1.5. Installationsvorschlag

Nach der Überprüfung der Hardware erhalten Sie im Dialogfenster (siehe Abbildung 1.4, „Vorschlags-Dialog“) Informationen zur erkannten Hardware und Vorschläge zur Installation und zur Partitionierung. Wenn Sie eine der Optionen anklicken und dann konfigurieren, kehren Sie anschließend mit den jeweils geänderten Werten immer wieder in diesen Vorschlags-Dialog zurück. Im Folgenden werden die einzelnen Installations-Einstellungen beschrieben.

Abbildung 1.4. Vorschlags-Dialog

Vorschlags-Dialog

1.5.1. Installationsmodus

Ändern Sie hier nachträglich den gewählten Installationsmodus. Die Möglichkeiten sind die gleichen wie schon in Abschnitt 1.4, „Installationsmodus“ beschrieben.

1.5.2. Tastaturlayout

Bestimmen Sie in diesem Dialog das gewünschte Tastaturlayout, das in der Regel der ausgewählten Sprache entspricht. Drücken Sie anschließend im Testfeld zum Beispiel die Tasten Ü oder Ä, um zu prüfen, ob die Umlaute richtig erscheinen. Mit Weiter gelangen Sie wieder zu den Vorschlägen zurück.

1.5.3. Maus

Sollte YaST die Maus nicht automatisch erkannt haben, drücken Sie bitte im Vorschlags-Dialog so oft die Tab-Taste, bis die Option Maus markiert ist. Über die Leertaste erhalten Sie den in Abbildung 1.5, „Auswählen des Maustyps“ gezeigten Dialog zum Auswählen des Maustyps.

Abbildung 1.5. Auswählen des Maustyps

Auswählen des Maustyps

Verwenden Sie die Tasten und um eine Maus auszuwählen. Falls Sie Dokumentation besitzen, finden Sie dort eine Beschreibung des Maustyps. Testen Sie die Maus mit der Tastenkombination Alt-T ohne sie dauerhaft auszuwählen. Falls die Maus nicht wie gewünscht reagiert, können Sie mit der Tastatur einen anderen Typ wählen und erneut testen. Mit Tab und Enter wählen Sie die aktuelle Maus dauerhaft aus.

1.5.4. Partitionierung

In den meisten Fällen ist der Partitionierungsvorschlag von YaST sehr sinnvoll und kann ohne Änderungen übernommen werden. Wollen Sie ein eigenes Partitionierungsschema erstellen, beachten Sie bitte folgende Anforderungen für verschiedene Systeme.

1.5.4.1. Partitionstypen

Jede Festplatte enthält eine Partitionstabelle, die Platz für vier Einträge hat. Jeder Eintrag in der Partitionstabelle kann entweder für eine primäre Partition oder für eine erweiterte Partition stehen, wobei jedoch nur eine erweiterte Partition möglich ist.

Primäre Partitionen haben einen einfachen Aufbau: Sie sind ein durchgehender Bereich von Plattenzylindern (physische Bereiche auf der Platte), der einem Betriebssystem zugeordnet ist. Mit primären Partitionen könnte man pro Festplatte maximal vier Partitionen einrichten; mehr passt nicht in die Partitionstabelle. Werden mehr Partitionen benötigt, muss eine erweiterte Partition angelegt werden. Die erweiterte Partition ist ebenfalls ein durchgehender Bereich von Plattenzylindern. Sie kann aber weiter in so genannte logische Partitionen unterteilt werden, die selbst keinen Eintrag in der Partitionstabelle belegen. Die erweiterte Partition ist sozusagen ein Container, der die logischen Partitionen enthält.

