Bluetooth ist eine drahtlose Technologie für den Anschluss verschiedener Geräte, wie beispielsweise Mobiltelefone, PDAs, Notebooks oder Systemkomponenten wie Tastatur oder Maus. Der Name leitet sich vom dänischen König Harald Blauzahn (engl. Name Harold Bluetooth) ab, der mehrere sich bekriegende Fraktionen in Skandinavien einte. Das Bluetooth-Logo basiert auf den Runen für „H“ (sternähnlich) und „B“.
Bluetooth unterscheidet sich durch eine Reihe wichtiger Aspekte von IrDA. Zum einen müssen sich die einzelnen Geräte nicht in optischer Reichweite voneinander befinden und zum anderen können mehrere Geräte zu einem Netzwerk zusammengeschlossen werden. Die maximale Datenübertragungsrate beträgt allerdings nur 720 Kbps (in der aktuellen Version 1.2). Theoretisch ist mit Bluetooth sogar eine Kommunikation durch Wände möglich. In der Praxis hängt dies jedoch von den Eigenschaften der Wand und der Geräteklasse ab. Es gibt drei Geräteklassen mit Übertragungsreichweiten zwischen zehn und hundert Metern.
In den folgenden Abschnitten werden die Grundprinzipien umrissen, nach denen Bluetooth funktioniert. Sie erfahren, welche Software-Anforderungen erfüllt sein müssen, wie Bluetooth mit dem System interagiert und wie Bluetoothprofile funktionieren.
Zur Verwendung von Bluetooth benötigen Sie einen Bluetoothadapter
(eingebauter Adapter oder externes Gerät), Treiber sowie einen
Bluetooth-Protokollstack. Der Linux-Kernel weist bereits die wichtigsten
Treiber für die Verwendung von Bluetooth auf. Das Bluez-System wird als
Protokollstack verwendet. Um sicherzustellen, dass die Anwendungen mit
Bluetooth zusammenarbeiten, müssen die Basispakete bluez-libs und bluez-utils installiert sein. Diese Pakete
enthalten mehrere benötigte Dienste und Dienstprogramme. Außerdem muss für
einige Adapter, wie Broadcom bzw.
AVM BlueFritz!, das Paket bluez-firmware installiert sein. Das Paket
bluez-cups ermöglicht das Drucken
über Bluetoothverbindungen.
Bluetoothsysteme bestehen aus vier miteinander verzahnten Schichten, die die gewünschte Funktionalität bereitstellen:
Adapter und geeigneter Treiber zur Unterstützung durch den Linux-Kernel.
Dienen zur Steuerung des Bluetoothsystems.
Dienste, die von den Konfigurationsdateien gesteuert werden und die Funktionalität bereitstellen.
Durch die Anwendungen kann der Benutzer die von den Daemons bereitgestellte Funktionalität nutzen und steuern.
Beim Einstecken eines Bluetoothadapters wird der zugehörige Treiber in das Hotplugsystem geladen. Nachdem der Treiber geladen wurde, überprüft das System die Konfigurationsdateien, um zu ermitteln, ob Bluetooth gestartet werden soll. Wenn dies der Fall ist, wird ermittelt, welche Dienste gestartet werden sollen. Auf der Grundlage dieser Informationen werden die entsprechenden Daemons gestartet. Bei der Installation wird nach Bluetoothadaptern gesucht. Wenn mindestens einer gefunden wird, wird Bluetooth aktiviert. Anderenfalls wird das Bluetoothsystem deaktiviert. Alle zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügten Bluetoothgeräte müssen manuell aktiviert werden.
In Bluetooth werden die Dienste über Profile definiert, beispielsweise das Dateiübertragungsprofil, das Profil für grundlegende Druckvorgänge und das Profil für das persönliche Netzwerk (Personal Area Network). Damit ein Gerät die Dienste eines anderen Gerätes nutzen kann, müssen beide dasselbe Profil verstehen. Diese Information fehlt häufig auf der Verpackung und im Handbuch des Geräts. Leider halten sich einige Hersteller nicht streng an die Definitionen der einzelnen Profile. Dennoch funktioniert die Kommunikation zwischen den Geräten normalerweise reibungslos.
