Die Konfiguration des aktuell laufenden Kernel ist in der Datei
/proc/config.gz gespeichert. Um diese Konfiguration
nach Ihren Wünschen anzupassen, wechseln Sie als Benutzer root in das Verzeichnis
/usr/src/linux und führen folgende Befehle aus:
zcat /proc/config.gz > .config make oldconfig
Der Befehl make oldconfig verwendet
die Datei /usr/src/linux/.config als Vorlage zur
aktuellen Kernel-Konfiguration. Wenn bei Ihren aktuellen Kernel-Quellen neue
Optionen hinzugekommen sind, so werden diese jetzt abgefragt. Wenn die Datei
.config fehlt, dann wird die
„default“-Konfiguration verwendet, die in den Kernel-Quellen
enthalten ist.
Die konfigurierbaren Optionen des Kernels können hier nicht im Einzelnen
beschrieben werden. Jedoch können Sie von der umfangreichen Hilfe Gebrauch
machen, die zur Konfiguration des Kernels verfügbar ist. Die Dokumentation
für den aktuellen Kernel befindet sich im Verzeichnis
/usr/src/linux/Documentation.
Um den Kernel zu konfigurieren, wechseln Sie nach
/usr/src/linux und geben den Befehl make
config ein. Sie werden nach einer Reihe von Systemfähigkeiten
gefragt, die der Kernel unterstützen soll. Bei der Beantwortung der Fragen
gibt es zwei oder drei verschiedene Möglichkeiten: y
(yes), n (no) und gegebenenfalls m
(module). m bedeutet hierbei, dass der entsprechende
Treiber nicht fest in den Kernel eingebunden sondern vielmehr als Modul
kompiliert wird, das zur Laufzeit zum Kernel hinzugeladen werden kann.
Sämtliche Treiber, die zum Booten des Systems unbedingt benötigt werden,
müssen fest zum Kernel hinzugebunden werden; in diesen Fällen also
y wählen. Mit Enter bestätigen Sie die
Vorauswahl, die aus der Datei .config eingelesen wird.
Wenn Sie bei einer Frage eine andere Taste drücken, erhalten Sie einen
kurzen Hilfetext zu der jeweiligen Option angezeigt.
Bequemer lässt sich die Konfiguration des Kernels mit menuconfig
durchführen; gegebenenfalls müssen Sie dazu das Paket ncurses-devel mit YaST nachinstallieren.
Starten Sie die Kernel-Konfiguration mit dem Befehl make
menuconfig.
Bei einer geringfügigen Änderung der Konfiguration müssen Sie sich hier
nicht durch alle Fragen „durchtasten“, sondern können über das
Menü direkt bestimmte Bereiche wählen. Die Voreinstellungen werden der
Datei .config entnommen. Um eine andere Konfiguration
zu laden, wählen Sie den Menüpunkt und geben den Dateinamen an.
Haben Sie das X Window System (Paket xorg-x11) sowie das Paket zur Entwicklung
von QT-Programmen (qt3-devel)
installiert, dann können Sie mit dem Befehl make xconfig
die Konfiguration über eine grafische Benutzeroberfläche vornehmen. Wenn
Sie das X Window System nicht als root gestartet haben, geben Sie den Befehl
su ein, um eine root-Shell mit Zugriff auf das Display zu
erhalten. Die Voreinstellungen werden aus der Datei
.config ausgelesen. Beachten Sie, dass die
Konfiguration über make xconfig
nicht so gut gepflegt ist wie die anderen Konfigurationsmöglichkeiten. Sie
sollten daher nach Verwendung dieser Konfigurationsmethode immer noch ein
make oldconfig ausführen.