Wenn Sie mehr als vier Partitionen benötigen, müssen Sie also beim Partitionieren nur darauf achten, dass Sie spätestens die vierte Partition als erweiterte Partition vorsehen. Dieser erweiterten Partition sollten Sie den gesamten freien Zylinderbereich zuweisen. Darin können Sie dann eine größere Anzahl logischer Partitionen einrichten (das Maximum liegt bei 15 Partitionen für SCSI, SATA und Firewire­-Platten sowie bei 63 Partitionen für (E)IDE­-Platten). Für die Installation von Linux sind beide Arten von Partitionen gleich gut geeignet; sie können hierfür sowohl primäre als auch logische Partitionen verwenden.

[Tip]Festplatten mit GPT-Disklabel

Bei Rechnerarchitekturen, die ein GTP-Disklabel verwenden, gibt es keine Begrenzung der Anzahl von primären Partitionen. In diesen Fällen erübrigt sich also die Verwendung von logischen Partitionen.

1.5.4.2. Hinweise zum Speicherplatz

YaST schlägt Ihnen eine Aufteilung der Festplatte vor, die in den meisten Fällen angemessen sein dürfte. Wenn Sie jedoch bei der Partitionierung Ihre eigenen Vorstellungen umsetzen wollen, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise zum Platzbedarf verschiedener System-Typen.

Minimales System: 500 MB

Dieses System hat keine grafische Oberfläche (X11), das heißt Sie können nur auf der Konsole arbeiten. Außerdem kann nur die elementarste Software installiert werden.

Minimales System mit grafischer Oberfläche: 700 MB

Hier kann zumindest X11 mit einigen Anwendungen installiert werden.

Standard-System: 2,5 GB

Hier können die modernen Desktop-Oberflächen wie KDE oder GNOME installiert werden. Auch „große“ Anwendungen wie OpenOffice.org und Netscape oder Mozilla sind kein Problem.

Wie die Partitionierung im Einzelnen vorzunehmen ist, hängt vom verfügbaren Speicherplatz ab. Im Folgenden sind nur einige Grundregeln aufgelistet:

Bis ca. 4 GB:

Eine Swap-Partition und eine Root-Partition (/). Die Root-Partition nimmt dann auch jene Verzeichnisse auf, für die bei größeren Festplatten oft eigene Partitionen verwendet werden.

Vorschlag ab 4 GB:

Swap, Root (1 GB) und eventuell je eine Partition für /usr (4 GB oder größer), /opt (4 GB oder größer) und /var (1 GB). Werden keine eigenen Partitionen für diese Verzeichnisse angelegt, muss die Root-Partition entsprechend größer werden. Der Rest des freien Platzes kann dann für /home vorgesehen werden.

Abhängig von der Hardware des Computers kann es notwendig sein, eine Boot-Partition für die Start-Dateien und den Linux-Kernel am Anfang der Festplatte einzurichten (/boot). Diese Partition sollte mindestens 8 MB groß sein bzw. einen Zylinder umfassen. Als Faustregel gilt: Wenn YaST eine Boot-Partition vorschlägt, sollten Sie auch bei manueller Partitionierung eine solche vorsehen. In Zweifelsfällen ist es am sichersten, eine Boot-Partition anzulegen.

Weiterhin ist zu bedenken, dass einige — zumeist kommerzielle — Programme ihre Daten unter /opt installieren; sehen Sie ggf. entweder für /opt eine eigene Partition vor oder dimensionieren Sie die Root-Partition entsprechend größer. Auch KDE und GNOME liegen unter /opt!

1.5.4.3. Partitionierung mit YaST

Wenn Sie im Vorschlags-Dialog erstmalig die Partitionierung anwählen, erscheint der Partitionierungsdialog von YaST mit den aktuellen Einstellungen. Sie können diese Einstellungen hier übernehmen, abändern oder komplett verwerfen und eine ganz neue Aufteilung vornehmen.

Abbildung 1.6. Partitionierungsvorschlag bearbeiten

Partitionierungsvorschlag bearbeiten

Wenn Sie Den Vorschlag für die Partitionierung übernehmen anwählen, werden keine Änderungen vorgenommen, der Vorschlags-Dialog bleibt unverändert. Wählen Sie Partitionierung auf diesen Vorschlag aufbauen an, erscheint direkt der Experten-Dialog, der es erlaubt, sehr detaillierte Einstellungen vorzunehmen (siehe Abschnitt 2.7.5, „Partitionierung“). Der von YaST ermittelte Partitionierungsvorschlag ist dann bereits dort eingetragen und kann bearbeitet werden.

