Kapitel 27. DHCP

Inhaltsverzeichnis

27.1. DHCP-Konfiguration mit YaST
27.2. DHCP-Softwarepakete
27.3. Der DHCP-Server dhcpd
27.4. Weitere Informationen

Zusammenfassung

Das „Dynamic Host Configuration Protocol“ dient dazu, Einstellungen in einem Netzwerk zentral von einem Server aus zu vergeben. Einstellungen müssen also nicht dezentral an einzelnen Arbeitsplatzrechnern konfiguriert werden. Ein mit DHCP konfigurierter Host verfügt selbst nicht über statische Adressen, sondern konfiguriert sich voll und ganz selbstständig nach den Vorgaben des DHCP-Servers.

Dabei ist es möglich, jeden Client anhand der Hardware-Adresse seiner Netzwerkkarte (meistens statisch) zu identifizieren und ständig mit denselben Einstellungen zu versorgen, oder Adressen aus einem dafür bestimmten Pool „dynamisch“ an jeden „interessierten“ Client zu vergeben. In diesem Fall wird sich der DHCP-Server bemühen, jedem Client bei jeder Anforderung dieselbe Adresse zuzuweisen — auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Dies funktioniert natürlich nur solange, wie es im Netz nicht mehr Clients als Adressen gibt.

Ein Systemadministrator kann somit gleich in zweierlei Hinsicht von DHCP profitieren. Einerseits ist es möglich, selbst umfangreiche Änderungen der Netzwerk-Adressen oder der Konfiguration komfortabel in der Konfigurationsdatei des DHCP-Servers zentral vorzunehmen, ohne dass eine Vielzahl von Rechnern einzeln konfiguriert werden müssen. Andererseits können vor allem neue Rechner sehr einfach ins Netzwerk integriert werden, indem sie aus dem Adress-Pool eine IP-Nummer zugewiesen bekommen. Auch für Laptops, die regelmäßig in verschiedenen Netzen betrieben werden, ist die Möglichkeit interessant, von einem DHCP-Server jeweils passende Netzwerkeinstellungen zu beziehen.

Neben IP-Adresse und Netzmaske werden der Rechner- und Domain-Name, das zu verwendende Gateway und die Nameserver-Adressen dem Client mitgeteilt. Im Übrigen können auch etliche andere Parameter zentral konfiguriert werden, zum Beispiel ein Zeitserver, von dem die jeweils aktuelle Uhrzeit abrufbar ist oder ein Druckserver.

27.1. DHCP-Konfiguration mit YaST

Beim ersten Start des Moduls ruft YaST einen vierteiligen Konfigurationsassistenten auf. Nach dessen Beendigung ist ein einfacher DHCP-Server einsatzbereit.

Auswahl der Netzwerkkarte

Im ersten Schritt ermittelt YaST die in Ihr System eingebundenen Netzwerkschnittstellen. Wählen Sie aus der angebotenen Liste diejenige aus, auf der der DHCP-Server lauschen soll und legen Sie mit der Option Firewall für gewählte Schnittstelle öffnen fest, ob die Firewall für diese Schnittstelle geöffnet werden soll. Siehe Abbildung 27.1, „DHCP-Server: Auswahl der Netzwerkschnittstelle“.

Abbildung 27.1. DHCP-Server: Auswahl der Netzwerkschnittstelle

DHCP-Server: Auswahl der Netzwerkschnittstelle
Globale Einstellungen

In den Eingabefeldern legen Sie die Netzwerkinformationen fest, die jeder von diesem DHCP-Server verwaltete Client erhalten soll. Dies sind: Name der Domain, Adresse des Zeitservers, Adresse des primären und sekundären Nameservers, Adresse des Druckservers und WINS-Servers (im gemischten Einsatz von Windows- und Linux-Clients) sowie Adresse des Gateways und Leasing-Zeitraum. Siehe Abbildung 27.2, „DHCP-Server: Globale Einstellungen“.

Abbildung 27.2. DHCP-Server: Globale Einstellungen

DHCP-Server: Globale Einstellungen
Dynamisches DHCP

In diesem Schritt konfigurieren Sie die dynamische IP-Vergabe an angeschlossene Clients. Hierzu legen Sie eine Spanne von IP-Adressen fest, innerhalb derer die zu vergebenden Adressen liegen dürfen. Alle zu vergebenden Adressen müssen unter eine gemeinsame Netzmaske fallen. Legen Sie abschließend den Leasing-Zeitraum fest, für den ein Client eine Adresse behalten darf, ohne eine Anfrage um Verlängerung des Leasing-Zeitraumes zu „beantragen“. Des Weiteren setzen Sie optional den maximalen Leasing-Zeitraum fest, für den eine bestimmte IP-Adresse auf dem Server für einen bestimmten Client reserviert bleibt. Siehe Abbildung 27.3, „DHCP-Server: Dynamisches DHCP“.

Abbildung 27.3. DHCP-Server: Dynamisches DHCP

DHCP-Server: Dynamisches DHCP
Abschluss der Konfiguration und Wahl des Startmodus

Nachdem Sie den dritten Teil des Konfigurationsassistenten abgeschlossen haben, gelangen Sie in einen letzten Dialog, der sich mit den Startoptionen des DHCP-Servers befasst. Dort kann festgelegt werden, ob der DHCP-Server bei jedem Hochfahren des Systems automatisch gestartet wird oder ob er manuell bei Bedarf, z. B. zu Testzwecken, gestartet werden muss. Klicken Sie auf Beenden, um die Konfiguration des Servers abzuschließen. Siehe Abbildung 27.4, „DHCP-Server: Starten“.

Abbildung 27.4. DHCP-Server: Starten

DHCP-Server: Starten

SUSE LINUX Administrationshandbuch 9.3