Kapitel 9. Der Linux Kernel

Inhaltsverzeichnis

9.1. Kernel-Update
9.2. Die Kernel-Quellen
9.3. Konfiguration des Kernels
9.4. Kernel-Module
9.5. Kompilieren des Kernels
9.6. Kernel installieren
9.7. Festplatte nach der Übersetzung aufräumen

Zusammenfassung

Der Kernel verwaltet die Hardware jedes Linux-Systems und stellt diese den verschiedensten Prozessen zur Verfügung. Auf den folgenden Seiten wird man nicht lernen, wie man Kernel-„Hacker“ wird, aber man erfährt, wie man ein Kernel-Update durchführt, und wird in die Lage versetzt, sich einen selbst konfigurierten Kernel zu kompilieren und zu installieren. Wenn Sie so vorgehen, wie in diesem Kapitel beschrieben, bleibt der bisherige Kernel auch weiterhin funktionsfähig und kann jederzeit auf Wunsch gebootet werden.

Der Kernel, der bei der Installation im /boot-Verzeichnis abgelegt wird, ist so konfiguriert, dass er ein möglichst breites Spektrum von Hardware unterstützt. Es ist meist nicht erforderlich, einen eigenen Kernel zu erzeugen, es sei denn, Sie wollen experimentelle Features oder Treiber ausprobieren.

Oftmals kann man das Verhalten des installierten Kernels noch über Kernel-Parameter verändern. Beispielsweise verkürzt der Parameter desktop die Zeitscheiben für den Scheduler, so dass das System subjektiv schneller wird. Weitere Informationen finden Sie in der Kernel-Dokumentation im Verzeichnis /usr/src/linux/Documentation, sofern das Paket kernel-source installiert ist.

Zum Erzeugen eines neuen Kernels wird eine Reihe von Makefiles verwendet, mit deren Hilfe der Prozess fast völlig automatisiert abläuft. Lediglich die Auswahl der vom Kernel zu unterstützenden Hardware und Features muss interaktiv durchlaufen werden. Da Sie Ihr Computer-System ziemlich gut kennen müssen, um eine funktionierende Auswahl zu treffen, empfehlen wir — wenigstens für die ersten Versuche — eine bestehende und funktionierende Konfigurationsdatei abzuändern.

9.1. Kernel-Update

Um einen SUSE-Update-Kernel zu installieren, verwenden Sie das Online-Update von SUSE. Nach einem solchen Update müssen Sie den Rechner neu booten, da der bisher installierte Kernel dann nicht mehr die von ihm benötigten Treibermodule laden kann. Näheres über das YaST-Online-Update finden Sie in Abschnitt 2.2.3, „YaST-Online-Update“.

Wenn Sie ein solches Update ausführen, werden Sie mittels eines Popup-Fensters darüber informiert, welche Schritte auszuführen sind. Damit das System immer funktionstüchtig bleibt, sollten Sie sich auf jeden Fall an diese Hinweise halten.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3