Verwenden Sie Partitionen nach eigenen Vorstellungen anlegen, erscheint zunächst ein Dialog für die Auswahl der Festplatte (Abbildung 1.7, „Auswählen der Festplatte“). Alle in Ihrem System vorhandenen Festplatten sind hier aufgelistet. Wählen Sie jene aus, auf der Sie SUSE LINUX installieren möchten.

Abbildung 1.7. Auswählen der Festplatte

Auswählen der Festplatte

Nach der Auswahl einer Festplatte können Sie zunächst bestimmen, ob die Gesamte Festplatte, verwendet werden soll oder ob nur einzelne Partitionen (falls schon vorhanden) dafür freigegeben werden sollen. Wenn die gewählte Festplatte ein Windows-Betriebssystem enthält, werden Sie hier gefragt, ob Sie Windows löschen oder verkleinern wollen. Lesen Sie in diesem Fall bitte den Abschnitt 1.5.4.4, „Anpassen einer Windows-Partition“. Andernfalls kommen Sie von hier aus ebenfalls zum Experten-Dialog, wo Sie Ihre Wunsch-Partitionierung einstellen können (siehe Abschnitt 2.7.5, „Partitionierung“).

[Warning]Gesamte Festplatte zur Installation freigeben

Wird Gesamte Festplatte ausgewählt, verlieren Sie Ihre vorhandenen Daten.

Im weiteren Verlauf der Installation überprüft YaST, ob der Festplattenplatz für die aktuelle Software-Auswahl ausreicht. Falls dies nicht der Fall ist, wird die aktuelle Software-Auswahl automatisch geändert. Der Vorschlagsdialog enthält dann einen entsprechenden Hinweis. Steht genügend Speicherplatz zur Verfügung, wird YaST Ihre Einstellungen übernehmen und den zugewiesenen Platz auf der Festplatte aufteilen.

1.5.4.4. Anpassen einer Windows-Partition

Wenn im Rahmen der Partitionierung eine Festplatte mit Windows-FAT-Partition oder Windows-NTFS-Partition als Installationsziel ausgewählt wurde, bietet YaST Ihnen an, diese Partition zu löschen oder zu verkleinern. Auf diese Weise können Sie SUSE LINUX auch dann installieren, wenn auf der Festplatte nicht genügend Platz frei ist. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn auf der ausgewählten Festplatte nur eine einzige Partition mit Windows existiert, was bei manchen vorinstallierten Rechnern der Fall ist. Wenn YaST erkennt, dass auf der gewählten Festplatte zu wenig Platz für die Installation vorhanden ist, und dieses Problem durch Löschen oder Verkleinern einer Windows-Partition behoben werden könnte, erscheint ein entsprechender Dialog zur Auswahl der gewüschten Option.

Abbildung 1.8. Mögliche Optionen bei Windows-Partitionen.

Mögliche Optionen bei Windows-Partitionen.

Wenn Sie Windows komplett löschen anwählen, wird die Windows-Partition zum Löschen markiert und der dadurch frei gewordene Platz für die Installation von SUSE LINUX verwendet.

[Warning]Windows löschen

Beim Löschen von Windows sollten Sie beachten, dass alle Windows-Daten später bei der Formatierung unwiederbringlich verloren gehen.

Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Windows-Partition zu verkleinern, sollten Sie zunächst die Installation abbrechen und Windows booten, um dort einige vorbereitende Schritte auszuführen. Dies ist bei FAT-Partitionen zwar nicht unbedingt notwendig, aber es beschleunigt in diesem Fall den Verkleinerungsprozess und macht ihn sicherer. Für NTFS-Partitionen sind diese Schritte zwingend notwendig.

