Kapitel 1. Installation mit YaST

Inhaltsverzeichnis

1.1. Systemstart zur Installation
1.2. Startbildschirm
1.3. Sprachauswahl
1.4. Installationsmodus
1.5. Installationsvorschlag
1.6. Installation abschließen
1.7. Hardware-Konfiguration
1.8. Grafisches Login

Zusammenfassung

Dieses Kapitel führt Sie Schritt für Schritt durch die Installation Ihres SUSE LINUX-Systems mit dem Systemassistenten YaST. Sie erfahren, wie Sie den Installationsprozess vorbereiten und erhalten Hintergrundinformationen zu den einzelnen Konfigurationsschritten, die Ihnen die Konfigurationsentscheidungen erleichtern.

1.1. Systemstart zur Installation

Legen Sie die erste SUSE LINUX-CD oder die DVD in das Laufwerk und starten Sie den Rechner neu. Das SUSE LINUX Installationsprogramm wird dann geladen und die Installation beginnt.

1.1.1. Boot-Medien

Neben der CD oder DVD gibt es auch andere Möglichkeiten zum Booten. Diese können verwendet werden, wenn beim Booten von CD oder DVD Schwierigkeiten auftreten. Die einzelnen Möglichkeiten sind in Tabelle 1.1, „Boot-Medien“ beschrieben.

Tabelle 1.1. Boot-Medien

Boot-Medium

Beschreibung

CD-ROM

Dies ist die einfachste Bootmöglichkeit. Das System benötigt hierfür ein lokal verfügbares CD-ROM Laufwerk, das auch von Linux unterstützt werden muss.

Floppy

Sie finden auf der ersten CD im Verzeichnis /boot/ die nötigen Images, um Bootdisketten zu erzeugen. Lesen Sie hierzu die README-Datei im selben Verzeichnis.

PXE oder BOOTP

Dies muss vom BIOS oder der Firmware des verwendeten Systems unterstützt werden. Daher muss im Netzwerk ein Bootserver vorhanden sein. Diese Aufgabe kann auch durch ein anderes SUSE LINUX System übernommen werden.

Festplatte

SUSE LINUX kann von Festplatte gebootet werden. Kopieren Sie den Kernel (linux) und das Installationssystem (initrd) aus dem Verzeichnis /boot/loader der ersten CD auf Festplatte und erweitern Sie die Bootloader-Konfiguration um einen entsprechenden Eintrag.

1.1.2. Mögliche Probleme beim Systemstart

Probleme beim Booten können sich mit CD-ROM- und DVD-Laufwerken ergeben, wenn es sich um ältere oder nicht unterstützte Hardware handelt. Zum Beispiel kann es sein, dass Ihr CD-ROM-Laufwerk das Bootimage auf der ersten CD nicht lesen kann. Benutzen Sie in diesem Fall die CD 2, um das System zu booten. Auf dieser zweiten CD befindet sich ein herkömmliches Bootimage von 2,88 MB Größe, das auch von älteren Laufwerken eingelesen werden kann. Es erlaubt außerdem eine Installation übers Netzwerk.

Eventuell ist die Start-Reihenfolge des Rechners im BIOS nicht richtig eingestellt. Eine Anleitung zum Ändern der Einstellungen im BIOS finden Sie in der Dokumentation Ihres Mainboards, und einige grundlegende Informationen erhalten Sie in den folgenden Abschnitten.

Das BIOS ist ein Programm, mit dem die Grundfunktionalität des Computers aktiviert wird. Die Hersteller von Mainboards stellen ein speziell auf die Hardware angepasstes BIOS zur Verfügung. Der Aufruf des BIOS-Setups kann meist nur zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen, nämlich wenn der Rechner gestartet wird. Während dieser Startphase wird zuerst eine Diagnose der Hardware durchgeführt, unter anderem ein Test des Arbeitsspeichers. Sie können dies beim Hochzählen des Systemspeichers verfolgen. Zur gleichen Zeit wird darunter oder am unteren Bildschirmrand angezeigt, mit welcher Taste Sie das BIOS-Setup aufrufen können. Üblicherweise muss dazu die Taste Del, F1 oder Esc gedrückt werden. Statt Del wird die Taste mitunter auch Entf genannt. Drücken Sie die entsprechende Taste, um das BIOS-Setup zu starten.

[Important]Tastaturbelegung im BIOS

Häufig bietet das BIOS keine deutsche Tastaturbelegung an, sondern nur die amerikanische: Die Tasten Y und Z sind vertauscht.

Ändern Sie die Bootsequenz wie folgt: Bei einem AWARD-BIOS suchen Sie den Eintrag BIOS FEATURES SETUP. Andere Hersteller verwenden ähnliche Einträge wie zum Beispiel ADVANCED CMOS SETUP. Wählen Sie den entsprechenden Eintrag aus und bestätigen Sie mit Enter.

Die Startreihenfolge kann beim Unterpunkt BOOT SEQUENCE eingestellt werden. Die Voreinstellung ist oftmals C, A oder A, C. Im ersten Fall sucht der Rechner beim Booten das Betriebssystem zuerst auf der Festplatte (C) und dann im Diskettenlaufwerk (A). Drücken Sie dann solange die Taste Bild auf bzw. Bild ab, bis die Sequenz A,CDROM,C angezeigt wird.

Verlassen Sie die Einstellungen durch Drücken von Esc. Um die Änderungen zu speichern, wählen Sie SAVE & EXIT SETUP oder drücken Sie F10. Bestätigen Sie dann Ihre Einstellungen mit Y.

Haben Sie ein SCSI-CD-ROM-Laufwerk, müssen Sie die Änderungen im SCSI-BIOS vornehmen, indem Sie zum Beispiel bei einem Adaptec-Hostadapter mit Strg-A dessen BIOS-Setup aufrufen. Nach der Auswahl von Disk Utilities zeigt das System die angeschlossene Hardware an. Notieren Sie die SCSI-ID für Ihr CD-ROM. Das Menü verlassen Sie mit Esc, um anschließend Configure Adapter Settings zu öffnen. Unter Additional Options finden Sie Boot Device Options. Wählen Sie dieses Menü aus und drücken Sie Enter. Geben Sie hier die ID des CD-ROM-Laufwerks ein und drücken Sie wieder Enter. Durch zweimaliges Drücken von Esc kehren Sie zum Startbildschirm des SCSI-BIOS zurück, den Sie nach der Bestätigung mit Yes verlassen, um den Rechner neu zu booten.


SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3