8.8. Fehlerbehebung

Dieser Abschnitt listet einige der häufigsten Probleme auf, die beim Booten mit GRUB auftreten können, und liefert eine kurze Beschreibung der Lösungsmöglichkeiten. Zu einigen Problemen finden Sie auch einen Artikel in der Support-Datenbank (http://portal.suse.de/sdb/de/index.html). Sollte Ihr spezifisches Problem nicht in dieser Liste enthalten sein, empfehlen wir, in der Suchmaske der Support-Datenbank (https://portal.suse.com/PM/page/search.pm) nach Stichworten wie GRUB, Booten und Bootloader zu suchen.

GRUB und XFS

XFS lässt im Bootblock der Partition keinen Platz für die stage1. Sie dürfen also als Ort des Bootloaders keinesfalls eine XFS-Partition angeben. Abhilfe ist in solchen Fällen das Anlegen einer separaten Bootpartition, die nicht mit XFS formatiert ist (siehe unten).

GRUB und JFS

Obwohl technisch möglich, ist eine Kombination von GRUB mit JFS problematisch. Legen Sie in solchen Fällen eine separate Bootpartition /boot an und formatieren diese mit Ext2. In diese Partition installieren Sie dann GRUB.

GRUB meldet GRUB Geom Error

GRUB überprüft die Geometrie der angeschlossenen Festplatten erst beim Booten. In seltenen Fällen macht das BIOS hier inkonsistente Angaben, so dass GRUB einen GRUB Geom Error meldet. In solchen Fällen verwenden Sie LILO oder aktualisieren ggf. das BIOS. Detaillierte Informationen zur Installation, Konfiguration und Wartung von LILO finden Sie in der Support-Datenbank unter dem Suchwort LILO.

GRUB gibt diese Fehlermeldung auch in solchen Fällen aus, wo Linux auf einer zusätzlichen Festplatte im System installiert wurde, diese aber nicht im BIOS angemeldet ist. Der erste Teil des Bootloaders (stage1) wird korrekt gefunden und geladen, aber die zweite Stufe (stage2) wird nicht gefunden. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie die neue Festplatte im BIOS anmelden.

IDE/SCSI-Mischsystem bootet nicht

Es kann vorkommen, dass YaST während der Installation die Bootreihenfolge der Festplatten falsch ermittelt hat (und Sie es nicht korrigiert haben). So wird dann zum Beispiel /dev/hda von GRUB als hd0 angenommen und /dev/sda als hd1, während im BIOS die umgekehrte Reihenfolge (SCSI vor IDE) eingestellt ist.

Korrigieren Sie in solchen Fällen mit Hilfe der GRUB-Kommandozeile beim Booten die verwendeten Festplatten und ändern Sie im gebooteten System die Datei device.map, um die neue Zuordnung dauerhaft einzusetzen. Anschließend überprüfen Sie ebenfalls die GRUB-Gerätenamen in den Dateien /boot/grub/menu.lst sowie /boot/grub/device.map und installieren mit dem folgenden Befehl den Bootloader neu:

grub --batch < /etc/grub.conf
Windows von der zweiten Festplatte booten

Manche Betriebssysteme wie etwa Windows können nur von der ersten Festplatte starten. Wenn Sie ein solches Betriebssystem auf einer anderen als der ersten Festplatte installiert haben, können Sie beim entsprechenden Menüeintrag die logische Reihenfolge umkehren:

...
title windows 
  map (hd0) (hd1) 
  map (hd1) (hd0) 
  chainloader(hd1,0)+1
...

Hier soll Windows von der zweiten Festplatte gestartet werden. Dazu wird die logische Reihenfolge der Festplatten mittels map vertauscht. Beachten Sie dabei jedoch, dass sich durch den Tausch die Logik innerhalb der GRUB-Menüdatei nicht ändert. Nach wie vor müssen Sie bei chainloader die zweite Festplatte angeben.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3