FAT-Dateisystem

Führen Sie zunächst in Windows das Programm scandisk aus, um sicherzustellen, dass das FAT-Dateisystem frei von Verkettungsfehlern ist. Anschließend schieben Sie mit defrag die Dateien an den Anfang der Partition, wodurch der spätere Verkleinerungsprozess unter Linux beschleunigt wird.

Falls Sie eine Windows-Swap-Optimierung mit zusammenhängender Swap-Datei bei gleicher Ober- und Untergrenze für die Größe eingerichtet haben, ist ein weiterer Vorbereitungsschritt sinnvoll. In diesem Fall kann es nämlich sein, dass die Swap-Datei beim Verkleinern zerstückelt und über die gesamte Windows-Partition verstreut wird. Weiterhin muss in diesem Fall die Swap-Datei beim Verkleinern mitverschoben werden, was den Verkleinerungsprozess verlangsamt. Sie sollten eine solche Optimierung daher vor der Verkleinerung aufheben und danach erneut durchführen.

NTFS-Dateisystem

Führen Sie in Windows die Programme scandisk und defrag aus, um die Dateien an den Anfang der Festplatte zu verschieben. Im Gegensatz zum FAT-Dateisystem muss dies bei NTFS unbedingt erfolgen, damit die Verkleinerung durchgeführt werden kann.

[Important]Deaktivierung der Swap-Datei von Windows

Wenn Sie Ihr System mit einer permanenten Swap-Datei auf einem NTFS-Dateisystem betreiben, kann es sein, dass diese Datei am Ende der Festplatte liegt und dort trotz defrag auch verbleibt. Dies kann dazu führen, dass die Partition nicht ausreichend verkleinert werden kann. Schalten Sie bitte in diesem Fall in Windows die Swap-Datei (den virtuellen Speicher) vorübergehend ab. Nach der Verkleinerung der Partition können Sie dann wieder beliebig viel virtuellen Speicher einrichten.

Wenn Sie nach dieser Vorbereitung wieder bei der Partitionierung angelangt sind, wählen Sie im oben genannten Dialog Windows-Partition verkleinern. Nach einer kurzen Prüfung der Partition öffnet YaST einen neuen Dialog mit einem Vorschlag zur sinnvollen Verkleinerung der Windows-Partition.

Abbildung 1.9. Anpassen der Windows-Partition.

Anpassen der Windows-Partition.

Im ersten Balkendiagramm sehen Sie, wie viel Speicherplatz Windows aktuell belegt und wie viel Festplattenspeicher noch frei ist. Das zweite Diagramm stellt den YaST-Vorschlag für die neue Aufteilung der Festplatte dar (vgl. Abbildung 1.9, „Anpassen der Windows-Partition.“). Sie können diesen Vorschlag übernehmen oder die Grenzen mit dem Schieber darunter weitgehend frei verändern.

Wenn Sie diesen Dialog mit Weiter verlassen, werden die aktuellen Einstellungen gespeichert und Sie kehren zum vorherigen Dialog zurück. Die Verkleinerung findet nicht sofort statt, sondern erst später, bevor die Festplatte formatiert wird.

[Important]Windows mit NTFS-Dateisystem

Die Windows-Versionen NT, 2000 und XP verwenden als Standard das NTFS-Dateisystem. Anders als bei FAT-Dateisystemen kann auf NTFS-Dateisysteme von Linux aus nur lesend zugegriffen werden. Sie können daher mit NTFS unter Linux Ihre Windows-Dateien zwar lesen, nicht aber verändern. Wenn Sie auf Ihre Windows-Daten auch schreibend zugreifen möchten und das NTFS-Dateisystem nicht unbedingt verwenden wollen, können Sie Windows auf einem FAT-32-Dateisystem neu installieren. Sie haben dann von SUSE LINUX aus vollen Zugriff auf Ihre Windows-Daten.

