22.4. Einbindung ins Netzwerk mit YaST

Der Rechner muss über eine unterstützte Netzwerkkarte verfügen. Üblicherweise wird die Netzwerkkarte schon bei der Installation erkannt und der passende Treiber eingebunden. Ob Ihre Karte korrekt eingebunden wurde, können Sie unter anderem daran sehen, dass die Ausgabe des Kommandos ip address list eth0 das Netzwerk-Device eth0 anzeigt.

Wenn der Kernel-Support für die Netzwerkkarte als Modul realisiert wird – so wie es beim SUSE-Kernel standardmäßig der Fall ist – dann muss der Name des Moduls unter /etc/sysconfig/hardware/hwcfg-* eingetragen werden. Falls er dort nicht steht, sucht hotplug automatisch einen Treiber aus. Es wird nicht zwischen hotplugfähigen und eingebauten Netzwerkkarten unterschieden, hotplug übernimmt die Treiberzuordnung in jedem Fall.

22.4.1. Netzwerkkarte konfigurieren mit YaST

Nach Aufruf des YaST Moduls gelangen Sie in eine Übersicht zur Netzwerkkonfiguration. Im oberen Teil des Dialogs werden alle zu konfigurierenden Netzwerkkarten aufgelistet. Falls Ihre Karte beim Start des Systems korrekt erkannt wurde, wird sie hier namentlich aufgeführt. Nicht erkannte Geräte erscheinen als Andere (nicht erkannte). Im unteren Teil der Ansicht werden bereits konfigurierte Geräte samt Netzwerktyp und Adresse aufgeführt. Sie können nun entweder neue Netzwerkkarten konfigurieren oder die Konfiguration eines bereits konfigurierten Geräts ändern.

22.4.1.1. Manuelle Konfiguration der Netzwerkkarte

Zur Konfiguration einer nicht erkannten Netzwerkkarte (unter Andere) nehmen Sie folgende Einstellungen vor:

Netzwerkkonfiguration

Legen Sie den Gerätetyp der Schnittstelle und den Konfigurationsnamen fest. Den Gerätetyp wählen Sie unter den angebotenen Optionen. Den Konfigurationsnamen können Sie nach Bedarf selbst festlegen. Die Voreinstellungen sind in der Regel sinnvoll und können übernommen werden. Informationen zu den Namenskonventionen für Konfigurationsnamen finden Sie in der Manualpage von getcfg.

Kernelmodul

Name der Hardware-Konfiguration gibt den Namen der /etc/sysconfig/hardware/hwcfg-*-Datei an, in der die Hardwareeinstellungen Ihrer Netzwerkkarte (z.B. der Name des passenden Kernelmoduls) abgelegt werden. YaST schlägt in den meisten Fällen für PCMCIA- und USB-Hardware sinnvolle Namen vor. Für alle anderen: 0 ist meist nur sinnvoll, falls diese Karte auch mit hwcfg-static-0 eingerichtet wird.

Handelt es sich bei Ihrer Netzwerkkarte um ein PCMCIA- oder USB-Gerät, aktivieren Sie die entsprechenden Checkboxen und verlassen diesen Dialog mit Weiter. Andernfalls wählen Sie über Auswahl aus Liste das Modell Ihrer Netzwerkkarte aus. YaST wählt dann automatisch das passende Kernelmodul aus. Verlassen Sie diesen Dialog mit Weiter.

Abbildung 22.3. Konfiguration der Netzwerkkarte

Konfiguration der Netzwerkkarte

22.4.1.2. Konfiguration der Netzwerkadresse

Legen Sie den Gerätetyp der Schnittstelle und den Konfigurationsnamen fest. Den Gerätetyp wählen Sie unter den angebotenen Optionen. Den Konfigurationsnamen können Sie nach Bedarf selbst festlegen. Die Voreinstellungen sind in der Regel sinnvoll und können übernommen werden. Informationen zu den Namenskonventionen für Konfigurationsnamen finden Sie in der Manualpage von getcfg.

