Kapitel 7. Druckerbtrieb

Inhaltsverzeichnis

7.1. Workflow des Drucksystems
7.2. Methoden und Protokolle zum Anschließen von Druckern
7.3. Installieren der Software
7.4. Netzwerkdrucker
7.5. Grafische Bedienoberflächen für das Drucken
7.6. Drucken über die Kommandozeile
7.7. Spezielle Funktionen in openSUSE
7.8. Fehlerbehebung

Dieses Kapitel behandelt eingehend das Drucken und die zugrundeliegenden Konzepte in openSUSE™. Falls Ihr Drucker nicht wie erwartet arbeitet, ziehen Sie den Abschnitt zur Fehlerbehebung am Ende dieses Kapitels zu Rate. Anleitungen zur Konfiguration erhalten Sie in Abschnitt „Einrichten eines Druckers“ (Kapitel 2, Einrichten von Hardware-Komponenten mit YaST, ↑Start).

CUPS ist das Standard-Drucksystem in openSUSE. CUPS ist stark benutzerorientiert. In vielen Fällen ist es kompatibel mit LPRng oder kann mit relativ geringem Aufwand angepasst werden. LPRng ist im Lieferumfang von openSUSE lediglich aus Kompatibilitätsgründen enthalten.

Drucker können nach Schnittstelle, z. B. USB oder Netzwerk, und nach Druckersprache unterschieden werden. Stellen Sie beim Kauf eines Druckers sicher, dass dieser über eine von der Hardware unterstützte Schnittstelle und über eine geeignete Druckersprache verfügt. Drucker können basierend auf den folgenden drei Klassen von Druckersprachen kategorisiert werden:

PostScript-Drucker

PostScript ist die Druckersprache, in der die meisten Druckaufträge unter Linux und Unix vom internen Drucksystem generiert und verarbeitet werden. Diese Sprache ist bereits sehr alt und sehr effizient. Wenn PostScript-Dokumente direkt vom Drucker verarbeitet und im Drucksystem nicht in weiteren Phasen konvertiert werden müssen, reduziert sich die Anzahl der möglichen Fehlerquellen. Da PostScript-Drucker immer mit erheblichen Lizenzkosten verbunden sind, sind diese Drucker in der Regel teurer als Drucker ohne PostScript-Interpreter.

Standarddrucker (Sprachen wie PCL und ESC/P)

Obwohl diese Druckersprachen ziemlich alt sind, werden sie immer weiter ent­wickelt, um neue Druckerfunktionen unterstützen zu können. Bei den bekannten Druckersprachen kann das Drucksystem PostScript-Druckaufträge mithilfe von Ghostscript in die entsprechende Druckersprache konvertieren. Diese Verarbeitungsphase wird als "Interpretieren" bezeichnet. Die gängigsten Sprachen sind PCL, die am häufigsten auf HP-Druckern und ihren Klonen zum Einsatz kommt, und ESC/P, die bei Epson-Druckern verwendet wird. Diese Druckersprachen werden in der Regel von Linux unterstützt und liefern ein annehmbares Druckergebnis. Es kann sein, dass Linux einige neue Drucker mit sehr ausgefallenen Funktionen nicht unterstützt, da die Open-Source-Entwickler möglicherweise an diesen Funktionen noch arbeiten. Mit Ausnahme der von HP entwickelten hpijs-Treiber gibt es derzeit keinen Druckerhersteller, der Linux-Treiber entwickelt und diese Linux-Distributoren unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung stellt. Die meisten dieser Drucker finden sich im mittleren Preisbereich.

Proprietäre Drucker (sogenannte GDI-Drucker)

Diese Drucker unterstützen keine der gängigen Druckersprachen. Die von ihnen verwendeten eigenen, undokumentierten Druckersprachen unterliegen Änderungen, wenn neue Versionen eines Modells auf den Markt gebracht werden. Für diese Drucker sind in der Regel nur Windows-Treiber verfügbar. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Abschnitt 7.8.1, „Drucker ohne Unterstützung für eine Standard-Druckersprache“.

Vor dem Kauf eines neuen Druckers sollten Sie anhand der folgenden Quellen prüfen, wie gut der Drucker, den Sie zu kaufen beabsichtigen, unterstützt wird:

In den Online-Datenbanken wird immer der neueste Linux-Supportstatus angezeigt. Eine Linux-Distribution kann jedoch immer nur die zur Produktionszeit verfügbaren Treiber enthalten. Demnach ist es möglich, dass ein Drucker, der aktuell als „vollständig unterstützt“ eingestuft wird, diesen Status bei der Veröffentlichung der neuesten openSUSE-Version nicht aufgewiesen hat. Die Datenbank gibt daher nicht notwendigerweise den richtigen Status, sondern nur eine Annäherung an diesen an.

7.1. Workflow des Drucksystems

Der Benutzer erstellt einen Druckauftrag. Der Druckauftrag besteht aus den zu druckenden Daten sowie aus Informationen für den Spooler, z. B. dem Namen des Druckers oder dem Namen der Druckwarteschlange und, optional, den Informationen für den Filter, z. B. druckersprezifische Optionen.

Für jeden Drucker ist eine dedizierte Druckwarteschlange verfügbar. Der Spooler hält den Druckauftrag in der Warteschlange, bis der gewünschte Drucker bereit ist, Daten zu empfangen. Wenn der Drucker druckbereit ist, sendet der Spooler die Daten über den Filter und das Backend an den Drucker.

Der Filter konvertiert die von der Druckanwendung generierten Daten (gewöhnlich PostScript oder PDF, aber auch ASCII, JPEG usw.) in die druckerspezifischen Daten (PostScript, PCL, ESC/P usw.). Die Funktionen des Druckers sind in den PPD-Dateien beschrieben. Eine PPD-Datei enthält druckspezifische Optionen mit den Parametern, die erforderlich sind, um die Optionen auf dem Drucker zu aktivieren. Das Filtersystem stellt sicher, dass die vom Benutzer ausgewählten Optionen aktiviert werden.

Wenn Sie einen PostScript-Drucker verwenden, konvertiert das Filtersystem die Daten in druckerspezifische PostScript-Daten. Hierzu ist kein Druckertreiber erforderlich. Wenn Sie einen Nicht-PostScript-Drucker verwenden, konvertiert das Filtersystem die Daten mithilfe von Ghostscript in druckerspezifische Daten. Hierzu ist ein für den Drucker geeigneter Ghostscript-Druckertreiber erforderlich. Das Backend empfängt die druckerspezifischen Daten vom Filter und leitet diese an den Drucker weiter.