7.7. SuSEconfig und /etc/sysconfig

Die Konfiguration von SUSE LINUX lässt sich im Wesentlichen über die Konfigurationsdateien unter /etc/sysconfig steuern. Auf die Dateien in /etc/sysconfig wird nur gezielt von einzelnen Skripten zugegriffen; dadurch wird gewährleistet, dass zum Beispiel die Netzwerkeinstellungen auch nur von dem Netzwerk-Skripten ausgewertet werden müssen. Darüber hinaus werden viele weitere Konfigurationsdateien des Systems in Abhängigkeit von den Dateien in /etc/sysconfig erzeugt; diese Aufgabe erledigt SuSEconfig. So kann es beispielsweise sein, dass nach einer Änderung der Netzwerkkonfiguration auch die Datei /etc/host.conf neu erzeugt wird, da sie für das Netzwerk relevant ist.

Wenn Sie Änderungen an den genannten Dateien vornehmen, müssen Sie nachfolgend immer SuSEconfig aufrufen, so dass die neuen Einstellungen auch an allen relevanten Stellen wirksam werden. Verändern Sie die Konfiguration mit dem YaST-Sysconfig-Editor, brauchen Sie sich darum nicht extra zu kümmern; YaST startet automatisch SuSEconfig, wodurch die betroffenen Dateien auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Dieses Konzept ermöglicht es, grundlegende Änderungen an der Konfiguration des Rechners vorzunehmen, ohne die Maschine neu booten zu müssen. Da manche Einstellungen sehr tief greifend sind, müssen jedoch unter Umständen einige Programme neu gestartet werden, um die Änderungen wirksam werden zu lassen. Wenn Sie zum Beispiel Änderungen an der Netzwerkkonfiguration vorgenommen haben, erreichen Sie durch manuelles Ausführen der Kommandos rcnetwork stop und rcnetwork start, dass die betroffenen Netzwerk-Programme neu gestartet werden.

Um die Konfiguration des Systems zu ändern, sollte man wie folgt vorgehen:

  1. Bringen Sie das System durch Eingabe von init 1 in den Einzelbenutzerbetrieb (Runlevel 1).

  2. Nehmen Sie die gewünschten Änderungen an den Konfigurationsdateien vor. Dies kann entweder mit einem Texteditor Ihrer Wahl geschehen oder mit dem Sysconfig-Editor von YaST; vgl. Abschnitt 7.8, „Der YaST Sysconfig-Editor“.

    [Warning]Manuelles Editieren der Systemkonfiguration

    Wenn Sie die Konfigurationsdateien in /etc/sysconfig nicht mit YaST bearbeiten, achten Sie darauf, dass Sie einen leeren Parameter als zwei aufeinander folgende Anführungszeichen schreiben (KEYTABLE=""), und dass auch Parameter, die Leerzeichen enthalten, in Anführungsstrichen geschrieben werden. Bei Parametern, die nur aus einem Wort bestehen, sind die Anführungszeichen nicht erforderlich.

  3. Führen Sie SuSEconfig aus, um die Änderungen in alle erforderlichen Dateien eintragen zu lassen. Dies geschieht automatisch, wenn Sie YaST zur Änderung der Konfiguration verwendet haben.

  4. Bringen Sie das System durch Eingabe von init 3 in den vorherigen Runlevel zurück (ersetzen Sie ggf. 3 durch den entsprechenden Wert).

Diese Vorgehensweise ist nur bei sehr weitreichenden Änderungen an den Einstellungen des Systems erforderlich, zum Beispiel bei der Netzwerkkonfiguration. Bei einfachen Aufgaben ist es nicht unbedingt erforderlich, in den Einzelbenutzerbetrieb zu wechseln, jedoch können Sie damit sicherstellen, dass auch wirklich alle von der Änderung betroffenen Programme neu gestartet werden.

[Tip]Beeinflussung der Automatischen Systemkonfiguration

Sie können die automatische Konfiguration via SuSEconfig ganz abschalten, indem Sie die Variable ENABLE_SUSECONFIG in /etc/sysconfig/suseconfig auf no setzen. Wollen Sie den SUSE-Installationssupport in Anspruch nehmen, darf SuSEconfig jedoch nicht abgeschaltet sein. Einzelne Teile der Autokonfiguration können auch gezielt deaktiviert werden.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3