Im folgenden Text sind die lokalen Geräte diejenigen, die physisch mit dem Computer verbunden sind. Alle anderen Geräte, auf die nur über drahtlose Verbindungen zugegriffen werden kann, werden als entfernte Geräte bezeichnet.
Dieser Abschnitt bietet eine Einführung in die Bluetooth-Konfiguration. Sie erfahren, welche Konfigurationsdateien beteiligt sind, welche Werkzeuge benötigt werden und wie Bluetooth mit YaST oder manuell konfiguriert wird.
Verwenden Sie das in Abbildung 22.2, „YaST Bluetooth-Konfiguration“ dargestellte YaST Bluetooth-Modul zur Konfiguration der Bluetoothunterstützung in Ihrem System. Sobald Hotplug einen Bluetoothadapter im System erkennt (beispielsweise während des Bootens oder wenn Sie einen Adapter einstecken), wird Bluetooth automatisch mit den in diesen Modul konfigurierten Einstellungen gestartet.
Ermitteln Sie im ersten Schritt der Konfiguration, ob Bluetoothdienste im
System gestartet werden sollten. Wenn Sie die Bluetoothdienste aktiviert
haben, können zwei Elemente konfiguriert werden:
. Dies ist der Name, den andere Geräte
anzeigen, wenn der Computer erkannt wurde. Es sind zwei Platzhalter
verfügbar: %h steht für den Hostnamen des Systems (z. B.
nützlich, wenn der Hostname dynamisch von DHCP zugewiesen wird) und
%d fügt die Schnittstellennummer ein (nur sinnvoll, wenn
der Computer mehrere Bluetooth-Adapter aufweist). Wenn Sie beispielsweise
Notebook %h in das Feld eingeben und DHCP dem Computer
den Namen unit123 zuweist, erkennen andere entfernte
Geräte den Computer als Notebook unit123.
Der Parameter bezieht sich auf das Verhalten des lokalen Systems, wenn ein entferntes Gerät versucht, eine Verbindung herzustellen. Der Unterschied besteht im Umgang mit der PIN. Sie können entweder allen Geräten die Verbindung ohne PIN gestatten oder festlegen, wie die richtige PIN gewählt wird, sofern eine erforderlich ist. Sie können eine PIN (in einer Konfigurationsdatei gespeichert) in das entsprechende Eingabefeld eingeben. Wenn ein Gerät versucht, eine Verbindung herzustellen, verwendet es zuerst diese PIN. Wenn es damit nicht erfolgreich ist, wird keine PIN verwendet. Größtmögliche Sicherheit erhalten Sie bei Auswahl von . Mit dieser Option können Sie verschiedene PINs für verschiedene (entfernte) Geräte verwenden.
Klicken Sie auf , um den Dialog zur Auswahl und Konfiguration der verfügbaren Dienste (in Bluetooth als Profile bezeichnet) aufzurufen. Alle verfügbaren Dienste werden in einer Liste angezeigt und können durch Klicken auf bzw. aktiviert bzw. deaktiviert werden. Klicken Sie auf , um einen Dialog zu öffnen, in dem zusätzliche Argumente für den ausgewählten Dienst (Daemon) angegeben werden können. Nehmen Sie keine Änderungen vor, es sei denn, Sie sind mit dem Dienst vertraut. Beenden Sie diesen Dialog nach Abschluss der Konfiguration der Daemons durch Klicken auf .
Klicken Sie im Hauptdialog auf , um den Sicherheitsdialog aufzurufen und Verschlüsselung, Authentifizierung und Scanparameter anzugeben. Verlassen Sie anschließend den Sicherheitsdialog, um zum Hauptdialog zurückzukehren. Nachdem Sie den Hauptdialog mit verlassen haben, ist das Bluetoothsystem einsatzbereit.
