SUSE Linux beinhaltet für die 3D-Hardwareunterstützung diverse OpenGL-Treiber. Eine Übersicht finden Sie in Tabelle 35.3, „Unterstützte 3D-Hardware“.
Tabelle 35.3. Unterstützte 3D-Hardware
OpenGL Treiber | Unterstützte Hardware |
|---|---|
nVidia | nVidia Chips: alle außer Riva 128(ZX) |
DRI |
3Dfx Voodoo Banshee, 3Dfx Voodoo-3/4/5, Intel i810/i815/i830M, Intel 845G/852GM/855GM/865G/915 Matrox G200/G400/G450/G550, ATI Rage 128(Pro)/Radeon (bis 9250) |
Bei einer Neuinstallation mit YaST kann bereits während der Installation die 3D-Unterstützung aktiviert werden, wenn eine entsprechende Unterstützung von YaST erkannt wird. Bei Grafikchips von nVidia muss vorher noch der nvidia-Treiber eingespielt werden. Wählen Sie dazu bitte während der Installation den nVidia-Treiber Patch in YOU (YaST Online Update) an. Aus Lizenzgründen können wir den nVidia-Treiber leider nicht mitliefern.
Sollte ein Update eingespielt worden sein oder soll ein 3Dfx-Add-On-Grafikadapter (Voodoo Graphics oder Voodoo-2) eingerichtet werden, muss der 3D-Hardwaresupport anderweitig eingerichtet werden. Die Vorgehensweise hängt dabei vom zu verwendenden OpenGL-Treiber ab und wird im folgenden Abschnitt genauer erklärt.
Diese OpenGL-Treiber können sehr komfortabel mit SaX2 eingerichtet werden. Beachten Sie bitte, dass bei nVidia-Karten vorher noch der nVidia-Treiber eingespielt werden muss (s.o.). Mit dem Kommando 3Ddiag können Sie überprüfen, ob die Konfiguration für nVidia bzw. DRI korrekt ist.
Aus Sicherheitsgründen dürfen nur die Benutzer der Gruppe video auf die 3D-Hardware zugreifen. Stellen
Sie deshalb sicher, dass alle Benutzer, die auf der Maschine lokal
arbeiten, in der Gruppe video
eingetragen sind. Ansonsten wird für OpenGL-Programme der langsamere
Software Rendering Fallback des OpenGL-Treibers
verwendet. Mit dem Kommando id können Sie überprüfen, ob
der aktuelle Benutzer der Gruppe video angehört. Ist dies nicht der Fall,
kann er mittels YaST zu dieser Gruppe hinzugefügt werden.
Um die 3D-Konfiguration unter SUSE Linux überprüfen zu können, steht das Diagnosetool 3Ddiag zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es sich dabei um ein Kommandozeilentool handelt, das Sie in einem Terminal aufrufen müssen.
Das Programm überprüft beispielsweise die X.Org-Konfiguration, ob die
entsprechenden Pakete für 3D-Support installiert sind und ob die korrekte
OpenGL-Bibliothek sowie GLX Extension verwendet wird. Befolgen Sie bitte die
Anweisungen von 3Ddiag, wenn es zu
failed Meldungen kommt. Im Erfolgsfall werden
ausschließlich done Meldungen auf dem Bildschirm
ausgegeben. Mit 3Ddiag -h lassen
sich zulässige Optionen für 3Ddiag ermitteln.
Als OpenGL-Testprogramme eignen sich neben glxgears
Spiele wie tuxracer und armagetron
(gleichnamige Pakete). Bei aktiviertem 3D-Support sollten sich diese auf
einem halbwegs aktuellen Rechner flüssig spielen lassen. Ohne 3D-Support ist
dies nicht sinnvoll (Diashow-Effekt). Eine zuverlässige
Aussage darüber, ob 3D aktiviert ist, liefert die Ausgabe von
glxinfo. direct
rendering muss hier auf Yes stehen.
Sollte sich der OpenGL 3D-Test ein negatives Ergebnis liefern (kein flüssiges
Spielen möglich), sollte erst mit 3Ddiag
überprüft werden, ob keine Fehlkonfiguration vorliegt (failed Meldungen) und diese ggf. behoben
werden. Hilft auch das nicht oder lagen keine failed Meldungen vor, hilft
oft nur noch ein Blick in die Logdateien von X.Org. Oft findet man hier in
/var/log/Xorg.0.log von X.Org die Zeile
DRI is disabled. Dafür kann
es mehrere Ursachen geben, die sich jedoch nur mit genauem Studium der
Logdatei finden lassen, womit der Laie in aller Regel überfordert
ist.
In diesen Fällen liegt in der Regel kein Konfigurationsfehler vor, da dieser bereits von 3Ddiag erkannt worden wäre. Somit bleibt ohnehin nur der Software Rendering Fallback des DRI Treibers, der jedoch keinerlei 3D-Hardware-Support bietet. Man sollte ebenfalls auf die Verwendung von 3D-Support verzichten, wenn sich OpenGL Darstellungsfehler oder gar Stabilitätsprobleme ergeben. Verwenden Sie SaX2 um den 3D-Support zu deaktivieren.
Abgesehen von Software Rendering Fallback des DRI Treibers befinden sich unter Linux alle OpenGL-Treiber im Entwicklungsstadium und sind deshalb zum Teil noch als experimentell anzusehen. Wir haben uns dennoch entschlossen, die Treiber auf der Distribution mitzuliefern, da die Nachfrage nach 3D-Hardwarebeschleunigung unter Linux sehr groß ist. Aufgrund des z.T. experimentellen Stadiums der OpenGL-Treiber können wir im Rahmen des Installationssupports jedoch nicht auf das Einrichten von 3D-Hardwarebeschleunigung eingehen und bei diesbezüglichen Problemen nicht weiterhelfen. Das grundlegende Einrichten der grafischen Benutzeroberfläche X11 beinhaltet also keinesfalls auch das Einrichten von 3D-Hardwarebeschleunigung. Wir hoffen jedoch, dass dieses Kapitel viele Fragen zu diesem Thema beantwortet. Bei Problemen mit dem 3D-Hardwaresupport empfehlen wir Ihnen, im Zweifelsfall auf 3D-Support zu verzichten.
Information über ist in /usr/X11R6/lib/X11/doc/README.DRI
(xorg-x11-doc) erhältlich.
Weitere Informationen über die Installation von nvidia-Treibern
ist unter http://ftp.suse.com/pub/suse/i386/supplementary/X/nvidia-installer-HOWTO.html
erhältlich.