Wenn Sie als Gerätetyp der Schnittstelle drahtlos ausgewählt haben, gelangen Sie in den nächsten Dialog Konfiguration der drahtlosen Netzwerkkarte, in dem Sie Betriebsmodus, Netzwerknamen (ESSID) und Verschlüsselung konfigurieren. Mit OK schließen Sie die Konfiguration Ihrer Karte ab. Eine detaillierte Beschreibung der Konfiguration von WLAN-Karten finden Sie in Abschnitt 17.1.3, „Konfiguration mit YaST“. Für alle anderen Schnittstellentypen fahren Sie mit der Art der Adressvergabe für Ihre Netzwerkkarte fort:

Automatische Adressvergabe (mit DHCP)

Befindet sich ein DHCP-Server innerhalb Ihres Netzes, können Sie sich von dort automatisch die Konfigurationsdaten Ihrer Netzwerkkarte übermitteln lassen. Die Adressvergabe mit DHCP aktivieren Sie ebenfalls, wenn Ihr DSL-Provider Ihnen keine statische IP-Adresse für Ihr System mitgeteilt hat. Bei Verwendung von DHCP gelangen Sie über die Schaltfläche Erweitert/Optionen für DHCP-Client zur Client-Konfiguration. Hier stellen Sie ein, ob der DHCP-Server immer auf einen Broadcast antworten soll. Außerdem können Sie optional einen Identifikator angeben. Standardmäßig wird der Rechner anhand der Hardware-Adresse der Netzwerkkarte identifiziert. Benutzen Sie aber mehrere virtuelle Maschinen, die dieselbe Netzwerkarte verwenden, können Sie diese über verschiedene Identifikatoren unterscheiden.

Konfiguration der statischen Adresse

Verfügen Sie über eine feste IP-Adresse, aktivieren Sie die Checkbox. Geben Sie die IP-Adresse und die für Ihr Netz passende Subnetzmaske ein. Die Voreinstellung für die Subnetzmaske ist so gewählt, dass sie für ein typisches Heimnetz ausreicht.

Sie können diesen Dialog mit Weiter verlassen oder alternativ Rechnernamen, Name-Server und Routing konfigurieren (vgl. DNS-Server und Routing).

Unter Erweitert… haben Sie die Möglichkeit, komplexere Einstellungen vorzunehmen. Unter anderem bietet sich unter Besondere Einstellungen die Möglichkeit, mit Benutzergesteuert die Kontrolle über die Netzwerkkarte vom Administrator (der root) an den normalen Benutzer zu delegieren. Im mobilen Einsatz erlaubt dies dem Benutzer eine flexiblere Anpassung an wechselnde Netzwerkverbindungstypen, da er dann das Aktivieren oder Deaktivieren der Schnittstelle selbst steuern kann. Außerdem legen Sie in diesem Dialog die MTU (Maximum Transmission Unit) und die Art der Geräte-Aktivierung fest.

22.4.2. Modem

Im YaST-Kontrollzentrum finden Sie unter Netzwerkgeräte die Modem-Konfiguration. Falls die automatische Erkennung fehlschlägt, wählen Sie die manuelle Konfiguration. In dem sich öffnenden Dialog ist bei Modemgerät die Schnittstelle einzutragen.

Abbildung 22.4. Modemkonfiguration

Modemkonfiguration

Wenn eine Telefonanlage zwischengeschaltet ist, müssen Sie gegebenenfalls die Vorwahl für die Amtsholung eintragen (normalerweise eine Null; dies erfahren Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Telefonanlage). Zudem können Sie sich zwischen Ton- und Impulswahl entscheiden; zusätzlich auch, ob der Lautsprecher angeschaltet ist oder ob der Wahlton abgewartet werden soll. Letztere Option sollte nicht verwendet werden, wenn Ihr Modem an einer Telefonanlage angeschlossen ist.

Unter Details finden Sie Einstellungen zur Baudrate und Initialisierungs-Strings für das Modem. Hier sollten Sie nur dann Änderungen vornehmen, wenn Ihr Modem nicht automatisch erkannt wurde und für die Datenübertragung speziell eingestellt werden muss. Dies ist vor allem bei ISDN-Terminaladaptern der Fall. Verlassen Sie den Dialog mit OK. Möchten Sie die Kontrolle über das Modem an den normalen Benutzer ohne Rootrechte übergeben, aktivieren Sie Benutzergesteuert. So kann der Benutzer ohne Administratorrechte das Aktivieren oder Deaktivieren einer Schnittstelle selbst in die Hand nehmen. Über die Option Regulärer Ausdruck der Vorwahl zur Amtsholung geben Sie einen regulären Ausdruck vor, auf den die vom normalen Benutzer in KInternet veränderbare Amtsholung passen muss. Bleibt dieses Feld leer, hat der Benutzer keine Möglichkeit, eine andere Amtsholung ohne Administratorrechte einzustellen.

