Wenn Sie auf die Unterstützung durch YaST verzichten, müssen Sie dafür sorgen, dass die folgenden Dienste auf dem NFS-Server laufen:
RPC-Portmapper (portmap)
RPC-Mount-Daemon (rpc.mountd)
RPC-NFS-Daemon (rpc.nfsd)
Damit diese beim Hochfahren des Systems von den Skripten
/etc/init.d/portmap und
/etc/init.d/nfsserver gestartet werden, geben Sie bitte
die Befehle
insserv /etc/init.d/nfsserver und
insserv /etc/init.d/portmap ein.
Neben dem Start dieser Daemonen muss noch festgelegt werden, welche
Dateisysteme an welche Rechner exportiert werden sollen. Dies geschieht in
der Datei /etc/exports.
Je Verzeichnis, das exportiert werden soll, wird eine Zeile für die
Information benötigt, welche Rechner wie darauf zugreifen dürfen. Alle
Unterverzeichnisse eines exportierten Verzeichnisses werden ebenfalls
automatisch exportiert. Die berechtigten Rechner werden üblicherweise mit
ihren Namen (inklusive Domainname) angegeben, es ist aber auch möglich, mit
den Jokerzeichen * und ? zu arbeiten,
die die aus der bash bekannte Funktion haben.
Wird kein Rechnername angegeben, hat jeder Rechner die Erlaubnis, auf dieses
Verzeichnis (mit den angegebenen Rechten) zuzugreifen.
Die Rechte, mit denen das Verzeichnis exportiert wird, werden in einer von Klammern umgebenen Liste nach dem Rechnernamen angegeben. Die wichtigsten Optionen für die Zugriffsrechte werden in Tabelle 26.1, „Zugriffsrechte für exportierte Verzeichnisse“ beschrieben.
Tabelle 26.1. Zugriffsrechte für exportierte Verzeichnisse
Option | Bedeutung |
|---|---|
| Dateisystem wird nur mit Leserechten exportiert (Vorgabe). |
| Dateisystem wird mit Schreib- und Leserechten exportiert. |
| Diese Option bewirkt, dass der Benutzer |
| Rootzugriffe nicht umsetzen; Root-rechte bleiben also erhalten. |
| Umsetzen von absoluten, symbolischen Links (solche, die mit
|
| Symbolische Links bleiben unverändert. |
| Auf dem Client werden die gleichen User-IDs wie auf dem Server verwendet (Vorgabe). |
| Client und Server haben keine übereinstimmenden User-IDs. Durch diese Option wird der nfsd angewiesen, eine Umsetztabelle für die User-IDs zu erstellen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Aktivierung des Daemons ugidd. |
Die exports–Datei kann
beispielsweise aussehen wie Beispiel 26.1, „/etc/exports“.
Die Datei /etc/exports wird von
mountd und nfsd
gelesen. Wird also eine Änderung daran vorgenommen, so müssen
mountd und nfsd neu
gestartet werden, damit diese Änderung berücksichtigt wird. Erreicht wird
dies am einfachsten mit dem Befehl
rcnfsserver restart.