Kapitel 15. System Configuration Profile Management

Inhaltsverzeichnis

15.1. Grundlegende Begriffe
15.2. Kommandozeilenkonfiguration von SCPM
15.3. Der YaST Profil-Manager
15.4. Mögliche Probleme und deren Lösung
15.5. Profilauswahl beim Booten
15.6. Weitere Informationen

Zusammenfassung

Dieses Kapitel stellt Ihnen das System Configuration Profile Management (SCPM) vor. Mit Hilfe von SCPM passen Sie die Konfiguration Ihres Rechners an veränderte Betriebsumgebungen oder Hardwarekonfigurationen an. SCPM verwaltetet einen Satz von Systemprofilen, die auf entsprechende Szenarien zugeschnitten sind. Ein einfaches Umschalten zwischen zwei Systemprofilen ersetzt in SCPM das manuelle Umkonfigurieren des Systems.

Es gibt Situationen, in denen eine veränderte Konfiguration des Systems benötigt wird. Am häufigsten trifft dies auf mobile Computer zu, die an verschiedenen Standorten betrieben werden. Es kann aber auch sein, dass man auf einem Desktopsystem zeitweilig andere Hardwarekomponenten verwendet. In jedem Fall sollte eine Rückkehr zum ursprünglichen System einfach sein. Noch besser ist es, wenn diese Umkonfiguration auch noch einfach reproduzierbar ist. Mit SCPM lässt sich ein frei wählbarer Teil der Systemkonfiguration festlegen, von dem verschiedene Zustände in eigenen Konfigurationsprofilen festgehalten werden können.

Das Hauptanwendungsgebiet liegt vermutlich bei der Netzwerkkonfiguration von Laptops. Aber unterschiedliche Netzwerkeinstellungen beeinflussen meist auch noch andere Elemente, zum Beispiel die Einstellungen für E-Mail oder Proxys. Hierzu kommen unterschiedliche Drucker zu Hause und in der Firma oder eine angepasste X.Org-Konfiguration für Beamer bei Vorträgen, besonders sparsame Stromverbrauchseinstellungen für unterwegs oder eine andere Zeitzone in der Auslandsniederlassung.

15.1. Grundlegende Begriffe

Vorab sollen einige Grundbegriffe festgelegt werden, die auch in der restlichen Dokumentation zu SCPM und im YaST-Modul so verwendet werden.

  • Unter Systemkonfiguration verstehen wir die gesamte Konfiguration des Computers. Alle grundlegenden Einstellungen, wie zum Beispiel die Festplattenpartitionen oder Netzwerkeinstellungen, Zeitzonenauswahl oder Tastatureinstellungen.

  • Ein Profil oder auch Konfigurationsprofil ist ein Zustand der Systemkonfiguration, der festgehalten wurde und der bei Bedarf einfach wiederhergestellt werden kann.

  • Als aktives Profil wird immer das Profil bezeichnet, in das zuletzt geschaltet wurde. Das heißt nicht, dass die aktuelle Systemkonfiguration exakt diesem Profil entspricht, denn die Konfiguration kann jederzeit individuell verändert werden.

  • Ressource im Sinne von SCPM sind alle Elemente, die zur Systemkonfiguration beitragen. Das kann eine Datei oder ein Softlink einschließlich der Metadaten wie Benutzer, Rechte oder Zugriffszeit sein. Das kann aber auch ein Systemdienst sein, der in einem Profil läuft und in einem anderen ausgeschaltet ist.

  • Die Ressourcen sind in Ressourcengruppen organisiert. Diese Gruppen enthalten jeweils Ressourcen, die logisch zusammenpassen. Für die meisten Gruppen bedeutet das, dass sie einen Dienst und die dazugehörigen Konfigurationsdateien enthalten. Dieser Mechanismus erlaubt das einfache Zusammenstellen der Ressourcen, die von SCPM behandelt werden, ohne wissen zu müssen, welche Konfigurationsdateien für welche Dienste notwendig wären. SCPM beinhaltet bereits eine Vorauswahl an aktivierten Ressourcengruppen, die für die meisten Benutzer ausreichend sein sollte.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3