Wählen Sie im folgenden Dialog den ISP (Internet Service Provider). Wenn Sie Ihren Provider aus einer Liste für Ihr Land voreingestellter Provider auswählen wollen, aktivieren Sie den Radiobutton Länder. Alternativ gelangen Sie über Neu in den Dialog zur manuellen Festlegung der ISP-Parameter. Dort geben Sie den Namen der Einwahl und des Providers und dessen Telefonnummer ein. Außerdem tragen Sie hier den Benutzernamen und das Passwort ein, das Ihnen Ihr Provider für die Einwahl zur Verfügung gestellt hat. Aktivieren Sie die Checkbox Immer Passwort abfragen, wenn Sie bei jeder Einwahl nach dem Passwort gefragt werden wollen.

Im letzten Dialog geben Sie die Verbindungsparameter ein:

Dial-On-Demand

Geben Sie mindestens einen Name-Server an, wenn Sie Dial-on-demand verwenden wollen.

Während Verbindung DNS ändern

Standardmäßig ist diese Checkbox aktiviert, der Name-Server wird also bei jeder Einwahl ins Internet automatisch angepasst. Deaktivieren Sie diese Einstellung und setzen Sie feste Name-Server, wenn Sie sich für Automatische Einwahl entscheiden.

DNS automatisch abrufen

Wenn der Provider nach der Verbindung seinen Name-Server nicht überträgt, deaktivieren Sie diese Option und geben die Adresse des DNS-Servers manuell ein.

Ignoranz-Modus

Diese Option ist standardmäßig aktiviert. Eingabeaufforderungen vom Einwahl-Server werden ignoriert, um den Verbindungsaufbau zu erleichtern.

Firewall aktivieren

Hiermit schalten Sie die SUSE Firewall ein und sind sicher gegen Eindringlinge geschützt, während Sie mit dem Internet verbunden sind.

Abbrechen nach (Sekunden)

Sie können bestimmen, nach welcher Zeit die Verbindung abgebrochen werden soll, wenn kein Informationsfluss mehr stattfindet .

IP-Details

Über diesen Button gelangen Sie in den Dialog zur Adresskonfiguration. Sollte Ihnen Ihr Provider keine dynamische IP-Adresse zur Verfügung gestellt haben, deaktivieren Sie die Checkbox Dynamische IP-Adresse und tragen Sie die lokale IP-Adresse Ihres Rechners und die entfernte IP-Adresse ein. Beide Angaben können Sie von Ihrem Provider erfragen. Belassen Sie die Einstellung zur Standard-Route im aktivierten Zustand und verlassen den Dialog mit OK.

Mit Weiter landen Sie wieder im Übersichtsdialog und sehen, was Sie konfiguriert haben. Schließen Sie die Einrichtung mit Beenden ab.

22.4.3. ISDN

Dieses Modul erlaubt die Konfiguration einer oder mehrerer ISDN-Karten in Ihrem System. Wenn Ihre ISDN-Karte von YaST nicht erkannt wurde, müssen Sie die Karte zunächst auswählen. Theoretisch können Sie mehrere Interfaces einrichten, im Normalfall ist dies für den Heimanwender aber nicht notwendig, da er für ein Interface mehrere Provider einrichten kann. Die nachfolgenden Dialoge dienen dann der Einstellung der verschiedenen ISDN-Parameter für den Betrieb der Karte.