Über den Hauptdialog können Sie außerdem den Dialog aufrufen. Bluetoothgeräte untergliedern sich in verschiedene Geräteklassen. Wählen Sie in diesem Dialog die richtige Klasse für Ihren Computer aus, beispielsweise oder . Die Geräteklasse ist nicht sonderlich wichtig. Die ebenfalls hier festgelegte Dienstklasse jedoch durchaus. Manchmal lassen entfernte Bluetoothgeräte, wie beispielsweise Mobiltelefone, bestimmte Funktionen nur dann zu, wenn die richtige Dienstklasse auf dem System festgelegt wurde. Dies ist häufig bei Mobiltelefonen der Fall, die die Übertragung von Dateien von dem oder auf den Computer nur zulassen, wenn sie eine Klasse mit der Bezeichnung ermittelt haben. Die Auswahl mehrerer Klassen ist zulässig. Allerdings ist es nicht sinnvoll, „nur zur Sicherheit“ alle Klassen auszuwählen. Die Standardauswahl ist in den meisten Fällen ausreichend.
Um mit Bluetooth ein Netzwerk einzurichten, aktivieren Sie
im Dialog und legen Sie mithilfe von
den Modus des Daemons fest. Für eine
funktionierende Bluetooth-Netzwerkverbindung muss ein pand im
betrieben werden und die Gegenstelle im
. Standardmäßig ist
voreingestellt. Passen Sie das Verhalten
des lokalen pand an. Konfigurieren Sie außerdem die Schnittstselle
bnepX (X steht für die Gerätenummer
im System) im YaST-Modul .
Die Konfigurationsdateien für die einzelnen Komponenten des Bluez-Systems
befinden sich im Verzeichnis /etc/bluetooth. Die
einzige Ausnahme ist die Datei
/etc/sysconfig/bluetooth, die zum Starten der
Komponenten dient. Diese wird vom YaST-Modul bearbeitet.
Die im Folgenden beschriebenen Konfigurationsdateien können nur vom
Benutzer root bearbeitet werden.
Zurzeit gibt es keine grafische Benutzerschnittstelle zum Ändern aller
Einstellungen. Die wichtigsten Einstellungen können über das YaST
Bluetooth-Modul festgelegt werden, wie in Abschnitt 22.2.2.1, „Konfigurieren von Bluetooth mit YaST“ beschrieben. Alle anderen
Einstellungen sind nur für erfahrene Benutzer mit besonderen Fällen von
Interesse. Normalerweise sollten die Standardeinstellungen ausreichend
sein.
Eine PIN bietet einen ersten Schutz gegen unerwünschte Verbindungen.
Mobiltelefone fragen beim Herstellen des ersten Kontakts (bzw. beim
Einrichten eines Gerätekontakts auf dem Telefon) normalerweise die PIN ab.
Damit zwei Geräte kommunizieren können, müssen sie sich mit derselben PIN
identifizieren. Auf dem Computer befindet sich die PIN in der Datei
/etc/bluetooth/pin.
![]() | Sicherheit von Bluetooth-Verbindungen |
|---|---|
Trotz der PINs ist die Übertragung zwischen zwei Geräten nicht völlig sicher. Standardmäßig ist die Authentifizierung und Verschlüsselung von Bluetooth-Verbindungen deaktiviert. Aktivieren der Authentifizierung und Verschlüsselung kann zu Kommunikationsproblemen mit manchen Bluetoothgeräten führen. | |
Verschiedene Einstellungen, beispielsweise Gerätenamen und
Sicherheitsmodus, können in der Konfigurationsdatei
/etc/bluetooth/hcid.conf geändert werden.
Normalerweise sollten die Standardeinstellungen ausreichend sein. Die Datei
enthält Kommentare, in denen die Optionen für die verschiedenen
Einstellungen beschrieben werden.
