Kapitel 23. SLP—Dienste im Netz vermitteln

Inhaltsverzeichnis

23.1. Eigene Dienste registrieren
23.2. SLP-Frontends in SUSE LINUX
23.3. SLP aktivieren
23.4. Weitere Informationen

Zusammenfassung

Das Service Location Protocol (kurz: SLP) wurde entwickelt, um die Konfiguration vernetzter Clients innerhalb eines lokalen Netzwerkes zu vereinfachen. Um einen Netzwerkclient inklusive aller gewünschten Dienste zu konfigurieren, braucht sein Administrator traditionell detailliertes Wissen über die in seinem Netz verfügbaren Server. Mit SLP wird die Verfügbarkeit eines bestimmten Diensttyps allen Clients im lokalen Netz bekanntgegeben. Anwendungen, die SLP unterstützen, können die per SLP verteilte Information nutzen und sind damit automatisch konfigurierbar.

SUSE LINUX unterstützt die Installation von per SLP vermittelten Installationsquellen und enthält viele Systemdienste mit integrierter Unterstützung für SLP. YaST und Konqueror verfügen beide über entsprechende Frontends für SLP. Nutzen Sie SLP, um zentrale Funktionen wie Installationsserver, YOU-Server, Dateiserver oder Druckserver auf Ihrem SUSE LINUX den vernetzten Clients zur Verfügung zu stellen.

23.1. Eigene Dienste registrieren

Viele Applikationen unter SUSE LINUX verfügen bereits über integrierte SLP-Unterstützung durch die Nutzung der libslp-Bibliothek. Möchten Sie darüber hinaus weitere Dienste über SLP verfügbar machen, die keine SLP-Unterstützung einkompiliert haben, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen:

Statische Registrierung über /etc/slp.reg.d

Legen Sie für jeden neuen Dienst eine separate Registrierungsdatei an. Ein Beispiel einer solchen Datei für die Registrierung eines Scanner-Dienstes folgt:


## Register a saned service on this system
## en means english language
## 65535 disables the timeout, so the service registration does
## not need refreshes
service:scanner.sane://$HOSTNAME:6566,en,65535
watch-port-tcp=6566
description=SANE scanner daemon

Die wichtigste Zeile dieser Datei ist die so genannte Service-URL, die mit service: eingeleitet wird. Sie enthält den Diensttyp (scanner.sane) und die Adresse, unter der der Dienst auf dem Server verfügbar ist. $HOSTNAME wird automatisch durch den vollständigen Hostnamen ersetzt. Durch einen Doppelpunkt getrennt, folgt nun der TCP-Port, auf dem der betroffene Dienst lauscht. Geben Sie von der Service-URL durch Kommata abgetrennt nun noch die Sprache an, in der sich der Dienst ankündigen soll und die Lebensdauer der Registrierung in Sekunden. Der Wert für die Lebensdauer der Registrierung kann zwischen 0 und 65535 annehmen. Mit 0 wäre die Registrierung unwirksam, mit 65535 wird sie nicht eingeschränkt.

Die Registrierungsdatei enthält außerdem die beiden Variablen watch-tcp-port und description enthalten. Erstere koppelt die SLP-Ankündigung des Dienstes daran, ob der entsprechende Dienst auch aktiv ist (der slpd überprüft den Status des Dienstes). Die letzte Variable enthält eine genauere Beschreibung des Dienstes, die in geeigneten Browsern angezeigt wird.

Statische Registrierung /etc/slp.reg

Einziger Unterschied zu dem oben beschriebenen Verfahren ist die Bündelung aller Dienste innerhalb einer zentralen Datei.

Dynamische Registrierung mit slptool

Soll aus eigenen Skripten ein SLP-Registrierung eines Dienstes erfolgen, nutzen Sie das Kommandozeilen-Frontend slptool.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3