Wenn man auf einem Rechner keinen Webserver benötigt, sollte man Apache im Runlevel-Editor deaktivieren, deinstallieren bzw. erst gar nicht installieren. Jeder Server, der auf einem Rechner nicht läuft, ist eine Angriffmöglichkeit weniger. Dies gilt insbesondere für Rechner, die als Firewalls dienen, auf diesen sollten grundsätzlich nach Möglichkeit keine Server laufen.
Gemäß der Voreinstellung gehören die DocumentRoot (das
Verzeichnis /srv/www/htdocs) und das CGI-Verzeichnis
dem Benutzer root. Das sollte man
auch so belassen. Sind diese Verzeichnisse für jedermann beschreibbar, kann
dort jeder Benutzer Dateien ablegen. Diese Dateien werden dann von Apache
ausgeführt, und zwar als Benutzer wwwrun. Der Apache-Server sollte keine
Schreibrechte auf die Daten und Skripten haben, die er ausliefert. Deshalb
sollten diese nicht dem Benutzer wwwrun, sondern zum Beispiel root gehören.
Möchte man Benutzern die Möglichkeit geben, Dateien im Dokument-Verzeichnis
von Apache unterzubringen, so sollte man, anstatt dieses für alle
beschreibbar zu machen, ein für alle beschreibbares Unterverzeichnis
einrichten, zum Beispiel
/srv/www/htdocs/wir_ueber_uns.
Wenn Anwender eigene Dateien ins Netz stellen wollen, kann man dafür in der
Konfigurationsdatei ein Verzeichnis im Home des Benutzers festlegen, in dem
er Dateien für die Web-Präsentation ablegen kann (üblicherweise ist
dies ~/public_html). Dies ist bei SUSE LINUX per
Voreinstellung aktiviert; die Einzelheiten sind in Abschnitt 30.6.2.16, „UserDir“ beschrieben.
Auf diese Webseiten kann dann unter Angabe des Benutzernamens in der URL
zugegriffen werden, das heißt die URL enthält die Bezeichnung
~username als Kürzel für das
entsprechende Unterverzeichnis im Home-Verzeichnis des Benutzers. Ein
Beispiel: Die Eingabe der URL http://localhost/~tux in einem
Browser zeigt die Dateien aus dem Unterverzeichnis
public_html im Home-Verzeichnis des Benutzers
tux an.
Wer einen Webserver betreibt, sollte — besonders wenn dieser Webserver öffentlich verfügbar ist — immer auf dem neuesten Stand bleiben, was Fehler und die dadurch möglichen Angriffsflächen angeht. Quellen für die Recherche nach Exploits und Fixes sind in Abschnitt 30.12.3, „Sicherheit“ aufgelistet.