Am einfachsten können Sie den Bootloader Ihres Systems mit dem entsprechenden YaST-Modul konfigurieren. Wählen Sie dazu im YaST-Kontrollzentrum +. Das Modul zeigt Ihnen die aktuelle Bootloader-Konfiguration an, die Sie nun verändern können (siehe Abbildung 8.1, „Bootloader-Konfiguration mit YaST“).
Die Tabelle mit den Angaben zur Konfiguration gliedert sich in drei Spalten. Links unter werden die veränderten Optionen markiert, die in der mittleren Spalte aufgeführt sind. Um nun eine neue Option hinzuzufügen, klicken Sie auf den Button . Wenn Sie dagegen nur den Wert einer Option ändern wollen, wählen Sie diese durch Mausklick aus und klicken dann auf . Wollen Sie eine bestehende Option nicht verwenden, wählen Sie sie aus und klicken auf . Die Combobox bietet folgenden Optionen:
Ein neuer Konfigurationsvorschlag wird erstellt. Wenn dabei auf anderen Partitionen eine ältere Linux-Version oder ein anderes Betriebssystem gefunden werden, werden diese in das Bootmenü integriert. Sie können dann wählen, ob Linux direkt gebootet wird oder dessen alter Bootloader. Im letzteren Fall gelangen Sie dann beim Booten in ein zweites Bootmenü.
Sie erstellen selbst die gesamte Konfiguration ohne Unterstützung durch Vorschläge.
Wenn Sie schon einige Veränderungen vorgenommen haben und mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können Sie hier die aktuell gespeicherte Konfiguration neu einlesen.
Falls ein anderes Betriebssystem und eine ältere Linux-Version in anderen Partitionen installiert sind, wird das Menü aufgebaut aus einem Eintrag für das neue SUSE LINUX, einem Eintrag für das andere System sowie allen Einträgen aus dem alten Bootloader-Menü. Dieser Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei Verwendung von LILO besteht diese Möglichkeit nicht.
Hier wird der auf Festplatte gespeicherte MBR wieder zurückgeschrieben.
Unterhalb dieser Combobox finden Sie den Button , über den Sie direkt die relevanten Konfigurationsdateien in einem Editor bearbeiten können. Über das Auswahlfeld laden Sie die gewünschte Datei und können diese direkt ändern. Bei Klick auf werden Ihre Änderungen gespeichert. Mit verlassen Sie die Bootloader-Konfiguration und bringt Sie wieder zum Hauptfenster.
Die YaST-geführte Konfiguration ist wesentlich einfacher als das direkte Editieren der Dateien. Selektieren Sie mit der Maus eine Option und klicken dann auf , erscheint ein Dialog, in dem Sie individuelle Anpassungen vornehmen können. Durch Klick auf bestätigen Sie die Änderungen und gelangen zurück zum Hauptdialog, wo Sie weitere Optionen bearbeiten können. Diese Optionen sind je nach Bootloader unterschiedlich. Im Folgenden stellen wir Ihnen kurz einige wichtige für GRUB vor:
Über diese Option können Sie zwischen GRUB und LILO umschalten. Sie gelangen dann zu einem weiteren Dialog, in dem Sie die Art des Wechsels spezifizieren. Sie können die aktuelle GRUB-Konfiguration in eine ähnliche LILO-Konfiguration umwandeln lassen, wobei Informationen verloren gehen können, wenn es keine äquivalenten Optionen gibt. Außerdem können Sie die Konfiguration völlig neu erstellen oder sich einen neuen Vorschlag erstellen lassen, den Sie dann gegebenenfalls weiter bearbeiten.
Wenn Sie die Bootloader-Konfiguration im laufenden System aufrufen, können Sie weiterhin die Konfiguration von der Festplatte einlesen lassen. Falls Sie sich entscheiden sollten, doch wieder zum vorher eingestellten Bootloader zurückzuwechseln, können Sie über die letzte Option dessen Konfiguration wieder laden. Allerdings ist dies nur möglich, solange Sie das Bootloader-Modul nicht verlassen.
In diesem Dialog wird bestimmt, wohin der Bootloader installiert werden soll. Im Master Boot Record (MBR), im Bootsektor der Boot-Partition (falls vorhanden), im Bootsektor der root-Partition oder auf Diskette. Über die Option können Sie das Installationsziel frei wählen.
Wenn Sie zwei oder mehr Festplatten in Ihrem Rechner eingebaut haben, geben Sie hier die Reihenfolge entsprechend den BIOS-Einstellungen des Rechners an.
Mit dieser Option legen Sie fest, welcher Kernel oder welches andere Betriebssystem als Standard geladen werden soll, wenn Sie im Bootmenü keine Wahl treffen. Dieses Betriebssystem wird nach Ablauf der Wartefrist automatisch gebootet. In diesem Menü gelangen Sie über den Button zur Übersicht aller Bootmenü-Einträge. Wählen Sie aus der Liste den gewünschten Eintrag aus und aktivieren Sie dann . Sie können an dieser Stelle auch einen beliebigen Eintrag durch Klick auf editieren.
Im Hauptfenster sehen Sie bei dieser Option, welche Menü-Einträge es gibt. Wenn Sie diese Option auswählen und auf klicken, gelangen Sie zum selben Dialog wie bei .
Mit dieser Option aktivieren Sie die Partition, in deren Bootsektor der
Bootloader installiert wurde. Diese Partition kann eine andere sein als
diejenige, auf der das Verzeichnis /boot oder
/ (root) mit den Bootloader-Dateien liegt.
Wenn Sie GRUB vormals direkt in den MBR installiert hatten oder auf eine fabrikneue Festplatte installieren, und GRUB nun nicht mehr in den MBR installieren wollen, stellen Sie mit dieser Option den generischen Bootcode im MBR wieder her.
Die geänderten Festplattenbereiche werden gesichert.
Fügen Sie den gespeicherten MBR zum Bootloadermenü hinzu.
Im untersten Abschnitt ist die -Option interessant, mit der Sie festlegen können, wie viele Sekunden der Bootloader auf Eingaben wartet, bis er das Standard-System bootet. An dieser Stelle können Sie noch eine Reihe weiterer Optionen über den -Button ergänzen. Für Details zu den möglichen Optionen lesen Sie die entsprechenden Manualpages (grub(8) bzw. lilo(8)) und die Online-Dokumentation unter http://www.gnu.org/software/grub/manual/.