Die Arbeitsweise mancher PAM-Module ist konfigurierbar. Die dazugehörigen
Konfigurationsdateien befinden sich unter
/etc/security. Dieser Abschnitt geht kurz auf die im
sshd Beispiel verwendeten Dateien ein. Dies sind
pam_unix2.conf, pam_env.conf,
pam_pwcheck.conf und limits.conf.
Für die traditionelle Passwort-Authentifizierung wird das PAM Modul
pam_unix2 verwendet. Es kann seine Daten aus
/etc/passwd, /etc/shadow, über
NIS-Maps, über NIS+-Tabellen oder über eine LDAP-Datenbank
beziehen. Diesem Modul können seine Konfigurationsoptionen entweder
individuell in der PAM-Konfiguration der Anwendung übergeben werden oder
global in /etc/security/pam_unix2.conf. Im einfachsten Fall sieht die Datei wie in
Beispiel 21.6, „pam_unix2.conf“ aus:
Die Option nullok für die
auth und password Modultypen besagt,
dass leere Passwörter für diese Art des Accounts zulässig sind. Der
Benutzer hat das Recht, die Passwörter zu ändern. Mittels der Option
none für den session Typ wird
festgelegt, dass für diesen Modultyp keine Meldungen geloggt werden
(Standardeinstellung). Weitere Konfigurationsoptionen können Sie den
Kommentaren in dieser Datei oder der Manualpage von
pam_unix2(8) entnehmen.
Diese Datei kann verwendet werden, um Benutzern nach Aufruf des
pam_env-Moduls eine standardisierte Umgebung
vorzugeben. Die Syntax zum Setzen der Umgebungsvariablen ist:
VARIABLE [DEFAULT=[wert]] [OVERRIDE=[wert]]
VARIABLEBezeichner der Umgebungsvariable, die gesetzt werden soll
[DEFAULT=[wert]]Standardwert, den der Administrator als Standard vorgeben möchte
[OVERRIDE=[wert]]Werte, die pam_env ermitteln und einsetzen
kann, um den Standardwert zu überschreiben
Ein berühmtes Beispiel, wie pam_env eingesetzt
werden kann, ist die Anpassung der DISPLAY-Variablen für Login übers
Netz, wie in Beispiel 21.7, „pam_env.conf“ gezeigt:
Beispiel 21.7. pam_env.conf
REMOTEHOST DEFAULT=localhost OVERRIDE=@{PAM_RHOST}
DISPLAY DEFAULT=${REMOTEHOST}:0.0 OVERRIDE=${DISPLAY}
Die erste Zeile setzt den Wert der Variablen
REMOTEHOST auf localhost, so
pam_env nicht einen anderen Wert ermitteln kann und
zurückgibt. Die Variable DISPLAY nutzt den
Variablenwert von REMOTEHOST. Mehr Informationen
erhalten Sie in den Kommentaren der
/etc/security/pam_env.conf-Datei.
Aus dieser Datei holt sich das Modul pam_pwcheck die
Optionen für alle Module vom Typ password. Die hier
gespeicherte Einstellung wird vor derjenigen in der PAM-Konfiguration der
Anwendung gelesen. Wenn für die Anwendung keine individuelle Einstellung
vorgenommen wurde, wird die globale Einstellung verwendet.
Beispiel 21.8, „pam_pwcheck.conf“ weist
pam_pwcheck an, leere Passwörter
und das Ändern von Passwörtern zu erlauben.
Weitere Optionen finden Sie in der Datei
/etc/security/pam_pwcheck.conf.
Das Modul pam_limits liest die Systemlimits für
bestimmte Benutzer oder Gruppen aus der Datei
limits.conf aus. Theoretisch besteht hier die
Möglichkeit, harte (keine Überschreitung möglich) und weiche (temporäre
Überschreitung erlaubt) Limits auf Systemressourcen zu setzen. Die Syntax
und möglichen Optionen entnehmen Sie der Datei selbst.