Zwei Abschnitte in der eingeschlossenen Datei heißen
options und device. Der erste enthält
allgemeine Informationen, die hcid zum Starten verwendet. Der zweite
enthält Einstellungen für einzelne lokale Bluetooth-Geräte.
Eine der wichtigsten Einstellungen im Abschnitt options
ist security auto;. Wenn dieser Wert auf
auto gesetzt ist, versucht hcid, die lokale PIN für
eingehende Verbindungen zu verwenden. Wenn dies nicht erfolgreich ist, wird
auf none umgeschaltet und die Verbindung ohne PIN
hergestellt. Um eine höhere Sicherheit zu erreichen, sollte diese
Standardeinstellung auf user gesetzt werden. So stellen
Sie sicher, dass der Benutzer jedesmal, wenn eine Verbindung hergestellt
wird, eine PIN eingeben muss.
Legen Sie den Namen, unter dem der Computer auf der anderen Seite angezeigt
wird, im Abschnitt device fest. Die Geräteklasse,
beispielsweise Desktop, Laptop oder
Server wird in diesem Abschnitt definiert.
Authentifizierung und Verschlüsselung werden ebenfalls hier aktiviert bzw.
deaktiviert.
Die Funktionsfähigkeit von Bluetooth hängt vom Zusammenspiel verschiedener
Dienste ab. Es werden mindestens zwei Hintergrunddaemons benötigt: hcid
(Host Controller Interface Daemon), der als Schnittstelle für das
Bluetoothgerät dient und dieses steuert, und sdpd (Service Discovery
Protocol Daemon), mithilfe dessen ein Gerät herausfinden kann, welche
Dienste der Host bereitstellt. Wenn sie nicht automatisch beim
Systemstart aktiviert werden, können hcid und sdpd über den Befehl
rcbluetooth start aktiviert werden.
Dieser Befehl muss als root
ausgeführt werden.
In den folgenden Absätzen werden kurz die wichtigsten Shellwerkzeuge beschrieben, die für die Arbeit mit Bluetooth verwendet werden können. Mittlerweile stehen zwar verschiedene grafische Komponenten für die Steuerung von Bluetooth zur Verfügung, aber dennoch kann es sich lohnen, einen Blick auf diese Programme zu werfen.
Einige der Befehle können nur als root ausgeführt werden. Dazu gehört der
Befehl l2ping
zum
Testen der Verbindung mit einem entfernten Gerät.
Geräteadresse
Mit hcitool kann ermittelt werden, ob lokale und entfernte Geräte erkannt
wurden. Mit dem Befehl hcitool dev
werden die lokalen Geräte aufgeführt. Für jedes erkannte lokale Gerät wird
in der Ausgabe eine Zeile in der Form
Schnittstellenname Geräteadresse erstellt.
Nach entfernten Geräten wird mit dem Befehl hcitool
inq gesucht. Für jedes erkannte Gerät werden
drei Werte zurückgegeben: Geräteadresse, Uhren-Offset und Geräteklasse. Die
Geräteklasse ist wichtig, da andere Befehle sie zur Ermittlung des
Zielgeräts verwenden. Der Uhren-Offset dient hauptsächlich technischen
Zwecken. Die Klasse gibt Geräte- und Diensttyp als Hexadezimalwert an.
Mit dem Befehl hcitool name
kann der
Gerätename eines entfernten Geräts ermittelt werden. Bei einem entfernten
Computer entsprechen Klasse und Gerätename den Informationen in der Datei
Geräteadresse/etc/bluetooth/hcid.conf. Lokale Geräteadressen führen
zu einer Fehlerausgabe.
