Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Dieses Kapitel beschreibt die Konfiguration von GRUB, also des von SUSE LINUX verwendeten Bootloaders. Hierfür steht Ihnen ein gesondertes YaST-Modul zur Verfügung, mit dem Sie alle nötigen Einstellungen vornehmen können. Wenn Sie mit dem Bootvorgang unter Linux noch nicht vertraut sind, lesen Sie zunächst die folgenden Abschnitte, um sich über einige Hintergründe zu informieren. In diesem Kapitel wird auch auf die häufigsten Probleme beim Booten mit GRUB und deren Behebung eingegangen.
Dieses Kapitel beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Bootmanagement im engeren Sinne und der Konfiguration des Bootloaders GRUB. Der Bootvorgang als Ganzes wird in Kapitel 7, Ein Linux-System booten und konfigurieren beschrieben. Der Bootloader stellt eine Schnittstelle zwischen dem Rechner (und seinem BIOS) und dem Betriebssystem (also SUSE LINUX) dar. Die Konfiguration des Bootloaders bestimmt, welches Betriebssystem mit welchen Optionen gestartet wird.
Die folgenden Begriffe werden in diesem Kapitel oft verwendet und bedürfen daher einer kurzen Erläuterung:
Die Struktur des MBR ist durch eine vom Betriebssystem unabhängige Konvention festgelegt. Die ersten 446 Byte sind für Programmcode reserviert. Hier wird normalerweise der Bootloader gespeichert, in unserem Falle also GRUB. Die nächsten 64 Byte bieten Platz für eine Partitionstabelle mit bis zu vier Einträgen (siehe Abschnitt 1.5.4.1, „Partitionstypen“. Die Partitionstabelle enthält Informationen, über die Aufteilung der Festplatte und den Typ des Dateisystems. Das Betriebssystem benötigt diese Tabelle, um die Festplatte korrekt anzusprechen. Die letzten zwei Byte des MBR müssen eine feste „magische Zahl“ (AA55) enthalten. Ein MBR, der dort etwas anderes stehen hat, wird vom BIOS und von allen PC-Betriebssystemen als ungültig angesehen.
Bootsektoren sind die jeweils ersten Sektoren der
Festplatten-Partitionen, außer bei der erweiterten Partition, die nur
einen „Behälter“ für andere Partitionen darstellt. Diese
Bootsektoren bieten 512 Byte Platz und sind für den Code
gedacht, der ein auf dieser Partition befindliches Betriebssystem
starten kann. Dies gilt für Bootsektoren formatierter DOS-, Windows-
oder OS/2-Partitionen, die zusätzlich noch wichtige Grunddaten des
Dateisystems enthalten. Im Gegensatz dazu sind Bootsektoren von
Linux-Partitionen nach dem Anlegen eines Dateisystems erst einmal
leer. Eine Linux-Partition ist daher nicht von selbst
bootfähig, auch wenn sie einen Kernel und ein gültiges
Root-Dateisystem enthält. Ein Bootsektor mit gültigem Code zum Booten
des Systems weist in den letzten zwei Byte dieselbe
„magische“ Kennung wie der MBR auf
(AA55).
Im einfachsten Falle — wenn auf dem Rechner lediglich ein Betriebssystem installiert ist — läuft das „Bootmanagement“ wie oben beschrieben ab. Sobald mehr als ein Betriebssystem auf einem Rechner installiert ist, bieten sich folgende Möglichkeiten an:
Ein Betriebssystem wird von der Festplatte gestartet, während die weiteren vorhandenen Betriebssysteme mit Hilfe eines zusätzlichen Bootmanagers gestartet werden, der auf einem externen Medium (Diskette, CD, USB-Speichermedium) installiert ist. Da GRUB alle anderen Betriebssysteme booten kann, ist das Bereithalten eines zusätzlichen Bootmanagers nicht erforderlich.
Ein Bootmanager erlaubt, mehrere Systeme gleichzeitig auf einem Rechner zu halten und sie abwechselnd zu nutzen. Der Benutzer wählt das zu ladende System bereits während des Bootvorgangs aus; ein Wechsel erfordert den Neustart des Rechners. Bedingung ist dabei, dass der gewählte Bootmanager mit allen Betriebssystemen kompatibel ist. Der von SUSE LINUX eingesetzte Bootloader GRUB kann alle gängigen Betriebssysteme starten. SUSE LINUX installiert daher den Bootmanager standardmäßig in den MBR.