1.5.5. Software

SUSE LINUX enthält sehr viele Software-Pakete für die verschiedensten Anwendungsbereiche. Da es sehr mühsam wäre, die gewünschten Pakete einzeln auszuwählen, bietet SUSE LINUX bei der Installation verschiedene System-Typen mit unterschiedlichem Installationsumfang an. Entsprechend dem verfügbaren Speicherplatz hat YaST bereits eines dieser Systeme ausgewählt und im Vorschlagsdialog angezeigt.

Minimales System (Nur für Spezialanwendungen empfehlenswert)

Hier wird im Wesentlichen nur das Betriebssystem mit verschiedenen Diensten installiert. Es gibt keine grafische Oberfläche; der Rechner ist nur über die ASCII-Konsolen bedienbar. Dieser System-Typ eignet sich besonders für Server-Anwendungen, die kaum direkte Benutzer-Interaktion erfordern.

Minimales graphisches System (ohne GNOME oder KDE)

Wenn der KDE- oder GNOME-Desktop nicht gewünscht wird oder dafür zu wenig Speicherplatz vorhanden ist, installieren Sie diesen System-Typ. Das installierte System enthält eine elementare grafische Oberfläche mit einem Window-Manager. Es können alle Programme mit einer eigenen grafischen Oberfläche genutzt werden. Office-Programme werden nicht installiert.

Standardsystem mit GNOME und Office-Paket

Dies ist eines der großen angebotenen Systeme. Es umfasst den GNOME-Desktop mit den meisten GNOME-Programmen und die Office-Programme.

Standardsystem mit KDE und Office-Paket

Dieses System umfasst den KDE-Desktop mit den meisten KDE-Programmen und die Office-Programme.

Klicken Sie im Vorschlagsdialog auf Software und entscheiden Sie sich für eines der Grundsysteme. Zusätzlich können Sie über Detaillierte Auswahl das Modul zur Software-Installation (kurz: Paket-Manager) starten und dort den Installationsumfang ändern (siehe hierzu Abbildung 1.10, „YaST: Software installieren oder löschen (Paket-Manager)“).

Abbildung 1.10. YaST: Software installieren oder löschen (Paket-Manager)

YaST: Software installieren oder löschen (Paket-Manager)

1.5.5.1. Vorgewählten Installationsumfang ändern

Bei der Installation des Standardsystems ist es meist nicht nötig, den Installationsumfang auf der Ebene einzelner Pakete zu verändern. Dieses Grundsystem bestimmt bereits eine in sich schlüssige Software-Zusammenstellung, die ohne weitere Änderungen die meisten Anforderungen erfüllt. Falls Sie dennoch manuell eingreifen möchten, erleichtert Ihnen der Paket-Manager diese Aufgabe erheblich. Er bietet Filter an, die aus den vielen Paketen in SUSE LINUX eine Auswahl nach verschiedenen Kriterien treffen.

Links oben, unter der Menüzeile, sehen Sie die Filter-Auswahlbox. Beim Start ist der Selektionen-Filter aktiviert. Selektionen gruppieren die Programmpakete nach Anwendungszweck, zum Beispiel Multimedia oder Büroanwendungen. Unter der Filter-Auswahlbox sehen Sie die verschiedenen Gruppen des Selektionen-Filters, von denen jene schon ausgewählt sind, die zum aktuell gewählten System-Typ gehören (Vorauswahl). Mit einem Klick auf die jeweilige Checkbox können ganze Selektionen zum Installieren komplett an- und abgewählt werden.

Im rechten Teil des Fensters sehen Sie die Pakete einzeln aufgelistet, die zur aktuellen Selektion gehören. Alle Pakete haben einen aktuellen Status, der am Anfang der Zeile in einer kleinen Status-Box symbolisch dargestellt wird. Bei der Installation sind vor allem zwei Zustände interessant: Installieren (Häkchen links vom Paketnamen) und Nicht installieren (leeres Feld). Hier können Sie jedes einzelne Paket an- oder abwählen, indem Sie so oft auf die Status-Box klicken, bis der jeweilige Zustand erreicht ist. Alternativ können Sie mit einem Klick der rechten Maustaste auf die Paketzeile ein Popup-Menü aufrufen, das alle verfügbaren Zustände auflistet. Diese einzelnen Zustände werden in der detaillierten Anleitung zu diesem Modul in Abschnitt 2.2.1, „Software installieren oder löschen“ genauer erklärt.

