Einige PAM-Module können konfiguriert werden. Die entsprechenden Konfigurationsdateien sind im Verzeichnis /etc/security gespeichert. In diesem Abschnitt werden die für das sshd-Beispiel relevanten Konfigurationsdateien, pam_unix2.conf, pam_env.conf, pam_pwcheck.conf und limits.conf, kurz beschrieben.
Die herkömmliche passwortbasierte Authentifizierungsmethode wird durch das
PAM-Modul pam_unix2 gesteuert. Hiermit können die
erforderlichen Daten aus /etc/passwd,
/etc/shadow, NIS-Maps, NIS+-Tabellen oder aus
einer LDAP-Datenbank gelesen werden. Das Verhalten des Moduls kann durch
die Konfiguration der PAM-Optionen der einzelnen Anwendung selbst oder
global durch Bearbeiten der Datei
/etc/security/pam_unix2.conf beeinflusst werden. Eine
ganz grundlegende Konfigurationsdatei für das Modul wird in Beispiel 36.6, „pam_unix2.conf“ dargestellt.
Mit der Option nullok für die Modultypen
auth und password wird angegeben,
dass leere Passwörter für den entsprechenden Accounttyp zulässig sind. Die
Benutzer sind zudem berechtigt, die Passwörter für ihre Accounts zu ändern.
Die Option none für den Modultyp
session gibt an, dass für dieses Modul keine Meldungen
protokolliert werden sollen (dies ist die Standardeinstellung).
Informationen zu zusätzlichen Konfigurationsoptionen erhalten Sie in den
Kommentaren in der Datei selbst und auf der man page von
pam_unix2(8).
Diese Datei kann verwendet werden, um eine standardisierte Umgebung für
Benutzer zu definieren, die beim Aufrufen des
pam_env-Moduls festgelegt wird. Hiermit legen Sie
Umgebungsvariablen mit folgender Syntax fest:
VARIABLE [DEFAULT=[value]] [OVERRIDE=[value]]
VARIABLEName der festzulegenden Umgebungsvariablen.
[DEFAULT=[value]]Der Standardwert, den der Administrator festlegen möchte.
[OVERRIDE=[value]]Werte, die von pam_env abgefragt und
festgelegt werden können und die den Standardwert außer Kraft setzen.
Ein typisches Beispiel für eine Verwendungsmöglichkeit von
pam_env ist die Anpassung der Variable
DISPLAY, die immer dann geändert wird, wenn eine
entfernte Anmeldung stattfindet. Dies wird in Beispiel 36.7, „pam_env.conf“ dargestellt.
Beispiel 36.7. pam_env.conf
REMOTEHOST DEFAULT=localhost OVERRIDE=@{PAM_RHOST}
DISPLAY DEFAULT=${REMOTEHOST}:0.0 OVERRIDE=${DISPLAY}
In der ersten Zeile wird der Wert der Variable
REMOTEHOST auf localhost
gesetzt, der immer dann verwendet wird, wenn mit
pam_env kein anderer Wert bestimmt werden kann. Die
Variable DISPLAY hingegen enthält den Wert
REMOTEHOST. Weitere Informationen hierzu finden
Sie in den Kommentaren der Datei
/etc/security/pam_env.conf.
Diese Konfigurationsdatei ist für das Modul
pam_pwcheck bestimmt, das daraus Optionen für alle
Module vom Typ password einliest. Die in dieser Datei
gespeicherten Einstellungen haben Vorrang vor den PAM-Einstellungen der
einzelnen Anwendungen. Wenn keine anwendungsspezifischen Einstellungen
definiert wurden, verwendet die Anwendung die globalen Einstellungen. Über
Beispiel 36.8, „pam_pwcheck.conf“ erhält
pam_pwcheck die Anweisung, leere Passwörter und die
Änderung von Passwörtern zuzulassen. Weitere Optionen für das Modul werden
der Datei /etc/security/pam_pwcheck.conf beschrieben.
Systemlimits können auf Benutzer- oder Gruppenbasis in der Datei
limits.conf festgelegt werden, die vom Modul
pam_limits gelesen wird. In der Datei können Sie
Hardlimits, die niemals überschritten werden dürfen, und Softlimits
festlegen, die vorübergehend überschritten werden können. Informationen zur
Syntax und zu den verfügbaren Optionen erhalten Sie in den in der Datei
enthaltenen Kommentaren.