Der Befehl /usr/sbin/hciconfig liefert weitere
Informationen zum lokalen Gerät. Wenn hciconfig ohne
Argumente ausgeführt wird, werden in der Ausgabe Geräteinformationen,
beispielsweise Gerätenamen (hciX), physikalische
Geräteadresse (12-stellige Nummer in der Form
00:12:34:56:78) und Informationen zum Umfang der
übertragenen Daten angezeigt.
hciconfig hci0 name zeigt den Namen an,
der von Ihrem Computer zurückgegeben wird, wenn er Anforderungen von
entfernten Geräten erhält. Mit hciconfig können die
Einstellungen des lokalen Geräts nicht nur abgefragt, sondern auch
bearbeitet werden. Mit hciconfig hci0 name
TEST beispielsweise wird der Name
auf TEST gesetzt.
Mit dem Programm sdptool kann überprüft werden, welche Dienste von einem
bestimmten Gerät zur Verfügung gestellt werden. Der Befehl sdptool
browse
gibt alle Dienste eines Geräts zurück. Mit dem Befehl sdptool
Geräteadressesearch
wird nach einem bestimmten Dienst gesucht. Dieser Befehl scannt alle
erreichbaren Geräte nach dem angeforderten Dienst. Wenn eines der Geräte
den Dienst anbietet, gibt das Programm den vollständigen Dienstnamen, der
vom Gerät zurückgegeben wurde, sowie eine kurze Beschreibung aus. Eine
Liste aller möglichen Dienstcodes lässt sich durch Eingabe von
sdptool ohne Parameter anzeigen.
Dienstcode
Geben Sie in Konqueror die URL bluetooth:/ ein, um lokale
und entfernte Bluetooth-Geräte aufzuführen. Durch Doppelklicken auf ein
Gerät erhalten Sie einen Überblick über die von dem betreffenden Gerät
bereitgestellten Dienste. Wenn Sie mit der Maus über einen der angegebenen
Dienste fahren, wird in der Statusleiste des Browsers angezeigt, welches
Profil für den Dienst verwendet wird. Wenn Sie auf einen Dienst klicken,
wird ein Dialog geöffnet, in dem Sie den gewünschten Vorgang auswählen
können: Speichern, den Dienst verwenden (dazu muss eine Anwendung gestartet
werden) oder den Vorgang abbrechen. Aktivieren Sie das betreffende
Kontrollkästchen, wenn der Dialog nicht mehr angezeigt und immer die
ausgewählte Aktion durchgeführt werden soll. Für einige Dienste ist noch
keine Unterstützung verfügbar. Für andere müssen gegebenenfalls zusätzliche
Pakete installiert werden.
In diesem Abschnitt werden zwei typische Beispiele für mögliche Bluetooth-Szenarien behandelt. Im ersten Beispiel wird gezeigt, wie über Bluetooth eine Netzwerkverbindung zwischen zwei Hosts eingerichtet werden kann. Im zweiten Beispiel wird eine Verbindung zwischen einem Computer und einem Mobiltelefon behandelt.
Im ersten Beispiel wird eine Netzwerkverbindung zwischen den Hosts
H1 und H2 eingerichtet. Diese
beiden Hosts haben die Bluetooth-Geräteadressen baddr1
und baddr2 (auf beiden Hosts mit dem Befehl
hcitool dev bestimmt, wie oben
beschrieben). Die Hosts sind über die IP-Adressen
192.168.1.3 (H1) und
192.168.1.4 (H2) identifiziert.
Die Bluetooth-Verbindung wird mithilfe von pand (Personal Area Networking
Daemon) hergestellt. Die folgenden Befehle müssen vom Benutzer root ausgeführt werden. Die Beschreibung
konzentriert sich auf die Bluetooth-spezifischen Aktionen und bietet keine
detaillierte Beschreibung des Netzwerkbefehls ip.
