30.5. Installation

30.5.1. Auswahl von Paketen mit YaST

Für einfache Anforderungen muss man lediglich das Apache-Paket apache2 installieren. Installieren Sie zusätzlich eines der MPM-Pakete (Multiprocessing Module) wie das Paket apache2-prefork oder apache2-worker. Bei der Auswahl des richtigen MPM ist zu beachten, dass das mit Threads laufende Worker-MPM nicht mit Paket mod_php4 zusammen verwendet werden kann, da noch nicht alle von diesem Paket verwendeten Bibliotheken „threadsafe“ sind.

30.5.2. Apache aktivieren

Nach der Installation muss man Apache als Dienst im Runlevel-Editor aktivieren. Um den Server beim Booten des Systems zu starten, muss man im Runlevel-Editor für die Runlevel 3 und 5 die Aktivierung durchführen. Ob Apache läuft, lässt sich feststellen, indem man die URL http://localhost/ in einem Browser aufruft. Läuft Apache, wird daraufhin eine Beispielseite angezeigt, vorausgesetzt das Paket apache2-example-pages ist installiert.

30.5.3. Module für aktive Inhalte

Um aktive Inhalte mit Hilfe von Modulen zu nutzen, muss man die Module für die jeweiligen Programmiersprachen installieren. Dies sind das Paket apache2-mod_perl für Perl bzw. das Paket apache2-mod_php4 für PHP und schließlich das Paket apache2-mod_python für Python. Die Verwendung dieser Module ist in Abschnitt 30.8.4, „Aktive Inhalte mit Modulen erzeugen“ beschrieben.

30.5.4. Zusätzliche empfehlenswerte Pakete

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Dokumentation zu installieren (Paket apache2-doc). Nach der Installation diese Paketes und der Aktivierung des Servers (vgl. Abschnitt 30.5.2, „Apache aktivieren“) kann man die Dokumentation direkt über die URL http://localhost/manual aufrufen.

Wer Module für Apache entwickeln oder Module von Drittanbietern kompilieren will, muss zusätzlich das Paket apache2-devel sowie entsprechende Entwicklungswerkzeuge installieren. Diese enthalten unter anderem die apxs-Tools, die in Abschnitt 30.5.5, „Installation von Modulen mit apxs“ näher beschrieben sind.

30.5.5. Installation von Modulen mit apxs

Ein wichtiges Werkzeug für Modulentwickler ist apxs2. Mit diesem Programm lassen sich Module, die als Quelltext vorliegen, mit einem einzigen Befehl kompilieren und installieren, samt der notwendigen Änderungen an den Konfigurationsdateien. Außerdem kann man auch Module installieren, die bereits als Objektdatei (Endung .o) oder statische Bibliothek (Endung .a) vorliegen. Bei der Installation vom Quelltext erstellt apxs2 ein „Dynamic Shared Object“ (DSO), das von Apache direkt als Modul verwendet wird.

Die Installation eines Moduls aus dem Quelltext kann man mit einem Befehl wie apxs2 -c -i mod_foo.c bewirken. Andere Optionen von apxs2 sind in der zugehörigen Manualpage beschrieben. Die Module müssen danach über den Eintrag APACHE_MODULES in /etc/sysconfig/apache2 aktiviert werden, wie in Abschnitt 30.6.1, „Konfiguration mit SuSEconfig“ beschrieben.

Von apxs2 gibt es mehrere Versionen: apxs2, apxs2-prefork und apxs2-worker. Während apxs2 ein Modul so installiert, dass es für alle MPMs verwendbar ist, installieren die beiden anderen Programme Module so, dass sie nur für die jeweiligen MPMs (also prefork bzw. worker) verwendet werden. Während apxs2 seine Module im Verzeichnis /usr/lib/apache2 installiert, verwendet apxs2-prefork dafür das Verzeichnis /usr/lib/apache2-prefork.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3