Der zentrale Teil der Desktop-Umgebung ist eine Datei-Manager-Anwendung, mit deren Hilfe Sie ganz einfach alle Dateien auf dem System erzeugen, öffnen und verwalten können. Die traditionelle Dateiverwaltung unter Linux wird über die Befehlszeile durchgeführt. Hierzu ist ein umfassenderes Wissen über Befehle zum Auflisten, Erzeugen, Löschen oder Bearbeiten von Dateien und ihren Eigenschaften erforderlich. Ein Datei-Manager bietet eine grafische und intuitivere Methode, diese Aufgaben zu erfüllen. Weitere Informationen über die Datei-Manager von GNOME und KDE finden Sie unter Abschnitt 8.2, „Dateiverwaltung mit Nautilus“ und Abschnitt 7.2, „Konqueror als Datei-Manager“.
Im Gegensatz zu einem Windows-Betriebssystem verwendet Linux keine Laufwerksbuchstaben. Unter Windows würden Sie das Diskettenlaufwerk mit A:\ bezeichnen; die Windows-Systemdaten befinden sich unter C:\ usw. Unter Linux befinden sich alle Dateien und Verzeichnisse in einer baumartigen Struktur. Das Verzeichnis der höchsten Ebene wird als Dateisystem-root bezeichnet oder einfach als /. Auf alle anderen Verzeichnisse kann von hier aus zugegriffen werden.
Nachfolgend ist die Linux-Dateisystemstruktur kurz beschrieben und es werden die wichtigsten Verzeichnisse vorgestellt:
/home/Benutzername
Unter /home befinden sich die privaten Daten aller Benutzer, die ein Konto auf Ihrem System haben. Die Dateien, die hier gespeichert sind, können nur durch den Besitzer oder den Systemadministrator geändert werden. Hier befindet sich z. B. das Email-Verzeichnis.
/media
Unter /media sind beliebige Laufwerktypen gespeichert, mit Ausnahme der Festplatte Ihres Systems. Die USB-Festplatte wird unter /media angezeigt, sobald sie angeschlossen ist. Dies gilt auch für die Digitalkamera (sofern sie USB verwendet) und das DVD- oder CD-Laufwerk.
/usr/share/doc
Im Verzeichnis /usr/share/doc finden Sie verschiedene Dokumentationen zum Linux-System und den installierten Paketen. Im Unterverzeichnis manual finden Sie eine digitale Kopie dieses Handbuchs sowie das Referenzhandbuch und die Versionshinweise der installierten Version von SUSE Linux. Im Verzeichnis Pakete befindet sich die Dokumentation, die Teil Ihrer Software-Pakete ist.
/windowsWenn Sie sowohl MS Windows als auch Linux auf dem System installiert haben, finden Sie so die MS Windows-Daten.
Weitere Informationen über das Linux-Dateisystem und eine umfassende Liste von Verzeichnissen finden Sie unter Abschnitt 27.1.2, „Dateien und Verzeichnisse“ (↑Referenz).
Der Datei-Manager organisiert nicht nur die gesamten Daten und ermöglicht eine Vorschau von fast jedem Dateityp; er ermöglicht auch eine „Schnellsuche“ für persönliche Daten, Systeminformationen und Netzwerkdienste. Diese Module sind Teil des Standard-Desktops.
Mit dem Desktop-Symbol in GNOME oder dem Symbol, das ein kleines Haus im KDE-Panel darstellt, können Sie den Datei-Manager (Nautilus in GNOME, Konquerer in KDE) starten, um alle Inhalte des Home-Verzeichnisses anzuzeigen. Mit dieser Option können Sie schnell persönliche Daten abrufen, die sich im Home-Verzeichnis befinden.
Wenn Sie wissen möchten, welche Festplatten oder Wechseldatenträger mit Ihrem System verbunden sind, klicken Sie auf die Desktop-Symbole (GNOME) oder (KDE). Die Datei-Manager ermöglichen einen Überblick über alle an Ihr System angeschlossenen Laufwerke, einschließlich der Festplatten. Wenn Sie auf eines der hier aufgeführten Laufwerke klicken, öffnet der Datei-Manager die Dateien und Verzeichnisse auf diesem Laufwerk. Mit dieser Option können Sie beliebige Daten von Wechseldatenträgern lokalisieren, die mit Ihrem System verbunden sind. In dieser Liste wird eine Digitalkamera, ein USB- oder anderweitiges Laufwerk angezeigt.
Über das Menü im obersten GNOME-Panel können Sie auf Netzwerkordner zugreifen. Klicken Sie in KDE auf das Desktop-Symbol , um alle im Netzwerk verfügbaren Dienste aufzulisten. Verwenden Sie diese Funktion, um auf verfügbare Netzwerkfreigaben und Windows-Netzwerke, FTP-Server oder andere Diensttypen zuzugreifen, die für Ihr Netzwerk registriert wurden.
Wenn Sie nach bestimmten Dateien im gesamten System suchen möchten, verwenden Sie grafische Suchanwendungen, die Ihnen über die Desktop-Umgebung zur Verfügung stehen. Wählen Sie in GNOME +, um das Suchwerkzeug zu starten. Im ersten Dialogfeld werden Sie zur Eingabe des Namens oder eines Namensteils der Datei aufgefordert. Legen Sie das Verzeichnis fest, in dem nach der Datei gesucht werden soll. Wenn Sie wissen, dass sich die Datei im Home-Verzeichnis befindet, akzeptieren Sie den Pfad /home/, der automatisch ausgewählt wurde. Um eine Suche im gesamten Dateisystem zu starten, wählen Sie die Dateisystem-root aus, indem Sie Benutzername/ eingeben. Verfeinern Sie die Suche durch Hinzufügen von weiteren Suchkriterien. Klicken Sie auf und wählen Sie beliebige der hier angebotenen Kriterien aus. Sie können auch reguläre Ausdrücke oder Platzhalter verwenden. Nachdem Sie alle Daten eingegeben haben, klicken Sie auf , um die Suche zu starten und die Ergebnisse unten im Fenster anzuzeigen. Abhängig vom Suchbereich kann der ganze Vorgang viel Zeit in Anspruch nehmen.
KDE enthaelt die Anwendung KFind, die im Hauptmenü durch gestartet wird. Das Suchfenster ist in drei Registerkarten unterteilt , und . Geben Sie in der Registerkarte den Namen der Datei ggf. mit Platzhaltern wie Sternchen oder Fragezeichen an. Geben Sie den zu suchenden Pfad ein und legen Sie fest, ob die Suche Unterordner umfassen soll oder ob die Groß-/Kleinschreibung beachtet werden soll. Die Registerkarte wird verwendet, um im Inhalt von Dateien nach bestimmten Ausdrücken zu suchen. Dieser Suchtyp wird nur unterstützt für eine beschränkte Zahl von Dateitypen, wie Textdateien und OpenOffice.org oder KWord-Formaten. Sie können sogar reguläre Ausdrücke verwenden, wenn KRegExpEditor installiert ist (Paket kdeutils3-extra). Um den Suchbereich einzuschränken durch die Angabe von Attributen wie Dateibesitzer, Dateigröße oder Änderungsdatum, verwenden Sie die Registerkarte .
![]() | Weitere Informationen über Suchmuster |
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Weitere Informationen über Suchmuster und die Verwendung von Platzhaltern oder regulären Ausdrücken finden Sie unter Abschnitt 27.1, „Verwenden von Bash in der Befehlszeile“ (↑Referenz). | |