgelöst werden. In diesem Dialog legen Sie drei Grenzen fest, deren Unterschreitung bestimmte Aktionen auslösen soll. Dies sind Kapazitätswarnung, Niedrige Kapazität und Kritische Kapazität. In den ersten beiden Fällen wird üblicherweise nur eine Warnmeldung an den Benutzer weitergereicht, während Unterschreitung des letzten kritischen Levels ein Shutdown des Rechners auslöst, da die verbliebene Energie kaum noch für längere Zeit einen sinnvollen Betrieb des Systems erlaubt. Wählen Sie die für Ihre Zwecke passenden Ladezustände und entsprechenden Aktionen aus und verlassen Sie diesen Dialog mit OK, um zurück in den Startdialog zu gelangen.

Abbildung 16.5. ACPI-Einstellungen

ACPI-Einstellungen

Mit ACPI-Einstellungen gelangen Sie in den Dialog zur Konfiguration der ACPI-Buttons. Dieser Dialog wird in Abbildung 16.5, „ACPI-Einstellungen“ gezeigt. Mit den Einstellungen zu den ACPI-Buttons legen Sie fest, wie das System auf die Betätigung bestimmter Schalter reagieren soll. Diese Schalter/Ereignisse kennt ACPI als „Buttons“. Konfigurieren Sie die Antwort des Systems auf Drücken des Power-Buttons, des Sleep-Buttons und auf Schließen des Laptopdeckels. Mit OK schließen Sie die Konfiguration ab und gelangen zurück in den Startdialog.

Über Suspend aktivieren gelangen Sie in einen Dialog, in dem Sie konfigurieren, ob und wie Benutzer dieses Systems Suspend oder Standby-Funktionalität nutzen dürfen. Klicken Sie auf OK, um zurück in den Hauptdialog zu gelangen. Verlassen Sie das gesamte Modul durch ein erneutes Drücken von OK, um alle Ihre Einstellungen zum Power-Management zu übernehmen.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3