9.6. Kernel installieren

Nach dem Kompilieren des Kernels muss er installiert werden, bevor man das System damit booten kann. Installieren Sie den Kernel im Verzeichnis /boot mit dem folgenden Befehl:

INSTALL_PATH=/boot make install

Die übersetzten Module müssen nun noch installiert werden; durch Eingabe von make modules_install können Sie diese in die korrekten Zielverzeichnisse unter /lib/modules/<version> kopieren lassen. Wenn die Version des Kernels die gleich wie vorher ist, werden die alten Module überschrieben. Sie können jedoch die ursprünglichen Module zusammen mit dem Kernel von den CDs wieder installieren.

[Tip]Tipp

Es ist darauf zu achten, dass Module, deren Funktionalität man jetzt eventuell direkt in den Kernel einkompiliert hat, unter /lib/modules/<Version> entfernt werden. Sonst kann es zu unvorhersehbaren Effekten kommen. Dies ist ein Grund, weshalb dem Ungeübten vom Selbstkompilieren des Kernels dringend abgeraten wird.

Damit der alte Kernel (jetzt /boot/vmlinuz.old) von GRUB gebootet werden kann, fügen Sie in der Datei /boot/grub/menu.lst einen zusätzlichen Eintrag unter einem Namen wie Linux.old für dieses Boot-Image ein. Dieses Vorgehen wird ausführlich in Kapitel 8, Der Bootloader beschrieben. GRUB selbst muss hierbei nicht neu installiert werden.

Weiterhin ist Folgendes zu beachten: Die Datei /boot/System.map enthält die Kernelsymbole, die die Kernelmodule benötigen, um Kernelfunktionen korrekt aufrufen zu können. Diese Datei ist abhängig vom aktuellen Kernel. Daher sollten Sie nach der Übersetzung und Installation des Kernels die aktuelle Datei /usr/src/linux/System.map in das Verzeichnis /boot kopieren. Bei jeder Kernelübersetzung wird diese Datei neu erzeugt. Sollten Sie beim Booten eine Fehlermeldung wie „System.map does not match actual kernel“ erhalten, dann wurde wahrscheinlich nach der Kernelübersetzung die Datei System.map nicht nach /boot kopiert.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3