1.5.5.2. Andere Filter

Wenn Sie die Filter-Auswahlbox aufklappen, sehen Sie eine Auswahl der möglichen Filter. Für die Installation ist auch die Auswahl nach Paketgruppen interessant. Mit diesem Filter werden die Programmpakete auf der linken Seite in einer Baumstruktur nach Themen geordnet. Je weiter Sie diesen Baum aufklappen, desto schärfer ist die Eingrenzung der Auswahl auf ein bestimmtes Thema. Die Liste der zugehörigen Pakete rechts in der Paketliste wird dadurch immer kürzer und überschaubarer.

Mit Suche können Sie nach einem speziellen Paket suchen. Wie dies funktioniert, wird ebenfalls in Abschnitt 2.2.1, „Software installieren oder löschen“ genauer erklärt.

1.5.5.3. Paket-Abhängigkeiten und -Konflikte

Es ist nicht möglich, beliebige Kombinationen von Software-Paketen zu installieren. Die installierten Pakete müssen zueinander passen. Wird dies nicht beachtet, können sich Inkonsistenzen ergeben, die eine reibungslose Funktion des installierten Systems gefährden. Wenn Sie in diesem Dialog Software-Pakete an- und abwählen, können Warnungen über unaufgelöste Paket-Abhängigkeiten oder -Konflikte angezeigt werden. Falls Sie SUSE LINUX zum ersten Mal installieren oder diese Warnungen unverständlich für Sie sind, lesen Sie bitte den Abschnitt 2.2.1, „Software installieren oder löschen“. Dort finden Sie detaillierte Informationen zur Bedienung des Paket-Managers sowie eine kurze Einführung in die Art und Weise, nach der die Komponenten von Linux als Software-Pakete organisiert sind.

[Warning]Warnung

Die Standardauswahl, die Ihnen zum Installieren angeboten wird, ist in aller Regel für den Anfänger wie für den fortgeschrittenen Heimanwender sinnvoll und nach Erfahrungswerten gewählt. Es ist normalerweise nicht nötig, hier Änderungen vorzunehmen. Wenn Sie Pakete zusätzlich auswählen, mehr noch wenn Sie Pakete abwählen, sollten Sie wissen, welche Auswirkungen dies hat. Beachten Sie vor allem beim Löschen unbedingt die Warnhinweise und wählen Sie keine Pakete des Linux-Grundsystems ab.

1.5.5.4. Software-Auswahl beenden

Wenn Sie mit Ihrer Software-Auswahl zufrieden sind und keine unaufgelösten Paket-Abhängigkeiten oder -Konflikte mehr vorliegen, können Sie mit einem Klick auf Akzeptieren Ihre Änderungen übernehmen und das Programm verlassen. Der aktuelle Installationsumfang wird nur intern vermerkt und wirkt sich erst später aus, wenn die Installation tatsächlich startet.

1.5.6. Konfiguration des Bootmechanismus

Der Boot-Modus wird von YaST bei der Installation auf eine sinnvolle Weise festgelegt und Sie können diese Einstellungen normalerweise unverändert übernehmen. Ändern Sie die vorgeschlagene Konfiguration, wenn spezielle Anforderungen Ihrer Systemumgebung dafür sprechen.