Abbildung 22.5. ISDN-Konfiguration

ISDN-Konfiguration

Der nächste Dialog, der inAbbildung 22.5, „ISDN-Konfiguration“ gezeigt wird, erlaubt die Auswahl des ISDN-Protokolls. Der Standard ist hier Euro-ISDN (EDSS1), für ältere bzw. große Telefonanlagen verwenden Sie 1TR6. Für die USA gilt NI1. Die Landeskennung können Sie in der entsprechenden Auswahlbox aussuchen. Im Eingabefeld daneben wird dann die richtige Vorwahl (z.B. +49 für Deutschland) eingetragen. Zusätzlich müssen Sie noch die Ortskennziffer (Vorwahl) Ihres Standortes im Feld Ortskennziffer eingeben (z.B. 911 für Nürnberg). Falls nötig, tragen Sie hier außerdem die Amtsholung ein.

Startmodus erlaubt die Einstellung des Startmodus für die aktuelle ISDN-Karte. OnBoot bewirkt, dass der ISDN-Treiber jeweils beim Systemstart initialisiert wird. Entscheiden Sie sich hier für Manuell, muss der ISDN-Treiber per Hand durch den Benutzer root mit rcisdn start initialisiert werden. Die Option Hotplug lädt den Treiber beim Anschließen der PCMCIA-Karte oder des USB-Geräts. Nachdem Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, klicken Sie auf OK.

Im nächsten Dialog können Sie die Schnittstelle für Ihre ISDN-Karte definieren oder weitere Provider zu bestehenden Schnittstellen hinzufügen. Die Schnittstellen können in den Betriebsarten SyncPPP oder RawIP angelegt werden. Die meisten Internet-Provider verwenden den Modus SyncPPP, der nachfolgend beschrieben wird.

Abbildung 22.6. ISDN-Schnittstellenkonfiguration

ISDN-Schnittstellenkonfiguration

Für die Angabe Eigene Telefonnummer müssen Sie je nach Anschlussszenario eine der folgenden Angaben machen:

ISDN-Karte direkt an der Telefondose (NTBA)

ISDN bietet Ihnen standardmäßig drei Rufnummern (MSN Multiple Subscriber Number), auf Wunsch bis zu zehn, welche für Ihren Anschluss zur Verfügung gestellt werden. An dieser Stelle müssen Sie eine der MSN-Nummern Ihrer ISDN-Karte zuweisen. Die Angabe der Nummer erfolgt ohne Angabe der Vorwahl. Sollten Sie eine falsche Nummer eintragen, wird Ihr Netzbetreiber die erste Ihrem ISDN-Anschluss zugeordnete MSN verwenden.

ISDN-Karte an einer Telefonanlage

Je nach Anwendungsfall sind verschiedene Angaben notwendig.

  1. für den Hausgebrauch: In der Regel wird bei kleinen Telefonanlagen als Protokoll Euro-ISDN/EDSS1 für die internen Anschlüsse verwendet. Diese Telefonanlagen haben einen internen S0-Bus und verwenden für die angeschlossenen Geräte interne Rufnummern.

    Für die Angabe der MSN verwenden Sie eine der internen Rufnummern. Eine der möglichen MSNs Ihrer Telefonanlage sollte funktionieren, sofern für diese der Zugriff nach außen freigeschaltet ist. Im Notfall funktioniert eventuell auch eine einzelne Null. Weitere Informationen dazu entnehmen Sie bitte der Dokumentation Ihrer Telefonanlage.

  2. für Firmen: Normalerweise wird bei großen Telefonanlagen als Protokoll 1TR6 für die internen Anschlüsse verwendet. Die MSN heißt hier EAZ und ist üblicherweise die Durchwahl. Für die Linux-Konfiguration ist normalerweise nur die letzte Ziffer der EAZ einzutragen. Im Notfall probieren Sie die Ziffern 1 bis 9.

Aktivieren Sie ChargeHUP, falls Sie eine automatische Beendigung bestehender Verbindungen vor der nächsten zu zahlenden Gebühreneinheit wünschen. Beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass dies unter Umständen noch nicht mit jedem Provider funktioniert. Wünschen Sie eine Kanalbündelung (Multilink PPP), aktivieren Sie die entsprechende Checkbox. Soll die SuSEfirewall2 gestartet werden, wählen Sie die Checkbox Firewall Neustart… an. Um dem normalen Benutzer ohne Administratorrechte ein Aktivieren oder Deaktivieren der Schnittstelle zu ermöglichen, selektieren Sie die Checkbox User Controlled.

