DNS sorgt dafür, dass Sie sich nicht zwingend irgendwelche IP-Adressen merken müssen: Mit Hilfe von DNS kann eine IP-Adresse einem oder sogar mehreren Namen zugeordnet werden und umgekehrt auch eine Name einer IP-Adresse. Unter Linux erfolgt diese Umwandlung üblicherweise von einer speziellen Software namens bind. Der Rechner, der diese Umwandlung dann erledigt, nennt sich Nameserver. Dabei bilden die Namen wieder ein hierarchisches System, in dem die einzelnen Namensbestandteile durch Punkte getrennt sind. Die Namenshierarchie ist aber unabhängig von der oben beschriebenen Hierarchie der IP-Adressen.
Schauen wir uns einmal einen vollständigen Namen an, zum Beispiel laurent.suse.de geschrieben im Format
Rechnername.Domain. Ein
vollständiger Name – Experten sagen „fully qualified domain
name“ oder kurz FQDN dazu – besteht aus
einem Rechnernamen und einem Domainteil. Dabei wird der Domainteil aus
einem frei wählbaren Anteil – im obigen Beispiel
suse – und der so genannten Top level
domain, TLD gebildet.
Aus historischen Gründen ist die Zuteilung der TLDs etwas verwirrend. So
werden in den USA traditionell dreibuchstabige TLDs verwendet, woanders
aber immer die aus zwei Buchstaben bestehenden ISO-Länderbezeichnungen;
seit 2000 stehen zusätzliche TLDs für spezielle Sachgebiete mit zum Teil
mehr als drei Buchstaben zur Verfügung (zum Beispiel .info, .name, .museum usw.).
In der Frühzeit des Internets (vor 1990) gab es hierzu eine Datei
/etc/hosts, in der die Namen aller im Internet
vertretenen Rechner gespeichert waren. Dies erwies sich bei der schnell
wachsenden Menge von am Internet angeschlossener Rechner als unpraktikabel.
Deshalb wurde eine dezentralisierte Datenbank entworfen, die die
Rechnernamen
verteilt speichern kann. Diese Datenbank, eben jener oben erwähnte
Nameserver, hält also nicht die Daten aller Rechner im Internet vorrätig,
sondern kann Anfragen an ihm nachgeschaltete, andere Nameserver
weiterdelegieren.
An der Spitze der Hierarchie befinden sich die
„Root-Nameserver“, die die Top level domains verwalten. Die
Root-Nameserver werden vom Network Information Center
(NIC) verwaltet. Der Root-Nameserver kennt die jeweils
für eine Top level domain zuständigen Nameserver. Im Falle der deutschen
Top level domain de ist das DE-NIC für die Domains
zuständig, die mit der TLD de aufhören. Mehr
Informationen zum DE-NIC erhalten Sie auf der Website http://www.denic.de/de/, mehr Informationen zum Top level domain
NIC erfahren Sie unter http://www.internic.net.
Damit auch Ihr Rechner einen Namen in eine IP-Adresse auflösen kann, muss ihm mindestens ein Nameserver mit einer IP-Adresse bekannt sein. Die Konfiguration eines Nameservers erledigen Sie komfortabel mit Hilfe von YaST. Falls Sie eine Einwahl über Modem vornehmen, kann es sein, dass das zur Einwahl verwendete Protokoll die Adresse des Nameservers während der Einwahl mitliefert.
Aber nicht nur Rechnernamen können über DNS aufgelöst werden, DNS kann noch mehr. Zum Beispiel „weiß“ der Nameserver auch, welcher Rechner für eine ganze Domain E-Mails annimmt, der so genannte Mail exchanger (MX).
Die Konfiguration des Nameserverzugriffs unter SUSE LINUX ist im Kapitel 24, Domain Name System beschrieben.
Eng verwandt mit DNS ist das Protokoll whois. Mit dem
gleichnamigen Programm whois können Sie schnell
herauskriegen, wer für eine bestimmte Domain verantwortlich ist.