Geben Sie pand -s ein, um pand auf Host
H1 zu starten. Anschließend kann auf
Host H2 mit pand -c
eine Verbindung
hergestellt werden. Wenn Sie auf einem der Hosts ip baddr1link
show eingeben, um die verfügbaren
Netzwerkschnittstellen aufzulisten, sollte die Ausgabe etwa folgenden
Eintrag enthalten:
bnep0: <BROADCAST,MULTICAST> mtu 1500 qdisc noop qlen 1000 link/ether 00:12:34:56:89:90 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
Statt 00:12:34:56:89:90 sollte die Ausgabe die lokale
Geräteadresse baddr1 bzw. baddr2
enthalten. Nun muss diese Schnittstelle einer IP-Adresse zugewiesen und
aktiviert werden. Auf H1 kann dies über die folgenden
beiden Befehle durchgeführt werden:
ip addr add 192.168.1.3/24 dev bnep0 ip link set bnep0 up
Auf H2:
ip addr add 192.168.1.4/24 dev bnep0 ip link set bnep0 up
Nun ist ein Zugriff auf H1 von H2
aus unter der IP-Adresse 192.168.1.3 möglich. Mit dem
Befehl ssh 192.168.1.4 können Sie von
H1 aus auf H2 zugreifen,
vorausgesetzt H2 führt einen sshd aus, der
standardmäßig in SUSE Linux aktiviert ist. Die Ausführung des Befehls
ssh 192.168.1.4 ist auch als normaler
Benutzer möglich.
Das zweite Beispiel zeigt, wie ein mit einem Mobiltelefon mit eingebauter
Kamera erstelltes Foto (ohne zusätzliche Kosten für die Übertragung einer
MMS) auf einen Computer übertragen werden kann. Die Menüstruktur kann sich
zwar zwischen den verschiedenen Mobiltelefonen unterscheiden, das Verfahren
ist jedoch normalerweise ziemlich ähnlich. Ziehen Sie gegebenenfalls das
Handbuch Ihres Telefons zu Rate. Im vorliegenden Beispiel wird die
Übertragung eines Fotos von einem Sony Ericsson Mobiltelefon auf ein
Notebook beschrieben. Der Dienst Obex-Push muss auf dem Computer verfügbar
sein und der Computer muss dem Mobiltelefon den Zugriff gestatten. Im
ersten Schritt wird der Dienst auf dem Notebook verfügbar gemacht. Dies
geschieht über den Daemon opd aus dem Paket bluez-utils. Starten Sie den Daemon mit
folgendem Befehl:
opd --mode OBEX --channel 10 --daemonize --path /tmp --sdp
Es werden zwei wichtige Parameter verwendet: --sdp
registriert den Dienst am sdpd und --path /tmp weist das
Programm an, wo die empfangenen Daten gespeichert werden sollen, in diesem
Fall unter /tmp. Sie können auch jedes andere
Verzeichnis angeben, für das Sie über Schreibzugriff verfügen.
Nun muss das Mobiltelefon den Computer kennen lernen. Öffnen Sie das Menü
auf dem Telefon und wählen Sie
. Klicken Sie, falls erforderlich, auf
und wählen Sie dann . Wählen Sie und lassen Sie
das Telefon nach dem Notebook suchen. Wenn ein Gerät gefunden wurd, wird
sein Name im Display angezeigt. Wählen Sie das mit dem Notebook verknüpfte
Gerät aus. Wenn eine PIN-Anfrage erfolgt, geben Sie die unter
/etc/bluetooth/pin angegebene PIN ein. Nun erkennt das
Telefon das Notebook und ist zum Datenaustausch bereit. Beenden Sie das
aktuelle Menü und rufen Sie das Menü "Bilder " auf. Wählen Sie das zu
übertragende Bild aus und drücken Sie . Drücken Sie
im nächsten Menü auf , um einen Übertragungsmodus
auszuwählen. Wählen Sie . Das Notebook
sollte nun als Zielgerät aufgeführt sein. Wählen Sie das Notebook aus, um
die Übertragung zu starten. Das Bild wird dann in dem über den Befehl
opd angegebenen Verzeichnis gespeichert. Audiostücke
können auf dieselbe Weise auf das Notebook übertragen werden.