Über Details gelangen Sie in einen Dialog, der für die Umsetzung komplexerer Anschlussszenarien ausgelegt ist. Für normale Heimanwender ist dieser Dialog nicht relevant. Sie verlassen den Dialog mit Weiter.

Im nächsten Dialog treffen Sie die Einstellungen für die Vergabe der IP-Adressen. Hat Ihr Provider Ihnen keine statische IP-Adresse zugewiesen, wählen Sie Dynamische IP-Adresse. Andernfalls tragen Sie in die entsprechenden Felder nach den Angaben Ihres Providers die lokale IP-Adresse Ihres Rechners sowie die entfernte IP-Adresse ein. Soll das anzulegende Interface als Standardroute ins Internet dienen, aktivieren Sie die Checkbox Standardroute. Beachten Sie, dass jeweils nur eine Schnittstelle pro System als Standardroute in Frage kommt. Verlassen Sie diesen Dialog mit Weiter.

Im nachfolgenden Dialog bestimmen Sie Ihr Land und Ihren Provider. Bei den aufgelisteten Anbietern handelt es sich um Call-by-Call-Provider. Wollen Sie einen Provider verwenden, welcher nicht in dieser Liste aufgeführt ist, so klicken Sie auf Neu. Es erscheint die Maske ISP-Parameter, in der Sie alle notwendigen Einstellungen bezüglich Ihres gewünschten Providers vornehmen können. Die Telefonnummer darf keinerlei Trennung wie Komma oder Leerzeichen enthalten. Weiter geben Sie den Benutzernamen und das Passwort ein, welche Sie von Ihrem Provider erhalten haben. Klicken Sie danach auf Weiter.

Um Dial on demand nutzen zu können, müssen Sie bei Einzelplatzsystemen auf jeden Fall DNS (Name-Server) konfigurieren. Die meisten Provider unterstützen heute dynamische DNS-Vergabe, das heißt beim Verbindungsaufbau wird eine aktuelle IP-Adresse des Name-Servers übergeben. Dennoch muss in Ihrem Einzelplatzsystem in diesem Dialog ein Platzhalter für einen DNS-Server eingetragen werden wie beispielsweise 192.168.22.99. Falls Sie keine dynamische Zuweisung des Name-Servers bekommen, müssen Sie hier die IP-Adressen der Name-Server Ihres Providers eintragen. Ferner können Sie einstellen, nach wie vielen Sekunden die Verbindung automatisch abgebrochen werden soll, falls in der Zwischenzeit kein Datenaustausch stattgefunden hat. Schließlich bestätigen Sie Ihre Einstellungen mit Weiter und gelangen in eine Übersicht der konfigurierten Schnittstellen. Aktivieren Sie Ihre Einstellungen schließlich mit Beenden.

22.4.4. Kabelmodem

In manchen Ländern (Österreich, USA) ist der Internetzugang über das Fernsehkabelnetz weit verbreitet. Der Telekabel-Teilnehmer bekommt von der Kabelfirma ein Modem, das einerseits an das Fernsehkabel, andererseits mittels 10Base-T (Twisted-Pair) Leitung an eine Netzwerkkarte im Computer angeschlossen wird. Dieses Modem stellt dann für den Computer eine Standleitung mit einer fixen IP-Adresse dar.

Nach den Angaben Ihres Providers wählen Sie bei der Konfiguration Ihrer Netzwerkkarte zwischen Automatische Adressvergabe (mit DHCP) und Konfiguration der statischen Adresse. Die meisten Provider verwenden heute DHCP. Eine statische IP-Adresse wird im Allgemeinen bei Business-Paketen der Provider verwendet. Der Provider hat Ihnen in diesem Fall eine feste IP-Adresse zugeteilt.

