Unter Linux kann die Festplatte vollständig ausgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt wird, oder sie kann in einem energiesparenderen oder ruhigeren Modus betrieben werden. Bei moderenen Notebooks müssen die Festplatten nicht manuell ausgeschaltet werden, da sie automatisch in einen Sparbetriebsmodus geschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden. Um die Energieeinsparungen zu maximieren, testen Sie einige der folgenden Verfahren. Die meisten Funktionen lassen sich mit powersaved und dem YaST-Power-Management Modul steuern. Letzteres wird in Abschnitt 21.6, „Das YaST Power-Managementmodul“ genauer behandelt.
Mit der Anwendung hdparm können verschiedene Festplatteneinstellungen
bearbeitet werden. Die Option -y schaltet die Festplatte
sofort in den Stand-by-Modus. -Y versetzt sie in den
Ruhezustand. hdparm -S x führt dazu,
dass die Festplatte nach einen bestimmten Inaktivitätszeitraum abgeschaltet
wird. Ersetzen Sie x wie folgt:
0 deaktiviert diesen Mechanismus, was zu einem
Dauerbetrieb der Festplatte führt. Werte von 1 bis
240 werden mit 5 Sekunden multipliziert. Werte von
241 bis 251 entsprechen 1- bis 11-mal
30 Minuten.
Die internen Energiesparoptionen der Festplatte lassen sich über die Option
-B steuern. Wählen Sie einen Wert 0
(maximale Energieeinsparung) bis 255 (maximaler
Durchsatz). Das Ergebnis hängt von der verwendeten Festplatte ab und ist
schwer einzuschätzen. Die Geräuschentwicklung einer Festplatte können Sie
mit der Option -M reduzieren. Wählen Sie einen Wert von
128 (ruhig) bis 254 (schnell).
Häufig ist es nicht so einfach, die Festplatte in den Ruhezustand zu versetzen. Bei Linux führen zahlreiche Prozesse Schreibvorgänge auf der Festplatte durch, wodurch diese wiederholt aus dem Ruhezustand reaktiviert wird. Daher sollten Sie unbedingt verstehen, wie Linux mit Daten umgeht, die auf die Festplatte geschrieben werden müssen. Zunächst werden alle Daten im RAM-Puffer gespeichert. Dieser Puffer wird vom Kernel-Updatedaemon (kupdated) überwacht. Wenn die Daten ein bestimmtes Alter erreichen oder wenn der Puffer bis zu einem bestimmten Grad gefüllt ist, wird der Pufferinhalt auf die Festplatte übertragen. Die Puffergröße ist dynamisch und hängt von der Größe des Arbeitsspeichers und von der Systemlast ab. Standardmäßig werden für kupdated kurze Intervalle festgelegt, um maximale Datenintegrität zu erreichen. Der Puffer wird alle 5 Sekunden überprüft und der bdflush-Daemon wird benachrichtigt, wenn Daten älter als 30 Sekunden sind oder der Puffer einen Füllstand von 30 % erreicht. Der bdflush-Daemon schreibt die Daten anschließend auf die Festplatte. Außerdem schreibt er unabhängig von kupdated, beispielsweise wenn der Puffer voll ist.
![]() | Beeinträchtigung der Datenintegrität |
|---|---|
Änderungen an den Einstellungen für den Kernel-Updatedaemon gefährden die Datenintegrität. | |
Abgesehen von diesen Prozessen schreiben Journaling-Dateisysteme wie
ReiserFS und Ext3 ihre Metadaten unabhängig von bdflush, was ebenfalls das
Abschalten der Festplatte verhindert. Um dies zu vermeiden, wurde eine
spezielle Kernel-Erweiterung für mobile Geräte entwickelt. Details finden
Sie unter /usr/src/linux/Documentation/laptop-mode.txt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Art und Weise, wie sich die laufenden Programme verhalten. Gute Editoren beispielsweise schreiben regelmäßig verborgene Sicherungskopien der aktuell bearbeiteten Datei auf die Festplatte, wodurch die Festplatte wieder aktiviert wird. Derartige Funktionen können auf Kosten der Datenintegrität deaktiviert werden.
In diesem Zusammenhang verwendet der Mail-Daemon postfix die Variable
POSTFIX_LAPTOP. Wenn diese Variable auf
yes (ja) gesetzt wird, greift postfix wesentlich seltener
auf die Festplatte zu. Dies ist jedoch irrelevant, wenn das Intervall für
kupdated erhöht wurde.