3.4. Installation mit YaST im Textmodus

Zusätzlich zur Installation mit grafischer Benutzerführung kann das System mithilfe der Textmenüs von YaST installiert werden (Konsolenmodus). Alle YaST-Module stehen auch in diesem Textmodus zur Verfügung. Der Textmodus kann insbesondere dann eingesetzt werden, wenn man keine grafische Oberfläche benötigt, zum Beispiel für Serversysteme, oder wenn die Grafikkarte vom X Window System nicht unterstützt wird. Auch Sehbehinderten wird in diesem Installationsmodus mithilfe von entsprechenden Ausgabegeräten die Installation ermöglicht.

Zunächst müssen Sie die Bootreihenfolge im BIOS des Rechners so einstellen, dass vom CD-ROM-Laufwerk gebootet wird. Legen Sie die DVD oder CD 1 in das Laufwerk und starten Sie den Rechner neu. Nach wenigen Augenblicken wird der Startbildschirm angezeigt.

Wählen Sie mit den Tasten und innerhalb von 10 Sekunden Manual Installation, damit nicht automatisch das installierte System gestartet wird. Geben Sie in der Zeile boot options Bootparameter ein, falls Ihre Hardware derartige Parameter verlangt. In der Regel sind jedoch besondere Parameter nicht erforderlich. Wenn Sie als Installationssprache die Sprache Ihrer Tastatur wählen, wird auch die Tastenbelegung richtig eingestellt. Dies vereinfacht die Angabe von Parametern.

Mit der Taste F2 (Video mode) legen Sie die Bildschirmauflösung für die Installation fest. Wählen Sie dort Text Mode, um in den reinen Textmodus zu gelangen, wenn die Graphikkarte während der Installation sonst Probleme bereitet. Drücken Sie abschließend Enter. Nun erscheint eine Box mit der Fortschrittsanzeige Loading Linux kernel; dann bootet der Kernel und linuxrc wird gestartet. Das Programm linuxrc ist menügeführt und wartet auf Eingaben des Benutzers.

Diverse Boot-Schwierigkeiten können in der Regel mit Kernel-Parametern umgangen werden. Für die Fälle, bei denen DMA Schwierigkeiten bereitet, wird die Startoption Installation—Safe Settings angeboten. Bei Schwierigkeiten mit ACPI (engl. Advanced Configuration and Power Interface) stehen die folgenden Kernelparameter zur Verfügung:

acpi=off

Dieser Parameter schaltet das komplette ACPI-System ab. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Ihr Computer über gar keine ACPI-Unterstützung verfügt oder Sie den konkreten Verdacht haben, dass die ACPI-Implementierung Probleme bereitet.

acpi=oldboot

Schaltet das ACPI-System fast komplett aus. Lediglich die Teile, die für das Booten nötig sind, werden verwendet.

acpi=force

Schaltet ACPI ein, auch wenn Ihr Rechner ein BIOS von vor 2000 hat. Dieser Parameter überschreibt acpi=off.

pci=noacpi

Dieser Parameter schaltet das PCI IRQ-Routing vom neuen ACPI-System aus.

Vergleichen Sie dazu auch Supportdatenbank-Artikel mit dem Schlüsselwort acpi auf https://portal.suse.com.

Wählen Sie Memory Test im Bootmenü, um den Speicher zu überprüfen, wenn es beim Laden des Kernels oder im Verlauf der Installation zu unerklärlichen Schwierigkeiten kommt. Linux stellt hohe Anforderungen an die Hardware. Der Speicher und dessen Timing müssen einwandfrei eingestellt sein. Mehr Informationen finden Sie in der Supportdatenbank mit dem Suchwort memtest86. Lassen Sie den Speichertest am besten über Nacht laufen.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3