Wenn Sie Schwierigkeiten bei der Herstellung einer Verbindung haben, sollten Sie die folgende Liste abarbeiten. Bedenken Sie, dass der Fehler auf jeder der beiden Seiten einer Verbindung liegen kann, zuweilen liegt sogar auf beiden Seiten ein Fehler vor. Rekonstruieren Sie das Problem nach Möglichkeit mit einem anderen Bluetoothgerät, um sicherzustellen, dass Ihr Gerät nicht defekt ist.
dev aufgeführt?
Wenn das lokale Gerät nicht in dieser Ausgabe aufgeführt ist, wurde
entweder hcid nicht gestartet oder das Gerät wird nicht als
Bluetoothgerät erkannt. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Das Gerät
könnte beschädigt sein oder der richtige Treiber könnte fehlen. Notebooks
mit integriertem Bluetooth haben häufig einen Ein-/Aus-Schalter für
drahtlose Geräte, wie WLAN- oder Bluetoothgeräte. Überprüfen Sie anhand
des Handbuch Ihres Notebooks, ob Ihr Gerät einen solchen Schalter
aufweist. Starten Sie das Bluetoothsystem mit dem Befehl
rcbluetooth restart neu und
überprüfen Sie, ob unter /var/log/messages Fehler
gemeldet werden.
Falls ja, installieren Sie bluez-bluefw und starten Sie das
Bluetoothsystem mit rcbluetooth
restart neu.
inq
andere Geräte zurück?Testen Sie diesen Befehl mehrmals. Die Verbindung weist möglicherweise Interferenzen auf, da das Bluetoothfrequenzband auch von anderen Geräten verwendet wird.
Überprüfen Sie, ob die PIN des Computers (unter
/etc/bluetooth/pin) mit der des Zielgeräts
übereinstimmt.
Versuchen Sie, die Verbindung vom entfernten Gerät aus herzustellen. Überprüfen Sie, ob das Gerät den Computer sieht.
Die in Abschnitt 22.2.5.1, „Netzwerkverbindung zwischen zwei Hosts“ beschriebene
Einrichtung funktioniert möglicherweise nicht. Dafür kann es mehrere
Gründe geben. Beispielsweise unterstützt einer der beiden Computer
möglicherweise nicht das ssh-Protokoll. Versuchen Sie es mit
ping 192.168.1.3 oder ping
192.168.1.4. Wenn dies funktioniert,
überprüfen Sie, ob sshd aktiv ist. Ein weiteres Problem könnte darin
bestehen, dass eines der beiden Geräte bereits Netzwerkeinstellungen
aufweist, die mit der im Beispiel genannten Adresse
192.168.1.X in Konflikt stehen. Versuchen Sie es in
diesem Fall mit anderen Adressen, beispielsweise
10.123.1.2 und 10.123.1.3.
Wählen Sie unter das entsprechende Gerät aus und überprüfen Sie die Liste . Wenn Obex-Push auch nach der Aktualisierung der Liste nicht angezeigt wird, wird das Problem durch opd auf dem Notebook verursacht. Ist opd aktiv? Verfügen Sie über Schreibzugriff für das angegebene Verzeichnis?
Wenn das Paket obexftp
installiert ist, kann bei einigen Geräten der Befehl obexftp
-b verwendet werden.
Mehrere Modelle von Siemens und Sony Ericsson wurden getestet und für
funktionsfähig befunden. Weitere Informationen finden Sie in der
Dokumentation unter Geräteadresse -B 10 -p
Bild/usr/share/doc/packages/obexftp.
Einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Anweisungen für Verwendung und Konfiguration von Bluetooth finden Sie unter http://www.holtmann.org/linux/bluetooth/. Weitere nützliche Informationen und Anweisungen:
Offizielle Anleitungsseite für den in den Kernel integrierten Bluetooth-Protokollstapel: http://bluez.sourceforge.net/howto/index.html
Verbindung mit PalmOS PDA: http://www.cs.ucl.ac.uk/staff/s.zachariadis/btpalmlinux.html