Manche Computern haben kein bootfähiges CD-ROM-Laufwerk, aber stattdessen ein Diskettenlaufwerk, das zum Booten verwendet werden kann. Zur Installation auf einem solchen Rechner müssen Sie eine Boot-Diskette erstellen und dann von dieser Diskette booten.
Um mit den bereitgestellten Images vom Diskettenlaufwerk zu booten, benötigen
Sie mehrere formatierte 3,5 Zoll-HD-Disketten. Auf der CD 1 im
Verzeichnis boot sind einige Disketten-Abbilder (Images)
enthalten. Solch ein Image kann mit geeigneten Hilfsprogrammen auf eine
Diskette kopiert werden; die Diskette ist dann eine Bootdiskette.
Die Disketten-Images beinhalten außerdem noch den Loader SYSLINUX und das Programm linuxrc. SYSLINUX erlaubt es, während des Bootvorganges den gewünschten Kernel auszuwählen und bei Bedarf Parameter über die verwendete Hardware zu übergeben. Das Programm linuxrc unterstützt Sie beim Laden der Kernelmodule für Ihre spezielle Hardware und startet schließlich die Installation.
Unter Windows steht Ihnen hierfür das grafische Programm rawwritewin zur
Verfügung. Sie finden dieses Programm auf CD 1 im Verzeichnis
dosutils/rawwritewin.
Nach dem Start müssen Sie die Image-Datei angeben. Die Image-Dateien liegen
ebenfalls auf der CD 1 im Verzeichnis boot. Als
Minimum benötigen Sie die Images bootdisk und
modules1. Um diese im Dateibrowser anzuzeigen, ändern
Sie den Dateityp auf all files. Legen Sie danach eine
Diskette in Ihr Diskettenlaufwerk ein und klicken Sie auf
.
Weitere Disketten (mit den Images modules1,
modules2, modules3 und
modules4) können Sie auf dieselbe Art und Weise
erzeugen. Sie werden benötigt, wenn Ihr Rechner über USB- oder SCSI-Geräte
bzw. Netzwerk- oder PCMCIA-Karten verfügt, die während der Installation
verwendet werden sollen. Eine Modul-Diskette kann auch erforderlich sein,
wenn Sie zur Installation auf ein spezielles Dateisystem zugreifen wollen.
Das DOS-Programm rawrite.exe (CD 1, Verzeichnis
dosutils/rawrite kann ebenfalls zum Erstellen der Boot-
und Moduldisketten für SUSE verwendet werden. Sie benötigen dazu einen
Rechner mit einem DOS (zum Beispiel FreeDOS) oder Windows.
Unter Windows XP gehen Sie dazu wie folgt vor:
Legen Sie die CD 1 von SUSE LINUX ein.
Öffnen Sie ein DOS-Fenster (im Startmenü unter +).
Starten Sie das Programm rawrite.exe mit der richtigen Pfadangabe für das
CD-Laufwerk. Im Beispiel befinden Sie sich auf der Festplatte
C: im Verzeichnis Windows und
Ihr CD-Laufwerk hat den Buchstaben D:.
d:\dosutils\rawrite\rawrite
Nach dem Start fragt das Programm nach Quelle (engl.
source) und Ziel (engl.
destination) der zu kopierenden Datei. Das
ist hier die Bootdiskette, deren Image sich auf
CD 1 unter boot befindet. Der
Dateiname heißt einfach bootdisk. Vergessen Sie auch
hier nicht die Pfadangabe für Ihr CD-Laufwerk.
d:\dosutils\rawrite\rawrite RaWrite 1.2 - Write disk file to raw floppy diskette Enter source filename: d:\boot\bootdisk Enter destination drive: a:
Sobald Sie das Ziellaufwerk a: eingegeben haben, fordert
Sie rawrite auf, eine formatierte Diskette einzulegen und auf
Enter zu drücken. Im weiteren Verlauf wird dann der
Fortschritt der Kopieraktion angezeigt. Abbruch ist mit der
Tastenkombination Strg-c möglich. Zum
Erstellen weiterer solcher Disketten wiederholen Sie die obigen Schritte
sinngemäß.
Auf einem UNIX- oder ein Linux-System benötigen Sie ein CD-ROM-Laufwerk und mehrere formatierte Disketten. Zum Erstellen von Bootdisketten gehen Sie wie folgt vor:
Falls Sie die Disketten noch formatieren müssen:
fdformat /dev/fd0u1440
Mit diesem Befehl wird die Diskette auch auf Fehler untersucht. Falls solche Fehler gefunden werden, sollten Sie die Diskette nicht weiter verwenden.
Legen Sie CD 1 ein und wechseln Sie ins Verzeichnis
boot auf der CD. Auf einem aktuellen SUSE-System
ist dabei kein gesonderter Befehl zum Mounten mehr erforderlich.
cd /media/cdrom/boot
Erstellen Sie die Bootdiskette mit
dd if=bootdsk1 of=/dev/fd0 bs=8k
Wiederholen Sie die obigen Schritte sinngemäß für die Images
bootdsk2 und bootdsk3.
