18.7. Fehleranalyse

18.7.1. Protokoll-Dateien

Standardmäßig schickt hotplug nur einige wichtige Nachrichten an syslog. Um mehr Informationen zu erhalten, setzen Sie die Variable HOTPLUG_DEBUG in der Datei /etc/sysconfig/hotplug auf yes. Wenn Sie diese Variable auf den Wert max setzen, wird jedes Shell-Kommando aller Hotplug-Skripten protokolliert. Entsprechend groß wird die Datei /var/log/messages, in der syslog alle Nachrichten speichert. Da syslog während des Bootens erst nach hotplug und coldplug gestartet wird, können allerdings die ersten Meldungen noch nicht protokolliert werden. Sind diese Meldungen wichtig für Sie, setzen Sie über die Variable HOTPLUG_SYSLOG eine andere Protokoll-Datei. Beachten Sie dazu die Kommentare in /etc/sysconfig/hotplug.

18.7.2. Boot-Probleme

Falls ein Rechner beim Booten hängen bleibt, können Sie hotplug oder coldplug deaktivieren, indem Sie am Bootprompt NOHOTPLUG=yes beziehungsweise NOCOLDPLUG=yes eingeben. Durch die Deaktivierung von Hotplug werden einfach keine Hotplug-Events vom Kernel ausgegeben. Im laufenden System können Sie Hotplug wieder aktivieren, indem Sie den Befehl /etc/init.d/boot.hotplug start eingeben. Dann werden alle bis dahin erzeugten Events ausgegeben und abgearbeitet. Um die aufgelaufenen Events zu verwerfen, können Sie vorher in /proc/sys/kernel/hotplug /bin/true eintragen und nach einiger Zeit wieder auf /sbin/hotplug zurücksetzen. Durch die Deaktivierung von Coldplug werden lediglich die statischen Konfigurationen nicht angewandt. Selbstverständlich können Sie auch das jederzeit durch /etc/init.d/boot.coldplug start nachholen.

Um herauszufinden, ob ein bestimmtes Modul, das von hotplug geladen wird, für die Probleme verantwortlich ist, geben Sie am Bootprompt HOTPLUG_TRACE=<N> ein. Die Namen aller zu ladender Module werden am Bildschirm ausgegeben, bevor sie nach N Sekunden tatsächlich geladen werden. Sie können hier jedoch nicht interaktiv eingreifen.

18.7.3. Der Event-Recorder

Das Skript /sbin/hotplugeventrecorder wird bei jedem Event von /sbin/hotplug aufgerufen. Wenn ein Verzeichnis /events existiert, werden alle Hotplug-Events als einzelne Dateien in diesem Verzeichnis abgelegt. Damit können beliebige Events zu Testzwecken noch einmal orginalgetreu erzeugt werden. Existiert das Verzeichnis nicht, erfolgen keine Aufzeichnungen.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3