22.4.5. DSL

Zur Konfiguration von DSL dient das YaST-Modul DSL unter der Rubrik Netzwerkgeräte. In mehreren Dialogen haben Sie hier die Möglichkeit, die Kenndaten Ihres DSL-Zugangs einzugeben. Mit YaST können Sie DSL-Zugänge einrichten, die auf den folgenden Protokollen aufsetzen:

  • PPP über Ethernet (PPPoE) - Deutschland

  • PPP über ATM (PPPoATM) - England

  • CAPI für ADSL (Fritz-Karten)

  • Tunnelprotokoll für Point-to-Point (PPTP) - Österreich

Beachten Sie bitte, dass die Konfiguration Ihres DSL-Zugangs mit PPPoE und PPTP eine korrekte Konfiguration Ihrer Netzwerkkarte voraussetzt. Falls dies nicht schon geschehen ist, kommen Sie mit Netzwerkkarten konfigurieren direkt zum entsprechenden Dialog (siehe Abschnitt 22.4.1, „Netzwerkkarte konfigurieren mit YaST“). Die automatische IP-Adressenvergabe findet bei DSL nicht mit dem DHCP-Protokoll statt. Deshalb dürfen Sie auch nicht Automatische Adressvergabe (mit DHCP) verwenden. Vergeben Sie stattdessen bitte eine statische Dummy-IP-Adresse wie z.B. 192.168.22.1. Im Feld Subnetzmaske ist der Wert 255.255.255.0 einzutragen. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie für ein Einzelplatzsystem keinen Eintrag in das Feld Standardgateway machen.

[Tip]Die Werte IP-Adresse und Subnetzmaske

Die Werte für IP-Adresse Ihres Rechners und Subnetzmaske sind nur Platzhalter. Sie haben für den Verbindungsaufbau mit DSL keine Bedeutung und werden nur zur Aktivierung der Netzwerkkarte benötigt.

Abbildung 22.7. DSL-Konfiguration

DSL-Konfiguration

Zu Beginn der Konfiguration (siehe Abbildung 22.7, „DSL-Konfiguration“) wählen sie bitte den PPP-Modus und jene Ethernetkarte aus, an die Ihr Modem angeschlossen ist (in der Regel ist dies eth0). Mit der Kombobox Geräte-Aktivierung können Sie bestimmen, ob die DSL-Verbindung schon beim Booten des Systems oder erst später, z.B. manuell hergestellt werden soll. Über Benutzergesteuert kann der normale Benutzer ohne Rootrechte dazu ermächtigt werden, das Aktivieren oder Deaktivieren der Schnittstelle über KInternet vorzunehmen. Im weiteren Verlauf können Sie dann Ihr Land und den dort ansässigen Dienstanbieter (Provider) auswählen. Die Inhalte der danach folgenden Dialoge hängen stark von den vorher gewählten Einstellungen ab und werden hier daher nur kurz angesprochen. Wenn einzelne Optionen unklar sind, lesen Sie bitte die ausführlichen Hilfetexte zu den Dialogen.

Um Dial-On-Demand nutzen zu können, müssen Sie bei Einzelplatzsystemen auf jeden Fall DNS (Name-Server) konfigurieren. Die meisten Provider unterstützen heute dynamische DNS-Vergabe, das heißt, beim Verbindungsaufbau wird eine aktuelle IP-Adresse des Name-Servers übergeben. Dennoch muss in Ihrem Einzelplatzsystem in diesem Dialog ein Platzhalter für einen DNS-Server eingetragen werden z.B. 192.168.22.99. Falls Sie keine dynamische Zuweisung des Name-Servers bekommen, tragen Sie die IP-Adressen Ihres Providers ein.

Verbindung abbrechen nach (Sekunden) bestimmt, wie lange die Verbindung nach dem letzten Datentransfer aufrecht erhalten bleibt, bevor sie automatisch abgebaut wird. Werte zwischen 60 und 300 Sekunden sind hier empfehlenswert. Wird Dial-On-Demand nicht verwendet, können Sie den automatischen Verbindungsabbau unterbinden, indem Sie die Wartezeit auf 0 Sekunden setzen.

Zur Konfiguration von T-DSL verfahren Sie ähnlich wie bei DSL. Durch Auswahl von T-Online als Provider gelangen Sie automatisch in den Konfigurationsdialog für T-DSL. Sie benötigen dafür noch zusätzlich folgende Daten: Anschlusskennung, T-Online-Nummer, Mitbenutzerkennung und Ihr persönliches Kennwort. Entnehmen Sie diese Informationen bitte Ihren T-DSL-Anmeldeunterlagen.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3