In der LIESMICH- bzw. der
README-Datei im boot-Verzeichnis
erfahren Sie Details zu den Diskettenimages; diese Dateien können Sie mit
more oder less lesen.
Auf diese Art und Weise können Sie auch die anderen Diskettenimages
modules1, modules2,
modules3 und modules4 erstellen.
Diese werden benötigt, wenn Sie USB- oder SCSI-Geräte bzw. eine Netzwerk-
oder PCMCIA-Karte haben und diese während der Installation bereits
ansprechen wollen. Eine Moduldiskette wird auch benötigt, wenn Sie
ein spezielles Dateisystem bereits während der Installation verwenden
wollen.
Die Erzeugung eines eigenen Images für eine Modul-Diskette ist keine
einfache Aufgabe. Eine genaue Anleitung dazu finden Sie in der Datei
/usr/share/doc/packages/yast2-installation/vendor.html.
Die Bootdiskette kommt immer dann zum Einsatz, wenn besondere Anforderungen
zum Zeitpunkt der Installation vorliegen (zum Beispiel wenn kein
CD-ROM-Laufwerk verfügbar ist). Der Bootvorgang wird dann vom Bootloader
SYSLINUX (Paket syslinux) eingeleitet. SYSLINUX
übernimmt dabei die Hardwareerkennung, jedoch in einem sehr begrenzten
Umfang. Im Wesentlichen handelt es sich um die folgenden Schritte:
Prüfen, ob das BIOS einen Framebuffer gemäß VESA 2.0 unterstützt und den Kernel entsprechend booten.
Monitordaten (DDC-Info) auslesen.
Den 1. Block von der 1. Festplatte (MBR) lesen, um später bei der Bootloader-Konfiguration die Zuordnung von BIOS-IDs zu Linux-Gerätenamen (engl. Devices) festzulegen. Dabei wird versucht, den Block über die lba32-Funktionen des BIOS zu lesen, um festzustellen, ob das BIOS diese Funktionen unterstützt.
![]() | Tipp |
|---|---|
Wenn Sie beim Start von SYSLINUX Shift gedrückt halten,
werden alle diese Schritte übersprungen. Zur Fehlersuche können Sie in die
Datei | |
Falls der Rechner nicht von Diskette bootet, müssen Sie zuvor möglicherweise
die Bootreihenfolge im BIOS des Rechners auf A,C,CDROM
umstellen.
▪ x86
Auf x86-Systemen ist zusätzlich zur CD 1 auch die zweite CD
bootfähig. Während CD 1 über ein bootfähiges ISO-Image arbeitet, wird
CD 2 über ein 2.88 MB großes Diskimage gebootet. Verwenden Sie die
CD 2 zum Booten jedoch immer nur als Ausweichmöglichkeit, das heißt
wenn Sie genau wissen, dass Sie von CD booten können, es jedoch mit
CD 1 nicht funktioniert.
▪
Generell kann man sagen, dass die meisten CD-ROM-Laufwerke unterstützt werden. Wenn Sie es beim Booten vom CD-ROM-Laufwerk Probleme gibt, dann versuchen Sie, ob die mitgelieferte CD 2 zum Erfolg führt.
Wenn das System weder ein CD-ROM- noch ein Diskettenlaufwerk besitzt, kann es unter Umständen dennoch mittels eines externen CD-ROM-Laufwerks gebootet werden, das über USB, FireWire oder SCSI angeschlossen ist. Allerdings hängt dabei viel davon ab, wie das BIOS mit der Hardware zusammenarbeitet. Eventuell können entsprechende Probleme beseitigt werden, indem man zunächst das BIOS aktualisiert.
Was tun, wenn eine Standard-Installation via CD-ROM-Laufwerk nicht möglich ist? Ihr CD-ROM-Laufwerk könnte zum Beispiel nicht unterstützt werden, weil es sich um ein älteres proprietäres Laufwerk handelt. Oder Sie haben bei Ihrem Zweitrechner (zum Beispiel ein Laptop) eventuell gar kein CD-ROM-Laufwerk, dafür aber einen Ethernet-Adapter. SUSE LINUX bietet die Möglichkeit, auf einem solchen Rechner ohne CD-ROM-Unterstützung über eine Netzwerkverbindung zu installieren. Zumeist kommen in solchen Fällen NFS oder FTP via Ethernet zum Einsatz.
Für diesen Weg kann kein Installationssupport in Anspruch genommen werden. Nur erfahrene Benutzer sollten ihn beschreiten.
Um SUSE LINUX über eine Quelle im Netzwerk zu installieren, sind zwei Schritte notwendig:
Die zur Installation notwendigen Daten (CDs, DVD) müssen auf einem Rechner verfügbar gemacht werden, der später als Installationsquelle agiert.
Das zu installierende System muss über Diskette, CD oder Netzwerk gebootet werden und das Netzwerk muss konfiguriert werden.
Die Installationsquelle kann über verschiedene Protokolle wie NFS und FTP bereitgestellt werden. Zur eigentlichen Information siehe Abschnitt 3.2.1, „Parameter an linuxrc übergeben“.