22.3. Namensauflösung

DNS sorgt dafür, dass Sie sich nicht zwingend irgendwelche IP-Adressen merken müssen: Mit Hilfe von DNS kann eine IP-Adresse einem oder sogar mehreren Namen zugeordnet werden und umgekehrt auch eine Name einer IP-Adresse. Unter Linux erfolgt diese Umwandlung üblicherweise von einer speziellen Software namens bind. Der Rechner, der diese Umwandlung dann erledigt, nennt sich Nameserver. Dabei bilden die Namen wieder ein hierarchisches System, in dem die einzelnen Namensbestandteile durch Punkte getrennt sind. Die Namenshierarchie ist aber unabhängig von der oben beschriebenen Hierarchie der IP-Adressen.

Schauen wir uns einmal einen vollständigen Namen an, zum Beispiel laurent.suse.de geschrieben im Format Rechnername.Domain. Ein vollständiger Name – Experten sagen „fully qualified domain name“ oder kurz FQDN dazu – besteht aus einem Rechnernamen und einem Domainteil. Dabei wird der Domainteil aus einem frei wählbaren Anteil – im obigen Beispiel suse – und der so genannten Top level domain, TLD gebildet.

Aus historischen Gründen ist die Zuteilung der TLDs etwas verwirrend. So werden in den USA traditionell dreibuchstabige TLDs verwendet, woanders aber immer die aus zwei Buchstaben bestehenden ISO-Länderbezeichnungen; seit 2000 stehen zusätzliche TLDs für spezielle Sachgebiete mit zum Teil mehr als drei Buchstaben zur Verfügung (zum Beispiel .info, .name, .museum usw.).

In der Frühzeit des Internets (vor 1990) gab es hierzu eine Datei /etc/hosts, in der die Namen aller im Internet vertretenen Rechner gespeichert waren. Dies erwies sich bei der schnell wachsenden Menge von am Internet angeschlossener Rechner als unpraktikabel. Deshalb wurde eine dezentralisierte Datenbank entworfen, die die Rechnernamen verteilt speichern kann. Diese Datenbank, eben jener oben erwähnte Nameserver, hält also nicht die Daten aller Rechner im Internet vorrätig, sondern kann Anfragen an ihm nachgeschaltete, andere Nameserver weiterdelegieren.

An der Spitze der Hierarchie befinden sich die „Root-Nameserver“, die die Top level domains verwalten. Die Root-Nameserver werden vom Network Information Center (NIC) verwaltet. Der Root-Nameserver kennt die jeweils für eine Top level domain zuständigen Nameserver. Im Falle der deutschen Top level domain de ist das DE-NIC für die Domains zuständig, die mit der TLD de aufhören. Mehr Informationen zum DE-NIC erhalten Sie auf der Website http://www.denic.de/de/, mehr Informationen zum Top level domain NIC erfahren Sie unter http://www.internic.net.

Damit auch Ihr Rechner einen Namen in eine IP-Adresse auflösen kann, muss ihm mindestens ein Nameserver mit einer IP-Adresse bekannt sein. Die Konfiguration eines Nameservers erledigen Sie komfortabel mit Hilfe von YaST. Falls Sie eine Einwahl über Modem vornehmen, kann es sein, dass das zur Einwahl verwendete Protokoll die Adresse des Nameservers während der Einwahl mitliefert.

Aber nicht nur Rechnernamen können über DNS aufgelöst werden, DNS kann noch mehr. Zum Beispiel „weiß“ der Nameserver auch, welcher Rechner für eine ganze Domain E-Mails annimmt, der so genannte Mail exchanger (MX).

Die Konfiguration des Nameserverzugriffs unter SUSE LINUX ist im Kapitel 24, Domain Name System beschrieben.

Eng verwandt mit DNS ist das Protokoll whois. Mit dem gleichnamigen Programm whois können Sie schnell herauskriegen, wer für eine bestimmte Domain verantwortlich ist.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3