Für einfache Anforderungen muss man lediglich das Apache-Paket
apache2 installieren. Installieren Sie zusätzlich
eines der MPM-Pakete (Multiprocessing Module) wie das Paket
apache2-prefork oder
apache2-worker. Bei der Auswahl des richtigen MPM
ist zu beachten, dass das mit Threads laufende Worker-MPM nicht mit Paket
mod_php4 zusammen verwendet werden kann, da noch
nicht alle von diesem Paket verwendeten Bibliotheken
„threadsafe“ sind.
Nach der Installation muss man Apache als Dienst im Runlevel-Editor
aktivieren. Um den Server beim Booten des Systems zu starten, muss man im
Runlevel-Editor für die Runlevel 3 und 5 die Aktivierung durchführen. Ob
Apache läuft, lässt sich feststellen, indem man die URL http://localhost/ in einem Browser aufruft. Läuft Apache, wird
daraufhin eine Beispielseite angezeigt, vorausgesetzt das Paket
apache2-example-pages ist installiert.
Um aktive Inhalte mit Hilfe von Modulen zu nutzen, muss man die Module für
die jeweiligen Programmiersprachen installieren. Dies sind das Paket
apache2-mod_perl für Perl bzw. das Paket
apache2-mod_php4 für PHP und schließlich das Paket
apache2-mod_python für Python. Die Verwendung
dieser Module ist in Abschnitt 30.8.4, „Aktive Inhalte mit Modulen erzeugen“
beschrieben.
Zusätzlich empfiehlt es sich, die Dokumentation zu installieren (Paket
apache2-doc). Nach der Installation diese Paketes
und der Aktivierung des Servers (vgl. Abschnitt 30.5.2, „Apache aktivieren“) kann man die Dokumentation
direkt über die URL http://localhost/manual aufrufen.
Wer Module für Apache entwickeln oder Module von Drittanbietern kompilieren
will, muss zusätzlich das Paket apache2-devel sowie
entsprechende Entwicklungswerkzeuge installieren. Diese enthalten unter
anderem die apxs-Tools, die in Abschnitt 30.5.5, „Installation von Modulen mit apxs“ näher beschrieben sind.
Ein wichtiges Werkzeug für Modulentwickler ist apxs2. Mit
diesem Programm lassen sich Module, die als Quelltext vorliegen, mit einem
einzigen Befehl kompilieren und installieren, samt der notwendigen
Änderungen an den Konfigurationsdateien. Außerdem kann man auch Module
installieren, die bereits als Objektdatei (Endung .o)
oder statische Bibliothek (Endung .a) vorliegen. Bei
der Installation vom Quelltext erstellt apxs2 ein
„Dynamic Shared Object“ (DSO), das von Apache direkt als Modul
verwendet wird.
Die Installation eines Moduls aus dem Quelltext kann man mit einem Befehl
wie apxs2 -c -i mod_foo.c bewirken. Andere Optionen von
apxs2 sind in der zugehörigen Manualpage beschrieben. Die
Module müssen danach über den Eintrag
APACHE_MODULES in
/etc/sysconfig/apache2 aktiviert werden, wie in
Abschnitt 30.6.1, „Konfiguration mit SuSEconfig“ beschrieben.
Von apxs2 gibt es mehrere Versionen:
apxs2, apxs2-prefork und
apxs2-worker. Während apxs2 ein Modul
so installiert, dass es für alle MPMs verwendbar ist, installieren die
beiden anderen Programme Module so, dass sie nur für die jeweiligen MPMs
(also prefork bzw. worker) verwendet werden. Während
apxs2 seine Module im Verzeichnis
/usr/lib/apache2 installiert, verwendet
apxs2-prefork dafür das Verzeichnis
/usr/lib/apache2-prefork.