Sie können die Konfiguration zum Beispiel so ändern, dass zum Booten von SUSE LINUX eine spezielle Start-Diskette verwendet wird. Das hat zwar den Nachteil, dass sich die Diskette zum Booten im Laufwerk befinden muss. Andererseits kann man dadurch auch Veränderungen an einem bereits vorhandenen Boot-Mechanismus vermeiden. Normalerweise ist dies aber nicht notwendig, weil YaST den Bootloader so einrichtet, dass ein koexistierendes Betriebssystem wahlweise gebootet werden kann. Weiterhin können Sie den Speicherort des SUSE LINUX-Bootloaders auf der Festplatte ändern.

Wenn Sie den YaST-Vorschlag ändern möchten, wählen Sie bitte Systemstart. Es erscheint ein Dialog, der weitreichende Eingriffe in den Boot-Mechanismus erlaubt. Lesen Sie hierzu bitte den Abschnitt 8.4, „Bootloader-Konfiguration mit YaST“. Das Ändern des Boot-Modus ist nur für Experten zu empfehlen.

1.5.7. Zeitzone

In diesem Dialog (Abbildung 1.11, „Auswählen der Zeitzone“) können Sie im Feld Rechneruhr einstellen auf zwischen Lokalzeit und UTC (Universal Time Coordinated) wählen. Die Auswahl hängt von der Einstellung der Uhr im BIOS Ihres Rechners ab. Ist diese auf UTC gesetzt, übernimmt SUSE LINUX automatisch die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt.

Abbildung 1.11. Auswählen der Zeitzone

Auswählen der Zeitzone

1.5.8. Sprache

Die Sprache wurde bereits am Beginn der Installation ausgewählt (siehe Abschnitt 1.3, „Sprachauswahl“). Diese Einstellung können Sie hier noch einmal ändern und weitere auf Ihrem System zu installierende Sprachen auswählen. Die bevorzugte Sprache wird im oberen Teil dieses Dialogs eingestellt. Diese ist die Sprache, welche nach der Installation dargestellt wird. Nach Wunsch können die Zeitzone und die Tastatur der ausgewählten bevorzugten Sprache angepasst werden, indem die entsprechenden Wahlfelder markiert werden. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, über Details die Sprache für den Benutzer root einzustellen. Das Drop-down-Menü bietet drei Wahlmöglichkeiten:

ctype only

Für den Benutzer root wird der Wert der Variable LC_CTYPE in der Datei /etc/sysconfig/language übernommen. Damit wird die Lokalisierung für sprachabhängige Funktionsaufrufe gesetzt.

yes

Benutzer root hat exakt dieselben Spracheinstellungen wie der lokale Benutzer.

no

Die Spracheinstellungen für den Benutzer root bleiben von der Sprachauswahl unberührt. Sämtliche locale-Variablen werden unbesetzt.

Manche Systemadministratoren möchten das Benutzerkonto für root nicht mit der Mehrsprachenunterstützung mitels UTF-8 betreiben. In diesem Falle sollte UTF-8 Kodierung verwenden abgewählt werden.

Die Liste im unteren Teil des Dialogs ermöglicht die Auswahl zusätzlicher Sprachen zur Installation. YaST überprüft daraufhin für jede der ausgewählten Sprachen, ob eigene sprachengebundene Pakete für die bislang zur Installation vorgesehenen Pakete zur Verfügung stehen. Sollte dies der Fall sein werden diese Pakete installiert.

Klicken Sie auf OK, um die Konfiguration abzuschließen. Über den Button Verwerfen können Sie Ihre Änderungen ggf. wieder rückgängig machen.

1.5.9. Installation durchführen

Im Vorschlagsdialog nehmen Sie mit einem Klick auf Weiter den Vorschlag mit all Ihren Änderungen an und gelangen in den grünen Bestätigungsdialog. Wenn Sie hier nun Ja wählen, beginnt die Installation unter Berücksichtigung aller aktuellen Einstellungen. Je nach Rechnerleistung und Software-Auswahl dauert das Kopieren der Pakete meist zwischen 15 und 30 Minuten. Nach Installation der Pakete bootet YaST das installierte System, bevor Sie mit der Hardware- und Dienstekonfiguration fortfahren können.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3