Zusammenfassung
Sobald mehrere Unix-Systeme in einem Netzwerk auf gemeinsame Ressourcen zugreifen wollen, muss sichergestellt sein, dass Benutzer- und Gruppenkennungen auf allen Rechnern miteinander harmonieren. Das Netzwerk soll für den Anwender transparent sein. Egal welcher Rechner, der Anwender findet immer die gleiche Umgebung vor. Möglich wird dies durch die Dienste NIS und NFS. NFS dient der Verteilung von Dateisystemen im Netz und wird in Kapitel 26, Dateisysteme mit NFS verteilen beschrieben.
NIS (engl. Network Information
Service) kann als Datenbankdienst verstanden werden, der
Zugriff auf Informationen aus den Dateien /etc/passwd,
/etc/shadow oder /etc/group
netzwerkweit ermöglicht. NIS kann auch für weitergehende Aufgaben eingesetzt
werden (zum Beispiel für /etc/hosts oder
/etc/services). Darauf soll hier jedoch nicht im Detail
eingegangen werden. Für NIS wird vielfach synonym der Begriff
YP verwendet. Dieser leitet sich ab von den
yellow pages, also den gelben
Seiten im Netz.
Zur Konfiguration wählen Sie in YaST und dort . Wenn in Ihrem Netzwerk bisher noch kein NIS-Server existiert, müssen Sie in der nächsten Maske den Punkt aktivieren. Falls Sie schon einen NIS-Server (also einen „Master“) haben, können Sie (beispielsweise wenn Sie ein neues Subnetz einrichten) einen NIS Slave-Server hinzufügen. Zunächst wird die Konfiguration des Master-Servers erläutert.
Falls nicht alle nötigen Pakete installiert sind, wird YaST Sie auffordern, die entsprechende CD oder DVD einzulegen, damit die Pakete automatisch nachinstalliert werden. In der ersten Konfigurationsmaske (Abbildung 25.1, „NIS-Server: Konfigurationstool“) geben Sie oben den Domainnamen ein. In der Checkbox darunter können Sie festlegen, ob der Rechner auch ein NIS-Client werden soll, also ob sich darauf auch Benutzer einloggen können, die dann ebenfalls die Daten vom NIS-Server erhalten.
Wollen Sie zusätzliche NIS-Server („Slave-Server“) in Ihrem Netzwerk einrichten, müssen Sie die Box aktivieren. Zusätzlich sollten Sie dann auch die aktivieren, die bewirkt, dass die Datenbankeinträge sehr schnell vom Master auf die Slave-Server übertragen werden.
Wollen Sie den Nutzern in Ihrem Netzwerk erlauben, dass sie ihre Passwörter ändern können (mit dem Befehl yppasswd, also nicht nur die lokalen, sondern die, die auf dem NIS-Server abgelegt sind), können Sie das hier ebenfalls aktivieren. Dann werden auch die Checkboxen und aktiv. „GECOS“ bedeutet, der User kann auch seine Namens- und Adresseinstellungen ändern (mit dem Befehl ypchfn). „SHELL“ heisst, er darf auch seine standardmäßig eingetragene Shell ändern (mit dem Befehl ypchsh, zum Beispiel von bash zu sh).
Durch Klick auf gelangen
Sie in einen Dialog (Abbildung 25.2, „NIS-Server: Verzeichnis ändern und Dateien
synchronisieren“), in
dem man das Quellverzeichnis des NIS-Servers (standardmäßig /etc) ändern kann. Zusätzlich kann man hier
noch Passwörter und Gruppen zusammenführen. Die Einstellung sollte man auf
belassen, damit die jeweiligen Dateien
(/etc/passwd und /etc/shadow bzw.
/etc/group) aufeinander abgestimmt werden. Zusätzlich
kann noch die jeweils kleinste Benutzer- und Gruppenkennummer festgelegt
werden. Mit bestätigen Sie Ihre Eingaben und gelangen
wieder in die vorige Maske zurück. Klicken Sie hier auf
.
Haben Sie vorher aktiviert, müssen Sie nun die Namen der Rechner angeben, die als Slaves fungieren sollen. Anschließend klicken Sie auf . Werden keine Slave-Server benutzt, belangen Sie direkt zum Dialog für die Datenbank-Einstellungen. Hier geben Sie die „Maps“ an, das heißt die Teildatenbanken, die vom NIS-Server auf den jeweiligen Client übertragen werden sollen. Die Voreinstellungen hier sind für die meisten Fälle sehr sinnvoll. Daher sollten Sie im Normalfall nichts ändern.
Mit gelangen Sie in den letzten Dialog. Legen Sie fest, aus welchen Netzwerken Anfragen an den NIS-Server gestellt werden dürfen (Abbildung 25.3, „NIS-Server: Festlegen der Anfrage-Erlaubnis“). Normalerweise wird das Ihr Firmennetzwerk sein. Dann sollten die folgenden beiden Einträge hier stehen:
255.0.0.0 127.0.0.0 0.0.0.0 0.0.0.0
Der erste erlaubt Verbindungen vom eigenen Rechner, der zweite ermöglicht allen Rechnern, die Zugriff auf das Netzwerk haben, Anfragen an den Server.
![]() | Automatische Firewallkonfiguration |
|---|---|
Läuft auf Ihrem System eine Firewall
(SuSEfirewall2), passt YaST deren
Konfiguration für den NIS-Server an, sobald Sie anwählen. YaST schaltet dann den Dienst
| |